Trachtpflanzen für Wildbienen: Stauden
Ein bunter Blütenteppich unter Bäumen und Hecken ist im Frühling ein traumhafter Anblick: Weiße und gelbe Buschwindröschen wetteifern mit Schneeglöckchen und blauen Leberblümchen um das Sonnenlicht. Dazwischen leuchten gelbe Schlüsselblumen, bunte Krokusse, Lerchensporn und Märzenbecher, bevor im Spätfrühling weitere Arten das Bild ablösen. Im Hochsommer setzt sich diese Pracht am Heckenrand fort – geprägt von gelbem Johanniskraut, rosa Malven und blauen Glockenblumen.
Heimische Wildblumen und Gehölze bilden eine feste ökologische Einheit. Wer diesen Lebensraum im eigenen Garten nachbilden möchte, muss meist selbst aktiv werden. Da sich Wildblumen in der Natur oft nur wenige Meter weit ausbreiten, wandern die wenigsten Arten von alleine in den Garten ein. Wir können der Natur hier unter die Arme greifen und gezielt die passenden Wildblumen einsäen oder pflanzen. Wichtig ist jedoch:
Keine Wildpflanzen aus der Natur ausgraben!
Viele von ihnen sind dort bereits sehr selten geworden. Für eine erfolgreiche Nektarproduktion müssen zudem die Standortbedingungen stimmen. Faktoren wie Bodenbeschaffenheit, Wasser- und Nährstoffhaushalt sowie Licht-, Wärme- und Witterungsverhältnisse bestimmen maßgeblich den Blütenreichtum.
Dezember
Christrose (Helleborus niger)
Höhe: 10 cm bis 30 cm
Standort: In der Natur findet die Schatten- u. Halbschattenstaude in Waldrandlagen ideale Wachstumsbedingungen. Im Garten fühlen sich die Pflanzen in schattigen Lagen, in der Nähe von Ziergehölzen u. Bäumen wohl. Christrosen bevorzugen humusreiche, neutrale bis alkalische und leicht durchlässige Böden.
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Dezember bis März
Nektar: mäßig
Pollen: viel
Hummelarten: Wiesen-, Erd-, Stein-, u. Ackerhummel
Als extrem früher Winterblüher ist die Christrose an milden Tagen eine Lebensversicherung für suchende Hummelköniginnen, die ihren Winterschlaf vorzeitig beenden. Auch winteraktive Schwebfliegen und frühe Honigbienen nutzen Pollen und Nektar als essenzielle Starthilfe.
Januar
Vorfrühlings-Alpenveilchen (Cyclamen coum)
Höhe: 5 cm bis 20 cm
Standort: Humoser, frischer bis mäßig trockener Boden, halbschattig. Die Erde sollte dabei mit reichlich Laubhumus vermischt werden.
Blütenfarbe: rosa, weiß, rotviolett
Blütezeit: Januar bis April
Nektar: viel
Pollen: viel
Hummelarten: Hummelbesuch
Dieses zierliche Alpenveilchen bietet bereits im tiefsten Vorfrühling reichlich Nahrung. Davon profitieren vor allem die allerersten Hummelköniginnen des Jahres sowie Geißblatt-Knandeln und vereinzelte, früh fliegende Winterfalter wie das Eichblatt, die an sonnigen Januartagen Nektar tanken.
Februar
Winterling (Eranthis hyemalis)
Höhe: 15 cm
Standort: Ein nicht zu schwerer u. nicht zu trockner Lehmboden, etwas kalkhaltig, sagt den Winterlingen zu.
Blütenfarbe: Gelb
Blütezeit: Februar bis März
Nektar: mäßig, Zuckergehalt: 26 %
Pollen: viel
Hummelarten: Wiesen u. Erdhummel
Der Winterling lockt mit seiner leuchtend gelben Farbe die ersten Erd- und Wiesenhummelköniginnen an. Auch Honigbienen und frühe Fliegenarten nutzen das reichhaltige Pollenangebot zur ersten Eiweißversorgung im neuen Jahr.
Huflattich (Tussilago farfara)
Höhe: 15 cm bis 30 cm
Standort: Er besiedelt trocken-warme Standorte bis feuchte, humusarme Lehmböden.
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: Februar bis März
Nektar: viel
Pollen: viel
Hummelarten: Hummelbesuch
Huflattich gehört zu den wichtigsten frühen Pollen- und Nektarspendern. Neben Hummeln fliegen Wildbienen wie die Weiden-Sandbiene sowie erste Tagfalter (z. B. Zitronenfalter und Tagpfauenauge) auf die flachen Korbblüten, die leicht zugängliche Energie bieten.
Schneeglöckchen (Galanthus nivalis)
Höhe:10 cm
Standort: Lieben lockeres, humoses Erdreich, das während der Entwicklungs- u. Blütezeit etwas feucht sein sollte.
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Februar bis März
Nektar: mäßig
Pollen: mäßig
Hummelarten: Wiesen u. Erdhummel
Das klassische Schneeglöckchen ist eine verlässliche Anlaufstelle für frisch erwachte Erd- und Wiesenhummeln. Sein Pollen dient als Aufbaunahrung für die Brut, während auch die Rote Mauerbiene bei milder Witterung hier erste Nahrung sammelt.
Amur-Adonisröschen (Adonis amurensis)
Höhe: 15 cm bis 30 cm, Standort: Im Gegensatz zum ähnlichen Frühlings-Adonisröschen wächst das Amur-Adonisröschen im halbschattigen, sauren Boden.
Frühlings-Adonisröschen: Kalkmagerrasen/Steppenheide in voller Sonne, Blüte außerdem etwas später, meist ab Mitte März bis in den April
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: Februar bis März
Nektar: wenig
Pollen: sehr viel
Hummelarten: Hummelbesuch
Mit seinem extrem reichhaltigen Pollenangebot zieht dieses Adonisröschen scharenweise frühe Solitärbienen und Hummelköniginnen an. Auch Schwebfliegen nutzen die schalenförmigen Blüten gerne als wärmende Sonnenfallen und Proteinquelle.
März
Märzbecher (Leucojum vernum)
Höhe: 15 cm
Standort: Sehr hell aber keine volle Sonne (Halbschatten). Ausreichend feuchter Boden, empfindlich gegen Trockenheit. Das Substrat sollte nährstoffreich, humusreich und am besten kalkhaltig sein.
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: März bis April
Nektar: mäßig
Pollen: mäßig
Hummelarten: Wiesen u. Erdhummel
Der Märzbecher bietet wichtige Frühjahrsnahrung für Hummelköniginnen und verschiedene Sandbienenarten. Seine Glockenblüten schützen den Nektar vor Regen, was ihn zu einer wertvollen Futterquelle bei unbeständigem Frühlingswetter macht.
Leberblümchen (Hepatica nobilis)
Höhe: 10 cm
Standort: Halbschatten, aber so hell wie möglich, nur keine volle Sonne. Geeignet ist zum Beispiel die Nordseite von Gebäuden oder unter Gehölzen.
Blütenfarbe: blau, weiß, rosa, violett
Blütezeit: März bis Mai
Nektar: wenig
Pollen: viel
Hummelarten: Hummelbesuch
Da das Leberblümchen keinen Nektar, dafür aber reichlich Pollen bildet, wird es gezielt von pollenstohlenden Wildbienen (wie der Gehörnten Mauerbiene) und Pelzbienen angeflogen. Auch Käfer und Schwebfliegen bedienen sich gerne an dem blauen Blütenteppich.
Schneeglanz (Chionodoxa luciliae)
Höhe. 10 cm bis 15 cm
Standort: Mäßig frischer bis trockenen, nahrhafter Boden, sonnig oder halbschattig. Im lichten Schatten von Gehölzen.
Blütenfarbe: blau mit weißer Mitte
Blütezeit: März bis April
Nektar: mäßig
Pollen: wenig
Hummelarten: Hummelbesuch
Der Schneeglanz wird gerne von kleineren Wildbienenarten wie Schmalbienen und Furchenbienen besucht. Auch frühe Falter wie der Kleine Fuchs nutzen die offenen Blüten für eine schnelle Nektarration im Märzwind.
Krokus (Crocus)
Höhe: 10 cm
Standort: Liebt nährstoffreiche, aber durchlässige lehmigen Boden, sonnig bis halbschattig. „Verträgt keine Staunässe“.
Blütenfarbe: weiß-, gelb-, violett-, u. verschiedenfarbig
Blütezeit: März bis April
Nektar: mäßig
Pollen: mäßig
Hummelarten: Wiesen-, Erd-, Garten-, Baum-, Stein-, u. Ackerhummel
Krokusse gehören zu den absoluten Magneten für ein breites Spektrum an Hummeln und Wildbienen. Besonders die Frühlings-Pelzbiene und die Gehörnte Mauerbiene schätzen das ausgewogene Verhältnis von Nektar und Pollen mitten im Frühjahrsaufbruch.
Buschwindröschen (Anemone nemorosa)
Höhe: 15 cm
Standort: Trockener bis frischer humoser Boden, sonnig bis lichtschattig. Ideal unter lichten Dach sommergrüner Gehölze, die zur Blütezeit genügend Licht an die Pflanzen lassen. Gelegentliche Humusgaben sind sinnvoll, am besten Falllaub liegen lassen.
Blütenfarbe: weiß-, weiß-rosa
Blütezeit: März bis April
Nektar: wenig
Pollen: viel
Hummelarten: Hummelbesuch
Die weißen Teppiche des Buschwindröschens sind eine elementare Pollenquelle für waldlebende Wildbienen, darunter die Locken-Sandbiene. Da die Blüten rein auf Pollen setzen, locken sie zudem zahlreiche Käfer und Schwebfliegenarten an.
Scharbockskraut (Ranunculs ficaria)
Höhe: 5 cm bis 15 cm
Standort: Feuchte Gebüsche und Wiesen; liebt tiefgründigen, stickstoffhaltigen, feuchten Boden.
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: März bis April
Nektar: mäßig
Pollen: viel
Hummelarten: Wiesen-, Stein-, u. Baumhummel
Das Scharbockskraut glänzt im Halbschatten und zieht vor allem die spezialisierte Scharbockskraut-Sandbiene an. Aber auch Baum- und Steinhummeln nutzen die glänzenden, gelben Schalen als verlässliche Tankstelle für Zwischendurch.
Blaustern (Scilla siberica)
Höhe: 10 cm bis 20 cm
Standort: Mäßig nährstoffreicher, humusreicher, am besten feuchter, aber wasserdurchlässiger Boden. Wie die meisten Blumenzwiebeln empfindlich gegen Staunässe. Sehr anspruchslos, Sonne oder Halbschatten.
Blütenfarbe: blau
Blütezeit: März bis April
Nektar: mäßig
Pollen: mäßig
Hummelarten: Erd-, u. Wiesenhummel
Der Blaustern ist wegen seines auffällig blauen Pollens bekannt, den Mauerbienen und Erdbienen emsig eintragen. An warmen Märztagen laben sich auch die ersten Zitronenfalter an dem leicht zugänglichen Nektar.
Echtes Lungenkraut (Pulmonaria officinalis)
Höhe: 10 cm bis 20 cm
Standort: Liebt mullreichen, kalkhaltigen, lockeren u. feuchten Boden, und bevorzugt einen schattigen Platz.
Blütenfarbe: blau-violett
Blütezeit: März bis Mai
Nektar: sehr viel
Pollen: sehr viel
Hummelarten: Wiesen-, Erd-, Garten-, Baum-, Stein-, u. Ackerhummel
Das Lungenkraut ist eine absolute Spitzenpflanze (“sehr viel” Nektar und Pollen). Es ist die Lieblingsspeise der wendigen Frühlings-Pelzbiene sowie langrüsseliger Hummelarten. Auch Wollbienen und der Hummelschweber fliegen die Farbwechsler-Blüten unentwegt an.
Veilchen (Viola)
Höhe: 10 cm bis 20 cm
Standort: Trockene Gebüsche u. Wiesen, liebt nährstoffreichen Boden Anspruchslos, Veilchen brauchen keine besondere Pflege. In die Sonne oder hellen Halbschatten pflanzen, in tiefem Schatten lässt die Blüte nach.
Blütenfarbe: weiß, blau-violett u. verschiedenfarbig
Blütezeit: März bis Mai
Nektar: mäßig, Zuckergehalt: 23 %
Pollen: wenig
Hummelarten: Gartenhummel u. Ackerhummel
Veilchen bieten versteckten Nektar, der primär von langrüsseligen Insekten wie der Gartenhummel und verschiedenen Trauerschwebern erreicht wird. Für den Kaisermantel (Tagfalter) sind sie zudem eine unverzichtbare Eiablagepflanze.
Küchenschelle (Pulsatilla vulgaris)
Höhe: 10 bis 20 cm
Standort: Trockene lichte Gebüsche. Küchenschellen brauchen wasserdurchlässige Erde, nährstoffarme, kalkhaltige, trockene Böden, wärmeliebend und einen sonnigen Standort.
Blütenfarbe: violett, weiß, gelb, rot
Blütezeit: März bis April
Nektar: mäßig
Pollen: sehr viel
Hummelarten: Erd-, Stein-, Wiesen-, u. Gartenhummel
Die flaumig behaarte Küchenschelle liefert gigantische Pollenmengen. Große Sandbienen, Gehörnte Mauerbienen und Geißblatt-Knandeln wälzen sich regelrecht in den Staubblättern, um ihre Pollenhöschen für die Brutaufzucht zu füllen.
Hohler Lerchensporn (Corydalis cava)
Höhe: 15 cm bis 30 cm
Standort: Als Nährstoff- und Lehmanzeiger bevorzugt diese Pflanzenart frische, nährstoffreiche und lockere Lehm- und Kalkböden an ausreichend feuchten und warmen Stellen.
Blütenfarbe: weiß, violett
Blütezeit: März bis April
Nektar: viel
Pollen: viel
Hummelarten: Wiesen-, Erd-, Garten-, Baum-, Stein-, u. Ackerhummel
Der Lerchensporn besitzt lange Blütensporne. Er ist die absolute Lebensgrundlage für den seltenen, bedrohten Schwarzen Apollofalter (dessen Raupen fressen nur hier). Langrüsselige Hummeln trinken regulär, während kurzrüsselige Erdhummeln als „Nektardiebe“ den Sporn von außen aufbeißen.
Wildtulpen (Tulipa)
Höhe: 10 cm bis 20 cm
Standort: Wildtulpen gedeihen auf allen nahrhaften, durchlässigen Gartenböden. Am meisten sagt ihnen volle Sonne zu aber auch im Halbschatten blühen sie zuverlässig.
Blütenfarbe: rot, gelb, weiß, rosa, lila, u. verschiedenfarbig
Blütezeit: März bis Mai
Nektar: viel
Pollen: mäßig
Hummelarten: Hummelbesuch
Im Gegensatz zu hochgezüchteten Garten-Tulpen sind Wildtulpen voll zugänglich. Sie bieten solitären Wildbienen und Schwebfliegen reichlich Nektar im Blütenbecher. Ein toller Futterplatz für frühe Furchenbienen.
Sumpfdotterblume (Caltha palustris)
Höhe: 15 cm bis 30 cm
Standort: Die Sumpfdotterblume wächst auf nährstoffreiche Nasswiesen und Hochstaudenfluren feucht-nasser Standorte, – in der Sonne oder im Halbschatten.
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: März wie Juni
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: März bis Juni
Nektar: mäßig
Pollen: viel
Hummelarten: Hummelbesuch
An Teichrändern und nassen Wiesen zieht die Sumpfdotterblume vor allem Sumpf-Schwebfliegen, Käfer und spezialisierte Wildbienen an. Auch Hummeln nutzen den gut sichtbaren, gelben Riesen-Pollen-Spender intensiv.
Taubnesseln (Lamium)
Höhe: 10 cm bis 40 cm
Standort: Taubnesseln gedeihen in jedem Gartenboden, fühlen sich aber in feuchtigkeitshaltender Erde am wohlsten. Besonders gut gedeihen sie im Schatten, doch wachsen sie auch an einem offenen Platz, solange die Erde nicht zu trocken wird.
Blütenfarbe: weiß, rosaviolett, gelb, rot
Blütezeit: März bis August
Nektar: sehr viel, Zuckergehalt: 30 % bis 56 %
Pollen: sehr viel
Hummelarten: Wiesen-, Erd-, Garten-, Baum-, Stein-, u. Ackerhummel
Taubnesseln sind über Monate hinweg die wichtigste Tankstelle für fast alle Hummelarten (insbesondere Garten- und Ackerhummeln). Pelzbienen und die zottige Wald-Pelzbiene fliegen voll auf den zuckerreichen Nektar ab.
April
Gelbes Windröschen (Anemone ranunculoides)
Höhe: 10 cm bis 20 cm
Standort: Liebt feuchte Gebüsche, mullreichen, lockeren, grundwasserdurchzogenen, kalkreichen Lehmboden.
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: April bis Mai
Nektar: wenig
Pollen: viel
Hummelarten: Hummelbesuch
Das Gelbe Windröschen teilt sich den Lebensraum mit Wald-Wildbienen. Schwebfliegen und solitäre Sandbienen nutzen den goldgelben Blütenstaub intensiv zur Aufzucht ihrer ersten Jahresgeneration.
Frühlings-Platterbse (Lathyrus vernus)
Höhe: 20 cm bis 40 cm
Standort: Sie kommt besonders auf frischen, nährstoffreichen, eher kalkhaltigen lockeren Ton- und Lehmböden vor. Sie ist ein Mullboden- und Kalkzeiger. Schatten- bis Halbschattenpflanze.
Blütenfarbe: anfangs rotviolett, später blau bis grünblau
Blütezeit: April bis Mai
Nektar: sehr viel
Pollen: viel
Hummelarten: Garten-, u. Ackerhummel
Diese Schmetterlingsblütlerin erfordert Kraft: Nur kräftige Wildbienen wie die Frühlings-Pelzbiene sowie Garten- und Ackerhummeln können den Klappmechanismus bedienen, um an den verborgenen, reichlichen Nektar zu gelangen.
Wald-Sauerklee (Oxalis acetosella)
Höhe: 10 cm
Standort: Bäume u. Gehölze, schattenliebend, auf humusreichen, feuchter, leicht saurer Boden.
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: April bis Mai
Nektar: viel
Pollen: mäßig
Hummelarten: Hummelbesuch
In schattigen Waldbereichen ist der Sauerklee eine der wenigen Nektarquellen. Er wird gern von kleinen Wald-Schwebfliegen, winzigen Urplatten-Faltern und schattensuchenden Hummelköniginnen angeflogen.
Traubenhyazinthen (Muscari sp.)
Höhe: 15 cm
Standort: Anspruchslos, Sonne oder Halbschatten, nur nicht zu feucht!
Blütenfarbe: blau
Blütezeit: April bis Mai
Nektar: viel
Pollen: viel
Hummelarten: Ackerhummel
Traubenhyazinthen sind ein Magnet für die Gehörnte Mauerbiene und die Ackerhummel. Ihre tiefen Einzelblüten halten den Nektar frisch, was auch Schmetterlingen wie dem frisch geschlüpften Aurorafalter zugutekommt.
Rotblauer Steinsame (Buglossides purpurocaerulea)
Höhe: 10 cm bis 50 cm
Standort: Anspruchslos, aber empfindlich gegen Staunässe, daher auf guten Wasserabzug achten, verträgt eher Trockenheit als Nässe. Der Boden sollte mäßig nährstoffreich und humusreich und kann neutral oder kalkhaltig (alkalisch), aber nicht sauer sein. Am besten durchbrochene Sonne und Morgensonne (aber keine direkte Sonne zur Mittagszeit!) oder sehr heller Halbschatten (Lichtpflanze).
Blütenfarbe: erst rot, dann blau
Blütezeit: April bis Juni
Nektar: viel
Pollen: viel
Hummelarten: Hummelbesuch
Der Farbwechsel signalisiert Insekten den Nektargehalt. Vor allem langrüsselige Wildbienen (Mauerbienen, Pelzbienen) und Wollschweber nutzen diese raffinierte Orientierungshilfe im lichten Unterholz ausgiebig.
Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata)
Höhe: 20 cm bis 60 cm
Standort: Frische, stickstoffreiche Lehmböden. Heute ist sie häufig auch in schattigen Parkanlagen und in Gehölzen im städtischen Raum zu finden.
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: April bis Juni
Nektar: ja
Pollen: ja
Hummelbesuch: Wiesen-, u. Ackerhummel
Die Knoblauchsrauke ist die absolute Leibspeise und Raupenfutterpflanze des wunderschönen Aurorafalters sowie des Grünadrigen Weißlings. Kleine Sandbienen und Wiesenhummeln naschen ebenfalls gern am würzigen Nektar.
Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis)
Höhe: 10 cm bis 30 cm
Standort: Streuobstwiesen, Feuchtwiesen, Gebüsche u. auf feuchten Stellen in Wäldern, anspruchslos.
Blütenfarbe: blassrosa, weiß
Blütezeit: April bis Mai
Nektar: mäßig
Pollen: mäßig
Hummelarten: Hummelbesuch
Neben dem Aurorafalter, der hier seine Eier ablegt, fliegen zahlreiche Schwebfliegen und die spezialisierte Zaun-Sandbiene auf das zartrosa Wiesenschaumkraut. Ein unersetzlicher Baustein jeder ökologischen Feuchtwiese.
Bärlauch (Allium ursinum)
Höhe: 20 cm bis 40 cm
Standort: Waldpflanze: Benötigt humosen-nährstoffreichen, lockeren u. feuchten Lehmboden, im Halbschatten oder Schatten.
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: April bis Mai
Nektar: sehr viel
Pollen: sehr viel
Hummelarten: Ackerhummel
Wenn der Bärlauch blüht, gibt es im Wald Nektar im Überfluss. Davon profitieren Ackerhummeln, diverse Hummelköniginnen und vor allem Bärlauch-Schwebfliegen sowie verschiedene Keulhornbiene-Arten, die den scharfen Duft lieben.
Tränendes Herz (Dicentra spectabilis)
Höhe: 30 cm bis 80 cm
Standort: Die Pflanzen gedeihen in jedem guten Gartenboden, bevorzugen aber Erde, die die Feuchtigkeit einigermaßen hält, wie beispielsweise Waldboden. Daher ist ein schattiger Platz vorteilhafter.
Blütenfarbe: hellrot, weiß
Blütezeit: April bis Mai
Nektar: viel
Pollen: mäßig
Hummelarten: Wiesen-, Garten-, u. Ackerhummel
Die außergewöhnliche Blütenform lässt nur absolute Spezialisten ans Ziel. Langrüsselige Garten- und Ackerhummeln lieben das Tränende Herz, während Holzbienen ab und zu die Blüten seitlich anbohren, um an den süßen Saft zu kommen.
Schöllkraut (Chelidonium majus)
Höhe: 30 cm bis 80 cm
Standort: Stickstoffanzeiger, benötigt einen humosen-nährstoffreichen, lockeren u. feuchten Lehmboden, im Halbschatten.
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: April bis August
Nektar: wenig
Pollen: sehr viel
Hummelarten: Wiesen-, Erd-, Garten-, Baum-, Stein-, u. Ackerhummel
Schöllkraut punktet mit extrem viel gelbem Pollen. Vor allem Arbeiterinnen der Wiesen-, Erd- und Baumhummeln sammeln hier unermüdlich. Zudem schätzen Wildbienen die ölreichen Anhängsel der Samen (Elaiosomen) für den Transport durch Ameisen.
Löwenzahn (Taraxacum officinale)
Höhe: 10 cm bis 40 cm
Standort: Besonders schön entwickelt er sich auf frischen, nährstoffreichen, tiefgründigen Boden.
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: April bis Juni und im Herbst
Nektar: sehr viel, Zuckergehalt: 18 % bis 51 %
Pollen: sehr viel
Hummelarten: Wiesen-, Erd-, Garten-, Baum-, Stein-, u. Ackerhummel
Löwenzahn ist das absolute „All-You-Can-Eat“-Buffet im Frühling. Über 70 Wildbienenarten (darunter unzählige Sandbienen und Furchenbienen) sowie Tagfalter wie das Tagpfauenauge nutzen diese massive Energiequelle zur Hochsaison.
Mai
Schnittlauch (Allium schoenoprasum)
Höhe: 10 cm bis 20 cm
Standort: Nährstoffreicher, wasserdurchlässiger, am besten kalkhaltiger, nicht zu trockener Boden.
Blütenfarbe: violett-purpur
Blütezeit: Mai bis August
Nektar: sehr viel, Zuckergehalt: 45 % bis 50 %
Pollen: viel
Hummelarten: Steinhummel
Die violetten Kugeln des Schnittlauchs strotzen vor süßem Nektar. Sie sind eine absolute Leibspeise von Steinhummeln und Wollbienen. Auch kleine Blattschneiderbienen fliegen die lila Röhrenblüten unentwegt an.
Maiglöckchen (Convallaria majalis)
Höhe: 10 cm bis 20 cm
Standort: Maiglöckchen are Waldpflanzen. Sie mögen feuchten, laubreichen Boden und einen leicht schattigen Platz mit einem kühlen Wurzelbereich.
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Mai bis Juni
Nektar: mäßig
Pollen: wenig
Hummelarten: Hummelbesuch
Trotz der Giftstoffe fliegen Hummelköniginnen und größere Wald-Schwebfliegen die duftenden Glöckchen gezielt an. Sie nutzen den mäßigen Nektar als verlässliche Zwischenmahlzeit im schattigen Gartenwinkel.
Salomonsiegel – Vielblütige Weißwurz (Polygonatum multiflorum)
Höhe: 20 cm bis 60 cm
Standort: Das Salomonsiegel ist eine Waldpflanze, die feuchte, humusreiche Erde und einen kühlen Wurzelbereich schätzt.
Blütenfarbe: weiß
Blütezeit: Mai bis Juni
Nektar: viel
Pollen: viel
Hummelarten: Wiesen-, u. Gartenhummel
Die langen, herabhängenden Blütenröhren sind wie gemacht für die Gartenhummel mit ihrem extrem langen Rüssel. Auch die seltene Wald-Pelzbiene gehört zu den exklusiven Stammgästen dieser eleganten Schattenpflanze.
Akelei (Aquilegia)
Höhe: 20 cm bis 100 cm
Standort: Akeleien wachsen in jedem fruchtbaren Gartenboden, entweder in voller Sonne oder leichten Schatten.
Blütenfarbe: Rot, blau, violett, gelb, weiß, u. verschiedenfarbig
Blütezeit: Mai bis Juni
Nektar: sehr viel
Pollen: sehr viel
Hummelarten: Wiesen-, Erd-, Baum-, Stein-, Garten-, u. Ackerhummel
Akeleien bieten Nektar im absoluten Überfluss. Sie sind ein Hauptanziehungspunkt für Hummel-Arbeiterinnen aller Art. Auch Schwalbenschwänze (Tagfalter) nutzen ihre langen Saugrüssel, um an den tief sitzenden Nektar zu kommen.
Einfach-Blühende Pfingstrose (Paeonia officinalis)
Höhe: 30 cm bis 60 cm
Standort: Sonnig bis im Halbschatten, auf nährstoffreichen, kalkhaltigen u. leicht feuchten Boden.
Blütenfarbe: rot
Blütezeit: Mai bis Juni
Nektar: kein
Pollen: sehr viel
Hummelarten: Wiesen-, Erd-, Baum-, Stein-, Garten-, u. Ackerhummel
Da sie keinen Nektar hat, lockt die ungefüllte Pfingstrose Käfer und Hummeln rein über ihre gewaltigen gelben Pollenberge. Rosenkäfer und schwere Hummelarbeiterinnen wälzen sich stundenlang im Inneren der Blüte.
Berg-Flockenblume (Centaurea montana)
Höhe: 30 cm bis 60 cm
Standort: Bevorzugt besiedelt sie kalkhaltige, leicht feuchte, humus- u. nährstoffreiche Böden in warmen Sonnen- bis Halbschattenlagen.
Blütenfarbe: blau, selten weiß
Blütezeit: Mai bis Oktober
Nektar: sehr viel, Zuckergehalt: 45 %
Pollen: wenig
Hummelarten: Wiesen-, Erd-, Baum-, Stein-, Garten-, u. Ackerhummel
Mit einem Zuckergehalt von 45 % im Nektar zieht die Flockenblume Schmetterlinge wie das Große Ochsenauge, den Distelfalter und den Hauhechel-Bläuling magisch an. Auch Mauerbienen nutzen die Pflanze bis in den Herbst.
Storchschnabel (Geranium)
Höhe: 15 cm bis 40 cm
Standort: Der Storchschnabel gedeiht in den meisten Gartenböden, am besten aber in Erde, die die Feuchtigkeit etwas hält. Durch Humusgaben kann man das Wasserspeichervermögen des Bodens wesentlich verbessern.
Blütenfarbe: blau, blauviolett, rosa, rot, weiß
Blütezeit: Mai bis September
Nektar: sehr viel, Zuckergehalt: 57 % bis 71 %
Pollen: viel
Hummelarten: Wiesen-, Erd-, Baum-, Stein-, Garten-, u. Ackerhummel
Der extrem zuckerreiche Nektar (bis zu 71 %) macht den Storchschnabel zum Premium-Insektenfutter. Neben sämtlichen Hummelarten fliegen vor allem die spezialisierte Storchschnabel-Sandbiene sowie Bläulinge auf die Blütenflächen.
Glockenblumen (Campanula)
Höhe: 10cm bis 100 cm
Standort: Die meisten Glockenblumen gedeihen am besten in gut drainiertem Boden, der mit gut verrotteter organischer Substanz angereichert wurde. Fast alle brauchen Sonne oder leichten Schatten.
Blütenfarbe: rot, violett, blau, weiß
Blütezeit: Mai bis August
Nektar: viel
Pollen: viel
Hummelarten: Wiesen-, Erd-, Baum-, Stein-, Garten-, u. Ackerhummel
Glockenblumen haben ihre ganz eigene Fan-Gemeinde: Die Glockenblumen-Scherenbiene und die Glockenblumen-Sägebiene sind komplett von ihr abhängig. Männliche Scherenbienen nutzen die Kelche zudem gern als Schlafplatz für die Nacht.
Mondviole – Garten-Silberblatt (Lunaria annua)
Höhe: 70 cm bis 100 cm
Standort: Anspruchslos, wächst in jedem Gartenboden, bevorzugt im Halbschatten, feucht, aber wasserdurchlässig und nährstoffreich.
Blütenfarbe: purpurrot, weiß
Blütezeit: Mai bis Juli
Nektar: mäßig
Pollen: viel
Hummelarten: Gartenhummel
Die Mondviole zieht im Mai wunderschöne Tagfalter wie den Aurorafalter an, deren Raupen auch an den Schoten fressen. Nachtfalter schätzen die im Abendlicht hell leuchtenden Blüten ebenfalls als Nektarquelle.
Himmelsleiter (Polemonium)
Höhe: 20 cm bis 40 cm
Standort: Die Himmelsleiter wächst in kleinen Horden in halbschattigen, frisch-feuchten, steinigen Böden mit hohem Nährstoff- und Lehmanteil.
Blütenfarbe: blau, weiß
Blütezeit: Mai bis Juni
Nektar: viel
Pollen: viel
Hummelarten: Hummelbesuch
Die Himmelsleiter bietet ein exzellentes Allround-Angebot im Frühsommer. Wildbienen wie die Garten-Wollbiene sowie Schwebfliegen fliegen die leuchtend blauen Schalenblüten unentwegt an, um Nektar und hellen Pollen zu hamstern.
Juni
Lupinen (Lupinus)
Höhe: bis 50 cm
Standort: Sie gedeiht auf sandigen, tiefgründigen, kalkarmen, feuchten Böden und steht an Wald-, Straßen- und Wegrändern.
Blütenfarbe: rosa, rot, gelb, violett, blau, weiß
Blütezeit: Juni bis August
Nektar: wenig
Pollen: sehr viel
Hummelarten: Wiesen-, Erd-, Baum-, Stein-, Garten-, u. Ackerhummel
Lupinen sind reine Pollenbomber. Da die Blüten fest verschlossen sind, können fast nur kräftige Hummeln (Erd- und Steinhummeln) sowie die imposante Blaue Holzbiene den Mechanismus öffnen, um den proteinreichen Pollen zu ernten.
Garten-Löwenmäulchen (Antirrhinum majus)
Höhe: 20 cm bis 50 cm
Standort: Vollsonnig bis Halbschattig. Boden sollte kalkarm u. leicht sauer oder neutarl sein.
Blütenfarbe: gelb, rot, rosa, weiß
Blütezeit: Juni bis Oktober
Nektar: sehr viel
Pollen: sehr viel
Hummelarten: Erd-, Garten-, u. Ackerhummel
Das Löwenmäulchen ist das Fitnessstudio für schwere Hummeln. Garten- und Erdhummeln zwängen sich mit vollem Körpereinsatz komplett in die Blüte hinein, um an den massig vorhandenen, zuckersüßen Nektar im Inneren zu gelangen.
Diptam Brennender Busch (Dictamnus albus)
Höhe: 50 cm bis 100 cm
Standort: Mäßig nährstoffreicher, wasserdurchlässiger, kalkhaltiger, trockener Boden.
Blütenfarbe: weiß, rosa
Blütezeit: Juni
Nektar: viel
Pollen: ?
Hummelarten: Hummelbesuch
Der stark duftende Diptam zieht mit seinen ätherischen Ölen und viel Nektar vor allem große Prachtbienen, Holzbienen und Schwalbenschwanz-Schmetterlinge an. Ein exklusiver Sommerschmaus für wärmeliebende Insekten.
Wasser oder Sumpfschwertlilie (Iris pseudacorus)
Höhe: 100 cm
Standort: Sonnig bis heller Schatten. Boden sollte nährstoffreich und sehr feucht sein.
Blütenfarbe: gelb
Blütezeit: Juni
Nektar: sehr viel
Pollen: viel
Hummelarten: Garten-, u. Ackerhummel
Die Sumpfschwertlilie besitzt sogenannte „Hummelblüten“. Nur große, langrüsselige Arten wie die Gartenhummel passen perfekt unter die Blütenklappen, um den tiefen Nektar zu trinken und im Gegenzug die Bestäubung zu sichern.
Weiter zu Teil 2: Trachtpflanzen Stauden

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