Bombus ephippiatus

Hummeln aus aller Welt

bombus ephippiatusWährend viele Hummelarten in den gemäßigten und kalten Regionen der Nordhalbkugel verbreitet sind, hat sich Bombus ephippiatus an die besonderen Bedingungen der tropischen und subtropischen Bergregionen Mittelamerikas angepasst. Die Art gehört zu den charakteristischen Bestäubern der dortigen Bergwälder und zeigt einige bemerkenswerte evolutionäre Anpassungen, besonders bei ihrer Färbung und ihrer geografischen Verbreitung.

Bombus ephippiatus fällt vor allem durch ihre außergewöhnliche Farbvielfalt auf. Innerhalb der Art existieren zahlreiche Farbformen, deren Auftreten stark vom jeweiligen geografischen Gebiet abhängt. Dieses Phänomen wird als Polymorphismus bezeichnet. Die typische Farbform besitzt einen gelb behaarten Brustabschnitt mit einem dunklen Bereich in der Mitte. Der Hinterleib ist häufig vorn gelb gefärbt, geht anschließend in rötlich orange Bereiche über und endet mit einer schwarzen Spitze. Andere Populationen können jedoch deutlich anders gefärbt sein.

Die unterschiedlichen Farbmuster sind nicht zufällig entstanden. In den verschiedenen Gebirgsregionen Mittelamerikas treten bestimmte Farbformen von Bombus ephippiatus gemeinsam mit ähnlich gefärbten Hummelarten auf. Besonders bekannt ist die Ähnlichkeit mit Bombus wilmattae. Da beide Arten über einen wirksamen Stachel verfügen und dadurch für viele Fressfeinde eine ernstzunehmende Beute darstellen, profitieren sie von gemeinsamen Warnmustern. Dieses Prinzip wird als Müllerische Mimikry bezeichnet. Räuber lernen schneller, bestimmte Farbkombinationen zu meiden, wenn mehrere wehrhafte Arten dasselbe Signal verwenden.

info hummelBombus ephippiatus gehört zu den Hummelarten mit einer der größten bekannten Farbvariabilitäten. In den Gebirgen Mittelamerikas können Populationen derselben Art so unterschiedlich aussehen, dass sie lange Zeit teilweise für verschiedene Arten gehalten wurden.

Verbreitung und Lebensraum in den Bergen Mittelamerikas

bombus ephippiatusDas Verbreitungsgebiet von Bombus ephippiatus erstreckt sich über große Teile Mittelamerikas. Die Art kommt von Mexiko über Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua bis nach Costa Rica und Panama vor. Dabei ist sie eng an höher gelegene Regionen gebunden und besiedelt vor allem Bergwälder mit feuchtem Klima.

Typische Lebensräume sind Nebelwälder sowie feuchte Eichen und Kiefernwälder in Höhenlagen von etwa 1.000 bis über 3.000 Metern. Dort herrschen besondere Bedingungen mit häufigem Nebel, niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. An diese Umgebung ist Bombus ephippiatus spezialisiert. Die Art ist deshalb vor allem in den kühleren Bergregionen zu finden, während die heißen tropischen Tiefländer keine geeigneten Lebensräume darstellen.

Die isolierten Gebirgsregionen Mittelamerikas haben die Entwicklung verschiedener Farbformen begünstigt. Durch die räumliche Trennung einzelner Populationen konnten sich regionale Besonderheiten herausbilden, die heute zu den auffälligsten Merkmalen dieser Hummelart gehören.

Fortpflanzung und Nestökologie

bombus ephippiatusDie Lebensweise von Bombus ephippiatus unterscheidet sich in einigen Punkten von der vieler Hummelarten aus gemäßigten Klimazonen. Da ihre Lebensräume keine ausgeprägte Winterruhe wie in nördlicheren Regionen aufweisen, können Kolonien in manchen Gebieten über längere Zeiträume aktiv sein. Die Entwicklung der Völker hängt jedoch stark von den örtlichen Regen und Trockenzeiten ab.

Die Nestgründung erfolgt häufig nach den besonders regenreichen Perioden, wenn ausreichend Nahrungspflanzen zur Verfügung stehen. Für den Nestbau nutzt Bombus ephippiatus meist geschützte Hohlräume im Boden. Dazu gehören beispielsweise verlassene Kleinsäugernester oder natürliche Hohlräume unter Wurzeln und dichter Vegetation. Diese Standorte bieten Schutz vor starken tropischen Niederschlägen und schwankenden Umweltbedingungen.

Nahrung und Bedeutung als Bestäuberin

Bombus ephippiatus besitzt einen vergleichsweise kurzen Rüssel und besucht deshalb bevorzugt Pflanzen mit offen zugänglichen Blüten. In den Bergwäldern Mittelamerikas nutzt sie ein breites Spektrum verschiedener Pflanzenarten. Dazu gehören unter anderem Vertreter der Korbblütler und Heidekrautgewächse.

Durch ihre regelmäßigen Blütenbesuche trägt die Art wesentlich zur Bestäubung vieler Pflanzen in den montanen Ökosystemen bei. Besonders in den artenreichen Nebelwäldern spielt sie eine wichtige Rolle, da viele Pflanzen auf die Bestäubungsleistung spezialisierter Insekten angewiesen sind.

Auch für landwirtschaftlich genutzte Bergregionen besitzt Bombus ephippiatus eine Bedeutung. In höheren Lagen Mittelamerikas können Hummeln aufgrund ihrer Fähigkeit, bei niedrigeren Temperaturen aktiv zu sein, wichtige Bestäubungsleistungen übernehmen. Für einzelne Kulturpflanzen, darunter auch Kaffee in Bergregionen, wird die Rolle einheimischer Bestäuber zunehmend untersucht. Die genaue Bedeutung von Bombus ephippiatus für einzelne Anbausysteme ist jedoch regional unterschiedlich und hängt von den jeweiligen Bedingungen ab.

Evolutionäre Besonderheiten einer Bergwald Hummel

bombus ephippiatusBombus ephippiatus zeigt eindrucksvoll, wie stark sich eine Art an besondere Umweltbedingungen anpassen kann. Ihre vielfältigen Farbmuster, die enge Verbindung zu den mittelamerikanischen Gebirgswäldern und ihre flexible Lebensweise spiegeln die lange evolutionäre Entwicklung dieser Hummel wider.

Die Art ist zugleich ein Beispiel dafür, wie geografische Isolation die Entwicklung von Tierarten beeinflussen kann. Die zahlreichen Bergketten Mittelamerikas wirken wie natürliche Inseln, in denen sich Populationen teilweise unabhängig voneinander verändern konnten. Dadurch entstand eine bemerkenswerte Vielfalt innerhalb einer einzigen Hummelart.

Quellen

    • Duenas, M. A., Lozier, J. D., Hines, H. M. & Cameron, S. A. (2012): Geographical patterns of genetic divergence in the widespread Mesoamerican bumble bee Bombus ephippiatus (Hymenoptera: Apidae). Molecular Phylogenetics and Evolution 64(1): 219 bis 231. https://doi.org/10.1016/j.ympev.2012.03.018
    • Williams, P. H., Thorp, R. W., Richardson, L. L. & Colla, S. R. (2014): The Bumble Bees of North America. An Identification Guide. Princeton University Press.
    • Chatelain, P., Elias, M., Fontaine, C., Villemant, C., Dajoz, I. & Perrard, A. (2023): Müllerian mimicry among bees and wasps: a review of current knowledge and future avenues of research. Biological Reviews 98(4): 1310 bis 1328. https://doi.org/10.1111/brv.12955
    • Williams, P. H. (1998): An annotated checklist of bumble bees with an analysis of patterns of description. Bulletin of the Natural History Museum London (Entomology) 67: 79 bis 152.
    • Labougle, J. M. (1990): Bombus of Mexico and Central America. The University of Kansas Science Bulletin 54: 35 bis 73.
    • Cameron, S. A., Hines, H. M. & Williams, P. H. (2007): A comprehensive phylogeny of the bumble bees (Bombus). Biological Journal of the Linnean Society 91: 161 bis 188.
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Bombus ternarius

Hummeln aus aller Welt

ternariusWährend viele Hummelarten durch ein schlichtes Farbmuster geprägt sind, zieht eine nordamerikanische Art durch ihr extremes, fast künstlich wirkendes Farbenkleid alle Blicke auf sich: Bombus ternarius, im englischen Sprachraum treffend Orange-belted bumblebee (Orangen-Gürtel-Hummel) genannt. Diese Hummelart ist ein spezialisierter Überlebenskünstler der kalten Zonen Nordamerikas. Das unverkennbare Markenzeichen von Bombus ternarius ist ihre auffällige, dreifarbige Musterung, die einer fast schon geometrischen Anordnung folgt. Der Kopf ist tiefschwarz, gefolgt von einem gelben Thorax, der in der Mitte einen charakteristischen, schwarzen V-förmigen Keil aufweist. Das absolute Highlight ist jedoch der Hinterleib: Die mittleren Segmente (die Tergite 2 und 3) sind intensiv leuchtend orange gefärbt, gefolgt von einem weiteren gelben Band und einer schwarzen Spitze.

Dieses auffällige Muster ist ein klassisches Beispiel für eine “aposematische Färbung” (Warnfärbung), die in den dichten, oft dunklen Nadelwäldern Nordamerikas als weithin sichtbares Stoppsignal für potenzielle Fressfeinde wie Vögel oder kleine Säugetiere dient.

Spezialistin für die Taiga und den borealen Nadelwald

ternariusIhr Verbreitungsgebiet erstreckt sich quer durch den gesamten Norden des amerikanischen Kontinents, vom subarktischen Kanada (Yukon, Northwest Territories) entlang der großen Seen bis in die Neuengland-Staaten und die höher gelegenen Appalachen der USA.

Sie ist perfekt an das raue, kühl-feuchte Klima der borealen Nadelwälder (Taiga), der Moore und der alpinen Zonen angepasst. Ihre Aktivitätsphase ist dadurch komprimiert: Sie muss die Nestgründung, die Aufzucht und die Produktion von Jungköniginnen in den kurzen, intensiven nordischen Sommern in Rekordzeit absolvieren.

Nahrungsspezialistin für Beerensträucher der Heidekrautgewächse

Die Ökologie von Bombus ternarius ist eng mit der nordamerikanischen Flora verknüpft. Als Hummel mit einer verhältnismäßig kurzen Rüssellänge hat sie sich auf flache, offene Blütenformen spezialisiert. Sie gilt als eine der wichtigsten Bestäuber von wirtschaftlich und ökologisch bedeutenden Pflanzen der nördlichen Hemisphäre:

  • Heidelbeeren und Preiselbeeren (Vaccinium): In den riesigen kanadischen Wildheidelbeer-Anbaugebieten gilt sie als wichtiger Bestäuber.
  • Goldruten (Solidago) und Astern: Diese Pflanzen dienen ihr im Spätsommer als Energiequelle, um die neuen Königinnen für den langen Winterschlaf vorzubereiten.
  • Rubus-Arten: Auch wilde Himbeeren und Brombeeren gehören zu ihren Hauptnahrungsquellen.

Der evolutionäre Wettlauf gegen den Parasiten

bombus ternariusEine besondere biologische Dynamik im Leben von Bombus ternarius ergibt sich aus ihrer Rolle als Hauptwirt für die hoch spezialisierte Kuckuckshummel Bombus flavidus (auch bekannt als Bombus fernaldae); dieser permanente evolutionäre Druck zwang die Art zur Entwicklung extrem vorausschauender und aggressiver Verteidigungsmechanismen am Nesteingang.

Quelle Bilder

  • Williams, P. H., Thorp, R. W., Richardson, L. L. & Colla, S. R. (2014): The Bumble Bees of North America. An Identification Guide.
  • Beresford, D. V. (2018): New records and range extensions of bumble bees in North America’s boreal forest.
  • Javorek, S. K.; Mackenzie, K. E.; Vander Kloet, S. P. (2002): Comparative pollination effectiveness among bees visiting lowbush blueberry. Annals of the Entomological Society of America.
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Bombus pauloensis / Bombus atratus

Hummeln aus aller Welt

Bombus pauloensisOb durch ihr elegant-düsteres Erscheinungsbild oder ihr außergewöhnliches Sozialverhalten: In den vielfältigen Ökosystemen Südamerikas lebt mit der Südamerikanischen Schwarzhummel eine Art, die in fast jeder Hinsicht aus der Reihe tanzt.

Wissenschaftlich wird sie als Bombus pauloensis bezeichnet, ist in der Fachwelt jedoch oft noch unter dem Namen Bombus atratus bekannt.

Das auffälligste Merkmal dieser Hummelart steckt bereits in ihrem historischen Artnamen “atratus”, was übersetzt „geschwärzt“ bedeutet. Im Gegensatz zu den bunt gebänderten Verwandten ist diese Hummel ein echter Minimalist: Ihr Körper ist fast vollständig in ein tiefes, samtenes Schwarz gehüllt. Dieses dunkle Haarkleid erfüllt eine lebenswichtige thermoregulatorische Funktion: Da dunkle Flächen Sonnenwärme effizienter absorbieren, hilft der schwarze Pelz den Insekten, ihre Flugmuskulatur auch in den kühlen Morgenstunden der Andenregionen extrem schnell aufzuheizen.

Das Revolutionsmodell: Mehrjährige Staaten und mehrere Königinnen

Die eigentliche Sensation von Bombus pauloensis offenbart sich bei einem Blick in das Innere ihres Staates. Während Hummelvölker in gemäßigten Klimazonen einem strikten, einjährigen Zyklus folgen und im Winter sterben, bricht diese Art mit den Regeln:

  • Mehrjährige Völker (Perennieren): In den wärmeren, tropischen Regionen ihres Verbreitungsgebietes sterben die Nester im Winter nicht ab, sondern bestehen über Jahre hinweg fort.
  • Mehrere Königinnen (Polygynie): Bombus atratus war die weltweit erste Hummelart, bei der wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass zeitweise mehrere eierlegende Königinnen friedlich und kooperativ im selben Nest koexistieren können.

Das Volk wechselt dynamisch zwischen Phasen mit einer einzigen Regentin und hocheffizienten Phasen mit mehreren Königinnen. Dies schützt den Staat vor dem plötzlichen Kollaps und ermöglicht eine gigantische Volksstärke.

Anpassungskünstler zwischen Urwald und Andengipfeln

Bombus pauloensisDie Südamerikanische Schwarzhummel ist ein Paradebeispiel für ökologische Flexibilität. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Südamerikas – von den feuchtheißen Tieflandregionen Brasiliens über die Grassteppen Argentiniens bis hinauf in die kühlen Höhenlagen der kolumbianischen Anden.

Spezialistin für die tropische Landwirtschaft

Bombus pauloensisIn ihrer Heimat nimmt Bombus pauloensis die Rolle einer ökologischen Schlüsselart ein. Für die südamerikanische Landwirtschaft ist sie der Hauptbestäuber für wichtige, einheimische Nutzpflanzen wie die Lulo (Solanum quitoense – eine in den Anden extrem beliebte Frucht) oder die Luzerne. Da sie die Technik der Vibrationsbestäubung beherrscht, ist sie für das Freisetzen der Pollen dieser speziellen tropischen Nachtschattengewächse unverzichtbar.

Bombus pauloensis ist ein biologisches Meisterwerk der Anpassung. Durch die Fähigkeit, mehrjährige und von mehreren Königinnen geführte Staaten zu bilden, hat sie sich flexibel an die Dynamik Südamerikas angepasst und zeigt, wie evolutionärer Druck die klassischen Verhaltensmuster der Hummeln komplett aufbrechen kann.

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Bombus pensylvanicus

Hummeln aus aller Welt
Unter den über 40 Hummelarten Nordamerikas nimmt Bombus pensylvanicus – historisch schlicht als American Bumblebee (Amerikanische Hummel) bezeichnet – eine Sonderstellung ein. Sie ist ein Paradebeispiel für eine Art, die eng mit der Weite der nordamerikanischen Prärie verwoben ist und gleichzeitig im Zentrum einer hochaktuellen ökologischen Debatte steht.

bombus pensylvanicusIm Vergleich zu den bunten, oft rötlich oder orange gemusterten Hummeln setzt Bombus pensylvanicus auf ein strenges, kontrastreiches Farbmuster. Kopf und Gesicht sind tiefschwarz behaart. Der vordere Teil des Rückens (Thorax) glänzt in einem kräftigen Schwefelgelb, während der hintere Teil durch ein breites, schwarzes Band abgesetzt ist. Der Hinterleib (Abdomen) zeigt eine markante Dreiteilung: Die vorderen drei Segmente sind gelb, die hinteren Segmente komplett schwarz.

Auffällig ist zudem ihre physische Statur: Es handelt sich um eine verhältnismäßig große Hummelart mit einem auffallend langgestreckten Körperbau, was ihr im Flug ein besonders kraftvolles Erscheinungsbild verleiht.

Offene Landschaft und Prärien

bombus pensylvanicusWährend viele verwandte Arten dichte Wälder oder alpine Zonen bevorzugen, ist Bombus pensylvanicus eine echte Bewohnerin der offenen Landschaft. Ihr historisches Verbreitungsgebiet erstreckte sich von den weiten Steppen Kanadas über fast die gesamten USA (mit Ausnahme des Nordwestens) bis tief nach Mexiko.

Sie ist perfekt an heiße, trockene Sommer angepasst und nistet fast ausschließlich in offenen Graslandschaften und Feldern. Dabei nutzt sie als sogenannte „Oberflächen-Nisterin“ dichte Grasbüschel direkt am Boden oder verlassene Nester von Feldmäusen, die sie mit Pflanzenfasern und Haaren sorgfältig tarnt.

Bombus pensylvanicus gehört zu den langrüsseligen Hummelarten. Diese evolutionäre Anpassung macht sie zur exklusiven Schlüssel-Bestäuberin für tiefkehlige Blüten, die für andere Insekten unzugänglich sind. Zu ihren Hauptnahrungsquellen gehören:

  • Prärie-Leguminosen: Insbesondere der Blaue Indigo (Baptisia) und verschiedene Kleearten, deren Blütenkonstruktion eine enorme Kraft und einen langen Rüssel erfordert, um an den Nektar zu gelangen.
  • Nachtschattengewächse und Sonnenblumen: Im Hochsommer sichert sie die Fortpflanzung von wilden Sonnenblumen (Helianthus).

Da sie die Blüten nicht beschädigt, sondern aufgrund ihrer Rüssellänge regulär bestäubt, ist sie für die genetische Vielfalt der amerikanischen Prärie unverzichtbar.

Auf dem Rückzug: Warum eine häufige Art plötzlich verschwindet

bombus pensylvanicusDie Entwicklung von Bombus pensylvanicus in den letzten Jahrzehnten alarmiert die Wissenschaft. Seit Ende der 1990er-Jahre bricht die Population in einem historisch beispiellosen Ausmaß ein. In einstigen Kerngebieten wie Ontario, Pennsylvania oder New York ist die Hummel heute so gut wie ausgestorben.

Dass es ausgerechnet diese Art so hart trifft, liegt am Zusammenspiel zweier Ursachen: Zum einen raubt ihr die moderne Landwirtschaft den Lebensraum, da wilde Prärien massenhaft in riesige Mais- und Sojamonokulturen umgewandelt wurden. Zum anderen macht ihr ein eingeschleppter Darmparasit (Crithidia bombi) zu schaffen, gegen den diese Hummelart kaum Abwehrkräfte besitzt. Inzwischen wird sie auf der Roten Liste der IUCN als stark gefährdet geführt und gilt in Nordamerika als das Paradebeispiel für das Insektensterben.

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Bombus diversus

Hummeln aus aller Welt
Bombus diversusBombus diversus ist eine ostasiatische Hummelart, die vor allem in Japan weit verbreitet ist. Sie zeichnet sich durch eine extreme physiologische Anpassung an tiefkehlige Blüten aus und spielt eine fundamentale Rolle in der Erforschung der evolutionären Co-Evolution zwischen Pflanzen und Bestäubern.

Die Art gehört zur Untergattung Thoracobombus. Das herausragendste Merkmal von Bombus diversus ist ihre außergewöhnliche Rüssellänge. Sie gehört weltweit zu den langrüsseligsten Hummelarten überhaupt.

Die Färbung des Pelzes ist relativ gleichmäßig und unterscheidet sich deutlich von europäischen Arten: Der gesamte Körper, von Thorax bis zum Hinterleib, ist überwiegend von dichten, hell rötlich-braunen bis gelb-bräunlichen Haaren bedeckt. Lediglich die Unterseite des Körpers und die Beine zeigen dunklere bis schwarze Töne.

Geografische Verbreitung und Lebensraum

Bombus diversusDas Hauptverbreitungsgebiet von Bombus diversus liegt in Japan, wo sie auf den Hauptinseln Honshū, Shikoku und Kyūshū die dominierende Hummelart darstellt. Eine Unterart (Bombus diversus tersatus) ist zudem auf der nördlichen Insel Hokkaidō heimisch. Darüber hinaus gibt es Vorkommen in angrenzenden Regionen Ostasiens, wie dem Osten Russlands und Teilen Koreas. Sie besiedelt Laub- und Mischwälder, Waldränder, traditionelle japanische Kulturlandschaften (Satoyama) sowie ländliche Gärten und Parks.

Brutbiologie und Zuordnung

Bombus diversus wird biologisch eindeutig den Pocketmakern zugeordnet. Die Art nutzt bevorzugt unterirdische Hohlräume wie alte Nagetierbauten, nistet gelegentlich aber auch oberirdisch in dichter Streuschicht, verlassenen Vogelnestern oder in Hohlräumen von Gebäuden.

Ökologische Bedeutung

Bombus diversusAufgrund ihres extrem langen Rüssels ist Bombus diversus die exklusive Bestäuberin für eine Vielzahl ostasiatischer Pflanzenarten, deren Nektar tief in langen Blütenkronen verborgen liegt. Sie ist das klassische Lehrbuchbeispiel für Co-Evolution: Viele japanische Pflanzen haben ihre Blütenform im Laufe der Evolution exakt auf die Rüssellänge dieser Hummel angepasst. Zu ihren Schlüsselpflanzen gehören:

  • Eisenhut-Arten (Aconitum): Die hochgiftigen und komplex gebauten Blüten des Eisenhuts in den japanischen Bergwäldern werden fast ausschließlich von Bombus diversus erfolgreich bestäubt.
  • Taubnesseln (Lamium) und Springkräuter (Impatiens): Diese tiefkehligen Blütenformen profitieren maßgeblich von der Rüssellänge der Art.

Da sie den Nektar regulär von vorne erreicht, betreibt sie im Gegensatz zu kurzrüsseligen Arten keinen Nektarraub durch das Aufbeißen von Blüten, sondern garantiert eine effektive Bestäubung.

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Bombus melanopygus

Hummeln aus aller Welt

Bombus melanopygus wird Schwarzschwanzhummel (the black-tailed bumble bee) oder Orangenhummel (orange-rumped bumblebee) genannt. Diese Hummelart ist im Westen Nordamerikas beheimatet, von British Columbia über Kalifornien bis nach Idaho.

Diese Hummelart kommt mit den unterschiedlichsten Lebensraumbedingungen zurecht. Man findet sie sowohl in landwirtschaftlich geprägten Gebieten als auch in der Stadt. Sie ist eine der wenigen Hummeln, die noch regelmäßig in San Francisco zu finden sind.

Bombus melanopygus nistet sowohl oberirdisch als auch unterirdisch und ist vermehrt an Heidekrautgewächsen, Wildflieder, Wildbuchweizen, Lupinen, Rhododendren, Weiden und Klee zu finden.

Bombus melanopygus  Bombus melanopygus  black-tailed bumble bee

Das zweite und dritte Abdomen-Segment ist in nördlichen Populationen rot und in südlichen Populationen schwarz; Individuen mit schwarzen Segmenten waren früher als Bombus edwardsii bekannt, eine separate Art. Genetische Analysen stützen die Schlussfolgerung, dass beide Formen dieselbe Art sind, mit Bombus edwardsii als Synonym.

Diese Art ist ein Wirt der sogenannten Zombiefliege (Apocephalus borealis). Apocephalus borealis ist eine Art der nordamerikanischen Parasitoid-Phoridenfliege, die Hummeln, Honigbienen und Papierwespen befällt.

Links

Fotos auf nathistoc.bio.uci.edu

Quelle

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Bombus fervidus

Hummeln aus aller Welt

Bombus fervidusDer dänische Zoologe Johan Christian Fabricius identifizierte 1798 erstmals Bombus fervidus, auch bekannt als die “gelbe Hummel” oder “goldene nördliche Hummel”.

Sie hat einen gelben Bauch und Thorax. Die Königinnen werden 19-21 mm groß, Drohnen 11-20 mm und Arbeiterinnen ca. 10 mm.

Bombus fervidus ist eine in Nordamerika beheimatete Hummelart. Ihr Verbreitungsgebiet umfasst den nordamerikanischen Kontinent, mit Ausnahme eines Großteils der südlichen Vereinigten Staaten, Alaska und nördlichen Teilen Kanadas.

Man findet sie in Städten und auf Ackerland. Verwechslungsgefahr besteht in Farbe und Reichweite mit der amerikanischen Hummel (Bombus pensylvanicus). Wie die meisten Hummeln ist der Bestand dieser Hummelart rückläufig und braucht Schutz. In den meisten Teilen Nordamerikas wurden Rückgänge beobachtet; die offensichtlichste Bedrohung ist der Verlust ihrer bevorzugten Grünland- und Hochgraslebensräume durch die landwirtschaftliche Intensivierung. Bombus fervidus ist ein wichtiger Bestäuber, daher ist der jüngste Bevölkerungsrückgang ein besonderes Problem.

Nistverhalten Bombus fervidus

Bombus fervidusDie Art bevorzugt gemäßigte Savannen, Grünland, Hochgras und Weideland. Ihre Nester sind gut versteckt, oft in verlassenen, wilden Bienenstöcken. Bombus fervidus nistet in der Regel in grasbewachsenen offenen Flächen am Rande von Wäldern und/oder Straßenrändern. Diese Hummelnester können über- als auch unterirdisch sein, letzteres ist häufiger. Auffällig ist, dass sich die Hummelnester in der Regel nur 50 Meter von einer Nahrungsquelle entfernt befinden, die ausreicht um den gesamten Hummelstaat zu ernähren.

Bombus fervidus suchen in der Regel am Nachmittag nach Nahrung, was oft der heißeste Teil des Tages ist. Eine Sammlerin kann bis zu vierundvierzig Blüten pro Minute besuchen, wobei jeder Besuch 0,05 mg Zucker bringt, wenn es optimal läuft. Das bedeutet Bombus fervidus kann etwa 2,2 mg Zucker pro Minute extrahieren. Diese Hummelart gilt deshalb als besonders fleißig. Oft leider zu fleißig, denn sie arbeiten manchmal so schnell und so lange, dass sie dafür bekannt sind an Erschöpfung zu sterben.

Nestverteidigung Bombus fervidus

Bombus fervidusBombus fervidus hat komplexe Verhaltensmerkmale, die eine koordinierte Nestverteidigung zur Abwehr von Räubern beinhaltet.

Diese besondere Hummelart setzt verschiedene Mittel ein, um sich vor Nesträubern zu schützen. Wenn ein Feind in das Nest eindringt, dann bedecken die Hummelarbeiterinnen den Eindringling mit Honig. Bombus fervidus sind auch dafür bekannt, einen Eindringling oder Angreifer zu entwaffnen. Die Arbeiterinnen variieren die Angriffsmethode mit der Art des Insekteneindringlings. Es ist auch bekannt, dass Bobmus fervidus einen Eindringling oder Angreifer ankotet. Ist ein Eindringling vergleichsweise schwach, wird er sofort ergriffen und zu Tode gestochen.

Bekannte Feinde

  • Chinesische mantis Tenodera aridifolia
  • Goldenrod-Spinne Misumena vatia
  • Grüner Darner Anax junius
  • Geringste Spitzmaus Cryptotis parva
  • Gestreifter Skunk Mephitis mephitis
  • Großer Kammfänger Myiarchus crinitus
  • Amerikanischer Stierfrosch Lithobates catesbeianus
  • Östlicher Maulwurf Scalopus aquaticus
  • Südleopardfrosch Lithobates sphenocephalus
  • Bombus ashtoni

Parasiten

Ein sehr erfolgreicher Parasit aller Bombus-Arten ist Bombus ashtoni, eine Kuckuckshummel. Sie lebt im Nest und isst die Eier ihres Wirts. Folglich kümmern sich die Wirtsarbeiterinnen um die Brut des Parasiten anstelle ihrer eigenen.

Quelle

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Bombus consobrinus

Hummeln aus aller Welt

Bombus consobrinus ist eine Hummelart die schon in Ungarn, Nord Skandinavien, Kasachstan, Russland (Sachalin, Sibirien), China (Soyorei, Hebei, Liaoning), Nord- und Südkorea und Japan gefunden wurde.

Bombus consobrinus  Bombus consobrinus  Bombus consobrinus

Die Hummel – sammelt fast ausschließlich auf den Blüten von Eisenhut (Aconitum).

Quelle

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Bombus zonatus

Hummeln aus aller Welt

Bombus zonatus (Smith, 1854) ist eine in Südosteuropa und Westasien vorkommende Hummelart und ähnelt sehr Bombus armeniacus.

Ein wichtiges Merkmal ist zudem die Kopfform, denn diese Art besitzt einen auffallend langen Kopf, der im Laufe der Evolution perfekt an die Nahrungsaufnahme angepasst wurde. Aufgrund ihres langen Rüssels zählt sie zu den sogenannten langrüsseligen Hummelarten. Diese anatomische Eigenschaft ermöglicht es den Tieren, den Nektar aus tiefen Blütenkelchen zu saugen, die für andere Insekten unerreichbar sind. Sie zeigt eine ausgeprägte Vorliebe für Schmetterlingsblütler und Lippenblütler.

Zu den wichtigsten Nahrungspflanzen gehören verschiedene Kleearten, Salbei und Hauhechel. Durch diesen spezialisierten Blütenbesuch leistet die Art einen unverzichtbaren Beitrag zur Bestäubung von Wildpflanzen, die auf langrüsselige Insekten angewiesen sind.

Bombus zonatus   Bombus zonatus   Bombus zonatus

Verbreitung: Ost- & Südosteuropa (Balkan), Kleinasien bis Sibirien. Genauer Griechenland, Mazedonien, Bulgarien, die Europäische Türkei, Anatolien und Armenien. Einige Sichtungen wurden aus Albanien, Rumänien, der Krim, dem Kaukasus, Georgien, Aserbaidschan und Nordwesten gemeldet.

Bombus zonatus besiedelt vorwiegend trockene Graslandschaften, Steppenheiden, Brachflächen und extensiv genutzte Weiden. Sie benötigt warme und offene Areale, die reich an Blütenpflanzen sind. Die Nistweise ist flexibel, erfolgt jedoch meist unterirdisch in verlassenen Kleinsäugerbauen oder in Hohlräumen unter Steinen und Grasbüscheln.

Bombus zonatus kommt in Höhenlagen zwischen 1000 und 1700 Metern vor, obwohl sie auch schon auf 150 genauso wie auf 2000 Metern gesichtet wurde.

Quellen

  • Eberhard von Hagen, Ambros Aichhorn: Hummeln bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen
  • Paul Westrich: Die Wildbienen Deutschlands
  • Heiko Bellmann: Bienen, Wespen, Ameisen. Die Hautflügler Mitteleuropas
  • dc.smnh.org
  • wildbienen.de
  • inaturalist.org

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Bombus pyrosoma

Hummeln aus aller Welt

Bombus pyrosoma ist eine Hummelart die in Zentralasien beheimatet ist, also eine orientalische Art. Sie taucht in Höhen zwischen 1300 und 4000 m auf. Die Art ist reichlich vorhanden von 3000 bis 4000 m in der Gegend um Kaschmir am Himalaya Gürtel und wird oft auf großen Wildblumen in den offenen Berge entdeckt. Im indischen Himalaya ist Bombus pyrosoma weit verbreitet in Kaschmir, Himachal Pradesh, Uttarakhand und Sikkim mit einer langen saisonalen Aktivitätsperiode.

Bombus pyrosoma ist eine mittelgroße Hummel mit mittellanger Zunge.  Bombus pyrosoma ist eine mittelgroße Hummel mit mittellanger Zunge.  Bombus pyrosoma ist eine mittelgroße Hummel mit mittellanger Zunge.

Bombus pyrosoma ist eine mittelgroße Hummel mit mittellanger Zunge. Die Königin hat eine Größe von 20 bis 23 mm, die Arbeiterinnen zwischen 12 und 15 mm und die Drohnen zwischen 13 und 15 mm.

Quelle

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