Bombus melanopygus
Bombus melanopygus, im Deutschen als Schwarzschwänzige Hummel bezeichnet, kommt ausschließlich im Westen Nordamerikas vor. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von Alaska und British Columbia im Norden bis nach Baja California im Süden und erstreckt sich vom Pazifik ostwärts bis in die Rocky Mountains. Die Art wurde 1848 von William Nylander beschrieben und zählt zur Familie der Apidae.
Auffällig ist ein ausgeprägter Farbdimorphismus innerhalb der Art. Tiere aus nördlichen Populationen, etwa in Oregon, British Columbia und den Rocky Mountains, tragen auf dem zweiten und dritten Hinterleibssegment rötlich braune Haare und wurden früher als eigene Form Bombus melanopygus melanopygus bezeichnet. Populationen aus Kalifornien und dem südlichen Oregon zeigen an derselben Stelle schwarze Behaarung und galten lange als eigene Art unter dem Namen Bombus edwardsii. Genetische und morphometrische Untersuchungen haben gezeigt, dass beide Formen zur selben Art gehören und lediglich unterschiedliche Farbausprägungen darstellen. Der Name Bombus edwardsii gilt seither als Synonym.
Bestimmungsmerkmale
Königinnen erreichen eine Körperlänge von etwa 16 bis 19 Millimetern, Arbeiterinnen liegen bei rund 10 bis 16 Millimetern und Männchen bei etwa 11 bis 14 Millimetern. Kopf und Vorderteil des Thorax sind gelb behaart, zwischen den Flügelansätzen verläuft ein schwarzes Band. Die Hinterschiene der Weibchen ist konkav geformt und trägt das Sammelkörbchen für Pollen, dessen Fransenhaare schwarz gefärbt sind. Das erste Hinterleibssegment ist gelb, das vierte und fünfte tragen bei beiden Farbformen schwarze, mitunter mit Gelb durchsetzte Behaarung. Die Zunge ist im Vergleich zu anderen Hummelarten mittellang, wodurch die Art sowohl flache als auch etwas tiefere Blütenkelche erreichen kann, ohne dabei auf eine dieser Blütenformen spezialisiert zu sein.
Lebensraum und Nistverhalten
Bombus melanopygus besiedelt ein breites Spektrum an Lebensräumen, darunter Gärten, Wiesen, Grasland und Wälder, aber auch landwirtschaftlich genutzte und städtische Flächen. Sie gehört zu den wenigen Hummelarten, die regelmäßig noch in San Francisco beobachtet werden. Die Nester legt die Art meist unterirdisch in verlassenen Nagerbauten an, gelegentlich auch oberirdisch in dichtem Gras oder in Hohlräumen an Gebäuden. Jede Kolonie geht auf eine einzelne überwinterte Königin zurück, die im zeitigen Frühjahr mit der Anlage des Nestes beginnt. Bombus melanopygus zählt zu den früh im Jahr aktiven Hummelarten und beginnt vergleichsweise zeitig mit der Nestgründung und der Produktion von Männchen. Am Ende der Saison löst sich die Kolonie auf, lediglich begattete Jungköniginnen überwintern und gründen im folgenden Jahr neue Nester.
Nahrungspflanzen
Die Art besucht eine große Bandbreite an Blütenpflanzen und gilt als nicht auf bestimmte Pflanzenfamilien spezialisiert. Zu den regelmäßig genutzten Gattungen zählen Manzanitas, Ceanothus, Goldbüsche, Wilder Buchweizen, Lupinen, Bartfäden, Rhododendren, Weiden, Salbeiarten und Klee. Dieses breite Nahrungsspektrum erlaubt es der Art, in sehr unterschiedlichen Vegetationstypen entlang ihres großen Verbreitungsgebiets Kolonien zu gründen.
Parasiten und Gefährdung
Bombus melanopygus dient als Wirt der Buckelfliege Apocephalus borealis. Die Fliege legt ihre Eier im Hinterleib der Hummel ab, die Larven entwickeln sich dort und verlassen den toten Wirt schließlich als Puppen. Nach Einschätzung der Weltnaturschutzunion gilt die Art insgesamt als nicht gefährdet und wird als Least Concern eingestuft. In Kalifornien ist sie weiterhin verbreitet, wobei Untersuchungen auf Verschiebungen innerhalb des dortigen Verbreitungsgebiets hinweisen. Wie viele nordamerikanische Hummelarten steht sie unter dem allgemeinen Druck von Lebensraumverlust, Pestizideinsatz und Klimawandel.
Quellen
- Discover Life / R. Thorp (1983): Bumble Bees and Cuckoo Bumble Bees of California, Bestimmungsmerkmale zu Bombus melanopygus und B. edwardsii, https://www.discoverlife.org/mp/20q?search=Bombus+melanopygus
- California Conservation Genomics Project (CCGP): Bombus melanopygus (Black-tailed Bumble Bee), https://www.ccgproject.org/species/bombus-melanopygus-black-tailed-bumble-bee
- Owen, R. E., Whidden, T. L., Plowright, R. C. (2010): Genetic and morphometric evidence for the conspecific status of the bumble bees, Bombus melanopygus and Bombus edwardsii, Journal of Insect Science 10(1), 109
- Tian, L. et al. (2019): Tinkering outside the Hox: A homeotic shift late in development drives mimetic color variation in a bumblebee, PNAS, referiert nach bienen-nachrichten.de, https://bienen-nachrichten.de/2020/wie-hummel-zu-ihren-streifen-kamen/690
- Jackson, J. M. et al. (2022): Mito nuclear discordance at a mimicry color transition zone in bumble bee Bombus melanopygus, https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC8717287/
- sdnativebees (Tumblr): Bombus melanopygus, black tailed bumble bee, Feldbeobachtungen zur Nistbiologie, https://www.tumblr.com/sdnativebees/118449952786/
- discoverlife.org
- discoverlife.org
- discoverlife.org
- newscientist.com
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Stefan aktualisiert.
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