Grubenhummel, Erdbauhummel oder Unterirdische Hummel (Bombus subterraneus)

Bombus subterraneusDie Grubenhummel (Bombus subterraneus), auch „Unterirdische Hummel“ oder aufgrund ihres kurzen Haarkleids „Short-haired bumblebee“ genannt, ist eine robust gebaute Hummelart mit gleichmäßig dunkel gefärbten Flügeln und einem kurzen, dichten Haarkleid. Ihre Färbung reicht von schwarz bis schwarz-grau und bildet einen deutlichen Kontrast zu den sonnenblumengelben Streifen. Die Königin erreicht eine Größe von etwa 18 bis 20 Millimetern, während Arbeiterinnen und Drohnen mit 13 bis 15 Millimetern etwas kleiner bleiben.

Die Art war einst in weiten Teilen Europas verbreitet und reicht von Westeuropa bis in die nördliche Mongolei. Heute gilt sie europaweit als stark rückläufig. In Großbritannien wurde die Grubenhummel zuletzt 1988 in Dungeness in freier Wildbahn beobachtet und im Jahr 2000 offiziell für ausgestorben erklärt. Seit 2011 läuft dort jedoch ein Wiederansiedlungsprojekt mit Hummelköniginnen aus Schweden, bei dem in mehreren Jahren erneut Arbeiterinnen nachgewiesen werden konnten. In Deutschland gilt die Art zwar als weit verbreitet, ist jedoch selten und stark gefährdet; in einigen Bundesländern ist sie bereits ausgestorben. Hoffnung machte die Wiederentdeckung der Art im Jahr 2021 in Rheinland-Pfalz nach 64 Jahren.

ErdbauhummelDie Grubenhummel besiedelt vor allem strukturreiches Offenland, offene Wiesen und Klee-Felder. Ihre Nester legt sie meist in alten Mäusenestern oder Maulwurfsgängen an, oft bis zu zwei Meter tief unter der Erde. Diese geschützten unterirdischen Netzwerke gaben der Art ihren Namen. Im Gegensatz zu vielen anderen Hummelarten erscheinen die überwinterten Königinnen erst Anfang Mai und fliegen bis September. Ein Volk umfasst durchschnittlich etwa 50 bis 200 Individuen, unter günstigen Bedingungen auch mehrere Hundert.

Für die Versorgung ihrer Völker ist die Grubenhummel besonders auf blütenreiche Rotkleebestände angewiesen. Daneben nutzt sie auch Waldgeißblatt (Lonicera periclymenum), Weiße Taubnessel (Lamium album) und Gewöhnlichen Natternkopf (Echium vulgare) als wichtige Nahrungsquellen. Aufgrund ihrer hervorragenden Bestäubungsleistung wurde Bombus subterraneus bereits 1885 nach Neuseeland eingeführt, um dort die Bestäubung von Rotklee zu verbessern.

Über spezielle Parasiten oder Kuckuckshummeln, die diese Art befallen, sind bislang keine gesicherten Erkenntnisse bekannt.

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