Bombus sporadicus

Bombus sporadicusBombus sporadicus wurde 1848 von William Nylander beschrieben. Die Art ist in Fennoskandien und weiten Teilen Russlands verbreitet, wo sie vor allem die nördlichen und östlichen Landesteile besiedelt, ihr Vorkommen reicht bis zur Pazifikküste. Weitere, isolierte Populationen finden sich im Autonomen Gebiet Xinjiang und an der Ostküste Chinas. Im Englischen trägt die Art den Namen Sporadic Bumble Bee, im Norwegischen Taigahumle, im Schwedischen Rallarjordhumla oder Nordjordhumla und im Finnischen Pitkäsiipikimalainen, was wörtlich langflügelige Hummel bedeutet.

Taxonomisch zählt Bombus sporadicus zur Untergattung Bombus s. str., also zur Gruppe der weißschwänzigen Erdhummeln, zu der beispielsweise auch die Helle und die Dunkle Erdhummel gehören. Da sich einzelne Tiere ohne typische Merkmale im Feld kaum von diesen Verwandten unterscheiden lassen, wird die Art in schwedischen Bestimmungswerken zusätzlich zum sogenannten Bombus-lucorum-Komplex gezählt, einer Sammelbezeichnung für schwer unterscheidbare Erdhummelarten.

Aussehen und Verwechslungsarten

Bombus sporadicusBombus sporadicus ist mittelgroß, kurzzüngig und von schwarzer bis sehr dunkelbrauner Grundfarbe. Der Kragen und ein Band, das auf dem Schildchen beginnt und sich bis etwa zur Mitte des Hinterleibs erstreckt, sind beigegelb gefärbt. Anschließend folgt ein schmaleres schwarzbraunes Band, den Abschluss bildet eine weiße Hinterleibsspitze. Bei vielen Tieren mischen sich zusätzlich helle Haare in die Seitenecken des ersten Hinterleibssegments. Die Flügel fallen lang und deutlich dunkel getönt aus, ein Merkmal, das sich auch im finnischen Namen der Art widerspiegelt. Damit einher geht ein auffallend tiefer, dumpfer Flugton, der vor allem bei Königinnen merklich niedriger klingt als bei anderen Erdhummeln.

Drohnen ähneln den Weibchen in der Zeichnung, fallen jedoch durch ihre für Erdhummelmännchen ungewöhnliche Größe und dunkle Färbung auf, ihr Gesicht ist stets dunkel behaart. Bei manchen Arbeiterinnen und Drohnen fehlen die hellen Haare auf Schildchen und erstem Hinterleibssegment allerdings fast vollständig. In diesen Fällen lässt sich die Art im Feld kaum von anderen weißschwänzigen Erdhummeln unterscheiden, eine sichere Bestimmung gelingt dann nur über eine genitalmorphologische Untersuchung oder genetische Verfahren.

Bombus sporadicusAm häufigsten wird Bombus sporadicus mit der Hellen Erdhummel verwechselt. Deren gelbes Hinterband beginnt jedoch erst auf dem Hinterleib und fällt schmaler aus. Auch die Gartenhummel kommt als Verwechslungsart in Betracht, sie besitzt aber ein durchgehend gelbes Schildchen, ein vollständig gelbes erstes Hinterleibssegment und ein deutlich längeres Gesicht. In waldnahen Berglagen überschneidet sich das Vorkommen zudem mit der in Schweden Fjällhumla genannten Bombus balteatus, die am vollständig braungelben Schildchen und ersten Hinterleibssegment sowie am schmaleren schwarzen Band zu erkennen ist.

info hummelDer wissenschaftliche Name sporadicus bedeutet vereinzelt beziehungsweise sporadisch auftretend und geht auf die seltenen Einzelfunde zurück, mit denen die Art im 19. Jahrhundert beschrieben wurde. Heute zählt sie jedoch in manchen Waldgebieten zu den häufigsten Hummelarten überhaupt, etwa in Teilen des nördlichen Østlandet in Norwegen, wo sie mancherorts eine der am meisten registrierten Arten ist.

Lebensraum und Nistweise

Bombus sporadicus gilt als Bewohnerin des borealen Nadelwaldes, genauer seiner offenen Bereiche. Sie findet sich bevorzugt auf Kahlschlägen, an Wegrändern, auf Feldern und selbst in Dörfern, überall dort, wo der geschlossene Wald Lücken aufweist, in höheren Lagen reicht ihr Lebensraum bis in den Birkenwald der Fjällregion. In Norwegen ist die Verbreitung deutlich östlich geprägt, den Schwerpunkt bilden Waldgebiete im nördlichen Østlandet, wo die Art mancherorts zu den häufigsten Hummeln zählt. Ansonsten liegen norwegische Nachweise verstreut vor, etwa in Aust-Agder, rund um den Trondheimsfjord, in Oppdal und in Sogn, aus Nordnorwegen sind nur wenige Funde bekannt, der nördlichste stammt aus der Gemeinde Målselv in Troms. Als Nistplatz dienen verlassene Wühlmausbaue im Boden, die Art gehört damit zu den Nestbeziehern unter den Hummeln, die selbst keine Erdhöhlen graben, sondern vorhandene Hohlräume nutzen.

Nahrungspflanzen und Flugzeit

Zu den regelmäßig besuchten Nahrungsquellen zählen vor allem Korbblütler sowie das Schmalblättrige Weidenröschen, dazu kommt die Vogel-Wicke. Die Flugzeit reicht von Anfang Juni bis Ende September, Männchen lassen sich dabei bis in den September hinein beobachten.

Quellen

  • Svenska Wikipedia: Rallarjordhumla, https://sv.wikipedia.org/wiki/Rallarjordhumla
  • GBIF: Bombus sporadicus Nylander, 1848, mit Verweis auf Williams, P. H. (2021), Not just cryptic, but a barcode bush, Journal of Natural History, Bd. 55, Nr. 5-6, https://www.gbif.org/species/1340433
  • Artsdatabanken: Taigahumle Bombus sporadicus, https://artsdatabanken.no/Pages/156350/Taigahumle
  • Dyntaxa: Rallarjordhumla, Svensk taxonomisk databas, https://www.dyntaxa.se/taxon/info/103280
  • Naturvårdsverket: Linjeinventering av humlor, https://www.naturvardsverket.se/4ac2bb/contentassets/d7ef7f2c45a543dda51c82fbe776ca9c/humleoverv.pdf
  • Foto: Mitsch Keil
  • inaturalist.org

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    Stefan
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    Beitragsersteller
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      Beitrag aktualisiert und endlich mit Bildern versehen!

      Danke an @Mitsch Keil für die Bilder!

      Grüße Stefan

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