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Bauplan Hummelhaus Vorbau

vorbau hummelhausJedes Hummelhaus sollte über eine gut funktionierende Hummelklappe verfügen.

Der große Vorbau an einem Hummelhaus hat gegenüber einer gewöhnlichen Hummelklappe einiges zu bieten. Trotz geschlossener Hummelklappe kann der Laufgang belüftet werden, eine Wachsmottenfalle ist integriert und es besteht eine Zufütterungsmöglichkeit, ohne das Hummelhaus zu öffnen.

Ob diese Vorteile die relativ aufwändige Konstruktion rechtfertigen, muss jeder Hummelfreund für sich selbst heraus finden. Auch ist die Selbstansiedlung der Hummelkönigin etwas komplizierter, denn die Königin siedelt sich über den geöffneten Vorbau an und muss wenige Tage nach der Ansiedlung an den geschlossenen Vorbau gewöhnt werden. Danach erst wird – wie bei der einfachen Hummelklappe – mit dem Klappentraining begonnen.


Einkaufsliste großer Hummelhaus-Vorbau

Bezeichnung Anzahl Material Maße
Laufbrett / Boden 1 9 mm Sperrholz 190 mm x 60 mm
Dach 1 9 mm Sperrholz 130 mm x 60 mm
Vorbautür 1 9 mm Sperrholz 104 mm x 88 mm
Rückwand 1 9 mm Sperrholz 70 mm x 27 mm
Abdeckung Lüftungskammer 1 9 mm Sperrholz 88 mm x 45 mm
Seitenwände / Mittelwand 3 9 mm Sperrholz 60 mm x 70 mm
Schiebetür Lüftungskammer 1 6 mm Sperrholz 69 mm x 59 mm
Führungsleiste für Schieber 1 6 mm Sperrholz 60 mm x 6 mm
Griff für Schiebetür 1 9 mm Sperrholz 35 mm x 7 mm
Krampen 2 1,5 mm² Draht ca. 40 mm
Drahtstück 1 1,5 mm² Draht ca. 50 mm
Klappe 1 Lexan 0,8 mm 36 mm x 24 mm
Einlaufschräge 1 Holzblock 30 mm x 18 mm

Bauanleitung großer Hummelhaus-Vorbau

Die Belüftungslöcher werden jeweils von innen mit Gaze gesichert. Hierzu wird der Bereich um das Belüftungsloch mit Weißleim bestrichen und das Lüftungsgitter in das Leimbett gelegt. Nach etwa 20 Minuten sollte der Leim getrocknet sein.

hummelhaus vorbau

hummelburg vorbauDie Lüftungskammer wird mit einer Klebefalle ausgestattet. Hierzu eignet sich doppelseitiges Teppichklebeband gut; viele Hummelfreunde haben gute Erfahrungen mit “Bullran 45” gemacht.

Die Scharniere an der Vorbauklappe müssen so angebracht werden, dass in geschlossenem Zustand keine Ritzen entstehen. Der Vorbau muss absolut dicht sein!

Die Krampen dienen der Hummelklappe als Scharnier und können sehr einfach aus Elektriker-Installationsdraht oder zurechtgebogenen Büroklammern selbst hergestellt werden.

Als Material für die Hummelklappe selbst hat sich 0,8 mm Lexan als optimal herausgestellt. Lexan ist leicht, stabil und es lässt sich einfach kalt verformen. Auch bei Bohrungen splittert es nicht so leicht wie andere Verpackungsmaterialien, die aber auch sehr gut als Hummelklappe funktionieren können.

hummelhaus klappeDie Hummelklappe erhält zwei Bohrungen, die jeweils einen mindestens 1-mm größeren Durchmesser als die Krampen haben, um das Scharnier leichtgängig zu halten. Alle Ecken und Kanten der Hummelklappe müssen mit feinem Schleifpapier abgerundet werden.


info hummelhaus bauanleitungDownload:
Vorbau Bauanleitung
(PDF-Datei, ca. 1,1 MB)


Der Hummelhaus Vorbau muss unbedingt sehr exakt gearbeitet sein. Ritzen oder Schlitze an der geschlossenen Vorbauklappe laden Eindringlinge geradezu ein. Der Geruch aus dem Hummelnest sollte nur über die Belüftung aus dem Nest gelangen; die Klebefallen dahinter sind eine wirkungsvolle Hürde für Wachsmottenlarven.

info hummelhaus bauanleitungDie Hummelklappe wird schrittweise nach Anleitung “Klappentraining für Hummeln” gesenkt und muss nach jedem Schritt auf Leichtgängigkeit geprüft werden. Die Hummel lernt in der Regel schnell, mit der Klappe umzugehen.

Die Hummelklappe ist während der Saison immer wieder auf ihre Leichtgängigkeit zu überprüfen. Sie muss vor Regen geschützt sein, da sonst Adhäsions- und Kohäsionskräfte die Klappe verkleben. Verschmutzte Klappen schließen nicht exakt.

info hummelhaus bauanleitungBasierend auf der “Hummelpension 2” von Jürgen Börner – Danke, janfo, für die Zeichnungen und Grafiken!

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mangelhaftgeht sookgutsehr gut (18 votes, average: 4,94 out of 5)
  • Dieses Thema hat 7 Antworten und 4 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 1 Monat von AvatarDaniel.
Ansicht von 7 Beiträgen - 1 bis 7 (von insgesamt 7)
  • Autor
    Beiträge
  • #65991 Antworten
    Doris
    Forenmitglied

    So liebe Hummelfreunde, ich habe mal hier in alten Einträgen gestöbert zum Thema Vorbau zu einem Hummelnistkasten. Aus meiner jahrelangen Erfahrung, zum Glück ohne Parasitenbefall in den Nistkästen, kann ich nur sagen:
    Nichts ist so wichtig wie ein gut schließender Vorbau. Praxisaffin.
    Auch sollte eine geeignete Möglichkeit vorhanden sein, ggf. eine Zufütterung, auch mittels Legosteinen oder Fütterungsgläsern, zu ermöglichen, vorhanden sein.
    Ganz viele Vorbauten erfüllen glücklicherweise diese Voraussetzungen.
    Daher achtet bitte bei der Vorbereitung auf die Hummelsaison 2022 und beim Herrichten der Nistkästen auf den nicht zu unterschätzenden Aspekt Vorbau. Nutzt alle Erfahrungen aus dem Forum.

    Das ist ausschließlich mein ganz persönlicher Tipp.

    #72904 Antworten
    Profi

    Also, ich bin neu hier. Wir haben einen absolut insektenfreundlichen Garten, weil meine Frau Gärtnerin ist und immer ordentlich Blutenflor haben muss. Ein Nachbar der Imker ist, hat uns das auch bestätigt. Außerdem sieht man die unzähligen Insekten ja an den Blüten.

    Ich möchte für die Saison 2023 eine Hummelunterkunft anbieten und lese mich gerade ein. Vorbau und Hummelklappe habe ich schon mal als “Muss” auf der Liste. ABER: Es werden zum Teil getrennte Klappen für Ein- und Ausgang angeboten, die für die Hummel einfacher zu bedienen sein sollen, weil sie nur aufgedrückt werden müssen.

    Deshalb meine FRAGE: Ist das wirklich so? macht das Sinn? Wie sehen das die erfahrenen Mitglieder hier?

    Besten Dank für Eure Bemühungen und beste Grüße

    Wolfgang

    #72914 Antworten
    Stefan
    Admin
    Beitragsersteller

    Hallo @Wolfgang!

    Ein “muss” ist nur die Klappe. Ein Vorbau ist “kann”.

    Zwei Klappen allerdings haben sich nicht bewährt.

    Hummeln markieren den Ausgang und wollen dort auch wieder hinein.

    #75085 Antworten
    Daniel

    Hallo zusammen,

    seit ein paar Wochen lese ich mich hier im Forum ein. Absolut Informativ, danke.

    Wir haben ein recht großes naturnahes Grundstück auf dem wir alles fördern was uns über den Weg läuft. Für nächstes Jahr möchte ich auch den Hummeln  unter die Flügel greifen und baue deshalb gerade 2 Nistkästen. Der Vorbau ist für mich noch nicht ganz klar. Zum einen verstehe ich nicht warum die Vorbautür zweigeteilt ist, es wäre doch einfacher die Tür durchgängig zu bauen? Könnt ihr mir den Sinn dahinter erklären?

    Zum anderen ist meine Überlegung: wenn ich zur Belüftung des Vorbaus ein sehr feines Gaze mit einer Maschenweite von 0,25 mm nehme, dann könnte ich doch auf die Klebefallen und die Zwischenwand verzichten, oder?

    Was mich auch noch interessiert: die 2 Belüftungslöcher des Vorbaus sind zueinander versetzt. Hat das mit dem Lichteinfall zu tun?

    Wenn ihr mir weiterhelfen könntet wäre das echt spitze.

    Grüße Daniel

    #75086 Antworten
    Ralf
    Forenmitglied

    @Daniel

    Also die Vorbautür besteht doch nur aus einem Teil. Der zweite Teil schließt nur den Raum mit der Klebefalle. Dies ist auch sinnvoll. Je größer die Vorbautür ist desto größer ist auch die Gefahr das sie sich verzieht und nicht mehr dicht ist. Dann kannst du den Vorbau gleich weglassen. Wenn ich manche Vorbauten so sehe, die undicht sind dann ist es eine Farce die Hummeln noch mit einer Klappe zu plagen! Die beiden Löcher zu versetzen bewirkt eine gewisse Kaminwirkung.

    Du kannst die Klebefalle auch weglassen, sie ist aber schon sinnvoll, weil du die Mottenmaden auch irritierst und wegfängst indem du das äußere Gitter erwas grober machst.

    Zudem wenn du schon einen Vorbau baust, dann kannst du es auch auf dich nehmen und es gleich ordentlich machen. Ein kleiner Tipp von mir: Ich baue den Raum für die Klebefalle doppelt so breit (60 statt 30 mm). So ist es wesentlich einfacher das Klebeband einzubringen und bei einer Revision auch wesentlich besser zu reinigen und auszutauschen. Auf die Wirkungsweise hat es keinen Einfluss. Viel Spaß beim basteln!

    #75087 Antworten
    janfo
    Moderator

    Hallo Daniel,

    freut mich, dass du dir die Anleitungen zu Gemüte führst und vor hast 2 Nistkästen zu bauen!
    Wünsche dabei viel Erfolg!

    Ralf hat im Grunde schon das wichtige gesagt. Die abgetrennte Kammer des Vorbaus ist lediglich die Klebefalle, die Wachsmotten haben einen Legestachel und können somit Eier durch das Gaze in die Klebefalle legen, die Larven bleiben dann aber am Klebeband hängen. So kommen sie nicht ins Haus hinein.
    Die große Klappe vom Vorbau ist zur Ansiedlung gedacht, die machst du im Frühjahr auf. Wenn du dann sicher bist, dass sich eine Hummelkönigin angesiedelt hat, kannst du die große Klappe wieder schließen und nur den seitlichen Ausgang mit der Wachsmottenklappe öffnen und die Wachsmottenklappe dann langsam absenken (sobald die Hummel Pollen einträgt).

    lg Jan

    #75092 Antworten
    Daniel

    Dankeschön für eure Antworten. Mein Hintergedanke war, ein feines Gitter zu verwenden damit ich die Zwischenwand und die Klebefalle weglassen kann. Dadurch könnte der Vorbau auch um das Maß kleiner werden.

    Den “Feind” mit dem groben Gitter zu täuschen und die Larven dann mit der Klebefalle zu fangen ist ziemlich raffiniert.

    Grüße Daniel

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Antwort auf: Bauplan Hummelhaus Vorbau
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