Bombus perplexus

Hummeln aus aller Welt

Bombus perplexus gehört zur Untergattung Pyrobombus und wurde 1863 vom amerikanischen Entomologen Ezra Townsend Cresson beschrieben. Aus demselben Jahr stammt von Cresson auch die Bezeichnung Bombus hudsonicus, die sich später als Synonym derselben Art erwies. Ebenso wird der 1888 von Léon Provancher beschriebene Apathus dorsalis heute zu B. perplexus gezählt. Diese mehrfachen Neubeschreibungen erklären sich durch die ungewöhnlich hohe Variabilität der Behaarungsfärbung innerhalb der Art. Sie führte auch zum englischen Trivialnamen confusing bumble bee, der sich mit verwirrende Hummel übersetzen lässt.

Die Art zählt zu einem Komplex nah verwandter, morphologisch schwer trennbarer Pyrobombus-Arten, zu dem in Nordamerika auch Bombus vagans und Bombus sandersoni gehören. Untersuchungen mit DNA-Barcoding zeigten, dass sich die drei Arten anhand von Fellfärbung und äußeren Maßen wie der Länge der Wangenregion allein nicht zuverlässig unterscheiden lassen.

Körpermerkmale und Unterscheidung von Verwechslungsarten

Bombus perplexusDie Königin misst 17 bis 21 Millimeter und ist überwiegend schwarz gefärbt, mit nur stellenweise hellen Haaren. Arbeiterinnen sind mit 12 bis 14 Millimetern deutlich kleiner, dichter behaart und tragen mehr gelbe Haarpartien als die Königin. Kennzeichnend für Weibchen ist ein nahezu vollständig gelb behaarter Thorax ohne dunklen Fleck zwischen den Flügelbasen. Seitlich, unterhalb der Flügelansätze, findet sich dagegen häufig ein schwarzer Haarbereich. Am Hinterleib sind die ersten beiden bis drei Tergite gelb behaart, das Hinterleibsende meist schwarz oder mit weißen Haaren besetzt. Männchen tragen rötlich gefärbte Mandibelspitzen sowie weiße Haare an Kopf und Beinen. Ihre Zeichnung variiert stärker als die der Weibchen, was eine Bestimmung im Feld zusätzlich erschwert.

Von Bombus vagans und Bombus sandersoni unterscheidet sich B. perplexus vor allem durch den zwischen den Flügeln nahezu ungefleckten, kräftig gelben Thorax. Beide Verwechslungsarten zeigen dort üblicherweise einen schwarzen Bereich sowie insgesamt blassere Gelbtöne und gelb statt schwarz behaarte Partien unterhalb der Flügel. Diese Merkmale liefern brauchbare Anhaltspunkte für die Bestimmung im Feld, auch wenn nur eine genetische Untersuchung letzte Sicherheit gibt.

info hummelBombus perplexus zählt neben Bombus rufocinctus zu den wenigen nordamerikanischen Hummelarten mit nur geringer Anfälligkeit für den Erreger Nosema bombi, dem eine Schlüsselrolle beim starken Rückgang mehrerer anderer Hummelarten des Kontinents zugeschrieben wird.

Verbreitung und Lebensraum

Bombus perplexusBombus perplexus besiedelt den Norden Nordamerikas, von den maritimen Provinzen Kanadas über weite Teile Kanadas bis in den Nordosten der USA. Das Verbreitungsgebiet reicht von den nördlichsten Regionen Maines entlang der Appalachen bis in den Nordosten Georgias. Die Art kommt in Taiga, Tundra, temperierten Wäldern und den kanadischen Prärien vor und nutzt dort Feuchtgebiete und Waldränder, seltener auch Gärten in Siedlungsnähe. Erhebungen aus Ohio, am südlichen Rand des Verbreitungsgebiets, wiesen die Art bevorzugt in bewaldeten Landschaften im Nordosten des Bundesstaats nach. In Minnesota gilt sie als nördliche Art, die im dichter besiedelten Großraum der Twin Cities nur selten beobachtet wird.

Jahreszyklus und Nistverhalten

Die Jungköniginnen verlassen ihr Winterquartier vergleichsweise früh im Jahr, oft schon im April oder Mai. B. perplexus zählt damit zu den ersten Hummelarten, die im Frühjahr Arbeiterinnen hervorbringen, meist bereits Ende Mai oder Anfang Juni. Männchen erscheinen ab Mitte oder Ende Juli, neue Königinnen ab Ende Juli oder im August. Der Koloniezyklus verläuft damit vergleichsweise kurz: Viele Völker sind bereits im Juli oder August aufgelöst, während andere Hummelarten bis in den September aktiv bleiben.

Die Königin legt ihr Nest oberirdisch an, häufig in verlassenen Nagernestern oder an Stellen, an denen umgebende Gegenstände einen geschützten Hohlraum bilden. Auch hohle Baumstämme und liegendes Totholz dienen als Nistort. Damit unterscheidet sich die Art von zahlreichen anderen Hummelarten, die ausschließlich unterirdisch nisten.

Nahrungspflanzen

Mit mittellangem Rüssel nutzt B. perplexus ein breites Spektrum an Blütenformen. Zu den bevorzugten Pollen- und Nektarquellen zählen:

  • Seidenpflanzen (Asclepias) und Eisenkraut (Verbena)
  • Korbblütler wie Wasserdost (Eutrochium), Kompasspflanzen (Silphium), Herbstastern (Symphyotrichum) und Goldruten (Solidago)
  • Hortensien, Rhododendren, Brombeeren (Rubus) und Heidelbeeren (Vaccinium)
  • Heckenkirschen (Lonicera), Prunus-Arten und Johannisbeeren (Ribes)
  • Glockenblumen (Campanula) und Wasserblatt (Hydrophyllum)

Bestand und Gefährdung

Global stuft die Internationale Naturschutzunion (IUCN) Bombus perplexus als nicht gefährdet ein. Regional unterscheidet sich der Erhaltungszustand jedoch deutlich. Der Bundesstaat New York führt die Art wegen zurückgehender Vorkommen als gefährdet, während sie in Ohio bei systematischen Erhebungen in rund 15 Prozent aller Zählungen auftauchte und dort zu den regelmäßig nachgewiesenen Arten zählte. Aus Vermont ist ein leichter Rückgang dokumentiert, während die Bestände in anderen Teilen des Verbreitungsgebiets als stabil gelten.

Ein spezialisierter Gast begleitet die Art: Die Kuckuckshummel Bombus flavidus parasitiert bevorzugt Völker von B. perplexus und B. rufocinctus. Sie legt keine eigenen Arbeiterinnen an, sondern dringt in bestehende Völker ein und lässt dort ihren eigenen Nachwuchs von den Wirtsarbeiterinnen aufziehen.

Quellen

  • Wikipedia: Bombus perplexus, https://en.wikipedia.org/wiki/Bombus_perplexus
  • Vermont Atlas of Life / Vermont Center for Ecostudies: Bombus perplexus (Bumble Bee Atlas und Vermont Bee Atlas), https://val.vtecostudies.org/projects/bumble-bee-atlas/bombus-perplexus/ und https://val.vtecostudies.org/projects/vtbees/bombus-perplexus/
  • Minnesota Native Bees (Minnesota Department of Natural Resources, Minnesota Bee Species List, August 2023): Bombus perplexus, https://www.beesmn.org/bombusperplexus
  • New York Natural Heritage Program, Conservation Guides: Confusing Bumble Bee Status und Flavid Cuckoo Bumble Bee, https://guides.nynhp.org/status/2.116054/ und https://guides.nynhp.org/fernalds-cuckoo-bumble-bee/
  • GBIF Backbone Taxonomy: Bombus perplexus Cresson, 1863, https://www.gbif.org/species/1340406
  • Villalobos, E. M. et al.: Validating Morphometrics with DNA Barcoding to Reliably Separate Three Cryptic Species of Bombus Cresson (Hymenoptera: Apidae), PMC7600840, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7600840/
  • Studie zu Hummelvorkommen in Ohio: Bumble bee species distributions and habitat associations in the Midwestern USA, Biodiversity and Conservation, Springer Nature Link, https://link.springer.com/article/10.1007/s10531-021-02121-x
  • Bild: discoverlife.org
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Stefan

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Töging am Inn (Südostbayern), 398m
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    Christian
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      Würde hier eindeutig auf Ackerhmmeln tippen, die´s wahrscheinlich aber in Nordamerika nicht gibt. :-)

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