Bombus impatiens

Hummeln aus aller Welt

Bombus impatiens, im Englischen Common Eastern Bumble Bee genannt, wurde 1863 vom amerikanischen Entomologen Ezra Cresson beschrieben und gehört zur Untergattung Pyrobombus. Woher der zweite Namensteil stammt, ist nicht ganz geklärt: Er könnte sich auf die Blütenpflanzengattung Impatiens beziehen, die zu den Nahrungsquellen der Art zählt, oder schlicht auf ihr Temperament, da die Tiere als vergleichsweise leicht reizbar und stechfreudig gelten.

Königinnen werden 21 bis 23 Millimeter lang, Arbeiterinnen deutlich kleiner, zwischen 9 und 14 Millimetern. Charakteristisch sind die kurzen, blassgelben Haare auf dem Rücken des Vorderkörpers, während Kopf, Hinterleib und Beine schwarz behaart sind, dazu ein schmales, dunkles Band zwischen den Flügelansätzen.

Verbreitung und Lebensraum

Ursprünglich stammt die Art aus dem östlichen Nordamerika, von Ontario und Québec über die gesamte Ostküste bis nach Florida, mit einer westlichen Grenze, die sich bis North Dakota, Kansas und Wyoming zieht. Sie gilt als besonders anpassungsfähig und besiedelt Städte, Vorstädte, Ackerland, Grasland, Wälder und sogar Sumpfgebiete gleichermaßen. Ihre Nester legt sie unterirdisch an.

info hummelBombus impatiens ist Amerikas meistgezüchtete Hummel und wird in großen Gewächshäusern für die Bestäubung von Tomaten und Paprika eingesetzt, in Spitzenfällen mit bis zu 20.000 Tieren und mehr pro Gewächshaus.

Eine Kolonie schwankt zwischen 180 und 540 Tieren. Dazu kommen durchschnittlich 9 Jungköniginnen und 9 Männchen, wobei manche Völker auch deutlich mehr hervorbringen können.

Als Kuckuckshummel nutzt Bombus citrinus die Nester von Bombus impatiens, um dort die eigene Brut aufzuziehen.

Vom Wildtier zur meistgenutzten Nützlingsart Nordamerikas

Seit Anfang der 1990er Jahre wird Bombus impatiens gezielt vermehrt und an Gewächshäuser als Zuchthummeln verkauft, zunächst neben der westlichen Art Bombus occidentalis. Weil deren Zuchtbestände durch den Erreger Nosema bombi weitgehend zusammenbrachen, übernahm Bombus impatiens in ganz Nordamerika die Rolle der wichtigsten kommerziellen Bestäuberhummel, vor allem für Tomaten und Paprika. Die Nachfrage reichte bald über das natürliche Verbreitungsgebiet der Art hinaus: Kommerzielle Völker werden inzwischen auch in West-Kanada, Kalifornien und Mexiko eingesetzt, wo die Art ursprünglich nicht vorkam.

Genau darin steckt ein Problem: Immer wieder entkommen Arbeiterinnen und Männchen aus den Gewächshäusern, manchmal sogar außerhalb der normalen Flugzeit wildlebender Hummeln. Zuchtvölker tragen dabei oft Krankheitserreger in sich, etwa die Parasiten Crithidia bombi, Nosema bombi und Apicystis bombi sowie mehrere Viren. Eine Untersuchung in Mexiko fand solche Erreger in fast der Hälfte der geprüften Gewächshäuser. Modellrechnungen zufolge könnten sich dadurch bis zu 20 Prozent der Wildhummeln im Umkreis von zwei Kilometern anstecken, allein in den ersten drei Monaten nach einem Ausbruch.

Gefährdungsstatus

Auf der Roten Liste der IUCN gilt Bombus impatiens innerhalb ihres natürlichen Verbreitungsgebiets als nicht gefährdet. Dieser Status sagt aber nichts darüber aus, wie sich ihr Einsatz außerhalb dieses Gebiets auf andere, dort heimische Hummelarten auswirkt. Genau solche Fälle sind es, vor denen die IUCN SSC Bumblebee Specialist Group in ihrer Stellungnahme zum kommerziellen Hummelhandel warnt: Sie empfiehlt, kommerzielle Arten nur innerhalb ihres eigenen natürlichen Verbreitungsgebiets einzusetzen und Völker konsequent auf Krankheitserreger zu prüfen.

Quellen

  • iNaturalist / NPS National Capital Region: Common Eastern Bumblebee, inaturalist.org/guide_taxa/369935
  • Animal Diversity Web: Bombus impatiens, animaldiversity.org/accounts/Bombus_impatiens
  • Wikipedia: Bombus impatiens, en.wikipedia.org/wiki/Bombus_impatiens
  • Montana Field Guide: Common Eastern Bumble Bee, fieldguide.mt.gov
  • Palmier, K. M., Sheffield, C. S.: First records of the Common Eastern Bumble Bee from the Prairies Ecozone in Canada, Biodiversity Data Journal, 2019, pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6356050
  • Otterstatter, M. C., Thomson, J. D.: Does Pathogen Spillover from Commercially Reared Bumble Bees Threaten Wild Pollinators?, PLOS ONE, 2008
  • Studie zu Bombus impatiens als Reservoir neu auftretender Krankheiten in Mexiko, Biological Invasions, Springer, 2015
  • Whittington, R., Winston, M. L.: Effectiveness of Bombus impatiens as pollinator of greenhouse sweet pepper, ScienceDirect, 2003
  • Wikidata: Bombus impatiens, IUCN-Erhaltungszustand, wikidata.org/wiki/Q2367709
  • Bild: discoverlife.org
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Über Stefan

Töging am Inn (Südostbayern), 398m
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  • #40709
    Martha
    Forenmitglied
      • CH
      • 545 m

      Tolles Video, die Königin erscheint riesengross, die Sehnsucht auf die kommende Saison 2020 wächst….Danke! :hummel: :hummel:

      #96625
      Stefan
      Admin
      Beitragsersteller
        • DE 84513
        • 398 m

        Ich habe den Artikel von 2019 gerade aktualisiert, denn seitdem hat sich bei dieser Hummelart einiges getan: Bombus impatiens ist Amerikas meistgezüchtete Hummel und wird in großen Mengen in Gewächshäusern zur Bestäubung von Tomaten und Paprika eingesetzt. Doch auch hier zeigen sich vielfältige Probleme im Zusammenspiel von Zuchthummeln und heimischen Wildarten.

        Bombus impatiens

        Grüße Stefan :lupe:

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