Trachtpflanzen: Kleingehölze

Zwerg- und Kleingehölze sind wahre Platzwunder, die in jeden Garten passen – eine ideale Lösung für die heute oft kleinen Grundstücke bei Neubauten. Damit sich die Pflanzen optimal entfalten können, sollte man ihnen etwa 1 m² Raum zur Verfügung stellen. Besonders reizvoll wirkt es, wenn sie in Dreiergruppen gepflanzt werden. Zur Blütezeit entfalten sie eine enorme Leuchtkraft und locken Insekten aus der weiten Umgebung an, die dort reichlich Nahrung finden.

Dezember

Schneeheide (Erica herbacea und Erica carnea)

Erica carneabis 30 cm hoch
Blütezeit Dezember bis April
Blüte weiß, rosa und rot, hat viel Nektar und Pollen

Durch ihre extrem frühe Blütezeit ist sie im Winter und Vorfrühling eine lebensrettende Nahrungsquelle für früh fliegende Hummelköniginnen und Honigbienen bei den ersten Reinigungsflügen. Gerade an milden Wintertagen kann die Schneeheide dadurch eine der wenigen verfügbaren Blütenquellen im Garten sein. Sie eignet sich außerdem gut für kleinere Flächen, Steingärten und Kübel. Wichtig ist ein sonniger Standort mit durchlässigem, eher saurem Boden.

Februar

Seidelbast (Daphne mezereum)

Daphne mezereumbis 1 m
Blütezeit Februar – April
Blüte rosa, hat viel Nektar.

Bietet echten Mehrwert für sehr früh aktive Insekten wie Zitronenfalter und Pelzbienen, die an milden Spätwintertagen dringend auf Nektar angewiesen sind. Der Seidelbast gehört zu den wenigen kleinen Gehölzen, die bereits sehr früh im Jahr blühen. Für den Garten ist allerdings Vorsicht geboten, denn alle Pflanzenteile sind giftig. Er sollte deshalb nicht an Stellen gepflanzt werden, an denen kleine Kinder regelmäßig mit der Pflanze in Kontakt kommen.

März

Zierquitte (Chaenomeles)

Chaenomeles japonica80 cm bis 1.40 m
Blütezeit März – April
Blüte rot, weiß, rosa und orange, hat Nektar und viel Pollen.

Ein wertvoller Frühjahrsblüher, der eifrig von Gehörnten Mauerbienen, Honigbienen sowie den ersten Hummel-Arbeiterinnen zur Brutversorgung angeflogen wird. Die Blüten sitzen dicht an den älteren Zweigen und erscheinen noch vor dem vollständigen Laubaustrieb. Nach der Blüte entwickeln sich bei geeigneten Sorten apfelähnliche Früchte. Die Zierquitte ist zudem ausgesprochen schnittverträglich und kann auch als niedriger Strauch oder Hecke gezogen werden.

Gewöhnliche Mahonie (Mahonia aquifolium)

Dasiphora fruticosa1 m
Blütezeit März – April
Blüte gelb, hat viel Nektar und Pollen.

Ihre leuchtenden Blütenstände ziehen zahlreiche Schwebfliegen, Honigbienen und verschiedene solitäre Wildbienenarten im zeitigen Frühjahr magisch an. Die gelben Blüten stehen in dichten Trauben und werden bei geeigneter Witterung intensiv besucht. Nach der Blüte entstehen blau bereifte Beeren, die von Vögeln gefressen werden. Die Mahonie kommt auch mit halbschattigen Gartenbereichen zurecht und bleibt mit ihrem immergrünen Laub auch außerhalb der Blütezeit attraktiv.

April

Stechginste (Ulex europaeus)

Ulex europaeusbis 1 m
Blütezeit April – Juli
Blüte gelb, hat wenig Nektar und sehr viel Pollen.

Das enorme Pollenangebot wird besonders von pollensammelnden Wildbienen (z.B. Sandbienen) und verschiedenen Hummelarten genutzt. Der Stechginster ist an trockene und nährstoffarme Standorte angepasst und eignet sich deshalb nicht für jeden Gartenboden. Seine Zweige sind dicht mit Dornen besetzt, weshalb bei der Standortwahl etwas Abstand zu Wegen und Sitzplätzen sinnvoll ist. Unter geeigneten Bedingungen kann der Strauch über einen langen Zeitraum immer wieder Blüten hervorbringen.

Kopfginste (Cytisus supinus)

Chamaecytisus supinus30 cm bis 80 cm
Blütezeit April – August
Blüte gelb, hat sehr viel Pollen.

Zieht spezialisierte Schmetterlingsblütler-Besucher an, darunter Blattschneiderbienen und verschiedene Hummelarten. Wie andere Ginsterarten kommt auch der Kopfginster mit eher mageren und trockenen Böden zurecht. Ein sonniger Standort fördert die Blüte. Für kleine Gärten ist die geringe Wuchshöhe interessant, weil sich damit eine pollenreiche Blütenpflanze integrieren lässt, ohne dass gleich ein größerer Strauch entsteht.

Roter Geißklee, Purpurginster (Cytisus purpureus)

Clematis alpina50 cm
Blütezeit April – Mai
Blüte rot, und weiß, hat wenig Nektar und sehr viel Pollen.

Davon profitieren vor allem kräftige Wildbienenarten und Hummeln, welche den Klappmechanismus der Blüten effektiv bedienen können. Der niedrige Wuchs macht den Purpurginster auch für kleinere Gärten und sonnige Randbereiche interessant. Wie viele Schmetterlingsblütler bevorzugt er einen eher durchlässigen Boden und kommt mit mageren Bedingungen gut zurecht. Staunässe sollte vermieden werden.

Mai

Spierstrauch (Spiraea bumalda)

Astilbe50 cm bis 80 cm
Blütezeit Mai – Juli
Blüte rosa, rot und weiß, hat sehr viel Pollen.

Aufgrund der offen liegenden Blüten eine beliebte Anlaufstelle für Käfer, Schwebfliegen und diverse kurzrüsselige Wildbienen. Die zahlreichen kleinen Blüten stehen dicht zusammen und können dadurch auf engem Raum ein gutes Nahrungsangebot schaffen. Spiersträucher sind zudem unkomplizierte Gartenpflanzen und werden häufig als niedrige Hecken oder zur Flächenbepflanzung eingesetzt. Ein sonniger Standort sorgt in der Regel für eine besonders reiche Blüte.

Fingerstrauch (Potentilla fruticosa)

Dasiphora fruticosa60 cm bis 1 m
Blütezeit Mai – Oktober
Blüte gelb, weiß und rosa, hat Pollen.

Durch die extrem lange Blühdauer bis zum Herbst stellt er eine verlässliche Grundversorgung für Honigbienen und kleine Schmalbienen dar. Die schalenförmigen Blüten sind offen zugänglich und können von zahlreichen kleinen Blütenbesuchern genutzt werden. Der Fingerstrauch bleibt vergleichsweise kompakt und lässt sich deshalb auch in kleineren Gärten einsetzen. Er verträgt sonnige und eher trockene Standorte und ist zudem sehr winterhart.

Gemeines Sonnenröschen (Helianthemum)

Helianthemum nummularium10 cm bis 50 cm
Blütezeit Mai – August
Blüte gelb, weiß und rot, hat sehr viel Pollen.

Zieht im Frühsommer leidenschaftliche Pollensammler an, insbesondere Schmalbienen, Mauerbienen und die hübschen Rosenkäfer. Das Sonnenröschen ist eine typische Pflanze für sonnige, trockene und eher magere Standorte. Es eignet sich deshalb gut für Steingärten, Trockenmauern und andere Stellen, an denen viele anspruchsvollere Gartenpflanzen nicht zurechtkommen. Die einzelnen Blüten öffnen sich vor allem bei sonnigem Wetter.

Juni

Schwarzer Geißklee (Cytisus nigricans)

Lembotropis nigricans50 cm bis 1.30 m
Blütezeit Juni – Juli
Blüte gelb, hat wenig Nektar und sehr viel Pollen.

Eine wichtige sommerliche Pollenquelle für spezialisierte Wildbienen wie die Blattschneiderbiene und diverse Hummelarten. Der Schwarze Geißklee gehört zu den Schmetterlingsblütlern und bevorzugt sonnige, eher trockene Standorte. Besonders auf nährstoffärmeren Böden kann er sich gut behaupten. Mit seiner langen Blütezeit ergänzt er frühe Gehölze und andere Pflanzen, deren Blüte im Juni bereits nachlässt.

Echter Thymian (Thymus vulgaris)

Thymus pulegioidesbis 40 cm
Blütezeit Juni – September
Blüte rosa – rot, hat sehr viel Nektar.

Ein absoluter Insektenmagnet: Er bietet einen extrem hochwertigen Nektar, der von Bläulingen, Hauhechel-Bläulingen, Honigbienen und zahlreichen bedrohten Wildbienenarten heiß begehrt ist. Der Echte Thymian braucht einen sonnigen Platz und einen durchlässigen Boden. Er eignet sich deshalb hervorragend für Kräuterbeete, Steingärten, Mauerkronen und Pflanzgefäße. Wer ihn für Insekten pflanzt, sollte die Blütenstände möglichst vollständig zur Blüte kommen lassen.

Juli

Blut-Johanniskraut (Hypericum androsaemum)

Hypericum androsaemum30 cm bis 80 cm
Blütezeit Juli – Oktober
Blüte gelb, hat sehr viel Pollen.

Liefert im Hoch- und Spätsommer reichlich Futter für pollenbedürftige Insekten, darunter vor allem Hummeln und verschiedene Schwebfliegenarten. Die lange Blütezeit macht das Blut-Johanniskraut auch für Gärten interessant, in denen im Spätsommer nur noch wenige Gehölze blühen. Nach der Blüte bilden sich auffällige Früchte, die der Pflanze auch außerhalb der Blütezeit einen gewissen Zierwert geben.

Echter Lavendel (Lavandula angustifolia)

Lavandula angustifoliabis 60 cm
Blütezeit Juli – September
Blüte blau, hat sehr viel Nektar und wenig Pollen.

Zieht im Hochsommer unzählige Schmetterlinge (z.B. Kohlweißlinge, Tagpfauenaugen) sowie langrüsselige Hummeln und Garten-Wollbienen an. Die Blüten sitzen dicht an den aufrechten Blütenständen und werden bei warmem Wetter intensiv besucht. Lavendel stammt aus dem Mittelmeerraum und braucht deshalb einen sonnigen, trockenen und gut durchlässigen Standort. Schwere, dauerhaft feuchte Böden sind für ihn ungeeignet.

Färberginster (Genista tinctoria)

Genista tinctoria60 cm bis 1.40 m
Blütezeit Juli – September
Blüte gelb, hat sehr viel Pollen.

Hervorragende Futterpflanze für den Nachwuchs verschiedener Wildbienenarten und wichtige Raupenfutterpflanze für einige heimische Falterarten. Der Färberginster bevorzugt sonnige Standorte und kommt auch mit trockeneren, nährstoffarmen Böden zurecht. Seine lange Blütezeit macht ihn zu einer guten Ergänzung für den Hoch- und Spätsommer. Anders als viele kurzlebige Blütenpflanzen bleibt der kleine Strauch über mehrere Jahre am selben Standort erhalten.

August

Besenheide (Calluna vulgaris)

Calluna vulgarisbis 50 cm
Blütezeit August bis September
Blüte rosa, hat viel Nektar und Pollen.

Von ihr profitiert ganz besonders die spezialisierte Heidekraut-Seidenbiene sowie zahlreiche Schmetterlinge auf der Suche nach spätsommerlicher Energie. Die Besenheide ist eine typische Pflanze nährstoffarmer und saurer Böden und passt deshalb besonders gut in Heidegärten, Sandbeete und andere trockene Bereiche. Ihre Blüte fällt in eine Zeit, in der das Angebot vieler anderer Pflanzen bereits deutlich zurückgeht. Für eine reiche Blüte braucht sie einen sonnigen Standort.

Bartblume (Caryopteris x chidonensis)

Caryopteris × clandonensis40 cm – 80 cm bis 1 m
Blütezeit August – September
Blüte leuchtend blau, hat viel Nektar.

Ein wahrer Magnet im Spätsommer für Hummeln, Honigbienen und späte Falter, die sich hier wertvolle Winterreserven anfressen. Die blauen Blüten erscheinen relativ spät und verlängern damit das Nahrungsangebot im Garten. Die Bartblume bevorzugt einen warmen, sonnigen Standort und einen durchlässigen Boden. In rauen Lagen kann ein geschützter Platz sinnvoll sein, da die Pflanze in kalten Wintern zurückfrieren kann.

Blauraute, Silberstrauch (Perovskia atriplicifolia)

Salvia yangiibis 70 cm
Blütezeit August – September
Blüte blau, hat sehr viel Nektar.

Bietet zu einer blütenarmen Zeit im Spätsommer eine reichhaltige Tankstelle für Wildbienen, Honigbienen und späte Falter wie das Taubenschwänzchen. Die vielen kleinen Blüten sitzen dicht an den langen Blütenständen und werden bei warmem Wetter ausgiebig besucht. Die Blauraute kommt mit Hitze und Trockenheit gut zurecht und bevorzugt einen sonnigen Platz mit durchlässigem Boden. Damit eignet sie sich besonders für trockene und vollsonnige Gartenbereiche.

Quellen

  • Foto: Herbert Bacher (herbertbacher), Beobachtung vom 24.06.2025, Autonome Provinz Bozen – Südtirol, Italien. inaturalist.org/observations/292730426, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
  • Foto: Norbert Sauberer (brothernorbert), Beobachtung vom 12.10.2024, Traiskirchen, Österreich. inaturalist.org/observations/249296061, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
  • Foto: Sylvain Montagner (sylvainm_53), Beobachtung vom 23.08.2019, Villepail, France. inaturalist.org/observations/197419264, Lizenz CC BY 4.0, creativecommons.org/licenses/by/4.0, unverändert
  • Foto: Jasmine Star Outdoor Photography (jasminetrekker), Beobachtung vom 09.08.2022, Gojal, Hunza Nagar. inaturalist.org/observations/151039132, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
  • Foto: ntoby, Beobachtung vom 12.08.2020, Washington Park, Portland, OR, US. inaturalist.org/observations/56270880, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
  • Foto: Johan Kjær Prehn (hanjohan), Beobachtung vom 23.06.2022, 8400 Ebeltoft, Danmark. inaturalist.org/observations/126547770, Lizenz CC BY 4.0, creativecommons.org/licenses/by/4.0, unverändert
  • Foto: Rich Kostecke (rkostecke), Beobachtung vom 02.07.2019, Nome, AK, USA. inaturalist.org/observations/29137768, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
  • Foto: Norbert Sauberer (brothernorbert), Beobachtung vom 26.05.2023, Bruck an der Leitha, Österreich. inaturalist.org/observations/164220571, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
  • Foto: Nicolas Schwab (nschwab), Beobachtung vom 15.06.2026, Peseux, Neuchâtel, Switzerland. inaturalist.org/observations/372218174, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
  • Foto: Takashi KOIKE (tk01k), Beobachtung vom 14.07.2020, 日本、〒226-0013 神奈川県横浜市緑区寺山町653−21 横浜市立中山中学校. inaturalist.org/observations/53028929, Lizenz CC0 1.0, creativecommons.org/publicdomain/zero/1.0, unverändert
  • Foto: HaPe (honspera), Beobachtung vom 18.04.2020, 5442 Rußbach am Pass Gschütt, Österreich. inaturalist.org/observations/42484957, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
  • Foto: Alberto Colatore (alberto_colatore), Beobachtung vom 15.07.2024, ohne Ortsangabe. inaturalist.org/observations/238748754, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
  • Foto: Lola Smirnova (lola73), Beobachtung vom 11.05.2020, Заринский р-н, Алтайский край, Россия. inaturalist.org/observations/47924871, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
  • Foto: Oksana Sintia (oksana_sintia), Beobachtung vom 14.09.2025, Больница, Київ, Украина, 02000. inaturalist.org/observations/313891813, Lizenz CC BY 4.0, creativecommons.org/licenses/by/4.0, unverändert
  • Foto: Ross McCallum (ross291), Beobachtung vom 04.11.2024, South Croydon CR2, UK. inaturalist.org/observations/250934359, Lizenz CC BY 4.0, creativecommons.org/licenses/by/4.0, unverändert
  • Foto: hypochaeris, Beobachtung vom 28.06.2024, 72116 Mössingen, Deutschland. inaturalist.org/observations/225769599, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
  • Foto: Atila Farkas (atilaf), Beobachtung vom 23.03.2025, Стари град, Нови Сад, Србија. inaturalist.org/observations/266550729, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert

Bewerte diese Seite

(3 Bewertungen gesamt. Ø 5,00 / 5)
Ansicht von 1 Beitrag (von insgesamt 1)
  • Autor
    Beiträge
  • #95907
    Stefan
    Admin
    Beitragsersteller
      • DE 84513
      • 398 m

      Ich habe der Seite einen Frühjahrsputz verpasst und alles übersichtlich nach Blütemonaten sortiert. Sollte sich irgendwo der Fehlerteufel eingeschlichen haben oder etwas Wichtiges fehlen: Jetzt ist die Zeit für einen lautstarken Protest!

      Vielen Dank und Grüße! :P

      Stefan

    Ansicht von 1 Beitrag (von insgesamt 1)
    • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.