Das Hummeljahr
Das Hummeljahr beginnt für viele einheimische Arten bereits Ende Februar oder Anfang März, sobald die ersten milden Tage den Boden erwärmen. Die einzige Hummel, die den Winter überlebt, ist die im Vorjahr begattete Jungkönigin. Sie hat sich im Herbst in lockere Erde eingegraben, je nach Bodenbeschaffenheit fünf bis fünfzehn Zentimeter tief, und dort in einer Kältestarre ausgeharrt. Steigen die Bodentemperaturen im Frühjahr wieder an, gräbt sie sich heraus und beginnt allein ein neues Hummelvolk.
Nur ein kleiner Teil der überwinternden Königinnen erlebt dieses Frühjahr. Wie hoch die Verluste tatsächlich ausfallen, wird unterschiedlich beziffert: Manche Untersuchungen gehen davon aus, dass von zehn Königinnen im Schnitt nur eine ein Volk gründet, andere Schätzungen sprechen von einer überlebenden Königin unter zwanzig bis fünfzig. Die Sterblichkeit in dieser Phase liegt in jedem Fall außergewöhnlich hoch.
Ursache sind zum einen Witterungseinflüsse: wiederholtes Auftauen und Wiedergefrieren des Bodens im Winter setzt den Königinnen ebenso zu wie Überschwemmungen im zeitigen Frühjahr. Zum anderen befällt ein parasitischer Fadenwurm, Sphaerularia bombi, überwinternde Königinnen in ihrem Erdquartier. Er tötet den Wirt zwar nicht, macht ihn aber unfruchtbar und verändert sein Grabverhalten, sodass die betroffene Königin im Frühjahr kein Volk mehr gründet. Wer Hummeln unterstützen will, kann bereits im Herbst helfen: Naturbelassene Ecken mit lockerem Boden, Laub und Totholz bieten den Königinnen Winterquartiere, die in aufgeräumten Gärten häufig fehlen.
Erste Nahrungsaufnahme nach dem Winter
Jede Hummel, die im zeitigen Frühjahr durch den Garten fliegt, ist deshalb eine Königin. Arbeiterinnen und Drohnen des Vorjahres sind zu diesem Zeitpunkt längst gestorben. Nach dem Verlassen ihres Winterquartiers wärmt sich die Königin zunächst durch ein Sonnenbad auf Steinen, Totholz oder aufgeheizten Hauswänden auf und steuert dann die ersten blühenden Pflanzen an. Weidenkätzchen, Krokusse, Lungenkraut und Taubnesseln zählen zu den wichtigsten frühen Nahrungsquellen.
Ihre Energiereserven sind nach Monaten der Winterruhe weitgehend aufgebraucht. Der Nektar liefert die Kohlenhydrate für die Flugmuskulatur, der Pollen wird zunächst für die Reifung der Eierstöcke benötigt und später als Eiweißquelle für die Larven. Bei der Blütenwahl bevorzugt die Königin häufig dunkel gefärbte Blüten, die sich durch Sonneneinstrahlung schneller erwärmen als helle. Zwischen den Blütenbesuchen sucht sie deshalb wiederholt warme Flächen auf, um ihre Flugmuskulatur einsatzbereit zu halten. Ein ausreichendes Angebot an früh blühenden Pflanzen entscheidet in dieser Phase häufig darüber, ob eine Königin überhaupt genug Kraft für die Nestgründung aufbringt.
Nistplatzsuche der Nestgründerin
Nach einigen Tagen intensiver Nahrungsaufnahme beginnt die Suche nach einem geeigneten Nistplatz. In dieser Phase wird die Königin als Nestgründerin bezeichnet. Sie fliegt oft nur wenige Zentimeter über dem Boden und bewegt sich auffallend langsam, um kleine Hohlräume im Erdreich, Spalten zwischen Steinen oder andere geschützte Verstecke aufzuspüren. Auch Schattenstellen werden gezielt überprüft, da sie Hinweise auf geeignete, geschützte Nistplätze liefern.
Welcher Nistplatztyp bevorzugt wird, hängt von der Art ab. Erdhummeln und Baumhummeln nisten meist unterirdisch, etwa in verlassenen Mäusegängen, während Ackerhummeln und Gartenhummeln oberirdische Standorte wählen, zum Beispiel in Moospolstern, Grasbüscheln, alten Vogelnestern oder Reisighaufen.
Ob eine Nistmöglichkeit angenommen wurde, lässt sich gut beobachten:
- Fliegt die Königin sofort weiter, war der untersuchte Platz nicht geeignet.
- Verlässt sie einen ausgewählten Nistplatz, richtet sie sich zunächst noch einmal zum Eingang aus und beginnt anschließend den charakteristischen Orientierungsflug: Sie schwebt mehrmals direkt vor dem Eingang hin und her, steigt dann in größer werdenden Schleifen auf und verlässt den Nistplatz schließlich in größerer Höhe. Dieses Verhalten zeigt, dass sie den Standort angenommen hat und sich seine Lage einprägt.
Rückkehr zum Nest und erste Nestkammer
Nach etwa 20 bis 45 Minuten kehrt die Königin häufig zu ihrem neuen Nistplatz zurück. Vor dem ersten Abflug hat sie den Eingang mit einem Duftstoff markiert, der ihr das Wiederfinden erleichtert. Der erste Rückflug kann jedoch auch deutlich länger dauern, manchmal vergehen mehrere Stunden oder Tage. Bleibt die Königin länger als drei Tage aus, kehrt sie in der Regel nicht mehr zurück.
Während ihrer Erkundungsflüge ist die Königin zahlreichen Gefahren ausgesetzt, darunter Vögel und andere Fressfeinde sowie der Straßenverkehr. Eine der größten Gefahren für Hummeln über das gesamte Jahr hinweg ist der unsachgemäße Einsatz von Insektenschutzmitteln.
Nach der Rückkehr verbringt die Königin zunehmend mehr Zeit im Nest. Aus vorhandenem Isolationsmaterial, etwa Moos, trockenem Gras oder Federn, formt sie eine kleine Nestkugel von der Größe einer Walnuss. Diese Hülle verringert Wärmeverluste und schafft ein geeignetes Klima für die erste Brut.
Nahrungsvorrat und Zeitmanagement
Von Beginn an legt die Nestgründerin einen kleinen Futtervorrat für Nachtstunden und Schlechtwetterperioden an. Bei niedrigen Temperaturen produzieren viele Pflanzen weniger Nektar, und die Nahrungssuche kostet dann mehr Zeit und Energie. Verlässt die Königin das Nest zu lange, kühlt die Brut aus, was die Entwicklung von Eiern, Larven und Puppen verlangsamt oder gefährdet. Sie muss Nahrungssuche und Brutpflege deshalb sorgfältig aufeinander abstimmen.
Der gesammelte Nektar wird in einem kleinen Wachsgefäß gespeichert, dem Nektartopf, den die Königin selbst anlegt. Anders als eingedickter Honig bleibt Hummelnektar dünnflüssig und lässt sich dadurch schnell aufnehmen. Er dient als Energiequelle für Flugaktivität und als Wärmequelle für das Brutnest. Der Pollen wird je nach Art unterschiedlich gelagert: Erdhummeln legen ihn in Pollentöpfen an, Ackerhummeln in besonderen Taschen an der Brutwabe.
Baumaterial und Aufbau des Nestes
Als Baumaterial dienen vor allem Wachs, Pollen und Nektar. Das Wachs scheiden die Hummeln über spezielle Drüsen am Hinterleib aus und verarbeiten es zu einer formbaren Masse. Daraus entstehen Nektartöpfe zur Nahrungsspeicherung sowie Eiwiegen, in denen sich Eier und Larven entwickeln. Zusammen bilden diese Strukturen den charakteristischen Wabenbau des Hummelnestes.
Direkt hinter dem Eingang der Nestkugel liegt meist zuerst der Nektartopf, in kurzer Entfernung dazu die erste Brutwabe mit den ersten Eiwiegen. Das sind mit Wachs verschlossene Zellen, in denen mehrere Larven gemeinsam heranwachsen.
Eiablage und erste Brutwabe
Auf einen Pollenteppich, vermischt mit Nektar, legt die Königin ihre ersten Eier und baut daraus die erste Eiwiege. Je nach Art enthält eine Eiwiege meist acht bis rund fünfzehn längliche, cremefarbene Eier von etwa zwei Millimetern Dicke und fünf Millimetern Länge. Das Verschließen der Eiwiege mit Wachs dauert nur wenige Minuten.
Nach etwa drei bis vier Tagen schlüpfen die ersten Larven und nehmen zunächst das am Boden der Eiwiege bereitgestellte Nektar-Pollen-Gemisch auf. Später öffnet die Königin die Brutwabe an einer bestimmten Stelle, dem Futterfenster, um die Larven mehrmals täglich mit weiterer Nahrung zu versorgen. Diese Aufgabe übernehmen sobald vorhanden auch ältere Arbeiterinnen.
Bebrütung und Temperaturregulierung
Die Eiwiege wird Tag und Nacht bebrütet. Dabei verändert die Königin regelmäßig ihre Position auf der Brutwabe, damit alle Eier und späteren Larven gleichmäßig erwärmt werden. Die nötige Wärme erzeugt sie zum einen über den Stoffwechsel energiereicher Nahrung, zum anderen durch gezieltes Muskelzittern: Sie entkoppelt die Flugmuskeln vom Flügelschlag und lässt sie ohne Flügelbewegung vibrieren, wobei die entstehende Wärme direkt an die Brut abgegeben wird.
Zwischendurch nimmt sie Nahrung aus dem nahen Nektartopf auf und verlässt das Nest nur kurz, meist nicht länger als eine halbe Stunde, um weiteren Nektar und Pollen zu sammeln. Durch die gute Isolierung des Wabenbaus sinkt die Nesttemperatur während dieser Zeit nur wenig ab. Während der gesamten Brutentwicklung erweitert und repariert die Königin ständig die Brutwabe, später übernehmen auch die ersten Arbeiterinnen diese Aufgabe.
Entwicklung von der Larve zur fertigen Hummel
Die Larven wachsen schnell und häuten sich dabei mehrmals, weil die ursprüngliche Hülle zu eng wird. Zunächst teilen sich mehrere Larven eine gemeinsame Brutkammer, später benötigt jede Larve eine eigene Zelle. Die Königin baut deshalb um die heranwachsenden Larven einzelne Wachshüllen, wodurch aus der gemeinsamen Larvenwiege getrennte, aber weiterhin verbundene Brutzellen entstehen.
Nach etwas mehr als sieben Tagen sind die Larven ausgewachsen und spinnen einen Seidenkokon, in dem die Verpuppung stattfindet. Die Dauer der Puppenruhe unterscheidet sich je nach späterer Kaste:
- Arbeiterinnen benötigen etwa neuneinhalb Tage.
- Drohnen benötigen etwa elf Tage.
- Jungköniginnen benötigen bis zu dreizehneinhalb Tage.
Von der Eiablage bis zur fertigen, flugfähigen Hummel vergehen dadurch insgesamt unterschiedliche Zeiträume: bei Arbeiterinnen rund 20 Tage, bei Drohnen etwa 24 Tage und bei Jungköniginnen etwa 27 Tage. Der Wandel vom Ei über Larve und Puppe bis zum erwachsenen Insekt zählt zu den auffälligsten Vorgängen der vollständigen Metamorphose bei Insekten.
Schlupf der ersten Arbeiterinnen
Da schlupfbereite Hummeln ihren Kokon nicht immer selbstständig öffnen können, übernimmt zunächst die Königin die Schlupfhilfe: Sie öffnet den Kokon mit den Mundwerkzeugen und erweitert die Öffnung, sodass die junge Hummel schlüpfen kann. Später übernehmen auch Arbeiterinnen des Innendienstes diese Aufgabe. In verlassenen Hummelnestern finden sich deshalb gelegentlich Hummeln, die im Kokon steckengeblieben sind, weil keine Arbeiterin mehr für die Schlupfhilfe zur Verfügung stand.
Die ersten Arbeiterinnen eines jungen Volkes sind häufig kleiner als jene aus späteren Brutwaben, weil die Versorgungslage zu Beginn noch knapper ist. Mit ihrem Erscheinen verändert sich das Leben im Nest: Die Königin reduziert ihre Sammelflüge deutlich und konzentriert sich zunehmend auf Eiablage und Brutpflege, während die Arbeiterinnen die Versorgung des Volkes übernehmen.
Arbeitsteilung im wachsenden Volk
Im Hummelvolk fallen fortlaufend zahlreiche Aufgaben an: Nahrungsvorräte müssen angelegt, Larven gepflegt und der Wabenbau erweitert und repariert werden. Von den erwachsenen Arbeiterinnen eines Volkes verlässt etwa ein Drittel regelmäßig das Nest zum Sammeln, während die übrigen im Nest bleiben. Meist übernehmen die kleineren Arbeiterinnen den Innendienst: Sie füttern die Larven, unterstützen die Brutpflege und helfen, Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Nest konstant zu halten.
Sammelflüge und Pollenernte
Die ersten Arbeiterinnen, die das Nest verlassen, führen ebenfalls einen Orientierungsflug durch, um sich die Lage des Nestes einzuprägen. Bei ihren Sammelflügen lösen sie Blütenpollen häufig durch Vibration aus den Staubbeuteln, ein Verhalten, das als Vibrationssammeln oder Buzz-Pollination bezeichnet wird und ein charakteristisches, hohes Summen erzeugt. Die gelösten Pollenkörner bleiben zunächst im Haarkleid hängen, werden mit den Mittelbeinen nach hinten gestrichen und am Sammelapparat des dritten Beinpaares zum sogenannten Pollenhöschen verdichtet. Je nach Pflanzenart können diese Pollenhöschen unterschiedliche Farben haben, was ihre Bestimmung im Feld erleichtert.
Hummeln zählen zu den leistungsfähigsten Bestäubern, weil sie im Verhältnis zu ihrem Körpergewicht große Nahrungsmengen transportieren können. Reiner Nektar kann bis zu 90 Prozent des eigenen Körpergewichts ausmachen, sofern eine Sammlerin gleichzeitig keinen Pollen einträgt, ein Pollenhöschen kann bis zu einem Fünftel des Körpergewichts wiegen. Lange Flugstrecken zwischen Nest und Nahrungsquelle erhöhen den Energieaufwand entsprechend deutlich, weshalb ein reichhaltiges Blütenangebot in Nestnähe für den Erfolg eines Volkes wichtig ist. Besonders in sogenannten Trachtlücken, etwa nach der Mahd von Wiesen, wird Nahrungsmangel zum Problem. Bei der Nahrungssuche zeigen Hummeln zudem eine ausgeprägte Blütenstetigkeit: Haben sie eine ergiebige Pflanzenart gefunden, besuchen sie bevorzugt weitere Blüten derselben Art, weil ihnen der Blütenaufbau bereits bekannt ist und sie so Zeit und Energie sparen.
Pocketmaker und Pollenstorer
Bei der Brutversorgung lassen sich zwei Strategien unterscheiden. Langrüsselige Arten wie Ackerhummel und Gartenhummel gelten als Pocketmaker: Sie bauen seitlich unter der Larvenwiege wachsartige Pollentaschen, in die heimkehrende Sammlerinnen den Pollen einfüllen. Die Larven bedienen sich dort direkt aus dem Vorrat, während Ammen ihnen zusätzlich Nektar vor die Mundöffnung geben.
Kurzrüsselige Arten wie Erdhummel und Baumhummel gelten dagegen als Pollenstorer. Ihre Arbeiterinnen füllen den Pollen in leere Puppenzellen oder eigens gebaute Pollentöpfe. Mit den Mandibeln zerkleinern sie die eingeflogenen Pollenpakete und pressen sie fest zusammen, wodurch Hohlräume vermieden werden. Diese Verdichtung verhindert Verderb und nutzt den vorhandenen Lagerraum effizient. Ammen versorgen die Larven bei dieser Gruppe über ein Futterfenster, das nach jeder Fütterung wieder mit Wachs verschlossen wird.
Aufzucht der Geschlechtstiere
Hat ein Volk ausreichend Arbeiterinnen hervorgebracht und sind die Vorräte gut gefüllt, meist im Hochsommer, beginnt die Königin mit der Aufzucht der Geschlechtstiere. Zunächst legt sie unbefruchtete Eier, aus denen sich Drohnen entwickeln, danach befruchtete Eier, aus denen Jungköniginnen hervorgehen. Die Eier von Arbeiterinnen und Jungköniginnen unterscheiden sich äußerlich nicht, entscheidend ist die spätere Versorgung: Larven, aus denen Königinnen werden, erhalten deutlich mehr Pollen und Nektar, entwickeln sich länger und werden größer.
Drohnen und Paarung
Mit dem Schlupf der ersten Drohnen erreicht ein Hummelvolk meist seine größte Ausdehnung, je nach Art zwischen etwa 50 und mehreren hundert Tieren. Die Drohnen bleiben zunächst einige Tage im Nest, um sich zu stärken und ihre Spermien vollständig auszureifen, bevor sie es endgültig verlassen. Sie beteiligen sich nicht an der Brutpflege und sammeln weder Pollen noch Nektar, tragen aber bei ihren eigenen Blütenbesuchen ebenfalls zur Bestäubung bei. Erkennbar sind sie an längeren Fühlern, größeren Augen und einem auffälligen Haarbüschel am Kopf; anders als die Weibchen besitzen sie keinen Stachel.
Drohnen suchen gezielt Plätze auf, an denen sich Jungköniginnen paaren lassen. Eine Jungkönigin kann dabei von mehreren Drohnen begattet werden. Während der Paarung verhaken sich die Geschlechtsorgane beider Tiere, die Königin klappt ihren Stachel nach oben weg, sodass der Drohn nicht verletzt wird. Die Begattung kann bis zu einer halben Stunde dauern. Wenige Tage danach stirbt der Drohn.
Auflösung der Nestordnung
Nach dem Höhepunkt des Hummeljahres verändert sich das soziale Gefüge im Nest. Die Pheromone der Altkönigin, die zuvor die Eiablage der Arbeiterinnen unterdrückt haben, nehmen an Wirkung ab. Einzelne Arbeiterinnen beginnen nun selbst mit der Eiablage. Da sie sich nicht paaren, entstehen aus diesen unbefruchteten Eiern durch Jungfernzeugung ausschließlich Drohnen.
Mit dem Nachlassen der königlichen Kontrolle gerät die Ordnung im Volk zunehmend aus dem Gleichgewicht. Arbeiterinnen fressen teilweise die Eier der Königin, während diese umgekehrt versucht, die von Arbeiterinnen gelegten Eier zu entfernen. Am Ende dieses Konflikts verliert die Königin ihre Stellung: Sie wird von den Arbeiterinnen aus dem Nest gedrängt oder getötet.
Jungköniginnen und Überwinterung
Während das alte Nest zugrunde geht, bereiten sich die inzwischen begatteten Jungköniginnen auf die Überwinterung vor. Häufig tragen sie dabei Milben mit sich, meist der Art Parasitellus fucorum. Diese Milben leben nicht parasitisch, sondern als harmlose Nestbewohner, die organische Reste verwerten. Sie nutzen die Jungköniginnen als Transportmittel, um in ein neues Nest zu gelangen, und können dort im folgenden Jahr erneut Teil der Nestgemeinschaft werden.
Vor der Winterruhe nimmt jede Jungkönigin noch ausreichend Nektar und Pollen auf, um Energiereserven aufzubauen. Anschließend sucht sie sich einen geschützten Platz in lockerer Erde und verbringt dort die kalte Jahreszeit. Auch Jungköniginnen aus Hummelpensionen oder künstlichen Nisthilfen überwintern außerhalb des ursprünglichen Nestes. In ihr Geburtsnest kehrt keine Hummelkönigin zurück, im folgenden Frühjahr gründet jede überlebende Königin an anderer Stelle ein eigenes, neues Volk, und das Hummeljahr beginnt von vorn.
Quellen
- Hintermeier, Helmut und Margrit (1994): Bienen, Hummeln, Wespen im Garten und in der Landschaft. Obst- und Gartenbauverlag München, ISBN 3-87596-098-X
- Witte, Günter R. und Seger, Juliane (1999): Arbeitsmappe, Hummeln brauchen blühendes Land. Westarp Wissenschaften, ISBN 3-89432-098-2
- Witte, Günter R., Seger, Juliane und Häfner, Norbert (1989): Hummelschauanlagen, Ein praxisgerechter Weg zu prophylaktischem Naturschutz. Arbeitshilfe des Schulbiologiezentrums Hannover
- Alford, David V. (1975): Bumblebees. Davis-Poynter, London
- Heinrich, Bernd (1979): Bumblebee Economics. Harvard University Press, Cambridge (Massachusetts)
- Goulson, Dave (2010): Bumblebees: Behaviour, Ecology, and Conservation. Oxford University Press, Oxford
- Heinrich, Bernd (1972): Physiology of Brood Incubation in the Bumblebee Queen, Bombus vosnesenskii. Nature 239, S. 223 bis 225
- Mountcastle, Andrew M., Ravi, Sridhar und Combes, Stacey A. (2015): Nectar vs. pollen loading affects the tradeoff between flight stability and maneuverability in bumblebees. PNAS 112 (35), S. 10527 bis 10532
- NABU: Hummeln, Gemütliche Blütenbesucher im bunten Pelz, nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/hummeln
- Danke an Karsten Grotstück
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- Dieses Thema hat 19 Antworten sowie 5 Teilnehmer und wurde zuletzt vor 7 Jahren, 5 Monaten von
HP aktualisiert.
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