Europäische Hummelarten

Die weltweit 289 anerkannten Hummelarten sind primär in den gemäßigten und kühleren Regionen der Nordhalbkugel beheimatet. Als besonders artenreich erweisen sich dabei Europa und Asien, wo die Insekten praktisch die gesamte eurasische Landmasse nördlich des Himalayas besiedeln. In wärmeren Klimazonen sind Hummeln hingegen weitgehend auf Gebirgsregionen beschränkt: So sind sie in Indien erst ab einer Höhe von 1000 Metern anzutreffen, während nur vereinzelte Arten die Bergregionen von Taiwan, Java und Sumatra bewohnen. Auf dem amerikanischen Doppelkontinent erstreckt sich ihr vergleichsweise artenarmes Verbreitungsgebiet bis nach Feuerland, wobei vereinzelt sogar Spezies das tropische Amazonasbecken besiedeln. Gänzlich abwesend sind Hummeln hingegen in Australien sowie in Afrika südlich der Sahara.

In Europa kommen nach der Europäischen Roten Liste der Bienen 68 Hummelarten vor. Für Deutschland führt die Rote Liste der Bienen von 2011 genau 41 Arten auf, und die Lage vieler davon ist angespannt: Drei gelten als ausgestorben oder verschollen, die Alpenhummel, die Cullumanushummel und die Berghummel. Die Samthummel ist vom Aussterben bedroht, fünf weitere Arten sind stark gefährdet, vier gefährdet. Zum Schutz der verbliebenen Populationen stehen Hummeln in Deutschland, ebenso wie Hornissen und andere Wildbienen, unter dem strengen Schutz des Bundesnaturschutzgesetzes, wobei vergleichbare Schutzbestimmungen auch in zahlreichen anderen Ländern greifen.

Zu 49 dieser Arten gibt es hier ein eigenes Portrait:


Kuckuckshummeln

Vierfarbige KuckuckshummelMehrere mit den „echten“ Hummeln nah verwandte Arten bilden eine Besonderheit: Ihnen fehlt die Kaste der Arbeiterinnen, weshalb sie ausschließlich Geschlechtstiere, also Drohnen und Königinnen, hervorbringen. Diese sogenannten Kuckucks- oder Schmarotzerhummeln (historisch oft der eigenen Gattung Psithyrus zugeordnet) gründen keine eigenen Staaten, sondern leben als Sozialparasiten bei Hummeln der Gattung Bombus. Von den weltweit zehn bekannten Arten sind sechs in Deutschland heimisch.

Ihr Lebenszyklus ist eng auf die Wirte abgestimmt: Die weiblichen Kuckuckshummeln fliegen erst ab Anfang Mai, wenn die Wirtsvölker bereits etabliert und die Aufgaben im Nest verteilt sind. Dem Geruch folgend, versuchen die Parasiten sich in einen Hummelbau einzuschleichen. Dieser Infiltrationsversuch ist riskant, denn nicht selten werden sie entdeckt und vertrieben oder gar getötet. Ist die Kuckuckshummel jedoch erfolgreich, übernimmt sie das Nest: Sie vertreibt oder tötet die rechtmäßige Königin und legt zügig etwa 20 eigene Eier auf den Brutwaben ab.

Nach dem Verlust oder der Entmachtung der Altkönigin reagieren die Arbeiterinnen auf die Pheromone des Eindringlings, die ihr Verhalten so beeinflussen, dass sie die fremde Brut annehmen und wie ihren eigenen Nachwuchs pflegen. Wie der namensgebende Kuckuck aus der Vogelwelt lässt somit auch die Schmarotzerhummel ihre Nachkommen von fremden Arbeiterinnen aufziehen. Diese Form des Brutparasitismus ist in der Tierwelt weit verbreitet.

Quellen

  • Foto: Татьяна Иванкина (tatjana_ivankina), Beobachtung vom 22.08.2025, Бессоновский р-н, Пензенская обл., Россия. inaturalist.org/observations/308687957, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert

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  • #92851
    Dagmar Schöbel

      Hallo haben hier eine hummel gesehen mit weissem Hintern dann kommt noch ein weisser Streifen und zwei dunkel braunen Streifen der Rest war schwarz.kennt die jemand?

      #92852
      Stefan
      Admin
      Beitragsersteller
        • DE 84513
        • 398 m

        Hallo Dagmar!

        Ohne Foto schwierig. Schau mal hier bitte:

        Welche Hummel ist denn das?

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