Bombus zonatus
Bombus zonatus wurde 1854 von Frederick Smith beschrieben und gehört zur Untergattung Thoracobombus. In der älteren Literatur taucht die Art auch unter den Namen Bombus stevenii und Bombus apicalis auf, die heute als Synonym beziehungsweise als Unterart geführt werden. Die östlichen Vorkommen aus Anatolien, Transkaukasien, dem Kaukasus und dem Nordwesten Irans zählen zur Unterart Bombus zonatus apicalis, die Populationen des Balkans dagegen zur Nominatform.
Das Verbreitungsgebiet reicht von Griechenland, Nordmazedonien und Bulgarien über die europäische Türkei bis nach Anatolien und Armenien. Einzelne Nachweise liegen aus Albanien, Rumänien, der Krim, Georgien, Aserbaidschan und dem nordwestlichen Iran vor. Die Art besetzt damit einen breiten Streifen zwischen Südosteuropa und Westasien, ohne in Mitteleuropa vorzukommen.
Höhenlagen und Lebensraum
Über weite Teile ihres Areals besiedelt Bombus zonatus trockene Steppenheiden, Brachflächen und extensiv beweidetes Grasland zwischen 1000 und 1700 Metern Höhe. Einzelfunde reichen von 150 bis über 2000 Meter; in iranischen Hochlagen wurden Tiere sogar oberhalb von 2700 Metern registriert. Gemeinsam ist den Fundorten der Mangel an dichtem Bewuchs: Die Art benötigt offene, warme und blütenreiche Flächen.
Nester legt Bombus zonatus unterirdisch an, meist in verlassenen Bauten kleiner Nagetiere oder in Hohlräumen unter Steinen und Grasbüscheln. Zu Koloniegröße und Nestarchitektur liegen bislang kaum gesicherte Beobachtungen vor, da die Art in großen Teilen ihres Verbreitungsgebiets nur unregelmäßig erfasst wird.
Nahrungspflanzen und Rüssellänge
Bombus zonatus zählt zu den langrüsseligen Hummelarten und erreicht damit auch den Nektar tiefer, röhrenförmiger Blüten. Erhebungen aus dem Iran verzeichnen Blütenbesuche an Korbblütlern, Rauhblattgewächsen, Schmetterlingsblütlern wie Luzerne und Wicken sowie an Lippenblütlern der Gattungen Salbei, Ziest und Andorn. Auch Hahnenfußgewächse und Bleiwurzgewächse gehören zum Nahrungsspektrum. Diese Bandbreite verschafft der Art in den eher pflanzenarmen Steppen- und Hochlandlebensräumen ausreichend Nahrungsquellen über die gesamte Flugzeit hinweg.
Abgrenzung zu Bombus armeniacus
Bombus zonatus ähnelt in Körperbau und Färbung stark Bombus armeniacus, einer weiteren Art der Untergattung Thoracobombus mit teilweise überlappendem Vorkommen in Griechenland, Russland und dem Nahen Osten. Eine sichere Unterscheidung beider Arten im Feld ist ohne genaue Prüfung der Behaarungsmuster kaum möglich, weshalb Bestimmungen meist anhand von Vergleichsexemplaren oder Schlüsseln der Fachliteratur erfolgen. Diese Verwechslungsgefahr dürfte dazu führen, dass die tatsächliche Verbreitung von Bombus zonatus in manchen Regionen unterschätzt wird.
Kenntnisstand und Forschungslücken
Verglichen mit mitteleuropäischen Hummelarten ist Bombus zonatus deutlich schlechter untersucht. Die verfügbaren Daten stammen vor allem aus einzelnen faunistischen Erhebungen in der Türkei, Armenien und dem Iran, eine flächendeckende Bestandserfassung fehlt bislang. Zu Volksgröße, Phänologie und möglichen Gefährdungsursachen lassen sich deshalb derzeit keine gesicherten Aussagen treffen.
Quellen
- Williams, P. H. (1998): An annotated checklist of bumble bees with an analysis of patterns of description. Bulletin of the Natural History Museum (Entomology), Band 67.
- Monfared, A. et al.: A Survey of the Localities and Food-Plants of the Bumblebees of Iran (Hymenoptera: Apidae: Bombus).
- Atlas Hymenoptera, atlashymenoptera.net, Artseite Bombus zonatus.
- GBIF Backbone Taxonomy, gbif.org, Artseite Bombus zonatus Smith, 1854.
- Wikispecies, species.wikimedia.org, Artseite Bombus zonatus.
- wildbienen.de, Artenübersicht Hummeln.
- Wikipedia (englisch), Artikel Bombus armeniacus.
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Martha aktualisiert.
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