Mein Hummel Tagebuch

Hervorgehoben

Bombus campestrisSchön, dass Du da bist. Es freut mich, dass Du Dich auch für Hummeln begeisterst, denn immer mehr Menschen interessieren sich für diese pelzigen Brummer. Gestartet 2012 als persönliches Hummel-Tagebuch, ist Pollenhöschen.de heute das größte deutschsprachige Portal zum Thema Hummeln.

Blog Archiv: 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021, 2022, 2023, 2024, 2025, 2026.

Hummelnester gesucht!

In wenigen Schweizer Feuchtgebieten nistet noch die vom Aussterben bedrohte Mooshummel Bombus muscorum. Damit sie erfolgreich geschützt werden kann, müssen ihre Niststandorte besser bekannt sein.

Hummel ArtenspürhundDazu wurde in Zusammenarbeit mit Artenspürhunde Schweiz ein Projekt zum Aufspüren von Hummelnestern mittels spezifisch ausgebildeter Spürhunde gestartet. Die Hunde sollen generalisiert ausgebildet werden, also Nester aller Hummelarten anzeigen. Die Nester werden dabei nicht beschädigt, denn sie werden passiv angezeigt.

Für die Ausbildung der Hunde werden nun Hummelnester gesucht.

info hummelArtenspürhunde Schweiz ist spezialisiert auf die Durchführung von wissenschaftlichen Pilotstudien zum Einsatz von Spürhunden für Naturschutz- und Forschungsprojekte. Mehr dazu unter: http://www.artenspuerhunde.ch

Gesucht wird Zugang zu einem Hummelnest, die Hummelart spielt dabei keine Rolle, das für ein Training zur Verfügung gestellt werden könnte. Interessant sind sowohl geborgene Nester als auch aktive oder inaktive Nester. Auch Nester aus Zuchten oder Fragmente, zum Beispiel beschädigte Nester, werden gesucht.

Für geborgene Nester bzw. Nistmaterial, das verschickt werden kann, spielt der Standort keine Rolle. Bei Neststandorten von unberührten Nestern sollte der Standort im Schweizer Mittelland / in der Nordostschweiz liegen, damit er fürs Training erreichbar ist.

Meldungen bitte an: Hummelnest Suche

Der Aufruf darf gerne im Hinterkopf behalten werden, denn voraussichtlich werden auch im Winter 2026/2027 noch Nester benötigt.

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Bombus ephippiatus

Hummeln aus aller Welt

bombus ephippiatusWährend viele Hummelarten in den gemäßigten und kalten Regionen der Nordhalbkugel verbreitet sind, hat sich Bombus ephippiatus an die besonderen Bedingungen der tropischen und subtropischen Bergregionen Mittelamerikas angepasst. Die Art gehört zu den charakteristischen Bestäubern der dortigen Bergwälder und zeigt einige bemerkenswerte evolutionäre Anpassungen, besonders bei ihrer Färbung und ihrer geografischen Verbreitung.

Bombus ephippiatus fällt vor allem durch ihre außergewöhnliche Farbvielfalt auf. Innerhalb der Art existieren zahlreiche Farbformen, deren Auftreten stark vom jeweiligen geografischen Gebiet abhängt. Dieses Phänomen wird als Polymorphismus bezeichnet. Die typische Farbform besitzt einen gelb behaarten Brustabschnitt mit einem dunklen Bereich in der Mitte. Der Hinterleib ist häufig vorn gelb gefärbt, geht anschließend in rötlich orange Bereiche über und endet mit einer schwarzen Spitze. Andere Populationen können jedoch deutlich anders gefärbt sein.

Die unterschiedlichen Farbmuster sind nicht zufällig entstanden. In den verschiedenen Gebirgsregionen Mittelamerikas treten bestimmte Farbformen von Bombus ephippiatus gemeinsam mit ähnlich gefärbten Hummelarten auf. Besonders bekannt ist die Ähnlichkeit mit Bombus wilmattae. Da beide Arten über einen wirksamen Stachel verfügen und dadurch für viele Fressfeinde eine ernstzunehmende Beute darstellen, profitieren sie von gemeinsamen Warnmustern. Dieses Prinzip wird als Müllerische Mimikry bezeichnet. Räuber lernen schneller, bestimmte Farbkombinationen zu meiden, wenn mehrere wehrhafte Arten dasselbe Signal verwenden.

info hummelBombus ephippiatus gehört zu den Hummelarten mit einer der größten bekannten Farbvariabilitäten. In den Gebirgen Mittelamerikas können Populationen derselben Art so unterschiedlich aussehen, dass sie lange Zeit teilweise für verschiedene Arten gehalten wurden.

Verbreitung und Lebensraum in den Bergen Mittelamerikas

bombus ephippiatusDas Verbreitungsgebiet von Bombus ephippiatus erstreckt sich über große Teile Mittelamerikas. Die Art kommt von Mexiko über Guatemala, El Salvador, Honduras und Nicaragua bis nach Costa Rica und Panama vor. Dabei ist sie eng an höher gelegene Regionen gebunden und besiedelt vor allem Bergwälder mit feuchtem Klima.

Typische Lebensräume sind Nebelwälder sowie feuchte Eichen und Kiefernwälder in Höhenlagen von etwa 1.000 bis über 3.000 Metern. Dort herrschen besondere Bedingungen mit häufigem Nebel, niedrigen Temperaturen und hoher Luftfeuchtigkeit. An diese Umgebung ist Bombus ephippiatus spezialisiert. Die Art ist deshalb vor allem in den kühleren Bergregionen zu finden, während die heißen tropischen Tiefländer keine geeigneten Lebensräume darstellen.

Die isolierten Gebirgsregionen Mittelamerikas haben die Entwicklung verschiedener Farbformen begünstigt. Durch die räumliche Trennung einzelner Populationen konnten sich regionale Besonderheiten herausbilden, die heute zu den auffälligsten Merkmalen dieser Hummelart gehören.

Fortpflanzung und Nestökologie

bombus ephippiatusDie Lebensweise von Bombus ephippiatus unterscheidet sich in einigen Punkten von der vieler Hummelarten aus gemäßigten Klimazonen. Da ihre Lebensräume keine ausgeprägte Winterruhe wie in nördlicheren Regionen aufweisen, können Kolonien in manchen Gebieten über längere Zeiträume aktiv sein. Die Entwicklung der Völker hängt jedoch stark von den örtlichen Regen und Trockenzeiten ab.

Die Nestgründung erfolgt häufig nach den besonders regenreichen Perioden, wenn ausreichend Nahrungspflanzen zur Verfügung stehen. Für den Nestbau nutzt Bombus ephippiatus meist geschützte Hohlräume im Boden. Dazu gehören beispielsweise verlassene Kleinsäugernester oder natürliche Hohlräume unter Wurzeln und dichter Vegetation. Diese Standorte bieten Schutz vor starken tropischen Niederschlägen und schwankenden Umweltbedingungen.

Nahrung und Bedeutung als Bestäuberin

Bombus ephippiatus besitzt einen vergleichsweise kurzen Rüssel und besucht deshalb bevorzugt Pflanzen mit offen zugänglichen Blüten. In den Bergwäldern Mittelamerikas nutzt sie ein breites Spektrum verschiedener Pflanzenarten. Dazu gehören unter anderem Vertreter der Korbblütler und Heidekrautgewächse.

Durch ihre regelmäßigen Blütenbesuche trägt die Art wesentlich zur Bestäubung vieler Pflanzen in den montanen Ökosystemen bei. Besonders in den artenreichen Nebelwäldern spielt sie eine wichtige Rolle, da viele Pflanzen auf die Bestäubungsleistung spezialisierter Insekten angewiesen sind.

Auch für landwirtschaftlich genutzte Bergregionen besitzt Bombus ephippiatus eine Bedeutung. In höheren Lagen Mittelamerikas können Hummeln aufgrund ihrer Fähigkeit, bei niedrigeren Temperaturen aktiv zu sein, wichtige Bestäubungsleistungen übernehmen. Für einzelne Kulturpflanzen, darunter auch Kaffee in Bergregionen, wird die Rolle einheimischer Bestäuber zunehmend untersucht. Die genaue Bedeutung von Bombus ephippiatus für einzelne Anbausysteme ist jedoch regional unterschiedlich und hängt von den jeweiligen Bedingungen ab.

Evolutionäre Besonderheiten einer Bergwald Hummel

bombus ephippiatusBombus ephippiatus zeigt eindrucksvoll, wie stark sich eine Art an besondere Umweltbedingungen anpassen kann. Ihre vielfältigen Farbmuster, die enge Verbindung zu den mittelamerikanischen Gebirgswäldern und ihre flexible Lebensweise spiegeln die lange evolutionäre Entwicklung dieser Hummel wider.

Die Art ist zugleich ein Beispiel dafür, wie geografische Isolation die Entwicklung von Tierarten beeinflussen kann. Die zahlreichen Bergketten Mittelamerikas wirken wie natürliche Inseln, in denen sich Populationen teilweise unabhängig voneinander verändern konnten. Dadurch entstand eine bemerkenswerte Vielfalt innerhalb einer einzigen Hummelart.

Quellen

    • Duenas, M. A., Lozier, J. D., Hines, H. M. & Cameron, S. A. (2012): Geographical patterns of genetic divergence in the widespread Mesoamerican bumble bee Bombus ephippiatus (Hymenoptera: Apidae). Molecular Phylogenetics and Evolution 64(1): 219 bis 231. https://doi.org/10.1016/j.ympev.2012.03.018
    • Williams, P. H., Thorp, R. W., Richardson, L. L. & Colla, S. R. (2014): The Bumble Bees of North America. An Identification Guide. Princeton University Press.
    • Chatelain, P., Elias, M., Fontaine, C., Villemant, C., Dajoz, I. & Perrard, A. (2023): Müllerian mimicry among bees and wasps: a review of current knowledge and future avenues of research. Biological Reviews 98(4): 1310 bis 1328. https://doi.org/10.1111/brv.12955
    • Williams, P. H. (1998): An annotated checklist of bumble bees with an analysis of patterns of description. Bulletin of the Natural History Museum London (Entomology) 67: 79 bis 152.
    • Labougle, J. M. (1990): Bombus of Mexico and Central America. The University of Kansas Science Bulletin 54: 35 bis 73.
    • Cameron, S. A., Hines, H. M. & Williams, P. H. (2007): A comprehensive phylogeny of the bumble bees (Bombus). Biological Journal of the Linnean Society 91: 161 bis 188.
    • inaturalist.org
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Nahrungssuche der Hummel und Glyphosat

Der weltweite Rückgang von Bestäubern steht auch im Fokus der Umweltforschung. Eine wissenschaftliche Untersuchung aus dem Jahr 2025 ging der Frage nach wie sich glyphosatbasierte Herbizide auf das Verhalten von Insekten auswirken. Die Forscher untersuchten ob Tiere kontaminierte Pflanzen meiden und welche gesundheitlichen Folgen die unbeabsichtigte Aufnahme der chemischen Substanzen nach sich zieht.

Untersuchungsaufbau und fehlende Barrieren beim Blütenbesuch

GlyphosatDie Versuche wurden sowohl in offenen Freilandparzellen als auch in geschlossenen Flugkäfigen durchgeführt. Dabei zeigte sich, dass die Versuchstiere frisch behandelte Pflanzen genauso häufig besuchten wie völlig unbehandelte Kontrollpflanzen. Die optischen Signale und die von den Blüten verströmten Duftstoffe veränderten sich durch das Herbizid nur so geringfügig, dass die Insekten keinen Unterschied wahrnehmen konnten. Die behandelten Pflanzen sahen mehrere Tage lang gesund aus und wirkten weiterhin attraktiv auf die Nahrungssucher.

info hummelBereits ein einziger Schluck von einem kontaminierten Nektar reichte in den Versuchen aus, um die Motivation der Tiere zur weiteren Nahrungssuche massiv zu senken. Die Aktivität ging bei den betroffenen Individuen um fast die Hälfte zurück, wodurch wesentlich weniger Nahrung in die Nester zurückgebracht wurde.

Auswirkungen auf das Sammelverhalten

Die orale Aufnahme des Unkrautvernichtungsmittels führte zu deutlichen Verhaltensänderungen bei den Hummeln. Ein hoher Anteil der Tiere stellte die Flugaktivität zeitweise komplett ein und verblieb inaktiv. So ein Verhalten schädigt ein Hummelvolk nachhaltig.

Hintergrund

Glyphosat gehört weltweit zu den am häufigsten eingesetzten Wirkstoffen in der Landwirtschaft und im Gartenbau. Die enorme Popularität dieses Unkrautvernichtungsmittels lässt sich auf mehrere zentrale Eigenschaften zurückführen, die es aus Sicht der Anwendenden besonders effizient und wirtschaftlich machen.

Ein Hauptgrund ist die universelle Wirkung des Stoffes. Als sogenanntes Breitbandherbizid wirkt Glyphosat nicht selektiv, sondern vernichtet praktisch jede grüne Pflanze, mit der es in Kontakt kommt. Der Wirkstoff blockiert ein spezifisches Enzym, das für die Synthese lebenswichtiger Aminosäuren in Pflanzen verantwortlich ist. Da dieses Enzym in fast allen Pflanzenarten vorkommt, lassen sich mit einem einzigen Mittel verschiedenste Unkräuter gleichzeitig bekämpfen.

Ein weiterer entscheidender Vorteil ist die systemische Wirkungsweise. Das Mittel wird über die grünen Blätter der Pflanze aufgenommen und anschließend über die Saftströme bis in die feinsten Wurzelspitzen transportiert. Dies führt dazu, dass auch hartnäckige, tief wurzelnde Unkräuter vollständig absterben und nicht nach kurzer Zeit wieder austreiben. Zudem ist die Anwendung im Vergleich zu mechanischen Methoden wie dem Pflügen oder Jäten extrem zeitsparend und kostengünstig.

Schließlich schätzen landwirtschaftliche Betriebe die Flexibilität des Wirkstoffes. Glyphosat wird über den Boden kaum von den Wurzeln aufgenommen und dort relativ schnell biologisch abgebaut. Dadurch ist es möglich, bereits kurz nach der Behandlung eine neue Nutzpflanze auf dem Feld auszusäen, ohne dass diese durch Rückstände im Boden geschädigt wird.

Quellenverzeichnis

  • ScienceDirect: Wissenschaftlicher Artikel über glyphosatbasierte Herbizide und das Sammelverhalten von Bestäubern – https://www.sciencedirect.com/science/article/pii/S0013935125022704
  • Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung: Wirkungsweise von Herbiziden in der Praxis – https://www.ble.de
  • Nabu Deutschland: Hintergrundinformationen zum Einsatz von Totalherbiziden – https://www.nabu.de

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Schwarzhandel mit Ameisenköniginnen

Wer an Wildtierschmuggel denkt, hat meist Elfenbein, Nashornhörner oder seltene Papageien vor Augen. Inzwischen rücken jedoch auch Insekten in den Fokus. Zoll und Naturschutzbehörden stellen immer häufiger Koffer sicher, in denen sich Hunderte oder sogar Tausende lebende Ameisenköniginnen befinden – sorgfältig in Reagenzgläsern, Kunststoffröhrchen oder kleinen Behältern verpackt, damit sie unbemerkt über Landesgrenzen gelangen. Was auf den ersten Blick harmlos wirkt, ist inzwischen ein einträgliches Geschäft mit spürbaren Folgen für Natur und Artenschutz.

Messor cephalotesDer eigentliche Wert einer Ameisenkolonie steckt in ihrer Königin. Nur sie legt über Jahre hinweg Eier und begründet eine neue Kolonie; Arbeiterinnen können ohne sie nicht dauerhaft überleben. Wer eine einzelne fruchtbare Königin besitzt, kann daraus eine Kolonie mit Tausenden Tieren aufziehen. Genau deshalb erzielen seltene Arten auf dem internationalen Sammlermarkt teils erstaunlich hohe Preise.

Angetrieben wird die Nachfrage vor allem durch Liebhaber sogenannter Formikarien – künstlicher Ameisennester aus Glas oder Kunststoff, in denen sich das Leben einer Kolonie beobachten lässt. Manchen Haltern geht es um das Verhalten der Tiere, anderen darum, möglichst seltene oder besonders große Arten zu besitzen. Vor allem auffällig gefärbte oder außergewöhnlich große Ameisen aus Afrika, Asien und Südamerika gelten als begehrte Sammlerstücke.

info hummel2025 beschlagnahmten die Behörden in Kenia mehr als 5400 Königinnen der Ostafrikanischen Ernteameise. Etwa ein Jahr später folgte ein weiterer spektakulärer Fall: über 2200 lebende Ameisen, einzeln verpackt in einem einzigen Koffer, der den Flug offenbar lebend überstehen sollte. Fachleute werten solche Funde als Hinweis auf ein professionell organisiertes internationales Schmuggelnetz.

Wo werden Ameisen geschmuggelt?

Besonders häufig tauchen Fälle in Ostafrika auf. Kenia gilt inzwischen als einer der wichtigsten Ausgangspunkte für den illegalen Export großer Ernteameisen, die vor allem nach Europa und Asien gelangen – auch China ist ein wichtiger Absatzmarkt. Immer wieder entdecken Zollbeamte die Tiere an Flughäfen oder in Paketsendungen, teils zwischen Alltagsgegenständen versteckt oder in speziell präparierten Behältern, die das Überleben der Tiere sichern sollen.

Der Schmuggel beschränkt sich aber nicht auf Afrika: Auch in Südamerika und Südostasien werden regelmäßig seltene Ameisenarten gesammelt und außer Landes gebracht. Manche Arten stehen unter nationalem Schutz, andere dürfen nur mit behördlicher Genehmigung ausgeführt werden. Ohne entsprechende Dokumente handelt es sich um Wildtierhandel, der in vielen Ländern strafbar ist.

Warum der Handel mit Ameisenköniginnen problematisch ist

Das Entnehmen einzelner Königinnen wirkt zunächst unbedeutend, tatsächlich kann der Schaden aber erheblich sein: Jede entnommene Königin fehlt bei der Gründung einer neuen Kolonie. Werden in kurzer Zeit Hunderte oder Tausende Königinnen aus einem Gebiet entfernt, kann sich das auf die natürlichen Bestände auswirken – besonders kritisch bei seltenen Arten mit kleinem Verbreitungsgebiet.

Ameisen übernehmen in vielen Ökosystemen wichtige Aufgaben: Sie lockern den Boden, verbreiten Samen, beseitigen tote Tiere und beeinflussen zahlreiche andere Insektenarten. Verschwinden sie aus einer Region, bleibt das nicht ohne Folgen. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass eingeschleppte Arten in fremden Ländern entkommen und sich dort dauerhaft ansiedeln – einige invasive Ameisenarten verursachen bereits heute erhebliche ökologische und wirtschaftliche Schäden.

Ein wachsender Markt

Der Handel findet längst nicht mehr nur auf Börsen statt. Viele Angebote erscheinen in Internetforen, über soziale Medien oder auf spezialisierten Verkaufsplattformen, wo Königinnen, junge Kolonien oder ganze Nester weltweit angeboten werden. Seriöse Züchter vermehren erlaubte Arten in Gefangenschaft und handeln im Rahmen der geltenden Gesetze. Daneben existiert jedoch ein Schwarzmarkt, auf dem frisch gefangene Wildtiere verkauft werden – für Käufer ist dabei oft kaum nachvollziehbar, aus welcher Quelle die Tiere stammen.

Naturschutzbehörden beobachten diese Entwicklung mit Sorge. Der Schmuggel zeigt: Nicht nur große Säugetiere oder exotische Vögel sind begehrte Handelsware, auch kleine, unscheinbare Insekten geraten zunehmend ins Visier organisierter Händler.

Quellen

  • Reuters: Kenya arrests man trying to smuggle over 2,000 live ants in his luggage, 12.03.2026.
  • Associated Press: Chinese man jailed for one year by Kenyan court over ant trafficking, April 2026.
  • The Guardian: Smuggled in syringes: how Nairobi became a nexus for the black market in giant harvester ants, 13.05.2026.
  • CBS News: Kenya accuses four men of trying to smuggle thousands of ants, April 2025.
  • The Straits Times: Kenya court fines four men for trafficking thousands of queen ants, Mai 2025.
  • Kenya Wildlife Service (KWS): Pressemitteilungen und Informationen zum Schutz der heimischen Tierwelt und zur Bekämpfung des Wildtierschmuggels.
  • CITES Secretariat: Convention on International Trade in Endangered Species of Wild Fauna and Flora. www.cites.org
  • Bert Hölldobler, Edward O. Wilson: The Ants. Harvard University Press.
  • Deborah M. Gordon: Ant Encounters. Princeton University Press.
  • inaturalist.org

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Bombus ternarius

Hummeln aus aller Welt

ternariusWährend viele Hummelarten durch ein schlichtes Farbmuster geprägt sind, zieht eine nordamerikanische Art durch ihr extremes, fast künstlich wirkendes Farbenkleid alle Blicke auf sich: Bombus ternarius, im englischen Sprachraum treffend Orange-belted bumblebee (Orangen-Gürtel-Hummel) genannt. Diese Hummelart ist ein spezialisierter Überlebenskünstler der kalten Zonen Nordamerikas. Das unverkennbare Markenzeichen von Bombus ternarius ist ihre auffällige, dreifarbige Musterung, die einer fast schon geometrischen Anordnung folgt. Der Kopf ist tiefschwarz, gefolgt von einem gelben Thorax, der in der Mitte einen charakteristischen, schwarzen V-förmigen Keil aufweist. Das absolute Highlight ist jedoch der Hinterleib: Die mittleren Segmente (die Tergite 2 und 3) sind intensiv leuchtend orange gefärbt, gefolgt von einem weiteren gelben Band und einer schwarzen Spitze.

Dieses auffällige Muster ist ein klassisches Beispiel für eine “aposematische Färbung” (Warnfärbung), die in den dichten, oft dunklen Nadelwäldern Nordamerikas als weithin sichtbares Stoppsignal für potenzielle Fressfeinde wie Vögel oder kleine Säugetiere dient.

Spezialistin für die Taiga und den borealen Nadelwald

ternariusIhr Verbreitungsgebiet erstreckt sich quer durch den gesamten Norden des amerikanischen Kontinents, vom subarktischen Kanada (Yukon, Northwest Territories) entlang der großen Seen bis in die Neuengland-Staaten und die höher gelegenen Appalachen der USA.

Sie ist perfekt an das raue, kühl-feuchte Klima der borealen Nadelwälder (Taiga), der Moore und der alpinen Zonen angepasst. Ihre Aktivitätsphase ist dadurch komprimiert: Sie muss die Nestgründung, die Aufzucht und die Produktion von Jungköniginnen in den kurzen, intensiven nordischen Sommern in Rekordzeit absolvieren.

Nahrungsspezialistin für Beerensträucher der Heidekrautgewächse

Die Ökologie von Bombus ternarius ist eng mit der nordamerikanischen Flora verknüpft. Als Hummel mit einer verhältnismäßig kurzen Rüssellänge hat sie sich auf flache, offene Blütenformen spezialisiert. Sie gilt als eine der wichtigsten Bestäuber von wirtschaftlich und ökologisch bedeutenden Pflanzen der nördlichen Hemisphäre:

  • Heidelbeeren und Preiselbeeren (Vaccinium): In den riesigen kanadischen Wildheidelbeer-Anbaugebieten gilt sie als wichtiger Bestäuber.
  • Goldruten (Solidago) und Astern: Diese Pflanzen dienen ihr im Spätsommer als Energiequelle, um die neuen Königinnen für den langen Winterschlaf vorzubereiten.
  • Rubus-Arten: Auch wilde Himbeeren und Brombeeren gehören zu ihren Hauptnahrungsquellen.

Der evolutionäre Wettlauf gegen den Parasiten

bombus ternariusEine besondere biologische Dynamik im Leben von Bombus ternarius ergibt sich aus ihrer Rolle als Hauptwirt für die hoch spezialisierte Kuckuckshummel Bombus flavidus (auch bekannt als Bombus fernaldae); dieser permanente evolutionäre Druck zwang die Art zur Entwicklung extrem vorausschauender und aggressiver Verteidigungsmechanismen am Nesteingang.

Quelle Bilder

  • Williams, P. H., Thorp, R. W., Richardson, L. L. & Colla, S. R. (2014): The Bumble Bees of North America. An Identification Guide.
  • Beresford, D. V. (2018): New records and range extensions of bumble bees in North America’s boreal forest.
  • Javorek, S. K.; Mackenzie, K. E.; Vander Kloet, S. P. (2002): Comparative pollination effectiveness among bees visiting lowbush blueberry. Annals of the Entomological Society of America.
  • inaturalist.org
  • inaturalist.org
  • inaturalist.org

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Wie die Luftfeuchtigkeit die Körperfarbe von Schmalbienen beeinflusst

Die Tierwelt fasziniert durch eine enorme Vielfalt an visuellen Signalen. Einige Lebewesen besitzen die Fähigkeit, ihre Farbe dynamisch anzupassen. Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt nun, dass dieser Effekt auch bei bestimmten Bienenarten auftritt und direkt durch die Feuchtigkeit der Umgebungsluft gesteuert wird.

Strukturfarben statt Pigmente

Die glänzenden metallischen Farben vieler Insekten entstehen nicht durch Farbstoffe, sondern durch mikroskopisch kleine Strukturen auf der Oberfläche des Körpers. Diese feinen Schichten reflektieren das Licht auf eine ganz bestimmte Art und Weise, sodass für das menschliche Auge ein schillernder Eindruck entsteht. Wenn sich der Abstand zwischen diesen Schichten verändert, verschiebt sich auch die reflektierte Wellenlänge des Lichts.

SchweißbienenIn Experimenten mit der Bienenart Agapostemon subtilior wurde nachgewiesen, dass eine hohe Luftfeuchtigkeit zu einer messbaren Veränderung der Farbe führt. Bei trockener Luft zeigen die Tiere einen tiefen blaugrünen Farbton. Steigt die Feuchtigkeit in der Umgebung an, verändert sich das Erscheinungsbild hin zu einem helleren gelblichen Grün oder Kupferton. Dieser Prozess läuft vollkommen passiv ab, da die Schichten des Panzers durch die Feuchtigkeit anschwellen.

info hummelBesonders erstaunlich ist die Beobachtung, dass ältere Exemplare dieser Insekten eine deutlich stärkere Farbveränderung zeigen als jüngere Individuen. Die Forschenden vermuten, dass die schützende äußere Schicht im Laufe des Lebens schwächer wird, wodurch Feuchtigkeit leichter in die darunterliegenden Strukturen eindringen kann.

Auswirkungen in der freien Natur

SchweißbienenUm zu überprüfen, ob sich diese im Labor entdeckten Effekte auch in der freien Natur zeigen, werteten die Wissenschaftler eine große Anzahl von Fotografien aus einer bekannten Onlineplattform für Naturbeobachtungen aus. Dabei stellte sich heraus, dass die geografische Verteilung der Farbvarianten tatsächlich mit der durchschnittlichen Luftfeuchtigkeit der Regionen übereinstimmt.

In sehr trockenen Gebieten im Westen der USA sind die Bienen tendenziell bläulicher gefärbt, während sie in feuchteren Regionen eher einen grünlichen Ton aufweisen. Diese Erkenntnis ist für die Forschung von großer Bedeutung, da das Aussehen von Insekten somit stark vom aktuellen Wetter und dem lokalen Klima beeinflusst wird. Für die präzise Bestimmung von Arten anhand von Bildern liefert diese Entdeckung einen wichtigen Hinweis.

Quellenangaben

  • Originalstudie in Biology Letters: https://royalsocietypublishing.org/rsbl/article/22/4/20250803/481403/Humidity-induces-structural-colour-change-and
  • Mitteilung der Queen Mary University of London: https://www.qmul.ac.uk/news/latest-news/2026/science-and-engineering/se/chameleon-bees-change-colour-with-the-weather.html

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Die Wachsmotte aus einem anderen Blickwinkel

WachsmotteWachsmotten nehmen eine bemerkenswerte Stellung im Insektenreich ein. Während sie für Imker und Hummelfreunde eine absolute Herausforderung darstellen, bietet das Verhalten der Tiere der Wissenschaft eine Fülle an Erkenntnissen. Vor allem die Große Wachsmotte zeigt biologische Fähigkeiten, die in der Natur außergewöhnlich sind.

Besonderheiten des Hörvermögens

In der Tierwelt besitzen Tiere mit ausgeprägten Sinnesorganen oft ein exzellentes Gehör. Die Große Wachsmotte übertrifft jedoch viele Wirbeltiere bei Weitem.

  • Das menschliche Gehör nimmt Schallwellen bis zu einer Frequenz von 20000 Hertz auf.
  • Fledermäuse nutzen Ultraschalllaute von bis zu 100000 Hertz zur Orientierung.
  • Die Große Wachsmotte kann Schallfrequenzen von bis zu 300000 Hertz wahrnehmen.

Dieser Sinn dahinter dient primär dem Schutz vor Fledermäusen. Die Motten registrieren die Annäherung ihrer natürlichen Feinde frühzeitig und reagieren mit Ausweichmanövern oder einem abrupten Fallenlassen, um zu entkommen.

Der Abbau von Kunststoff

Ein viel beachteter Aspekt der Wachsmotte ist die Fähigkeit ihrer Larven, Polyethylen abzubauen. Die chemische Struktur von Bienenwachs ähnelte in ihrer Beschaffenheit den langkettigen Kohlenwasserstoffen in Kunststoffen.

  • Die Larven verfügen über spezifische Enzyme in ihrem Verdauungstrakt.
  • Diese biologischen Katalysatoren ermöglichen den Abbau von Kunststoffstrukturen in kurzer Zeit.
  • Die Forschung untersucht aktuell Möglichkeiten, diese biologischen Prozesse für die Reduktion von Kunststoffmüll nutzbar zu machen.
info hummelWissenschaftler konnten nachweisen, dass die Larven der Wachsmotte in der Lage sind, Polyethylen biologisch abzubauen, da ihre Darmbakterien Enzyme besitzen, die die chemischen Verbindungen von Kunststoff auf die gleiche Weise spalten wie die Kohlenwasserstoffketten von natürlichem Bienenwachs.

Die Entwicklung der Wachsmotte

Der Lebenszyklus der Großen Wachsmotte ist eng mit dem Aufenthalt in Hummel- und Bienenstöcken verbunden. Die Falter dringen in der Dunkelheit in die Nester ein und legen dort ihre Eier ab. Die Larven ernähren sich dabei von den Inhaltsstoffen der Waben. Sie bilden dichte Gespinste, die den Schutz der Larven sicherstellen, jedoch das bewohnte Nest nachhaltig schädigen und schließlich zerstören.

Singen mit den Flügeln

Während die meisten Schmetterlinge und Motten lautlos sind, nutzen die Männchen der Wachsmotte echte Ultraschallserenaden. Sie sitzen in der Nähe von Bienenstöcken und Hummelnestern und lassen ihre Flügel in einer extrem schnellen Frequenz vibrieren. Das erzeugt ein für Menschen unhörbares Ultraschalllied. Die Weibchen nutzen ihre empfindlichen Ohren, um den Partner in der Dunkelheit zu orten.

Die Wachsmotte in der medizinischen Forschung

Wachsmottenlarven dienen in der modernen Wissenschaft als Modellorganismen. Sie ersetzen in zunehmendem Maße Versuche an Säugetieren wie Mäusen oder Ratten.

  • Das Immunsystem der Larven weist Ähnlichkeiten zum angeborenen Immunsystem des Menschen auf.
  • Untersuchungen konzentrieren sich auf die Wirksamkeit neuer antibiotischer Wirkstoffe.
  • Die Larven werden zur Prüfung der Aggressivität von Pilzen und Bakterien verwendet.

Quellenverzeichnis

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Wildpflanzen für Raupen und Falter

Wer Schmetterlinge anlocken möchte, muss den Blick auch auf die oft unscheinbaren Raupen richten. Ohne die gefräßigen Larven gibt es keine Schmetterlinge. Viele heimische Schmetterlingsarten sind bei der Eiablage und Nahrungssuche hochspezialisiert. Sie benötigen ganz bestimmte Pflanzen, um das Überleben ihrer Nachkommen zu sichern.

Zehn Wildpflanzen für Raupen und Falter

Brennessel
Die Große Brennnessel ist die wichtigste Kinderstube für heimische Falter. Die Raupen von Tagpfauenauge, Admiral, Kleiner Fuchs und Landkärtchen ernähren sich fast ausschließlich von ihren Blättern. Ein sonniger Flecken im Garten mit einem Brennnesselhorst ist daher das wirksamste Naturschutzprojekt auf kleinem Raum.

Wilde Möhre
Diese zweijährige Wildpflanze bildet im zweiten Jahr wunderschöne weiße Dolden, die eine Vielzahl von Insekten anziehen. Für die prächtigen Raupen des Schwalbenschwanzes ist die Wilde Möhre eine der Hauptnahrungsquellen. Sie lässt sich auch gut im tiefen Kübel auf dem Balkon ziehen.

Gewöhnlicher Natternkopf
Mit seinen leuchtend blauen Blütenständen ist der Natternkopf ein Magnet für ausgewachsene Schmetterlinge. Die Pflanze gedeiht auf mageren, trockenen Böden und ist extrem hitzeresistent. Während die Falter den reichhaltigen Nektar trinken, nutzen einige Nachtfalterarten das Kraut als Raupenfutter.

Wiesen Flockenblume
Die violetten Blütenköpfe dieser ausdauernden Wildpflanze bieten Schmetterlingen wie dem Großen Ochsenauge oder dem Hauhechel Bläuling eine verlässliche Nahrungsquelle von Juni bis Oktober. Sie ist anspruchslos und wächst sowohl im Gartenbeet als auch im größeren Balkonkasten.

Echter Tymian
Der wild wachsende oder im Garten kultivierte Thymian verzaubert durch seinen Duft. Die winzigen Lippenblüten enthalten extrem zuckerreichen Nektar, der für kleine Schmetterlingsarten lebenswichtig ist. Die Raupen des Thymian Bläulings sind zudem auf die Blütenknospen angewiesen.

Wegwarte
Die himmelblauen Blüten der Wegwarte öffnen sich meist nur am Vormittag. Dennoch werden sie in dieser Zeit intensiv von verschiedenen Weißlingen und Edelfaltern besucht. Die tiefe Pfahlwurzel macht die Pflanze unempfindlich gegenüber längeren Trockenperioden im Sommer.

Gewöhnlicher Hornklee
Der Hornklee ist eine Schlüsselpflanze für die Biodiversität. Seine gelben Blüten sind die Hauptnahrungsquelle für die Raupen des Hauhechel Bläulings und des Hauhechel Spanners. Gleichzeitig schätzen erwachsene Falter den reichlich angebotenen Nektar.

Knautie
Auch als Witwenblume bekannt, zieht diese Pflanze mit ihren purpurfarbenen Blütenköpfen vor allem den Abbiss Scheckenfalter an. Sie blüht unermüdlich den ganzen Sommer über und lässt sich wunderbar mit Wildgräsern im Garten kombinieren.

Rote Lichtnelke
Diese Wildpflanze öffnet ihre Blüten tagsüber und zieht Tagfalter an, verströmt aber besonders abends einen feinen Duft. Dadurch lockt sie in den Nachtstunden auch wichtige Nachtfalter an, deren Raupen wiederum an den Kapselfrüchten fressen.

Fenchel
Der wilde Fenchel ist mit seinem fiedrigen Laub nicht nur dekorativ, sondern neben der Wilden Möhre die absolute Lieblingsspeise der Schwalbenschwanzraupen. Die filigranen gelben Doldenblüten im Spätsommer bieten zudem Nahrung für späte Faltergenerationen.

info hummelEinige Schmetterlingsraupen besitzen die faszinierende Fähigkeit, über ihre Haut bestimmte Giftstoffe der Futterpflanzen aufzunehmen und im eigenen Körper zu speichern. Dadurch werden die Raupen für Vögel und andere Fressfeinde ungenießbar, was einen hocheffektiven evolutionären Schutzmechanismus darstellt.

Zehn Stauden für Blütenpracht und Artenschutz

Wasserdost
Der Gewöhnliche Wasserdost wird im Volksmund nicht umsonst Kunigundenkraut oder Hirschheiderich genannt. Seine großen, rosa Blütenstände stehen im Spätsommer in voller Blüte und werden oft von Dutzenden Faltern gleichzeitig belagert, darunter der seltene Russische Bär.

Blaukissen
AlsTeppichstaude eignet sich das Blaukissen ideal für die Einfassung von Beeten oder für Balkonkästen. Da es bereits im zeitigen Frühjahr ab April blüht, stellt es eine der ersten wichtigen Energiequellen für überwinterte Falter wie den Zitronenfalter dar.

Purpur Sonnenhut
Die Echinacea ist ein Klassiker im Staudenbeet. Mit ihren großen, strahlenförmigen Blüten zieht sie im Hochsommer Admiral, Distelfalter und Kaisermantel magisch an. Die Staude benötigt einen sonnigen Standort und nährstoffreichen Boden.

Fetthenne
Die Große Fetthenne lagert Wasser in ihren dickfleischigen Blättern und eignet sich perfekt für trockene Standorte und Balkone. Ihre späte Blütezeit im September und Oktober hilft den Faltern, sich wichtige Fettreserven für den Winterschlaf oder den langen Flug in den Süden anzufressen.

Kugeldistel
Die stahlblauen, perfekt runden Blütenköpfe dieser imposanten Staude sind ein architektonischer Blickfang. Schmetterlinge sitzen oft stundenlang auf den Kugeln, da jede einzelne Kugel aus Hunderten kleinen Einzelblüten besteht, die kontinuierlich Nektar nachproduzieren.

Phlox
Der Flammenblume genannte Phlox verströmt einen intensiven, süßlichen Duft. Dieser Duft lockt vor allem Schmetterlinge mit sehr langen Rüsseln an, wie zum Beispiel die eleganten Taubenschwänzchen, die im Kolibriflug vor den Blüten verharren.

Herbstaster
Wenn sich das Gartenjahr dem Ende neigt, schlagen die Herbstastern ihre große Stunde. Sie bieten Admiralen und Tagpfauenaugen den letzten reichhaltigen Nektar vor dem Wintereinbruch. Astern sind absolut winterhart und pflegeleicht.

Salbei
Der Steppensalbei bietet mit seinen violetten Blütenkerzen eine langanhaltende Blütezeit, wenn er nach dem ersten Flor zurückgeschnitten wird. Er zieht vor allem Dickkopffalter und verschiedene Weißlingsarten an, die den leicht zugänglichen Nektar schätzen.

Mädchenauge
Mit unermüdlicher gelber Blütenpracht erfreut diese Staude von Juli bis zum Frost. Das Mädchenauge ist extrem ausdauernd und wird von vielen kleineren Edelfaltern als Landeplatz und Nahrungsquelle genutzt.

Gelenkblume
Diese feuchtigkeitsliebende Staude eignet sich gut für halbschattige Gartenbereiche. Ihre rosa oder weißen Blütenlippen werden von größeren Faltern angeflogen, die kräftig genug sind, die Blütenklappen aufzustoßen, um an den tief sitzenden Nektar zu gelangen.

Garten und Balkon nicht zu früh aufräumen!

Um die Raupen und auch die im Puppenstadium überwinternden Generationen nicht zu gefährden, sollten Stauden, Wildpflanzen und verblühte Stängel auf keinen Fall im Herbst zurückgeschnitten werden. Viele Schmetterlingsarten heften ihre Eier im Spätsommer an die Pflanzenteile, oder die Raupen verpuppen sich direkt an den vertrockneten Stängeln und überwintern dort bodennah oder in Bodennähe.

Der ideale Zeitpunkt für den Rückschnitt ist daher das zeitige Frühjahr, am besten erst ab Mitte März oder April, wenn die Temperaturen dauerhaft steigen und die ersten Falter bereits geschlüpft sind. Wer den Garten im Winter dennoch etwas aufräumen möchte, sollte das Schnittgut nicht häckseln oder entsorgen, sondern locker in einer geschützten Gartenecke aufschichten, damit die darin festsitzenden Puppen und Raupen im Frühling ihren Lebenszyklus unbeschadet vollenden können.

Quellen und weiterführende Literatur

  • Bundesamt für Naturschutz: Pflanzen für Schmetterlinge und ihre Raupen, abrufbar unter www.bfn.de
  • Naturschutzbund Deutschland: Den Garten schmetterlingsfreundlich gestalten, abrufbar unter www.nabu.de
  • Naturgarten e.V.: Wildpflanzen für Raupen und Falter, abrufbar unter www.naturgarten.org
  • Bellmann, Heiko: Der neue Kosmos Schmetterlingsführer. Schmetterlinge, Raupen und Futterpflanzen. Franckh Kosmos Verlag, Stuttgart.

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Die geheime Symbiose der Ameisenbläulinge

Wiesenkopf AmeisenbläulingIn der Evolution der Insekten haben sich Verhaltensweisen entwickelt, die an Raffinesse kaum zu übertreffen sind. Ein besonders faszinierendes Beispiel für eine solche Spezialisierung bieten bestimmte heimische Schmetterlinge aus der Familie der Bläulinge. Diese kleinen, oft intensiv blau gefärbten Falter betreiben eine Form des Brutparasitismus, die als Myrmekophilie bezeichnet wird. Anstatt ihre Nachkommen mühsam selbst heranzuziehen, schleusen sie ihre Raupen durch gezielte Täuschung in die Nester von Ameisen ein. Dort verbringen die Larven den Winter im sicheren Mikroklima des Baus und werden von den Ameisen wie deren eigene Brut gepflegt.

Der Trick mit dem chemischen Code

Enzian AmeisenbläulingDer Schlüssel zu diesem Erfolg liegt in einer perfekten chemischen Tarnung. Ameisen erkennen ihre Nestgenossen und ihre eigene Brut primär über den Geruch, genauer gesagt über ein spezifisches Muster aus Kohlenwasserstoffen auf der Körperoberfläche. Die Raupen der Ameisenbläulinge haben im Laufe der Stammesgeschichte gelernt, genau dieses Duftprofil ihrer jeweiligen Wirtsameisen exakt zu kopieren. Sobald die Raupe eine bestimmte Entwicklungsstufe erreicht hat, lässt sie sich von ihrer Futterpflanze auf den Boden fallen und wartet darauf, von einer Ameise gefunden zu werden.

Wenn eine Ameise der Gattung Myrmica auf die Raupe stößt, beginnt ein erstaunlicher Prozess. Die Ameise betastet die Raupe mit ihren Fühlern und nimmt den vertrauten Duft wahr. Für die Ameise riecht das Schmetterlingskind wie eine eigene, verloren gegangene Larve. Zusätzlich sondern die Raupen über spezielle Drüsen eine zuckerhaltige Flüssigkeit ab, die den Ameisen als Belohnung dient. Die Täuschung ist so vollkommen, dass die Ameise die im Verhältnis riesige Raupe packt und sie direkt in die Brutkammern des Ameisennestes trägt.

info hummelEinige Bläulingsraupen imitieren im Ameisennest sogar die akustischen Signale der Ameisenkönigin, indem sie über ein Organ am Hinterleib minimale Töne erzeugen, was ihnen im Staat den absoluten Adelsstatus einbringt.

Vom Gast zum gefährlichen Mitbewohner

Im Inneren des Ameisenbaus angekommen, offenbart sich die wahre Natur dieser Beziehung, die je nach Bläulingsart variiert. Die Larven des Lungenenzian-Ameisenbläulings verhalten sich wie Kuckuckskinder. Sie lassen sich von den Ameisenarbeitern direkt füttern, wobei sie sogar bevorzugt vor den echten Ameisenlarven Nahrung erhalten. Andere Arten wie der Wiesenkopf-Ameisenbläuling gehen noch rücksichtsloser vor. Sie ernähren sich räuberisch und fressen im Schutz der Dunkelheit systematisch die Eier und Larven ihrer Gastgeber auf.

Die Ameisen bemerken den Betrug während des gesamten Winters nicht, da die chemische Tarnung der Raupe fehlerfrei funktioniert. Selbst wenn das Nest angegriffen wird, verteidigen die Ameisen die Schmetterlingsraupe oft vehementer als den eigenen Nachwuchs. Erst im folgenden Sommer verpuppt sich die Raupe im Nest. Wenn der fertige Schmetterling schlüpft, besitzt er diesen schützenden Duft nicht mehr und muss den Ameisenbau so schnell wie möglich verlassen, bevor die Täuschung auffliegt und die Ameisen ihn attackieren.

 

Quellen und weiterführende Informationen

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Bombus pauloensis / Bombus atratus

Hummeln aus aller Welt

Bombus pauloensisOb durch ihr elegant-düsteres Erscheinungsbild oder ihr außergewöhnliches Sozialverhalten: In den vielfältigen Ökosystemen Südamerikas lebt mit der Südamerikanischen Schwarzhummel eine Art, die in fast jeder Hinsicht aus der Reihe tanzt.

Wissenschaftlich wird sie als Bombus pauloensis bezeichnet, ist in der Fachwelt jedoch oft noch unter dem Namen Bombus atratus bekannt.

Das auffälligste Merkmal dieser Hummelart steckt bereits in ihrem historischen Artnamen “atratus”, was übersetzt „geschwärzt“ bedeutet. Im Gegensatz zu den bunt gebänderten Verwandten ist diese Hummel ein echter Minimalist: Ihr Körper ist fast vollständig in ein tiefes, samtenes Schwarz gehüllt. Dieses dunkle Haarkleid erfüllt eine lebenswichtige thermoregulatorische Funktion: Da dunkle Flächen Sonnenwärme effizienter absorbieren, hilft der schwarze Pelz den Insekten, ihre Flugmuskulatur auch in den kühlen Morgenstunden der Andenregionen extrem schnell aufzuheizen.

Das Revolutionsmodell: Mehrjährige Staaten und mehrere Königinnen

Die eigentliche Sensation von Bombus pauloensis offenbart sich bei einem Blick in das Innere ihres Staates. Während Hummelvölker in gemäßigten Klimazonen einem strikten, einjährigen Zyklus folgen und im Winter sterben, bricht diese Art mit den Regeln:

  • Mehrjährige Völker (Perennieren): In den wärmeren, tropischen Regionen ihres Verbreitungsgebietes sterben die Nester im Winter nicht ab, sondern bestehen über Jahre hinweg fort.
  • Mehrere Königinnen (Polygynie): Bombus atratus war die weltweit erste Hummelart, bei der wissenschaftlich nachgewiesen wurde, dass zeitweise mehrere eierlegende Königinnen friedlich und kooperativ im selben Nest koexistieren können.

Das Volk wechselt dynamisch zwischen Phasen mit einer einzigen Regentin und hocheffizienten Phasen mit mehreren Königinnen. Dies schützt den Staat vor dem plötzlichen Kollaps und ermöglicht eine gigantische Volksstärke.

Anpassungskünstler zwischen Urwald und Andengipfeln

Bombus pauloensisDie Südamerikanische Schwarzhummel ist ein Paradebeispiel für ökologische Flexibilität. Ihr Verbreitungsgebiet erstreckt sich über weite Teile Südamerikas – von den feuchtheißen Tieflandregionen Brasiliens über die Grassteppen Argentiniens bis hinauf in die kühlen Höhenlagen der kolumbianischen Anden.

Spezialistin für die tropische Landwirtschaft

Bombus pauloensisIn ihrer Heimat nimmt Bombus pauloensis die Rolle einer ökologischen Schlüsselart ein. Für die südamerikanische Landwirtschaft ist sie der Hauptbestäuber für wichtige, einheimische Nutzpflanzen wie die Lulo (Solanum quitoense – eine in den Anden extrem beliebte Frucht) oder die Luzerne. Da sie die Technik der Vibrationsbestäubung beherrscht, ist sie für das Freisetzen der Pollen dieser speziellen tropischen Nachtschattengewächse unverzichtbar.

Bombus pauloensis ist ein biologisches Meisterwerk der Anpassung. Durch die Fähigkeit, mehrjährige und von mehreren Königinnen geführte Staaten zu bilden, hat sie sich flexibel an die Dynamik Südamerikas angepasst und zeigt, wie evolutionärer Druck die klassischen Verhaltensmuster der Hummeln komplett aufbrechen kann.

Quelle Bilder

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