Mein Hummel Tagebuch
Hervorgehoben
Schön, dass Du da bist. Es freut mich, dass Du Dich auch für Hummeln begeisterst, denn immer mehr Menschen interessieren sich für diese pelzigen Brummer. Gestartet 2012 als persönliches Hummel-Tagebuch, ist Pollenhöschen.de heute das größte deutschsprachige Portal zum Thema Hummeln.
Blog Archiv: 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021, 2022, 2023, 2024, 2025, 2026.
Zaun-Wicke (Vicia sepium)
Die Zaun-Wicke gehört zu den Schmetterlingsblütlern und trägt den wissenschaftlichen Namen Vicia sepium. Der Artname kommt von lateinisch sepes, der Zaun oder die Hecke, und beschreibt genau ihren Standort: Sie wächst an Waldrändern, in Hecken und Gebüschsäumen, wo sie sich an Nachbarpflanzen hochzieht.
Gebräuchlich sind auch die Schreibweise Zaunwicke und der Name Gemeine Wicke. In Deutschland, Österreich und der Schweiz ist sie eine häufige, ungefährdete heimische Wildpflanze.
Steckbrief
- Blütezeit: Mai bis Juli, in höheren Lagen bis August
- Boden: frische, nährstoffreiche, meist lehmige Böden, mäßig sauer bis kalkhaltig
- Licht: Halbschatten bis Sonne, verträgt lichten Schatten an Waldrändern
- Wasserbedarf: gleichmäßig frisch, nicht trockenheitsverträglich, meidet Staunässe
- Wuchshöhe: 30 bis 60 Zentimeter, klimmend bis etwa 100 Zentimeter
- Lebensdauer: ausdauernde Staude, treibt jedes Jahr aus einem kriechenden Wurzelstock neu aus, Selbstaussaat findet statt
- Überwinterung: winterhart, der oberirdische Trieb stirbt ab, überwintert wird mit dem Rhizom knapp unter der Bodenoberfläche
- Vermehrung: über Rhizomausläufer und Samen, im Garten am einfachsten durch Aussaat im Herbst oder Teilung des Wurzelstocks
- Besucher: vor allem langrüsselige Hummeln wie Gartenhummel und Ackerhummel, dazu Pelzbienen; kurzrüsselige Hummeln beißen die Blüten seitlich auf
- Pollenfarbe: Graubraun
- Giftigkeit: nicht als Giftpflanze geführt; die Samen sind wie bei anderen Wicken kein Nahrungsmittel, Vergiftungsfälle sind für diese Art nicht beschrieben
- Herkunft: heimische Wildpflanze Europas und Westasiens, kein Neophyt
Erkennungsmerkmale
Die Blätter sind paarig gefiedert und tragen fünf bis neun Fiederpaare. Am Blattende sitzt keine Endfieder, sondern eine verzweigte Ranke, mit der sich die Pflanze festhält. Die Nebenblätter am Stängelansatz sind halbpfeilförmig und meist gezähnt.
Die Blüten stehen zu zwei bis sechs in kurzen Trauben in den Blattachseln, jede etwa 12 bis 15 Millimeter lang. Ihre Farbe ist kein reines Violett, sondern ein trübes, ins Bräunliche gehendes Purpur, oft mit dunkleren Adern auf der Fahne. Diese matte Färbung unterscheidet sie zuverlässig von der Vogel-Wicke, deren Blüten kräftig blauviolett sind und in langen, einseitswendigen Trauben mit zwanzig und mehr Blüten stehen.
Aus den Blüten werden schwarze, kahle Hülsen. Sie öffnen sich bei Trockenheit ruckartig und drehen sich dabei auf, wodurch die Samen mehrere Meter weit geschleudert werden.
Bedeutung als Trachtpflanze
Die Blütenröhre ist so gebaut, dass der Nektar am Grund liegt und nur mit langer Zunge erreichbar ist. Deshalb sind die regulären Bestäuber langrüsselige Hummeln, an erster Stelle die Gartenhummel, dazu die Ackerhummel und Pelzbienen der Gattung Anthophora.
Kurzrüsselige Arten kommen an diesen Nektar nicht heran und nehmen einen anderen Weg: Sie beißen seitlich am Blütengrund ein Loch und trinken von außen. Dieser Nektarraub ist bei der Zaun-Wicke gut zu beobachten, weil die aufgebissenen Blüten deutlich sichtbare Löcher behalten. Honigbienen nutzen die vorhandenen Löcher anschließend mit, ohne selbst welche anzulegen.
Zeitlich fällt die Blüte in eine günstige Phase. Sie beginnt im Mai, wenn die Obstblüte vorbei ist und die Sommerblüher noch nicht soweit sind. Für Hummelvölker, die in dieser Zeit ihre erste Arbeiterinnengeneration aufziehen, ist das eine Versorgungslücke, und die Zaun-Wicke hilft sie zu schließen.
Standort und Ansiedlung im Garten
Wer die Art ansiedeln will, braucht keine Sonderbehandlung, sondern die passende Stelle: einen frischen, nährstoffreichen Saum am Gehölzrand, an einem Zaun oder an einer Hecke, wo sie sich anlehnen kann. In der offenen Staudenbeetmitte wird sie von kräftigeren Nachbarn verdrängt.
Die Aussaat gelingt im Herbst mit Saatgut heimischer Herkunft. Wie alle Wicken lebt sie mit Knöllchenbakterien der Gattung Rhizobium an den Wurzeln zusammen und bindet damit Stickstoff aus der Luft. Auf mageren Flächen, die man gerade mager halten will, ist sie deshalb nicht die richtige Wahl.
Pflege braucht sie kaum. Ein Rückschnitt ist nicht nötig, und wer die Hülsen ausreifen lässt, bekommt Nachwuchs von selbst. Ausbreiten kann sie sich über die Rhizome durchaus kräftig, bleibt aber weit von dem Ausbreitungsdrang mancher Gartenstauden entfernt.
Verwechslungsarten
Neben der Vogel-Wicke kommt die Hecken-Wicke, Vicia dumetorum, in Frage. Sie hat ebenfalls achselständige Trauben, ist aber deutlich seltener, wächst in Laubwäldern auf Kalk und hat weniger, dafür größere Fiederpaare.
Ähnlich sehen auch die Platterbsen, etwa die Wiesen-Platterbse. Bei ihnen ist der Stängel häufig kantig oder geflügelt, und die Blätter tragen meist nur ein bis zwei Fiederpaare. Die Fiederzahl der Zaun-Wicke von fünf bis neun Paaren trennt sie davon sicher.
Quellen
- Oberdorfer E. 2001. Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage, Ulmer, Stuttgart
- Düll R. & Kutzelnigg H. 2016. Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. 8. Auflage, Quelle & Meyer, Wiebelsheim
- Westrich P. 2018. Die Wildbienen Deutschlands. Ulmer, Stuttgart
- Bundesamt für Naturschutz: Pflanzensteckbrief Vicia sepium, abrufbar über floraweb.de
- Info Flora, Nationales Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora: Artdatenblatt Vicia sepium, abrufbar über infoflora.ch
- Foto: nature_explorer2026, Beobachtung vom 07.09.2026, Unterkastel, Fröhnd, Baden-Württemberg, DE. inaturalist.org/observations/398542643, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
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Bombus burmensis
Bombus burmensis trägt ihren heutigen Namen erst seit 2020. Davor galt sie 22 Jahre lang überhaupt nicht als eigene Art, sondern als Synonym einer anderen.
Beschrieben wurde das Tier 1937 von Alexander Skorikow, nach Königinnen aus Myanmar, damals Burma. Er stellte es in die Untergattung Diversibombus und nannte es malaisei, nach dem Sammler des Materials.
Ein Name, der zweimal vergeben war
Das Problem lag darin, dass der Name malaisei innerhalb der Gattung Bombus schon besetzt war. Bischoff hatte ihn 1930 für ein anderes Tier verwendet, für eine Hummel, die heute als Synonym von Bombus czerskianus geführt wird.
Nach den Nomenklaturregeln ist der jüngere der beiden Namen damit nicht verwendbar. Paul Williams schlug 2020 in einer zweiseitigen Notiz burmensis als Ersatznamen vor, mit Bezug auf das Herkunftsland des Typenmaterials.
22 Jahre als Synonym
Williams selbst hatte den Namen 1998 vorläufig zu Bombus trifasciatus gezogen, einer weit verbreiteten Art Ost- und Südasiens, und diese Einschätzung 2009 in der Bearbeitung der Hummeln Sichuans bestätigt. Damit war malaisei keine Art mehr, sondern ein Eintrag in einer Synonymliste.
Diesem Sammelbecken ging es wie vielen anderen: Es löste sich wieder auf. In die damalige Fassung von Bombus trifasciatus waren mindestens fünf weitere Namen eingegangen, darunter albopleuralis, das Friese 1916 aus Indien beschrieben hatte. In der Weltartenliste von 2026 stehen albopleuralis und burmensis wieder als eigene Arten, unmittelbar nebeneinander.
Solche Auflösungen sind der Normalfall geworden, seit Genvergleiche zur Verfügung stehen. Was aussieht wie eine veränderliche weit verbreitete Art, erweist sich häufig als mehrere ähnliche Arten mit kleineren Gebieten.
Wie dünn die Grundlage ist
Der Nachweis, auf den sich der Artstatus von 2026 stützt, ist eine einzige Gensequenz, ein Abschnitt des Gens COI mit der Kennung KP671668. Weitere Sequenzen für die fünf anderen im Stammbaum ausgewerteten Gene liegen für diese Art nicht vor.
Der alte Weltkatalog der Hummeln, der für die meisten Arten wenigstens eine grobe Region nennt, führt zu diesem Namen nichts als den Namen selbst. Keine Verbreitungsangabe, keine Zahl geprüfter Belegtiere, keinen Hinweis auf Körpermerkmale.
Was nicht bekannt ist
Kein Nest dieser Art ist beschrieben. Es gibt keine Angabe zur Volksstärke, keinen dokumentierten Jahresablauf, keine beobachtete Paarung, keine Liste besuchter Blüten und keine Höhenangabe. Das Verbreitungsgebiet ist über die Typuslokalität in Myanmar hinaus nicht umrissen.
Der Grund liegt weniger bei der Art als bei der Region. Myanmar gehört zu den entomologisch am schlechtesten bearbeiteten Ländern Asiens. Systematische Aufsammlungen von Hummeln stammen dort überwiegend aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, und langjährige Kartierungsprogramme, wie sie in Europa und Nordamerika seit Jahrzehnten laufen, gibt es nicht.
Was helfen würde
Der naheliegende Schritt wäre die Durchsicht von Museumsmaterial aus Nordmyanmar und dem angrenzenden Yunnan, das bislang unter dem Namen Bombus trifasciatus abgelegt ist. Genau dort dürften Belege dieser Art liegen.
Weil die Typuskönigin fehlt, wäre zusätzlich die Festlegung eines Ersatztypus nötig, damit der Name überhaupt an einem greifbaren Tier hängt. Solange das aussteht, bleibt Bombus burmensis eine Art, die vor allem auf dem Papier existiert.
Quellen
- Williams P.H. 2020. Bombus burmensis replaces B. malaisei (Skorikov). Journal of Natural History 53: 2737 bis 2738
- Williams P.H., Tang Y., Yao J. & Cameron S. 2009. The bumblebees of Sichuan (Hymenoptera: Apidae, Bombini). Systematics and Biodiversity 7: 101 bis 190
- Williams P.H. 1998. An annotated checklist of bumble bees with an analysis of patterns of description. Bulletin of the Natural History Museum, London (Entomology) 67: 79 bis 152
- Williams P.H. 2021. Not just cryptic, but a barcode bush: PTP re-analysis of global data for the bumblebee subgenus Bombus s. str. Journal of Natural History 55: 271 bis 282
- Williams P.H. et al. 2026. Evolutionary tree for all bumblebee species world-wide estimated by combining information from fast-evolving genes, slow-evolving genes, and genomic data (Apidae, Bombus). Insects 17: 540
- Foto: Simba (simbason), Beobachtung vom 13.10.2025, 中国云南省丽江市玉龙纳西族自治县. inaturalist.org/observations/324676539, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
- Foto: Ziyang Liu (mrapatura), Beobachtung vom 02.09.2025, 中国云南省保山市隆阳区. inaturalist.org/observations/316435680, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
- Foto: Lukasz Madrzynski 孟巨石 (lukaszmadrzynski), Beobachtung vom 20.10.2018, Lijiang, CN-YN, CN. inaturalist.org/observations/28416248, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
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Das Hornissennest
Die Hornisse (Vespa crabro) ist die größte in Mitteleuropa heimische Faltenwespe. Königinnen erreichen eine Körperlänge von bis zu 35 Millimetern, Arbeiterinnen messen zwischen 18 und 25 Millimetern, Drohnen liegen mit 21 bis 28 Millimetern dazwischen. Kopf, Brustabschnitt und Hinterleib zeigen neben Schwarz und Gelb einen ausgedehnten rotbraunen Anteil, der den kleineren heimischen Wespenarten fehlt und eine sichere Unterscheidung ermöglicht. Auch die Kopfform ist ein verlässliches Bestimmungsmerkmal: Von oben betrachtet ist der Bereich hinter den Facettenaugen deutlich verbreitert, wodurch die drei Punktaugen weiter vom Hinterrand des Kopfes entfernt liegen als bei anderen Faltenwespen.
Die Art kommt in nahezu ganz Europa und in weiten Teilen Asiens vor, im 19. Jahrhundert wurde sie zudem nach Nordamerika eingeschleppt, wo sie sich in den USA und in Kanada etabliert hat. In Deutschland galt die Hornisse jahrzehntelang als selten und stand auf der Roten Liste gefährdeter Arten. Erst seit Ende der 1970er Jahre hat sich der Bestand wieder ausgeweitet, unter anderem, weil hochgiftige Insektizide wie DDT seltener eingesetzt werden.
Nestgründung durch die Königin
Eine begattete Jungkönigin überwintert einzeln, versteckt unter loser Baumrinde oder in morschem Holz. Mitte April oder Anfang Mai verlässt sie ihr Winterquartier und sucht einen dunklen, trockenen Hohlraum: eine Baumhöhle, einen Rollladenkasten, einen Vogelnistkasten oder einen offenen Dachboden. Ursprüngliche Nistplätze in alten Laubbäumen sind in weiten Teilen Mitteleuropas selten geworden, weshalb Hornissen zunehmend auf solche sekundären Nistmöglichkeiten im Siedlungsbereich ausweichen. Aus zernagten Holzfasern, die mit Speichel zu einer papierartigen Masse verarbeitet werden, fertigt die Königin die erste Wabe und legt die ersten Eier hinein. Die daraus schlüpfenden Larven versorgt sie zunächst allein mit erbeuteten Insekten. Erst wenn die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, geben sie den weiteren Nestbau, die Nestverteidigung und die Nahrungsbeschaffung an diese ab, während die Königin sich von da an ausschließlich der Eiablage widmet.
Aufbau und Größe des Nests
Das fertige Nest besteht aus mehreren übereinanderliegenden Waben, umhüllt von einer mehrschichtigen Papierhülle mit brauner Marmorierung, die durch die unterschiedliche Holzherkunft im Baumaterial entsteht. Je nach Platzangebot im Hohlraum kann ein Nest bis zu 60 Zentimeter Länge und 50 Zentimeter Durchmesser erreichen. Reicht der vorhandene Raum nicht aus, gründen Hornissen mitunter in der Nähe eine zweite Kolonie, eine sogenannte Filiale. Nach dem Ende der Saison wird das Nest nicht erneut besiedelt. Im Folgejahr verwerten spezialisierte Käfer und andere Insekten das Material.
Nachtaktivität und Orientierung am Licht
Tagsüber sehen Hornissen gut und jagen aktiv, in der Dämmerung und bei Dunkelheit lässt ihre Sehleistung dagegen deutlich nach. Trotzdem verlassen sie ihr Nest auch nach Einbruch der Nacht, etwa um ein zuvor begonnenes Beutestück abzuschließen oder auf zusätzliche Nahrungssuche zu gehen. Fehlt der Mond als Fixpunkt oder taucht stattdessen eine künstliche Lichtquelle auf, richten sich die Tiere nach dieser aus und geraten so gelegentlich durch ein offenes Fenster in Wohnräume. Der NABU rät deshalb, Außenbeleuchtung an Haus und Terrasse während der Sommermonate auf ein Minimum zu beschränken und Zimmerlicht erst nach dem Schließen der Fenster einzuschalten. Hat sich bereits eine Hornisse verirrt, genügt es meist, das Licht zu löschen und das Fenster weit zu öffnen, damit sie von selbst wieder hinausfindet.
Volksstärke und Nahrung im Sommer
Im Hochsommer kann ein gut entwickeltes Hornissenvolk 400 bis 700, in günstigen Jahren bis zu 1000 Tiere umfassen. Die Larven werden ausschließlich mit tierischem Eiweiß versorgt, ein starkes Volk kann dafür an einem einzigen Tag bis zu einem halben Kilogramm Insekten erbeuten. Erwachsene Hornissen selbst ernähren sich dagegen überwiegend von Kohlenhydraten: Baumsäften, Nektar, Fallobst und Honigtau. Diese Säfte beschaffen sie sich häufig, indem sie mit ihren kräftigen Mundwerkzeugen junge Äste beringen, also die Rinde ankratzen, sodass Saft austritt.
Jagdverhalten und ökologische Bedeutung
Als Beute dienen Hornissen nahezu alle Insekten, die sie überwältigen können: Fliegen, Bienen, andere Wespenarten, Heuschrecken, Käfer, Raupen und Libellen, gelegentlich auch Spinnen. Andere Wespen stehen dabei besonders häufig auf dem Speiseplan. Weil ein Hornissenvolk auf diese Weise die Bestände der lästigeren, süßspeisenaffinen Wespenarten wie der Deutschen und der Gemeinen Wespe spürbar dezimiert, wird ein Vorkommen im eigenen Garten von Gärtnern und Landwirten häufig als Vorteil wahrgenommen. Anders als diese beiden Wespenarten interessieren sich Hornissen kaum für Kuchen, Fallobst am Grillbuffet oder süße Getränke, was Begegnungen bei sommerlichen Mahlzeiten im Freien deutlich seltener macht.
Giftwirkung und der Volksglaube vom tödlichen Stich
Kaum ein Insekt in Mitteleuropa hat einen derart schlechten Ruf wie die Hornisse, dabei hält sich die Vorstellung, drei Stiche würden einen erwachsenen Menschen töten und sieben ein Pferd, seit Generationen hartnäckig. Untersuchungen zur Giftzusammensetzung widerlegen diesen Volksglauben eindeutig: Das Gift der Hornisse ist nicht stärker als das von Wespen oder Bienen, teilweise sogar schwächer. Lebensgefährlich wird eine Vergiftung für einen gesunden Erwachsenen erst bei mehreren Hundert Stichen gleichzeitig, eine Zahl, die in der Praxis so gut wie nie erreicht wird, da bereits ein einziges Nest selten mehr als wenige hundert Tiere umfasst und Hornissen nur bei unmittelbarer Bedrohung ihres Nests angreifen. Schmerzhafter als ein Wespen oder Bienenstich wird ein Hornissenstich vor allem wegen des längeren, dickeren Stachels und eines im Gift enthaltenen hohen Anteils an Acetylcholin empfunden, einem Neurotransmitter, der bei den anderen beiden Insekten in dieser Konzentration nicht vorkommt.
Eine echte Gefahr besteht für Allergiker, bei denen bereits ein einzelner Stich eine schwere allergische Reaktion bis hin zum anaphylaktischen Schock auslösen kann. Betroffen sind schätzungsweise zwei bis vier Prozent der Bevölkerung. Ebenfalls kritisch sind Stiche im Mund oder Rachenraum, da die entstehende Schwellung die Atemwege verlegen kann. Weil Hornissen aber, anders als Wespen, kaum an Speisen und Getränken interessiert sind, kommt ein versehentliches Verschlucken deutlich seltener vor als bei anderen Wespenarten.
Gesetzlicher Schutz
Seit 1987 zählt die Hornisse zu den nach der Bundesartenschutzverordnung besonders geschützten Tierarten. Nach § 44 Bundesnaturschutzgesetz ist es verboten, Hornissen nachzustellen, zu fangen, zu verletzen oder zu töten, ebenso dürfen ihre Nist, Brut, Wohn oder Zufluchtsstätten nicht beschädigt oder zerstört werden. Wer ein Hornissennest entfernen oder umsiedeln lassen möchte, benötigt daher eine Ausnahmegenehmigung der zuständigen unteren Naturschutzbehörde. Eine solche Genehmigung wird nur bei einer konkreten Gefährdung erteilt, etwa wenn sich das Nest in unmittelbarer Nähe eines Kinderspielplatzes befindet oder ein Allergiker im betroffenen Haushalt lebt. In den meisten übrigen Fällen empfehlen Naturschutzbehörden, das Nest bis zum natürlichen Ende der Kolonie im Herbst einfach zu belassen. Verstöße gegen die Schutzvorschriften gelten als Ordnungswidrigkeit und können mit Bußgeldern geahndet werden.
Ende der Kolonie im Herbst
Ende September oder Anfang Oktober paaren sich an milden Tagen die im Spätsommer geschlüpften Jungköniginnen und Drohnen. Die Drohnen sterben bald nach der Paarung. Auch die Arbeiterinnen und die alte Königin überleben die kalte Jahreszeit nicht, spätestens der erste Nachtfrost beendet das Volk. Nur die zuvor begatteten Jungköniginnen überstehen den Winter, jede für sich allein in einem geschützten Versteck, um im folgenden Frühjahr an anderer Stelle ein neues Nest zu gründen. Das alte Nest wird nie ein zweites Mal besiedelt.
Quellen
- Institut für Schädlingskunde: “Hornisse – Vespa crabro”, https://schaedlingskunde.de/schaedlinge/steckbriefe/wespen/hornisse-vespa-crabro/hornisse-vespa-crabro/
- Planet Schule: “Biologie: Im Nest der Königin – wie leben Hornissen?”, https://www.planet-schule.de/schwerpunkt/frage-trifft-antwort/wie-leben-hornissen-film-100.html
- Umsiedlungen.ch: “Hornissen (Vespa crabro)”, https://www.umsiedlungen.ch/wespenarten/hornissen-vespa-crabro/
- Ministerium für Umwelt und Verbraucherschutz Saarland: “Umgang mit Hornissen”, https://www.saarland.de/mukmav/DE/portale/naturschutz/informationen/artenschutz/umgang-mit-hornissen
- NABU Bundesverband: “Keine Panik: NABU-Tipps zum Umgang mit Wespen und Hornissen”, https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/wespen-und-hornissen/02624.html
- NABU Niedersachsen: “Richtiger Umgang mit einem Wespen- oder Hornissennest”, https://niedersachsen.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten/hautfluegler/wespen/14039.html
- BUND: “Unser Tipp im Mai: Die Hornisse”, https://www.bund.net/bund-tipps/detail-tipps/tip/unser-tipp-im-mai-die-hornisse/
- Weltderwunder.de: “Wie gefährlich ist ein Hornissenstich?”, https://www.weltderwunder.de/wie-gefahrlich-ist-ein-hornissenstich/
- Ingo Heinemann: “Ist ein Hornissenstich gefährlich? Die Wahrheit über die vermeintlichen Killer”, https://www.ingo-heinemann.de/ist-ein-hornissenstich-gefaehrlich-die-wahrheit-ueber-die-vermeintlichen-killer/
- Gartenjournal.net: “Sind Hornissen nachtaktiv? Wissenswertes zu Ruhe und Schlaf”, https://www.gartenjournal.net/hornissen-nachtaktiv
- inaturalist.org
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Wo Hummeln nisten, entscheidet über ihre Hitzeanfälligkeit
Dass Erwärmung Hummeln zusetzt, gilt als ausgemacht. Die Tiere stammen aus kühlen Regionen, tragen ein dichtes Haarkleid und geraten in der Hitze schnell an Grenzen. Eine Untersuchung im Journal of Animal Ecology kommt bei genauerer Betrachtung zu einem differenzierteren Bild: Für das Sammeln bringt Wärme den Kolonien sogar Vorteile. Das Problem sitzt an einer anderen Stelle, nämlich im Nest, und es trifft nicht alle Arten gleich.
Vier Datensätze für eine Frage
Francis Mullan und sein Team haben das Problem von mehreren Seiten angegangen. Zunächst maßen sie über längere Zeit die Temperaturen in nachgebauten Nestern, unterirdisch und oberirdisch, zunächst ohne Bienen darin. So ließ sich feststellen, welche Bedingungen ein Volk am jeweiligen Standort überhaupt vorfindet.
Im Labor folgten kontrollierte Versuche mit Mikrokolonien der nordamerikanischen Art Bombus impatiens. Dort wurde gemessen, ab welcher Temperatur die Arbeiterinnen mit den Flügeln fächeln, um Luft durch das Nest zu bewegen, und wie viel Zeit sie umgekehrt für das Wärmen der Brut aufwenden. Im Feld erfassten die Forscher an sechs Standorten zwischen Georgia und Michigan, wie sich die Besuchszahlen an Gurkenblüten mit der Umgebungstemperatur ändern. Am Ende führte ein Modell alle vier Datensätze zusammen und rechnete sie auf die Klimaprojektionen für die Mitte und das Ende des Jahrhunderts hoch.
Mehr Flugstunden, weniger Heizarbeit
Das erste Ergebnis widerspricht der Erwartung der Autoren. Unter wärmeren Bedingungen weitet sich das Zeitfenster, in dem die Temperaturen fürs Sammeln günstig liegen. In kühlen Regionen und in den Randzeiten des Tages fällt damit weniger Sammelzeit aus.
Dazu kommt eine Entlastung im Nest. Hummeln halten ihre Brut bei etwa dreißig Grad, und diese Wärme muss jemand erzeugen. Arbeiterinnen legen sich dafür auf die Brutklumpen und geben Wärme aus der Flugmuskulatur ab, was Zucker kostet und Arbeitskraft bindet. Steigt die Außentemperatur, sinkt dieser Aufwand. Rechnerisch werden dadurch Arbeiterinnen frei, die stattdessen sammeln können.
Der Nistplatz macht den Unterschied
Bei den Nesttemperaturen trennen sich die beiden Bauweisen deutlich. Erdreich puffert. Ein Nest in einem verlassenen Mäusebau liegt in einer Umgebung, deren Temperatur langsam und gedämpft der Luft folgt, und selbst an heißen Nachmittagen bleiben die Werte in einem Bereich, den die Kolonie bewältigt. In den Modellrechnungen zeigten unterirdische Nester deshalb keine nennenswerten Nachteile durch die Erwärmung.
Oberirdische Nester haben diesen Puffer nicht. Sie folgen der Außentemperatur unmittelbar und heizen sich in der Sonne zusätzlich auf. Am wärmsten der untersuchten Standorte in Georgia liegen solche Nester derzeit etwa neun Stunden im Jahr über der Schwelle, ab der die Arbeiterinnen fächeln müssen. Unter den Klimaprojektionen der Studie steigt dieser Wert auf annähernd zweihundert Stunden pro Jahr.
Jede dieser Stunden ist doppelt teuer. Die fächelnden Arbeiterinnen sammeln nicht, versorgen die Brut nicht und verbrauchen dabei selbst Energie. Bei anhaltender Hitze kann eine Kolonie in eine Lage geraten, in der ein wachsender Teil der Belegschaft nur noch damit beschäftigt ist, das Nest bewohnbar zu halten. Und selbst dann gibt es eine Obergrenze dessen, was sich durch Luftbewegung erreichen lässt. Wird die überschritten, hilft kein zusätzlicher Aufwand mehr.
Was das für heimische Arten und für Gewächshäuser bedeutet
Die Studie hat mit einer nordamerikanischen Art gearbeitet, das Prinzip hängt aber nicht an der Art, sondern an der Bauweise des Nests. In Mitteleuropa nistet ein Teil der Hummeln unterirdisch, etwa die Erdhummel in verlassenen Nagerbauten. Andere Arten legen ihre Nester an oder über der Bodenoberfläche an. Die Ackerhummel baut bevorzugt in Moospolstern und Grashorsten, die Baumhummel in Baumhöhlen und regelmäßig auch in Vogelnistkästen. Nach der Logik dieser Untersuchung stünden gerade solche Arten bei zunehmender Sommerhitze unter höherem Druck. Belegt ist das für Mitteleuropa bisher nicht, es wäre eine Frage für die hiesige Forschung.
Direkt betroffen ist die kommerzielle Nutzung. Hummelvölker für den Gewächshausanbau stecken in Kartons oder Kunststoffboxen, also in oberirdischen Behausungen ohne jede Dämmung durch Erdreich. Was die Studie über oberirdische Nester sagt, gilt für diese Kisten unmittelbar. Beschattung, Dämmung und die Wahl des Aufstellorts sind damit keine Nebensächlichkeiten, sondern Teil der Betriebssicherheit.
Für den Naturschutz folgt daraus ein Hinweis, der über Blühstreifen hinausgeht. Wer Hummeln fördern will, muss auch an das Nest denken. Strukturreiche, beschattete Flächen, ungestörte Böschungen und alte Nagerbaue sind Lebensraum, dessen Wert mit jedem heißen Sommer steigt.
Quellen
- Mullan, F. R.; Green, N. S.; Youngsteadt, E.; McCluney, K. E.; Penick, C. A. (2026): Nesting biology shapes climate vulnerability of social bees (Bombus spp.). Journal of Animal Ecology. DOI: 10.1111/1365-2656.70267, besjournals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/1365-2656.70267
- North Carolina State University (2026): How Higher Temperatures Can Benefit (or Devastate) Bumble Bee Populations. Pressemitteilung vom Mai 2026, news.ncsu.edu/2026/05/higher-temperatures-bumble-bees
- Weidenmüller, A. (2004): The control of nest climate in bumblebee (Bombus terrestris) colonies: interindividual variability and self reinforcement in fanning response. Behavioral Ecology 15(1), Seiten 120 bis 128
- Heinrich, B. (2004): Bumblebee Economics. Revised Edition, Harvard University Press, Cambridge
- Westrich, P. (2018): Die Wildbienen Deutschlands. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart. Angaben zu Nistweisen von Bombus pascuorum und Bombus hypnorum
- Amiet, F. (1996): Hymenoptera Apidae, 1. Teil: Allgemeiner Teil, Gattungsschlüssel, Gattungen Apis, Bombus und Psithyrus. Insecta Helvetica Fauna 12, Schweizerische Entomologische Gesellschaft
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Bombus patagiatus
Bombus patagiatus war lange ein Sammelbegriff. Unter diesem Namen liefen viele Hummeln mit weißem Hinterteil aus halb Ostasien mit, darunter eine, die sich 2012 als eigene Art erwies und heute Bombus lantschouensis heißt. Auch Bombus minshanensis galt zeitweise als bloße Unterart.
Inzwischen sind die Grenzen geklärt, und die verbliebene Art hat sich zu einem der wichtigsten Bestäuber im chinesischen Gartenbau entwickelt. Anfang 2026 wurden die Genome beider Arten gemeinsam veröffentlicht.
Eckdaten
- Untergattung Bombus im engeren Sinn, Art beschrieben von Nylander im Jahr 1848
- Artengruppe weißschwänzige Arten
- Verbreitung Nordosten des europäischen Russland bis Karelien, Mongolei, Nord- und Zentralchina
- Nachweise in China Innere Mongolei, Gansu, Qinghai, Sichuan
- Nistplätze Nagerbaue und Hohlräume unter Baumwurzeln
- Nutzung kommerzielle Bestäubung im Gewächshaus, vor allem Auberginen
- Genom 240,28 Millionen Basenpaare auf 18 Chromosomen
Eine brauchbare Beschreibung der Färbung lässt sich nicht geben. Die Arten dieser Gruppe gleichen sich äußerlich so stark, dass sich selbst Fachleute jahrzehntelang uneins waren, wie viele Arten überhaupt darunter stecken. Sichere Bestimmung erfordert genetische Methoden oder die Untersuchung von Genitalmerkmalen.
Verbreitung und Nistweise
Das Areal reicht vom Nordosten des europäischen Russland ostwärts über die Mongolei bis nach Nord- und Zentralchina. In China stammen Nachweise aus der Inneren Mongolei, aus Gansu, Qinghai und Sichuan, also überwiegend aus Steppen-, Grasland- und Hochlandregionen.
Aus dem Südural, dem westlichen Rand des Areals, liegen Angaben zur Nistweise vor. Dort besiedelt die Art Lichtungen in Mischwäldern und legt ihre Nester in Nagerbauen und unter Baumwurzeln an. Ob das für das gesamte Areal gilt, ist offen, denn aus den zentralasiatischen Vorkommen fehlen vergleichbare Beobachtungen.
Bemerkenswert ist ein Nachweis aus der Inneren Mongolei: Auf der Renaturierungsfläche eines Braunkohletagebaus trat die Art als kennzeichnende Insektenart eines bestimmten Wiederbesiedlungsstadiums auf. Für eine Hummel, deren natürlicher Lebensraum offenes Grasland ist, sind solche Flächen offenbar früh nutzbar.
Der Name, der zu viele Arten umfasste
2012 nahm eine Arbeitsgruppe um Paul Williams die weißschwänzigen Hummeln weltweit mit genetischen Barcodes unter die Lupe, also mit einem standardisierten Abschnitt des Gens für die Cytochrom-c-Oxidase-Untereinheit I. Dabei löste sich der weit gefasste Begriff Bombus patagiatus auf. Die nordchinesischen Tiere, die dort mitliefen, erwiesen sich als eigenständige Linie und tragen seither den Namen Bombus lantschouensis.
Praktische Folgen hatte das sofort. Beide Arten wurden zu diesem Zeitpunkt bereits für den Gewächshauseinsatz vermehrt. Wer Hummelvölker über Landesgrenzen verkauft, muss wissen, welche Art er verschickt, sonst lässt sich weder beurteilen, ob sie am Zielort heimisch ist, noch welche Krankheitserreger sie mitbringt.
Zucht und Auberginenbestäubung
Zwischen 1998 und 2017 wurden in China sechs einheimische Hummelarten für die Zucht ausgewählt und erprobt: Bombus lucorum, Bombus ignitus, Bombus pyrosoma, Bombus picipes, Bombus lantschouensis und Bombus patagiatus. Zwei davon haben es bis zur kommerziellen Nutzung gebracht, nämlich die letzten beiden.
Der Schwerpunkt liegt bei Bombus patagiatus auf Auberginen. Diese geben ihren Pollen nur bei Vibration frei, weshalb Honigbienen als Bestäuber ausfallen. Hummeln erzeugen die nötige Erschütterung, indem sie ihre Flugmuskulatur einsetzen, ohne die Flügel zu bewegen. Ohne Bestäuber muss im Gewächshaus mit Wuchsstoffen nachgeholfen oder von Hand bestäubt werden, was Arbeitszeit kostet und regelmäßig zu weniger Samen und kleineren Früchten führt.
Zwei Genome nebeneinander
Anfang 2026 erschienen die Genome von Bombus patagiatus und Bombus lantschouensis gemeinsam in einer Arbeit. Verwendet wurden lange Lesestücke der PacBio-Technik, kurze Illumina-Lesestücke zur Absicherung und ein Hi-C-Verfahren zur Zuordnung auf Chromosomen.
Die Assemblierung für Bombus patagiatus umfasst 240,28 Millionen Basenpaare, von denen 94,38 Prozent 18 Chromosomen zugeordnet werden konnten. Vorhergesagt wurden 17.351 proteinkodierende Gene. Bei Bombus lantschouensis liegen die Werte bei 241,30 Millionen Basenpaaren und 16.023 proteinkodierenden Genen. Die Genomgrößen sind also praktisch gleich, die Genzahlen unterscheiden sich um gut acht Prozent. Wie viel davon biologisch begründet ist und wie viel auf Unterschiede in der Auswertung zurückgeht, lässt sich aus den Zahlen allein nicht sagen.
Der Zweck solcher Daten ist praktisch. Wer Hummeln züchtet, will wissen, welche genetische Vielfalt in seinen Zuchtstämmen steckt und ob Zuchttiere sich von wilden Beständen entfernen. Dafür braucht es ein Referenzgenom als Vergleichsmaßstab.
Die eingeführte Konkurrenz
Wie in vielen Ländern wird auch in Ostasien für Gewächshäuser überwiegend die europäische Bombus terrestris gehandelt. Eine Untersuchung von 2018 hat modelliert, wo in Ostasien klimatisch geeignete Flächen für diese Art liegen und wie stark sie sich mit den Vorkommen einheimischer chinesischer Hummeln überschneiden. Das Ergebnis fiel deutlich aus: Die Überlappung ist erheblich.
Genau darin liegt der Grund, warum China einheimische Arten für die Zucht entwickelt. Eine Art, die bereits im Land vorkommt, kann keine fremde Art einschleppen, keine unbekannten Krankheitserreger mitbringen und sich nicht mit lokalen Beständen zu etwas vermischen, das vorher nicht da war. Bombus patagiatus ist dafür einer von zwei Kandidaten, die den Sprung in die Praxis geschafft haben.
Quellen
- Chromosome-level genome assembly and annotation of two Asian bumble bees (2026). Scientific Data 13, 248. nature.com/articles/s41597-026-06568-x
- Williams, P. H., Brown, M. J. F., Carolan, J. C. et al. (2012): Unveiling cryptic species of the bumblebee subgenus Bombus s. str. worldwide with COI barcodes. Systematics and Biodiversity 10(1), 21 bis 56.
- Huang, J., An, J. (2018): Species diversity, pollination application and strategy for conservation of the bumblebees of China. Biodiversity Science 26(5), 486 bis 497. biodiversity-science.net/EN/10.17520/biods.2018068
- Habitat suitability for the invasion of Bombus terrestris in East Asian countries. A case study of spatial overlap with local Chinese bumblebees (2018). Scientific Reports 8, 11028. nature.com/articles/s41598-018-29414-6
- Williams, P. H., Tang, Y., Yao, J., Cameron, S. (2014): The bumblebees of North China (Apidae, Bombus Latreille). Zootaxa 3830(1), 1 bis 89.
- Survey and diversity assessment of key insect communities in different grassland types in Inner Mongolia (2025). pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12219844
- Investigation of Insect Diversity in the Restoration Area of Yimin Surface Mine in Inner Mongolia (2025). Diversity 17(9), 635. mdpi.com/1424-2818/17/9/635
- Foto: Anastasiia Merkulova (anastasiiamerkulova), Beobachtung vom 31.08.2025, Дск “территория” улица, Магадан, Магаданская область, RU. inaturalist.org/observations/310416171, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
- Foto: mihailivanov, Beobachtung vom 03.09.2025, Иркутский р-н, Иркутская обл., Россия. inaturalist.org/observations/311412408, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
- Foto: naturalisttt, Beobachtung vom 13.07.2025, Вилюйск, Респ. Саха (Якутия), Россия, 678202. inaturalist.org/observations/329449476, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
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Bombus bellicosus
In den offenen Grasländern zwischen dem Nordwesten Argentiniens und dem brasilianischen Bundesstaat Paraná flog bis in die 1980er Jahre eine Hummel mit gelbem Bruststück und orangefarbenem Hinterleibsende. Am nördlichen Rand dieses Gebietes fehlt sie heute vollständig.
Bombus bellicosus gehört zu den wenigen Hummelarten der Südhalbkugel, bei denen sich ein regionales Aussterben nicht nur vermuten lässt. Sammlungsbelege und gezielte Nachsuchen zeichnen den Vorgang nach.
Verbreitung und Lebensraum
Das Areal der Art reicht vom Nordwesten Argentiniens über Uruguay bis in den Süden Brasiliens. In Paraná lag die nordöstliche Grenze. Besiedelt werden offene Graslandschaften und Flächen mit Strauchbewuchs, also die Campos und die Pampa, nicht der geschlossene Wald.
Wie stark sich das Bild schon verschoben hat, zeigt eine Bestandsaufnahme in Uruguay. Sechs Bombus-Arten waren für das Land gemeldet, bestätigen ließen sich nur zwei: Bombus pauloensis, verbreitet über alle Landesteile, und Bombus bellicosus, beschränkt auf den Süden.
Erkennungsmerkmale
Kopf, Fühler und Augen sind durchgehend schwarz behaart. Das Bruststück trägt oben gelbe Haare, in der Mitte bleibt eine haarlose schwarze Fläche frei. Am Hinterleib sind die vorderen Segmente schwarz, die hinteren orange. Diese Kombination macht die Art im Feld gut ansprechbar, was bei den südamerikanischen Hummeln keineswegs selbstverständlich ist. In Brasilien läuft sie wie andere große Bienen unter dem Sammelnamen mamangava. Systematisch gehört sie zur Untergattung Thoracobombus.
Eine Wachsdecke über der Brut
Ein Detail aus dem Nestbau hat die Forschung aufhorchen lassen. Völker dieser Art überziehen ihre Brutzellen mit einer Wachsschicht. Innerhalb der Gattung kennt man dieses Verhalten sonst vor allem von Arten kühler Regionen, wo die Decke Wärme im Nest hält.
Bei einer Hummel, die in subtropischen Grasländern lebt, wirft das eine naheliegende Frage auf. Steigen die Temperaturen, könnte eine Bauweise, die Wärme zurückhält, von einem Vorteil zu einer Belastung werden. Bewiesen ist dieser Zusammenhang nicht. Er gilt als eine der plausiblen Erklärungen dafür, warum gerade diese Art aus dem wärmeren Norden ihres Areals verschwand.
Das Verschwinden aus Paraná
Bis Anfang der 1980er Jahre war die Art in Paraná noch vergleichsweise häufig. Aus dieser Zeit stammen die letzten Belegexemplare. Als zwischen 2002 und 2005 an denselben Stellen erneut gesammelt wurde, kam kein Nachweis mehr zusammen.
Als Ursachen kommen mehrere Entwicklungen in Betracht, die zeitlich zusammenfielen. Die Campos wurden großflächig in Acker und Siedlungsfläche umgewandelt. Dazu kommen Belastungen durch Schadstoffe und die Erwärmung. Welcher Anteil auf welchen Faktor entfällt, lässt sich im Nachhinein nicht auseinanderrechnen.
Was die Modelle vorhersagen
Eine Arbeit von 2015 hat berechnet, wo die Art unter künftigen Klimabedingungen noch geeignete Verhältnisse vorfinden würde. Das Ergebnis fällt eindeutig aus: Die passenden Räume wandern nach Süden. Übrig blieben Restflächen im Süden Brasiliens sowie Teile Argentiniens und Uruguays.
Für eine Art, die an offene Graslandschaften gebunden ist, hat das eine unangenehme Nebenbedingung. Sie kann nur dorthin ausweichen, wo solche Flächen noch existieren. Genau daran mangelt es in der Pampa, die zu großen Teilen unter dem Pflug liegt.
Eingeschleppte Konkurrenz
Seit den 1990er Jahren breitet sich der aus Europa nach Chile eingeführte Bombus terrestris über den Süden des Kontinents aus. Aus Chile schwappte er nach Argentinien über, obwohl dort ein Einfuhrverbot galt. Neue Fundorte in Río Negro und La Pampa markieren die Ostbewegung.
Für Bombus dahlbomii im Süden Chiles und Argentiniens sind die Folgen dieser Ausbreitung inzwischen gut dokumentiert. Für Bombus bellicosus fehlt ein entsprechender Nachweis. Der Ausbreitungskorridor über die argentinische Pampa Richtung Uruguay und Südbrasilien führt allerdings mitten durch das verbliebene Restareal.
Was noch fehlt
Zur Nistplatzwahl, zur Volksgröße und zum Jahreslauf der Art liegen bis heute kaum veröffentlichte Daten vor. Wer nach Angaben sucht, findet meist Werte verwandter Arten, die sich nicht ohne Weiteres übertragen lassen.
Ein Fortschritt kam 2024 mit der Entschlüsselung des Kern- und Mitochondriengenoms. Solche Daten erlauben es, genetische Vielfalt und Verwandtschaftsverhältnisse in den verbliebenen Vorkommen zu messen. Bei einer Art, deren Bestände auseinandergerissen wurden, ist das die Grundlage für jede belastbare Schutzplanung. Die Weltnaturschutzunion führt Bombus bellicosus bislang unter der Kategorie ungenügende Datengrundlage.
Quellen
- Martins, A. C. & Melo, G. A. R. (2010): Has the bumblebee Bombus bellicosus gone extinct in the northern portion of its distribution range in Brazil? Journal of Insect Conservation 14(2), S. 207 bis 210. link.springer.com/article/10.1007/s10841-009-9237-y
- Martins, A. C., Silva, D. P., De Marco, P. & Melo, G. A. R. (2015): Species conservation under future climate change: the case of Bombus bellicosus, a potentially threatened South American bumblebee species. Journal of Insect Conservation 19, S. 33 bis 43. link.springer.com/article/10.1007/s10841-014-9740-7
- Santos, K., Arbulo, N., Salvarrey, S. & Invernizzi, C. (2017): Distribución de las especies del género Bombus Latreille (Hymenoptera, Apidae) en Uruguay. Revista de la Sociedad Entomológica Argentina 76(1). scielo.org.ar/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S0373-56802017000100003
- The nuclear and mitochondrial genomes of the bellicose bumblebee (Bombus bellicosus, Hymenoptera: Apidae), a threatened pollinator in a changing South American landscape. Genome (2024), DOI 10.1139/gen-2024-0166. cdnsciencepub.com/doi/10.1139/gen-2024-0166
- Aizen, M. A. et al. (2019): Invasion dynamics of the European bumblebee Bombus terrestris in the southern part of South America. ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8316498
- Smith, F. (1879): Descriptions of new species of Hymenoptera in the collection of the British Museum. London (Erstbeschreibung von Bombus bellicosus).
- Foto: basiliojimichtz, Beobachtung vom 09.04.2026, M22J+PR, Rocamora, Entre Ríos, Argentina. inaturalist.org/observations/350170445, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
- Foto: Camila Abril von Rebeur Paschwitz (camila_von_rebeur), Beobachtung vom 22.03.2026, 1741, Plomer, Provincia de Buenos Aires, Argentina. inaturalist.org/observations/346041844, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
- Foto: Rosario Douglas (argonauta), Beobachtung vom 15.02.2026, Colón Department, Córdoba Province, Argentina. inaturalist.org/observations/343067405, Lizenz CC BY 4.0, creativecommons.org/licenses/by/4.0, unverändert
- Foto: Eduardo Nadal (ejnadal), Beobachtung vom 13.02.2026, 5X4X+P3, San Huberto, Córdoba, Argentina. inaturalist.org/observations/338470082, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
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Bombus robustus
Oberhalb der Waldgrenze der nördlichen Anden liegt ein Lebensraum, den es sonst nirgends gibt. Der Páramo ist eine feuchte, kühle Graslandschaft zwischen Baumgrenze und Schneeregion, geprägt von Schopfrosettenpflanzen und starken Temperaturschwankungen zwischen Tag und Nacht. Bombus robustus gehört zu den Hummeln, die dort oben bestäuben.
Einordnung und Erscheinung
Beschrieben wurde die Art 1854 von Frederick Smith. Heute wird sie zur Untergattung Cullumanobombus gestellt, ältere Arbeiten führen sie unter dem eigenen Namen Robustobombus. Innerhalb der kolumbianischen Hummelfauna zählt sie zur Gruppe der kurzgesichtigen Arten, die vor allem Bergökosysteme ab etwa 2.100 Metern besiedeln.
Eine ausführliche Beschreibung der Behaarung sucht man in der zugänglichen Literatur vergeblich. Der Artname verweist auf einen kräftigen Körperbau, gemessene Vergleichswerte zu anderen Andenarten liegen dazu aber nicht vor.
Verbreitung in den nördlichen Anden
Das Areal reicht von Venezuela über Kolumbien bis nach Ecuador. Aus Venezuela liegen Nachweise aus Mérida vor, aus Kolumbien unter anderem aus dem Hauptstadtdistrikt, aus Magdalena, Meta, Nariño und Putumayo, aus Ecuador aus Azuay, Manabí, Pichincha und Tungurahua. In Kolumbien ist die Art aus allen drei Kordilleren belegt.
Bei den Höhenangaben gehen die Quellen auseinander. Genannt werden Spannen von 762 bis 3.800 Metern, von 2.100 bis 3.800 Metern und, in der aktuellen ecuadorianischen Bestandsaufnahme, von 500 bis 4.000 Metern. Der Schwerpunkt liegt eindeutig im Hochland. Belegtiere stammen etwa aus dem Nationalpark Chingaza zwischen 2.900 und 3.100 Metern, aus dem Nationalpark Tatamá von 3.579 Metern und aus dem Nationalpark Los Nevados von 3.300 Metern.
Was sie anfliegt
Aus Kolumbien liegen Beobachtungen an Lupinen und an Dahlien vor, beides Pflanzengruppen mit Schwerpunkt in den amerikanischen Gebirgen. Die ecuadorianische Übersicht nennt darüber hinaus Dalea coerulea, einen Schmetterlingsblütler des Andenhochlands, sowie mehrere Salbeiarten.
Dass gut ein Drittel der besuchten Pflanzen nicht einheimisch ist, sagt etwas über den Zustand des Lebensraums. Der Páramo grenzt vielerorts direkt an Weiden, Kartoffeläcker und Siedlungen, und die Hummeln sammeln an dem, was dort blüht.
DNA aus dem Museumsschrank
Für Arten, von denen niemand systematisch Bestände zählt, sind alte Sammlungsbelege oft die einzige Zeitreihe, die existiert. Eine kolumbianische Arbeitsgruppe hat 2020 geprüft, ob sich aus solchen Tieren noch brauchbares Erbgut gewinnen lässt.
Das Verfahren funktionierte. Aus Beinen von Belegtieren gelang die Extraktion zuverlässig bei Material ab dem Sammeljahr 1982, die untersuchten Stücke waren zwischen sieben und zweiundzwanzig Jahre alt. Aus dem Markergen COI ließen sich Abschnitte von 407 Basenpaaren gewinnen, für Bombus robustus wurden mehrere verschiedene Haplotypen unterschieden.
Der praktische Nutzen liegt auf der Hand. Wer heutige Tiere mit Museumsbelegen desselben Ortes vergleicht, kann messen, ob eine Population genetisch verarmt ist, ohne dreißig Jahre warten zu müssen. Für die kolumbianischen Hummeln fehlt bis heute jede Schätzung, wie sich die Bestände entwickelt haben.
Eine zerrissene Karte
Eine Nischenmodellierung für Kolumbien kam 2023 zu dem Ergebnis, dass die potenziell geeigneten Flächen für einen Teil der Arten stark zersplittert sind. Das liegt in der Natur des Lebensraums. Páramos sitzen wie Inseln auf den Gipfelregionen, getrennt durch tiefer gelegene, wärmere Täler.
Für eine Hochlandart bedeutet Erwärmung deshalb nicht Ausweichen, sondern Aufsteigen, und über dem Gipfel ist Schluss. Die Weltnaturschutzunion führt Bombus robustus bislang unter ungenügender Datengrundlage und vermerkt, dass sie im gesamten Areal natürlicherweise selten zu sein scheint. Diese beiden Feststellungen zusammen beschreiben das eigentliche Problem: Ein Rückgang wäre bei dieser Art kaum zu bemerken.
Quellen
- Lotta-Arévalo, I. A., Vargas-Ramírez, M., Nates-Parra, G., Matta, N. E. & Ospina-Torres, R. (2020): Accediendo al pasado: uso de especímenes de colección como fuentes de información genética para el género Bombus. Revista de Biología Tropical 68(2), S. 394 bis 414. scielo.sa.cr/scielo.php?script=sci_arttext&pid=S0034-77442020000200394
- Moreno-Coellar, E. A., García-Ruilova, A. B., Salazar-Buenaño, F. et al. (2025): Bumble bees (Hymenoptera: Apidae) of Ecuador. bioRxiv, DOI 10.1101/2025.10.15.682676
- Rojas-Arias, L., Gómez-Morales, D., Stiegel, S. & Ospina-Torres, R. (2023): Niche modeling of bumble bee species (Hymenoptera, Apidae, Bombus) in Colombia reveals highly fragmented potential distribution for some species. Journal of Hymenoptera Research 95, S. 231 bis 244. DOI 10.3897/jhr.95.87752
- Abrahamovich, A. H., Díaz, N. B. & Morrone, J. J. (2004): Distributional patterns of the Neotropical and Andean species of the genus Bombus (Hymenoptera: Apidae). Acta Zoológica Mexicana 20(1), S. 99 bis 117. scielo.org.mx/pdf/azm/v20n1/v20n1a9.pdf
- Global Biodiversity Information Facility: Bombus robustus Smith, 1854. gbif.org/species/1340459
- Smith, F. (1854): Catalogue of hymenopterous insects in the collection of the British Museum, Teil 2, London (Erstbeschreibung).
- Foto: Kevin Metcalf (kevinemetcalf), Beobachtung vom 27.03.2026, Metropolitan District of Quito, Ecuador. inaturalist.org/observations/362937706, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
- Foto: capepolly, Beobachtung vom 23.06.2026, Quito, Pichincha, EC. inaturalist.org/observations/374716437, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
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Begehbare und blühende Alternativen zum herkömmlichen Rasen
Eine Rasenfläche ist botanisch gesehen eine reine Grasmonokultur, die regelmäßig gemäht, gedüngt und in trockenen Sommern zusätzlich bewässert werden muss, um dauerhaft grün zu bleiben. Wer stattdessen etwas Blühendes im Garten haben möchte, denkt meist zuerst an eine Wiese oder ein Beet, also an Flächen, die man eigentlich nicht betreten soll. Dass auch blühende Pflanzen begehbar sein können, ist deutlich weniger bekannt, als es sein müsste.
Standort und Bodenvorbereitung
Bevor überhaupt eine Pflanze in die Erde kommt, entscheidet der Standort darüber, ob eine Umstellung gelingt. Die meisten geeigneten Pflanzen stammen aus mageren, offenen Lebensräumen und vertragen keine Staunässe. Ein durchlässiger, nicht zu nährstoffreicher Boden ist deshalb wichtiger als eine besonders sonnige Lage, auch wenn viele Arten volle Sonne bevorzugen. Schwerer, lehmiger Boden lässt sich mit Sand oder feinem Kies auflockern, bevor die Fläche neu bepflanzt wird.
Der alte Rasen und mit ihm alle Wurzelunkräuter müssen vor der Neupflanzung gründlich entfernt werden, am besten samt Wurzelfilz und nicht nur oberflächlich abgemäht. Wer die Grasnarbe stehen lässt oder nur oberflächlich bearbeitet, hat die neuen Pflanzen bald wieder im Wettbewerb mit dem alten Gras. Für die eigentliche Anlage lockert man den Boden auf etwa zwanzig bis dreißig Zentimeter Tiefe, befreit ihn von Steinen und Wurzelresten und ebnet ihn ein.
Der wichtigste Punkt betrifft die Geduld. Anders als eine fertige Rollrasenfläche braucht ein blühender Bodendecker Zeit, um sich zu schließen. Bei einem Kamillenrasen etwa sollte die Fläche in den ersten zehn bis zwölf Wochen nach der Pflanzung möglichst gar nicht betreten werden, damit sich die Pflanzen richtig verwurzeln können. Erst wenn die Fläche geschlossen ist, verträgt sie regelmäßigen Tritt.
Blühende Alternativen im Überblick
Die folgenden Pflanzen eignen sich grundsätzlich als begehbarer Rasenersatz.
- Römische Kamille (Chamaemelum nobile): Bildet einen dichten, aromatisch duftenden Teppich und verträgt Sonne bis Halbschatten. Für stark genutzte Flächen wird meist die nicht blühende Sorte Treneague verwendet, die dafür besonders dicht wächst. Wer Blüten möchte, greift zur wildtypischen Art und muss dann mit etwas geringerer Trittfestigkeit rechnen.
- Teppich-Poleiminze (Mentha pulegium, etwa die Sorte Cunningham Mint): Wächst kriechend und relativ weich, verströmt beim Betreten einen kräftigen Minzduft und blüht von Sommer bis Herbst in Rosa bis Violett. Bevorzugt eher feuchten Boden im Halbschatten und ist bedingt trittfest.
- Sand-Thymian (Thymus serpyllum) und verwandte Thymianarten: Niedrige, sehr trittfeste Halbsträucher für vollsonnige, eher trockene und magere Standorte. Blüht von Frühsommer bis Spätsommer in Rosa bis Purpur, zahlreiche Wildbienenarten fliegen die Blüten an.
- Gänseblümchen (Bellis perennis): Die aus vielen Rasenflächen bekannte Rosettenpflanze übersteht das Mähen unbeschadet, weil ihre Blätter unterhalb der Schnitthöhe liegen. Sie blüht fast ganzjährig weiß, verträgt Sonne wie Halbschatten und ist gut trittfest.
- Weißklee (Trifolium repens) und Kleine Braunelle (Prunella vulgaris): Beide Arten lassen sich einer bestehenden Rasenmischung beimischen oder gezielt fördern, statt sie herauszujäten. Klee bindet Luftstickstoff und kommt deshalb mit wenig Dünger aus. Beide Arten blühen weiß bis rosa und gelten als ergiebige Nahrungsquelle für Bienen.
- Faden-Ehrenpreis (Veronica filiformis): Diese Art wird kaum gezielt gepflanzt, sondern breitet sich meist von selbst über abgerissene, wurzelnde Sprossteile im Rasen aus. Regelmäßiges Mähen begünstigt diese Ausbreitung zusätzlich. In vielen Gärten gilt sie deshalb eher als unerwünschtes Wildkraut, das bekämpft wird. Wer eine bestehende Ehrenpreisdecke stattdessen stehen lässt, bekommt im zeitigen Frühjahr eine hellblau blühende, sehr trittfeste Fläche ganz ohne eigenes Zutun.
Vor- und Nachteile gegenüber dem klassischen Rasen
Ein klassischer Zierrasen aus wenigen Grasarten lässt sich leicht nachsäen, verträgt intensive Nutzung durch Ballspiele oder Gartenmöbel und wächst überall dort, wo genug Licht und Wasser vorhanden sind. Kamille, Poleiminze oder Thymian vertragen gelegentliches Betreten gut. Für stark frequentierte Flächen wie einen Kinderspielbereich oder eine Terrassenzufahrt sind sie dagegen ungeeignet.
Dafür sind die Ansprüche in anderen Bereichen oft geringer. Ein etablierter Thymian oder ähnlicher genügsamer Bodendecker kommt ohne Düngung aus und braucht deutlich weniger Wasser als klassischer Rasen.
Der deutlichste Unterschied liegt beim Nutzen für Insekten. Ein regelmäßig kurz gehaltener Rasen bietet praktisch keine Nahrung. Blühende Alternativen dagegen schon, oft über einen langen Zeitraum im Jahr verteilt. Dem stehen einige praktische Nachteile gegenüber: Die Anlage dauert länger als eine einfache Rasenneuansaat, in der Etablierungsphase muss regelmäßig von Hand gejätet werden, und die fertige Fläche wirkt selten so gleichmäßig wie ein gepflegter Rasen. Manche Arten, etwa die Poleiminze, sind zudem nicht in jeder Region zuverlässig winterhart.
Pflege im laufenden Betrieb
Nach der Etablierungsphase ist der Pflegeaufwand allgemein geringer als bei klassischem Rasen, allerdings anders verteilt. Statt wöchentlichem Mähen reicht bei Kamille, Poleiminze oder Thymian vorwiegend ein gelegentlicher Rückschnitt mit der Heckenschere oder dem Rasenmäher auf hoher Schnitthöhe. Oft genügt das ein bis zweimal im Jahr. Wer Klee oder Braunelle in eine bestehende Rasenfläche integriert, mäht weiterhin regelmäßig, sollte die Schnitthöhe aber anheben, damit die Blüten überhaupt zur Entfaltung kommen, bevor sie wieder abgemäht werden.
Gegossen werden muss vor allem in der Anwuchsphase, danach kommen die meisten Arten mit den natürlichen Niederschlägen aus, sofern der Standort passt. Unkraut muss vor allem im ersten und zweiten Standjahr entfernt werden, bis die gewünschten Pflanzen die Fläche vollständig geschlossen haben. Danach unterdrücken sie unerwünschten Aufwuchs weitgehend selbst. Auf Dünger und chemische Unkrautvernichtung sollte grundsätzlich verzichtet werden. Beides schadet den blühenden Arten ebenso wie den Insekten, die sie eigentlich anlocken sollen.
Wann sich ein Wechsel lohnt
Ein sofortiger, kompletter Austausch der gesamten Rasenfläche ist selten sinnvoll und vornehmlich auch gar nicht nötig. Wer Kinder hat, die auf der Fläche Fußball spielen, oder Gartenmöbel regelmäßig verrückt, kommt um einen strapazierfähigen Rasenanteil kaum herum. Realistischer ist ein schrittweiser Wechsel: ein Wegesrand mit Thymian, ein sonniger Randbereich mit Kamille, ein bestehender Rasen, in dem Klee und Gänseblümchen einfach nicht mehr bekämpft, sondern toleriert werden. So lässt sich in Ruhe beobachten, wie gut eine Fläche mit der neuen Bepflanzung zurechtkommt, bevor eine größere Umstellung ansteht.
Quellen
- Royal Horticultural Society: Chamomile Lawns and Alternatives. rhs.org.uk/lawns/chamomile-lawns-and-alternatives
- Royal Horticultural Society: Mentha pulegium ‘Cunningham Mint’. rhs.org.uk/plants/331643/mentha-pulegium-cunningham-mint/details
- BBC Gardeners’ World Magazine: Mentha pulegium. gardenersworld.com/plants/mentha-pulegium/
- Gartendialog.de: 13 begehbare Bodendecker, immergrün und trittfest als Rasenersatz. gartendialog.de/begehbare-bodendecker/
- Gartenjournal.net: Trittfester Thymian, Arten und Verwendung im Garten. gartenjournal.net/thymian-trittfest
- Naturadb.de: Gänseblümchen, Bellis perennis. naturadb.de/pflanzen/bellis-perennis/
- Garten-Wissen.com: Gänseblümchen, Bellis perennis. garten-wissen.com/pflanzen/bellis-perennis-gaensebluemchen/
- Gartendatenbank.de: Veronica filiformis, Fadenehrenpreis identifizieren. gartendatenbank.de/wiki/veronica-filiformis
- University of Minnesota Extension: Planting and Maintaining a Bee Lawn. extension.umn.edu/landscape-design/planting-and-maintaining-bee-lawn
- Popular Science: Should You Plant a Clover Lawn? The Pros and Cons. popsci.com/diy/clover-lawns-pros-cons/
- Deutsche Rasengesellschaft e.V.: Wieviel Wasser benötigt ein Rasen für das Wachstum? rasengesellschaft.de/rasenthema-detailansicht/august-2023-2.html
- Abendzeitung München: Rasenpflege wird teurer, was ein Garten wirklich kostet, und welche Alternativen es gibt. abendzeitung-muenchen.de/panorama/ratgeber/garten/rasenpflege-wird-teurer-was-ein-garten-wirklich-kostet-und-welche-alternativen-es-gibt-art-1108918
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Wie sich die Nester von Asiatischer und Europäischer Hornisse unterscheiden
Das auffälligste Unterscheidungsmerkmal liegt am Nesteingang. Bei der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) sitzt die Flugöffnung seitlich, meist im oberen Drittel des Nestes, während der untere Bereich vollständig geschlossen bleibt. Das Nest selbst ist rundlich bis birnenförmig, oben schmaler als unten, und wird im Herbst oft mit einem Basketball verglichen, was seine Größe gut beschreibt. Bei der heimischen Europäischen Hornisse (Vespa crabro) liegt der Eingang dagegen fast immer unten am Nest, das nach unten hin offen bleibt. Kot und Feuchtigkeit fallen dadurch einfach aus dem Nest heraus.
Standort und Sichtbarkeit
Die Asiatische Hornisse baut ihr erstes, noch kleines Nest im Frühjahr oft bodennah, etwa in einer Hecke oder einem Gebüsch. Dieses Primärnest misst zu Beginn nur wenige Zentimeter. Reicht der Platz später nicht mehr aus, zieht das ganze Volk meist im Juli oder August in ein deutlich größeres Sekundärnest um. Dieses hängt freistehend in Baumkronen, bevorzugt in Höhen ab zehn Metern, weshalb es häufig erst im Winter nach dem Laubfall entdeckt wird. Auch Pappeln in Gewässernähe werden gern genutzt. Die Europäische Hornisse verhält sich umgekehrt: Sie sucht von Anfang an geschützte Hohlräume wie Baumhöhlen, Rollladenkästen, Dachböden oder Nistkästen und baut nur selten frei sichtbar.
Größe und Aussehen der Nesthülle
Ausgewachsene Nester der Asiatischen Hornisse erreichen bis zum Frühherbst eine Höhe von bis zu einem Meter bei einem Durchmesser von bis zu 80 Zentimetern. In ihnen leben zu dieser Zeit mehrere Tausend Tiere. Die Außenhülle besteht aus vielen dünnen Papierschichten aus zerkauten Holzfasern, deren Musterung nach Beobachtungen einzelner Naturschutzverbände hellgrau und marmoriert wirken kann. Das Nest der Europäischen Hornisse wird mit einer Länge von bis zu 80 Zentimetern und einem Durchmesser von rund 50 Zentimetern ähnlich groß, wirkt durch die gröbere Holzstruktur aber meist bräunlicher und weniger fein gemustert. Im Inneren sind bei beiden Arten mehrere übereinanderliegende Wabenebenen zu erkennen, sobald die Hülle beschädigt oder entfernt wird.
Volksgröße als weiterer Hinweis
Ein Blick auf die Anzahl der Tiere am Nest kann die Bestimmung zusätzlich absichern. Ein Volk der Europäischen Hornisse zählt im Hochsommer meist einige Hundert bis maximal rund tausend Tiere. Die Asiatische Hornisse übertrifft das deutlich: In Europa erreichen ihre Völker meist um die 2000 Individuen, in Südostasien, ihrem ursprünglichen Verbreitungsgebiet, sind es teils bis zu 10.000.
Quellen
- NABU Berlin: Artenporträt Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina), berlin.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten/arten/hautfluegler/hornissen/29297.html
- NABU Berlin: Sanfter Riese, die Europäische Hornisse im Porträt, berlin.nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten/arten/hautfluegler/hornissen/28477.html
- NABU Bundesverband: Die Europäische Hornisse, nabu.de/tiere-und-pflanzen/insekten-und-spinnen/hautfluegler/wespen-und-hornissen/01960.html
- NABU Leverkusen: Asiatische Hornisse (Vespa velutina), nabu-leverkusen.de/asiatische-hornisse-vespa-velutina/
- NABU-Station Münsterland: Hornisse, nabu-station.de/artenschutz/hornisse/
- NABU Euskirchen: Hornissen (Vespa crabro), nabu-euskirchen.de/2022/07/31/hornissen-vespa-crabro/
- Institut für Bienenkunde und Imkerei, Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau: Vespa velutina, Informationen für Multiplikatoren, lwg.bayern.de
- Projekt Velutina: Einfache Suche der Nester, velutina.de/vespa-velutina-einfache-suche-der-nester/
- https://www.inaturalist.org/observations/394626878
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Britischer Abgeordneter sichtet nach zehn Jahren die seltene Feldhummel
Der Cambridge-Abgeordnete Daniel Zeichner engagiert sich seit mehr als zehn Jahren als parlamentarischer Pate für die Feldhummel (Bombus ruderatus). Anfang August 2026 sah er die seltene Art bei einem Besuch der Hope Farm im englischen Knapwell erstmals in freier Wildbahn. Organisiert hatte den Termin der Bumblebee Conservation Trust im Rahmen seines wiederbelebten Species-Champion-Programms, das Abgeordnete mit bedrohten heimischen Arten verbindet.
Ein Programm für gefährdete Arten
Im Rahmen des Species-Champion-Programms übernehmen britische Parlamentsmitglieder die Patenschaft für eine bedrohte Art. Ziel ist es, politische Entscheidungsträger enger mit der heimischen Tier- und Pflanzenwelt zu verbinden und für den Zustand der Natur zu sensibilisieren. Zeichner hatte sich die Feldhummel bereits vor über zehn Jahren als Patenart ausgesucht, ohne sie je zu Gesicht bekommen zu haben. Unter Naturschützern war die erfolglose Suche längst zu einem stehenden Scherz geworden.
Lebensraum auf der Hope Farm
Die Hope Farm bei Knapwell wird vom britischen Vogelschutzverband RSPB als landwirtschaftlicher Betrieb mit naturverträglicher Bewirtschaftung geführt. Blütenreiche Säume, Nistmöglichkeiten und ein zusammenhängendes Netz an Lebensräumen haben den Betrieb zu einem wichtigen Rückzugsort für die Feldhummel gemacht. Insgesamt sind auf der Fläche sieben Hummelarten nachgewiesen, darunter die landesweit seltene Feldhummel, die in Großbritannien als Art von besonderer Bedeutung im nationalen Biodiversitätsplan geführt wird.
Eine Art im Rückgang
Die Feldhummel war einst in weiten Teilen Englands und Wales verbreitet, ist inzwischen aber stark zurückgegangen und gilt in Großbritannien als landesweit selten. Verbliebene Vorkommen konzentrieren sich auf Kalkmagerrasen, Küstengrünland und blütenreiches Ackerland im Süden des Landes. Die Art ähnelt der nah verwandten Gartenhummel (Bombus hortorum) so stark, dass beide über Jahrzehnte hinweg in Kartierungen verwechselt wurden; eine sichere Unterscheidung gelingt oft erst durch genaue Vermessung von Kopf und Rüssellänge. Neben der gelb-schwarzen Zeichnung mit weißer Hinterleibsspitze kommt bei der Feldhummel auch eine vollständig schwarze Farbvariante vor.
Reaktionen zum Fund
Zeichner beschrieb den Moment als Erleichterung nach jahrelangem Warten und nutzte den Anlass, um auf die Bedeutung von Bestäubern für Landwirtschaft und Ökosysteme hinzuweisen, die weiterhin unter Lebensraumverlust und Umweltveränderungen litten. In seiner Zeit als Regierungsmitglied im Umweltressort hatte er zuvor an der Entscheidung mitgewirkt, den Notfalleinsatz bienenschädlicher Neonicotinoid-Pestizide in England zu beenden. Bei dem Besuch traf er außerdem Andrew Impey, den neuen Geschäftsführer des Bumblebee Conservation Trust. Dieser betonte, Species Champions bauten eine wichtige Brücke zwischen politischen Entscheidungsträgern und der Natur, für die sie Verantwortung trügen, und der Nachweis der Feldhummel auf der Hope Farm zeige, dass gezielte Pflegemaßnahmen auch bei seltenen Arten Wirkung zeigten.
Quellen
- Bumblebee Conservation Trust: MP’s decade-long search for rare Ruderal bumblebee finally ends, 5. August 2026, www.bumblebeeconservation.org/news/mps-decade-long-search-for-rare-ruderal-bumblebee-finally-ends/
- Cambridge Independent: Daniel Zeichner MP finally meets the rare Ruderal bumblee he’s been championing for 10 years, August 2026, www.cambridgeindependent.co.uk/news/daniel-zeichner-mp-finally-meets-the-rare-ruderal-bumblee-he-9476717/
- RSPB: Hope Farm, Artenmonitoring und Lebensraummanagement, www.rspb.org.uk/helping-nature/what-we-do/influence-government-and-business/farming/hope-farm
- Bumblebee Conservation Trust: Artensteckbrief Ruderal bumblebee, Species Guide, www.bumblebeeconservation.org/learn-about-bumblebees/species-guide/ruderal-bumblebee/
- HoneyBee & Co.: Large Garden Bumblebee (Bombus Ruderatus): Britain’s Largest And Rarest, honeybeeandco.uk/large-garden-bumblebee/


