Dufthummel (Bombus fragrans) – Fragranshummel

Die Dufthummel gilt als die größte Hummelart Europas und fällt durch ihren ungewöhnlich tiefen Brummton auf. Diese Hummelart ist anhand ihrer Färbung gut erkennbar. Sieht man von der Größe ab, ähnelt die Fragranshummel der Deichhummel (Bombus distinguendus) oder der Armeniacushummel (Bombus armeniacus). Sie gehört zur Untergattung Subterraneobombus und bildet dort zusammen mit Bombus amurensis und Bombus fedtschenkoi die sogenannte Bombus-fragrans-Artengruppe. Nach Osten hin wird die Dufthummel von der nah verwandten Bombus amurensis abgelöst.

Diese Hummelart wurde von Peter Simon Pallas 1771 als Apis fragrans erstbeschrieben. Typlokalität ist die russische Wolgaregion. Die Dufthummel lebt in steppenartigen Lebensräumen im Osten Europas, in der Türkei, im Iran und weiter in West- und Zentralasien, östlich bis Westchina. Die einzigen mitteleuropäischen Vorkommen waren in Österreich (Burgenland, Niederösterreich). Berichten zufolge wurden dort noch in den Siebziger- bis Achtzigerjahren einzelne Tiere gesichtet, der letzte anerkannte Nachweis stammt jedoch bereits von 1967; in Österreich gilt die Art heute als ausgestorben.

Königin

  • Länge: 46–48 mm
  • Flügelspannweite: 38–48 mm
  • Rüssel: 9–11 mm

Arbeiterin

  • Länge: 18–21 mm
  • Flügelspannweite: 19–32 mm
  • Rüssel: 5–7 mm

Drohn

  • Länge: unbekannt
  • Flügelspannweite: unbekannt
  • Rüssel: unbekannt

Der Kopf der Dufthummel ist lang und schwarz behaart. Die restliche Hummel erscheint goldgelb. Man trifft sie an vielen Pflanzenfamilien (polylektisch), vor allem Hülsenfrüchten, Lippenblütlern, Borretsch und Korbblütlern.

Dufthummel Dufthummel Dufthummel

Die überwinterten Königinnen suchen ab Anfang Mai einen geeigneten Nistplatz, meist verlassene, unterirdische Kleinsäugernester, um ihren Hummelstaat zu gründen. Ein Volk umfasst etwa 50–100 Individuen. Die ersten Arbeiterinnen fliegen ab Ende Mai, ab Mitte August Drohnen und Jungköniginnen. Ende September bis Anfang Oktober stirbt das Volk. Die Dufthummel gehört zu den Pocketmakern.

Gefährdung der Dufthummel

Bombus fragrans ist in ihrem gesamten Verbreitungsgebiet selten. In mehreren russischen Regionen, etwa der Republik Tschuwaschien, ist die Anzahl in den letzten Jahrzehnten um das Drei- bis Fünffache gesunken. Die Dufthummel hat die meisten Lebensräume durch die Ackernutzung ehemaliger Steppen-Lebensräume verloren. Nach den Kriterien der IUCN gilt sie weltweit als gefährdet (vulnerable).

Quelle

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  • Autor
    Beiträge
  • #45399
    Marylou
    Forenmitglied
      • DE 41363
      • 61 m

      Bildschön und eine sehr beeindruckende Größe für eine Hummel. Die sehr dunklen Flügel sind außergewöhnlich und ein schöner Kontrast zur Körperfärbung.

      Die Briefmarke wurde 2005 herausgegeben; zu der Zeit waren die Steppen-Lebensräume dort wohl noch intakt.

      #45402
      Stefan
      Admin
      Beitragsersteller
        • DE 84513
        • 398 m

        Hallo @Marylou!

        Ja, wunderschön. Laut redbook21.ru ist diese Hummelart in Teilen Russlands noch anzutreffen.

        Und hier der einzige Eintrag bei Twitter. Die Bilder sind von Göran Holmström, einem schwedischen Hummelbuchautor.

        #45405
        Marylou
        Forenmitglied
          • DE 41363
          • 61 m

          @Stefan Dank Google kann man ja auch russische Seiten lesen:). Immerhin sind Schutzmaßnahmen ergriffen worden, auch wenn diese sich hauptsächlich auf dortige Naturschutzgebiete erstrecken. Aber auch notwendige und noch zu ergreifende Schutzmaßnahmen werden ausgesprochen wie Erhaltung der Artenlebensräume sowie die Begrenzung von Pestiziden. Also im Prinzip wie in (fast) allen Ländern. Traurig, dass zwar überall darüber geredet, aber in der Praxis immer noch so wenig gegengesteuert wird, wenn überhaupt.:(

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