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Ackerhummel

Bombus pascuorum

Megabombus pascuorum floralis (Gmelin 1790)
(Ackerhummel: Alter Gattungsnahme: Bombus, alter Artnahme: agrorum)

Lebensraum und Vorkommen der Ackerhummel

Zwischen Küste der Nord bzw. Ostsee und den dazugehörigen Inseln und den Alpen ist die Ackerhummel wohl die häufigste Hummelart Deutschlands. Sie lebt als Ubiquist und Kulturfolger an allen möglichen Stellen. In Wäldern, Wiesen, Weiden, Böschungen, Gräben, häufig auch in Gärten und Parkanlagen.

Die Ackerhummel kann sich gut an veränderten Situationen anpassen und in alle irgendwie für sie nutzbaren Bereiche eindringen.

Verbreitung der Ackerhummel

Reicht über ganz Europa einschließlich der nördlichen Länder fast überall häufig. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze, sie lebt in Sibirien, im Kaukasus, in Turkestan usw.

Nistweise und Neststandort

Sie sind Nestbauer und Nestbezieher. Hummelnester unter- wie oberirdisch in Mäusekesseln, unter trocknen Laub, Komposthaufen, Moospolstern und Grasbüscheln in Vogelnistkästen (alte Vogelnester).
In Hohlräumen von Gebäuden mit Isolierwolle, Schuppen mit alten Lumpen, abgelegten Kleidern und Federbetten. Sie sind nicht wählerisch mit ihren Neststandorten, Hauptsache trocken sollte er sein. Gern werden Nisthilfen (Hummelnistkästen) angenommen.

Sie baut ihrer Nester selbst aus, mit in der Nähe liegendem Materialien, welches sie zerbeißt und miteinander verflicht. Sie ist Nestbauer und- Bezieher.

Aussehen und Merkmale der Ackerhummel

Der Thorax (Brustabschnitt) der Ackerhummeln ist rötlich braun bis braungelb. Das Abdomen (Hinterleib) ist meist struppig, graugelb bis rötlich braun behaart. Bei Ackerhummeln kommt es öfter zu Farbvariationen, deshalb findet man nicht selten rotbraun oder grauschwarz gezeichnete Thoraxbereiche, halt eine sehr variable Art. Die Art ist in den verschiedenen Regionen ihres Verbreitungsgebietes sehr unterschiedlich gefärbt. Je kälter der Lebensraum desto dunkler sind die Tiere.

Verwechselungen mit der Mooshummel, (Megabombus muscorum) und der Veränderlichen Hummel; (Megabombus humilis), sind möglich.

Besondere Kennzeichen der Männchen (Drohnen): Auffallend behaarter, rötlichgelber bis brauner Thorax (Brustabschnitt); im Gesichtsfeld gelbes Haarbüschel; Abdomen (Hinterleib): am 1. –2. Tergit tritt die Schwarzfärbung nicht so stark auf wir bei der Königin und Arbeiterin, eher blassgelb; 4. –6. Tergit gelb bis orangerot. Bei einer Farbvariation können schwarzgraue Haare in der Thoraxmitte auftreten.

Brutpflege Typ: (Pocketmarker)

Körpermaße in mm Königin Arbeiterin Drohn
Körperlänge 15 – 18 7 – 15 12 – 14
Flügelspannweite 28 – 32 18 – 28 24 – 27
Rüssel (lang) 13 – 15 12 – 13 10 – 11
Kopf mittellang mittellang mittellang

Königinnen je nach Höhenlage und Witterung von Anfang März bis Mai.
Arbeiterinnen erscheinen ca. 4 Wochen nach der Nestgründung, die Flugzeit der Arbeiterinnen erstreckt sich von April bis in den November hinein. Jungköniginnen und Drohnen erscheinen von Mitte Juli bis Anfang Oktober.

Gründung des Nestes bis schließen der Flugsaison bei der Ackerhummel

Dauer: 30 Wochen (210 Tage) bis 7 Monate
Größe der Königin: (klein/mittelgroß) 15 bis 18 mm.
Fluggeräusche der Königin: (hell)
Volkstärke: 60 bis 150 Individuen.

Individuelle Lebenserwartung der unterschiedlichen Hummelkasten

Königinnen: 12 bis 13 Monate
Arbeiterinnen: ca. 6 Wochen
Drohnen: ca. 5 Wochen

Ähnliche Arten

Durch die charakterische Färbung verhältnismäßig leicht von anderen Hummelarten zu unterscheiden. Verwechselungen mit der Mooshummel (Bombus muscorum) und der Veränderlichen Hummel (Bombus humilis) sind möglich.

Kuckuckshummeln

Kuckuckshummelart: Feld-Kuckuckshummel, Psithyrus campestris (Panzer 1801)

Relativ häufige Schmarotzerhummel. In Mitteleuropa ist Bombus pascuorum (Ackerhummel) der Hauptwirt. Weitere Wirte sind Bombus humilis (Veränderliche Hummel), Bombus pratorum (Wiesenhummel) ebenfalls als Wirte belegt.

Link: http://www.wildbienen.de/b-campes.htm

Kuckuckshummelart: Felsen-Kuckuckshummel, Psithyrus rupestris (Fabricius 1793)

Weit verbreitete Art. Der Hauptwirt ist die Steinhummel, als Nebenwirte sind Ackerhummel, Waldhummel und Höhenhummel bekannt.

http://de.wikipedia.org/wiki/Felsen-Kuckuckshummel

Besonderheiten und Wissenswertes

Brutpflegetyp: Pocketmaker. Königin erzeugt einen hohen bis mitteltiefen Summton. Ackerhummeln haben den längsten Entwicklungszyklus von allen Hummelarten, ca. 7 Monate lang (von April – Oktober, mehr als 210 Tage lang). Ackerhummeln nehmen gern Hummelnistkästen an. Sie sind sanftmütig und stechfaul und sie lassen sich sehr gut beobachten in den Nistkästen. Bei Nestkontrollen findet keine Abwehrreaktion statt.

Ackerhummeln sind Kurzstreckenflieger. Sie entfernen sich, wenn es eben geht, nicht weiter als 100m vom Nest beim Aufsuchen ihrer Nektar und Pollen liefernden Trachtpflanzen. Man spricht deshalb von Haustürsammlern. Die relativ kleinen Nester enthalten zur Zeit des maximalen Ausbaus nur 100 – 200 Zellen. Gut entwickelte Ackerhummelvölker können 15 bis 30 Jungköniginnen produzieren.

Es gibt eine kleine Käferart, die sich in Hummelnester entwickeln. Die Art heißt: Antherophagus nigricornis auf deutsch: Schimmelkäfer (Schwarzhörniger Schimmelfresser). Flugzeit von Mitte Mai bis Ende September, der als Kommensale gilt bzw. das es sich um einen Nestparasiten handelt. Besonders die 8. langrüsselige Hummelartenarten Acker-, Garten-, Gras-, Wald-, Deich-, Sand-, Moos- und Veränderliche Hummel werden durch Antherophagus der sich während des Eintragens von Nektar und Blütenpollens an Beine, Fühlern oder der Zunge (Rüssel) von Altköniginnen und Arbeiterinnen festklammert, so befallen.

Auf diese Weise läßt sich der Käfer ins Nest tragen. Hier ernährt er sich und insbesondere aber seine Larven die sich von frisch eingetragenen Blütenpollen, aber auch von Abfallen und aus den Eiern der erst geschlüpften Hummellarven ernährt bzw. parsitiert. 1922 machte auch Karl v. Fritsch schon diese Beobachtung.

Link

http://www.insektenbox.de/kaefer/anthen.htm

Antherophagus nigricornis - Schwarzhörniger Schimmelfresser, NGID1117216636

Hier ein Filmbeitrag von IWF Wissen und Medien über die Ackerhummel: Versorgung der Brut mit Pollennahrung bei der Ackerhummel.

Inhalt: Die Ackerhummel ist ein “Pocketmaker” (Untergattung Megabombus). Die beim Blütenbesuch gesammelten Pollenpakete werden in schuhförmige Taschen (“Pockets”) abgestreift, (vermutlich unter Nektarzugabe) mit den Mandibeln bearbeitet und zu den in der gemeinschaftlichen Brutzelle liegenden Larven hingeschoben, so daß der Nahrungsbrei den Abschluß zum “Pocket” bildet.

Ein Blick in das Nest der Erdhummel Bombus terrestris, eines “Pollenstorers”, soll den Unterschied zwischen den beiden Artengruppen deutlich machen.

Gefährdung der Ackerhummel

Die überall häufige und anpassungsfähige Art erscheint derzeit nicht gefährdet.

Gefährdungsgrad und Gefährdungsgründe

  • Anpassungsfähiger Zivilisationsfolger, Ubiquist, z.Z. nicht gefährdet, vielleicht häufigste Art.
  • Trachtlücken im Spätsommer werden durch flexibles Umstellen auf andere Trachtpflanzen entschärft.
  • Dennoch durch spätsommerliche Dauertrachtangebote auch im Interesse weniger flexibler Arten unterstützen (z.B. durch- Rotkleeanbau).
  • Rasenmähen, gefährlichen Kreisel und Schlägelmäher.
  • Straßenverkehr und Autobahnen.
  • Durch Eingriffe in die Biotope.
  • Tiere: (Igel, Spitzmaus, Dachs und Waschbär).
  • Wachsmotten u. Schimmelkäfer
  • Vernichtung von Hummelnestern, am Haus, im Haus und im Hausgarten.
  • Unsachgemäß ausgebrachte Insektizide.
  • Die heutige moderne Landwirtschaft und Forstwirtschaft.

Ursachen für den Rückgang: Infolge der Zunahme des Siedlungsbereichs (Verdopplung seit den Fünfzigerjahren) erfuhren die Biotope der früheren Kulturlandschaft einen starken Rückgang. Besonders betroffen sind hiervon Streuobstwiesen, Heiden, Grünland, Weinberge und die Biotope der Ackerlandschaft.

Weitere Ursachen: Versiegelung durch Überbauung, übermäßige Pflege der öffentlichen Grünanlagen und Hausgärten, verstärkte Freizeitnutzung, Pflanzung florenfremder Gehölze oder Stauden mit zum Teil starkem Ausbreitungsvermögen sowie Beeinträchtigungen durch den Straßenverkehr. Angesichts des zunehmenden Flächenverbrauchs in der offenen Landschaft etwa durch Straßenbau, Errichtung von Einkaufszentren und Bau von Gewerbegebieten sowie der Übernutzung der Kulturlandschaft durch die intensive Agrarwirtschaft darf jedoch auch innerhalb des Siedlungsbereichs der Artenschutz einheimischer Tiere nicht vernachlässigt werden.

Insbesondere im Siedlungsbereich sind von naturnäheren Flächen in der Regel nur noch kleine Reste übrig, die vor allem größeren Tieren zur Befriedigung ihrer Bedürfnisse häufig nicht mehr ausreichen. Auch viele Insektengruppen weisen hier bereits deutliche Verarmungstendenzen auf oder sind bereits ganz verschwunden.

Trachtpflanzen

Ackerhummeln sind bei 257 Wildpflanzen und 21 Kulturpflanzen nachgewiesen worden. Darunter: Tomaten und Paprika und viele Küchenkräuter…

Nektar u. pollenliefernde Haupttrachtpflanzen: Taubnesseln, Weidenkätzchen. Lungenkraut, Lerchensporn, Zierjohannisbeeren, alle Obstbäume, Stachelbeeren, Günsel, Akelei, Beinwell, Wicken, Schöllkraut, Wiesensalbei, Natternkopf, Thymian, Rot- u. Weißklee, Himbeer- u. Brombeersträucher, Herzgespann, Flocken- u. Kornblummen, Disteln, Bunter Hohlzahn, Eisenhut u. Fingerhut, Schwarznesseln, Drüsiges Springkraut und andere.

Nisthilfen Ackerhummel

Ackerhummeln lassen sich leicht in Hummelnistkästen ansiedeln, es eignen sich ober- und unterirdische Nistkästen. Angebot an Nistmaterial wie Moos, Polsterwolle (bitte nicht mehr verwenden) oder feuchtigkeitsabweisende Nistwolle wie z. B. Kapok werden gerne angenommen.

Hummelnistkasten zum Selberbauen aus Holz / Holzbeton
Link: Bauanleitung Hummelhaus

Quellenangaben

Eberhard von Hagen –/ Ambros Aichhorn
Buch, Hummeln: bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen
Fauna Verlag: ISBN 3-935980-28-0

Günter R. Witte & Juliane Seger
Buch, Hummeln brauchen blühendes Land: Umweltjugendbuch. Ökologisches Trainingsprogramm (Ökologie /Conference Papers / Tagungsberichte)
WESTARP WISSENSCHAFTEN: ISBN 3-89432-097-4

Helmut und Margrit Hintermeier
Buch, Bienen, Hummeln, Wespen im Garten und in der Landschaft
Obst- und Gartenbauverlag – München: ISBN 3-87596-098-X

Weiterführende Links zur Ackerhummel

http://de.wikipedia.org/wiki/Ackerhummel

Danke an: Karsten Grotstück

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