Kinnbacken-Kuckuckshummel (Bombus maxillosus)

Die Kinnbacken-Kuckuckshummel (Bombus maxillosus) ist eine seltene und biologisch besonders interessante Hummelart aus der Gruppe der Kuckuckshummeln. Wie andere parasitische Hummeln bildet sie keinen eigenen Arbeiterinnenstaat, sondern nutzt die Nester anderer Hummelarten, um ihre Nachkommen aufzuziehen. Dadurch unterscheidet sie sich deutlich von den meisten bekannten Hummeln, die eigene Kolonien gründen und Arbeiterinnen hervorbringen.

Die Art kommt vor allem in Gebirgsregionen Mittel- und Südeuropas vor. Nachweise existieren insbesondere aus den Alpen, den Karpaten und weiteren hochgelegenen Landschaften mit kühlem Klima. Dort besiedelt sie blütenreiche Bergwiesen, alpine Matten und naturnahe Offenlandschaften. Wie alle Kuckuckshummeln ist sie eng an das Vorkommen ihrer Wirtsarten gebunden, da sie ohne geeignete Wirtsnester keine Fortpflanzung ermöglichen kann.

Der deutsche Name „Kinnbacken-Kuckuckshummel“ bezieht sich auf die auffälligen Mundwerkzeuge beziehungsweise kräftigen Kieferstrukturen der Art. Diese Anpassungen helfen ihr vermutlich beim Eindringen in fremde Nester und bei der Verteidigung gegenüber Arbeiterinnen des Wirtsvolkes. Kuckuckshummeln besitzen allgemein einen robusteren Körperbau und eine stärkere Panzerung als viele staatenbildende Hummeln. Da sie keine Pollen sammeln müssen, fehlen ihnen außerdem oft die typischen Pollensammelstrukturen an den Hinterbeinen.

Über die genaue Biologie der Kinnbacken-Kuckuckshummel ist bislang vergleichsweise wenig bekannt, da sie selten beobachtet wird und viele alpine Hummelarten nur schwer zu erfassen sind. Wissenschaftlich interessant ist sie vor allem wegen ihrer starken Spezialisierung und ihrer engen Abhängigkeit von intakten Gebirgsökosystemen. Veränderungen der Landnutzung, intensive Beweidung und insbesondere der Klimawandel könnten ihre Lebensräume langfristig beeinträchtigen. Da alpine Arten nur begrenzte Ausweichmöglichkeiten haben, gelten sie oft als empfindliche Indikatoren für Umweltveränderungen.

Quellen

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