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Felsen-Kuckuckshummel (Psithyrus rupestris)

Die Felsen-Kuckuckshummel (Psithyrus rupestris, Fabricius 1793) ist die Schmarotzerhummel der Steinhummel. Sie ähnelt in der Färbung der Steinhummel, in deren Nest sie lebt und von deren Arbeiterinnen sie ihre Larven großziehen lässt. Das mächtige Weibchen mit den auffällig rot behaarten letzten Tergiten sowie die dunkelbraunen/schwarzen Flügel, ist bereits im Feld sicher anzusprechen.

Kennzeichen und Merkmale der Felsen-Kuckuckshummel

Felsenkuckuckshummel Königin: Die Grundfarbe ist schwarz; am kopfnahen Thorax meist eine breite, gelbe Querbinde, die etwa bis zum Flügelansatz geht; das Abdomen ist vom 1-3. Tergit schwarz; 4-6. Tergit: rötliches Hinterleibsende. Mit Ausnahme der gelben Querbinde am kopfnahen Thorax ähnelt sie sonst ihrer Wirtshummel (Steinhummel). Ihr schwarzer Chitinpanzer kann am Hinterleib wegen der leichten Behaarung durchschimmern. Die Körperlänge der Weibchen beträgt 15 bis 25 mm, die Flügelbreite beträgt 7 – 8 mm. Die Flügelspannweite beträgt 41 bis 44 mm.

Drohn: Grundfarbe schwarz; sehr schwache, gelbe Querbinde am kopfnahen Thorax; Abdomen: 4. bis 6. Tergit orangerot; sonst wie Königin. Die Drohnen sind 14 bis 16 mm lang mit einer Flügelspannweite von 28 – 31 mm.

Bei beiden Geschlechtern: Der Rüssel ist kurz und der Kopf kurz und rundlich.

Flugzeiten der Felsen-Kuckuckshummel

Okkupierende Weibchen von ca. Mitte April bis Anfang/Mitte Juni.
Jungweibchen und Drohnen von ca. Mitte/Ende Juli bis Ende August.

Neststandort Immer in Nestern der Steinhummel, siehe deren Neststandorte.
Lebensraum / Vorkommen In offenem Gelände, vorwiegend auf Wiesen, Waldrändern und auf Ödland, regelmäßig auch in Gärten. Überall dort, wo die Steinhummel erscheint.
Verbreitung In Mittel- und Nordeuropa weit verbreitet und meist nicht selten, jedoch fast immer in geringer Individuendichte. Im Gebiet keine Verbreitungsgrenze.
Biologische Angaben In Mitteleuropa ist Bombus lapidarius (Steinhummel) der Hauptwirt. Bombus pascuorum (Ackerhummel), Bombus sicheli (Höhenhummel) und Bombus sylvarum (Waldhummel) sind ebenfalls als Wirte belegt.
Ähnliche Arten Beim ähnlichen Psithyrus quadricolor (Vierfarbrige Kuckuckshummel), der vorwiegend in mittleren bis höheren Berglagen fliegt, beginnt die rote Hinterleibsbehaarung bereits ab Tergit 4 und die Flügel sind nur schwach verdunkelt. Drohnen nicht von Psithyrus quadricolor zu unterscheiden.

Lebensweise

rupestris, felsen-kuckuckshummelDie Art bevorzugt als Wirt eindeutig die Steinhummel. Man kann sie verhältnismäßig oft in den Nestern dieser Art antreffen. Das Weibchen schmuggelt sich im Frühjahr in das Nest der ihr recht ähnlichen Steinhummel ein. Geschieht dies zu frühzeitig, das heißt, bevor die Wirtskönigin ihre eigene Brut betreut, verlässt diese das Nest. Ist das Hummelvolk aber bereits in der Entwicklung weit fortgeschritten, hat die Schmarotzerhummel vermutlich keine Chance sich der Übermacht der sie attackierenden Arbeiterinnen zu erwehren.

Als günstigster Zeitpunkt erscheint daher eine frühe Entwicklungsphase des Hummelvolks, nachdem die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind. Sie schleicht sich möglichst unerkannt in das Nest ein und drückt sich an die Waben, um so allmählich den Nestgeruch anzunehmen. Dann baut sie aus Wachs (z. B. von Einäpfchen, die sie zerstört – sie selbst ist nicht zur Wachsproduktion befähigt) ein eigenes Einäpfchen und legt darin ihre Eier ab. Die Brut wird danach von den Wirtsarbeiterinnen betreut. Die von ihr befallenen Nester entwickeln sich noch schneller als unter natürlichen Umständen. Die junge Generation entsteht mit Sommerende, die Männchen findet man ab Juli/August zahlreich auf verschiedenen Disteln und Korbblütlern. Junge Weibchen überwintern.

Gefährdung

Die Art ist zum jetzigem Zeitpunkt nicht gefährdet.

Haupttrachtpflanzen

Löwenzahn, Beinwell, Wiesenpippau, Skabiosen, Flockenblumen, Rotklee und viele Distelarten.

Weiterführende Links:

Quellenangaben

Eberhard von Hagen – Ambros Aichhorn
Hummeln bestimmen – ansiedeln – vermehren – schützen
Fauna Verlag
ISBN:3-935980-28-0

Heiko Bellmann
Bienen, Wespen, Ameisen – Hautflügler Mitteleuropas
Franckh-Kosmos Verlags-GmbH
ISBN:3-440-06932-X

Andreas Müller – Albert Krebs – Felix Amiet
Bienen – Mitteleuropäische Gattungen, Lebensweise, Beobachtung
Natur Buch Verlag
ISBN: 3-89440-241-5

J. Zahradnik
Bienen, Wespen, Ameisen – Die Hautflügler Mitteleuropas
Kosmos, Gesellschaft der Naturfreunde, Franckh`sche Verlagshandlung Stuttgart
ISBN: 3-440-05445-4

Danke an Karsten Grotstück

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