Pflanzen für Wildbienen – Ziergehölze

März

Dornenbeere (Pyracantha coccinea)

“Schwarze Honigbeere”, ca. 3 m, Früchte essbar, schmecken wie die Stachelbeere. Blütezeit März, Blüte rot, hat sehr viel Nektar und Pollen.

Als extrem früher Blüher versorgt diese Beerenart die allerersten suchenden Hummelköniginnen nach dem Erwachen mit konzentrierter Energie und dringend benötigtem Eiweiß für die Eiablage.


Zierjohannisbeere (Ribes sanguineum)

1 – 3 m, Früchte ungenießbar, Blütezeit März – April, Blüte rot, hat sehr viel Nektar u. Pollen.

Die leuchtend roten Blütenstände sind optisch ein Magnet für Hummeln, während das reichhaltige Nektarangebot die Flugmuskulatur der Königinnen bei kalter Witterung auf Betriebstemperatur hält.


Kornelkirsche (Cornus mas L.)

3 – 6 m, Früchte essbar (schmecken wie die Sauerkirsche), Blütezeit März – April, Blüte gelb, hat Nektar.

Die unzähligen kleinen, gelben Blütendolden öffnen sich oft schon bei minimalen Plusgraden und bilden eine verlässliche Überlebensbasis im noch kargen Vorfrühling.


Buchsbaum (Buxus sempervirens)

2 – 10 m, Blütezeit März – April, Blüte gelb, hat viel Nektar

Die unscheinbaren Blüten duften dezent und sondern sehr leicht zugängliche, zuckerreiche Nektartropfen ab, die von frühen solitären Wildbienenarten geschätzt werden.


Schwarzdorn, Schlehe (Prunus spinosa)

1 – 3 m, Früchte essbar, Blütezeit März – April, Blüte weiß, hat viel Nektar und Pollen

Die dichten, weißen Blütenwolken brechen im zeitigen Frühjahr auf und bieten Gehörnten Mauerbienen sowie frühen Sandbienen eine hervorragende Massentracht zur Nestgründung.


Sal-Weide (Salix caprea)

2 – 10 m, Blütezeit März – Mai, Blüte gelb, hat viel Nektar u. Pollen

Als absolute Schlüsselpflanze liefert die Weide den gehaltvollsten Pollen des Frühjahrs, der für die Entwicklung der Hummelbrut und die Eiweißversorgung der Königinnen unverzichtbar ist.


Duft- oder Winterschneeball (Viburnum bodnantense, fragrans, farreri)

2 m, Bütezeit November – April, Blüte zartrosa, duftend, hat viel Nektar

Durch die extrem ungewöhnliche Blütezeit über den gesamten Winter hinweg fängt dieser Strauch jene Königinnen auf, die durch milde Wintertage verfrüht aus ihrem Quartier gelockt werden.

April

Goldregen (Laburnum anagyroides)

2 – 7 m, Früchte giftig, Blütezeit April, Blüte gelb, hat sehr viel Pollen u. ein wenig Nektar.

Die kräftigen Schmetterlingsblüten erfordern einen starken Klappmechanismus beim Anflug, den vor allem größere Hummelarten perfekt beherrschen, um an den reichlichen Blütenstaub zu gelangen.


Felsenbirne (Amelanchier ovalis Med.)

2 – 4 m, Früchte essbar (schmecken wie Heidelbeeren), Blützezeit April, Blüte weiß, hat Nektar.

Die zarten weißen Blütenstände ziehen im April fliegende Sandbienen und Furchenbienen an, die hier eine willkommene flüssige Energiequelle finden.


Berberitze (Berberis vulgaris)

1 – 3 m, Früchte essbar, Blütezeit April, Blüte gelb, hat viel Nektar und Pollen

Die Blüten besitzen hochempfindliche Staubblätter, die bei Berührung durch den Insektenrüssel nach innen klappen und den Pollen direkt auf den Körper der Biene übertragen.

Mai

Feuerdorn (Pyracantha coccinea)

1 – 3 m, Früchte ungenießbar, Blütezeit Mai, Blüte weiß, hat viel Pollen.

Mit seiner späten Frühjahrsblüte unterstützt der dornige Strauch die heranwachsenden Arbeiterinnen der ersten Generation beim kontinuierlichen Eintrag von Brutproviant.


Weigelie (Weigelia florida)

1 – 3 m, Blütezeit Mai – Juni u. eine zweite Blüte im September bis in den Oktober hinein, Blüte rot o. rosa, hat sehr viel Nektar und Pollen.

Die röhrenförmigen Blüten sind ideal geformt für langrüsselige Hummeln, während die seltene Nachblüte im Herbst fliegenden Jungköniginnen vor dem Winterschlaf hilft.


Deutzie, Maiblumenstrauch (Deutzia scabra)

1 – 3 m, Blütezeit Mai – Juni, Blüte weißrosa, hat nur Nektar.

Obwohl dieser Zierstrauch keinen Pollen liefert, kompensiert er dies durch ein reiches Nektarangebot, das von hungrigen Fluginsekten gerne als reine Tankstelle genutzt wird.


Faulbaum (Frangula alnus Mill.)

1 – 3 m, Blütezeit Mai – August, Blüte weiß, hat viel Nektar

Durch die extrem lange Blütezeit über several Monate hinweg bietet der Faulbaum eine kontinuierliche und verlässliche Grundversorgung über die gesamte Hauptsaison der Insektenvölker.


Rote Heckenkirsche (Lonicera xylosteum L.)

1 – 3 m, Blütezeit Mai – Juni, Blüte gelb, hat viel Nektar und Pollen

Die paarweisen Blüten besitzen tiefe Röhren, die exklusiv auf die langen Rüssel von Hummeln und spezialisierten Wildbienen angepasst sind, was den Konkurrenzdruck minimiert.


Weißdorn (Crataegus laevigata)

2 -10 m, Früchte essbar, Blütezeit Mai – Juni, Blüte weiß, hat viel Nektar und Pollen

Als heimischer Allrounder zieht der Weißdorn im Mai eine riesige Vielfalt an solitären Bienenarten an, da die flachen Schalenblüten für jeden Insektenrüssel frei zugänglich sind.


Zwergmispeln (Cotoneaster)

1 – 2 m, Blütezeit Mai – Juni, Blüte rosa, hat viel Nektar und Pollen

Die unscheinbaren Blüten sondern Nektar in so rauen Mengen ab, dass an warmen Frühsommertagen ein regelrechtes Summen von Wildbienen und Hummeln im Strauch zu hören ist.


Ginster (Sarothamnus scoparius)

1 – 3 m, Blütezeit Mai – Juni, Blüte gelb, reich an Pollen

Die Blüten besitzen einen komplexen Schnellmechanismus, der beim Herunterdrücken den Pollen explosionsartig an den Bauch der sammelnden Wildbiene schleudert.


Wildrosen (Rosa)

1 – 4 m, Blütezeit Mai – Juli, Blüte weiß, rosa, rot, Früchte essbar, hat viel Pollen

Die ungefüllten Blütenstände bieten mit ihren zahlreichen Staubblättern eine exzellente Eiweißquelle für Hummeln, die den Pollen durch lautes Vibrationssammeln aus den Kapseln schütteln.


Schneeball (Viburnum)

1 – 4 m, Blütezeit Mai – Juni, Blüte weiß, hat viel Nektar und Pollen

Die großen, flachen Blütendolden dienen als ideale Landeplattformen für kurzrüsselige Wildbienen, die den leicht erreichbaren Blütenstaub einsammeln.


Roter Hartriegel (Cornus sanguinea)

2 – 5 m, Blütezeit Mai – Juni, Blüte weiß, hat Nektar und Pollen

Der heimische Hartriegel schließt mit seinen dichten Blütenständen das Nahrungsangebot im späten Frühling ab und stabilisiert die Versorgung im naturnahen Garten.

Juni

Falscher Jasmin (Philadelphus coronarius Pfeifenstrauch)

2 – 3 m, Blütezeit Juni – Juli, Blüte weiß, hat viel Nektar

Der intensive Duft lockt Insekten über weite Distanzen an, während die offenen Schalenblüten im Frühsommer eine leicht erreichbare Nektarquelle bereithalten.


Liguster (Ligustrum vulgare)

1 – 5 m, Blütezeit Ende Juni, Büte weiß, hat sehr viel Nektar u. wenig Pollen

Wenn der Liguster nicht akkurat als Formhecke gestutzt wird und zur Blüte gelangt, bietet er im beginnenden Sommer ein reiches, süßes Flüssigangebot für viele kleine Solitärbienen.


Schneebeere (Symphoricarpos rivularis)

1 – 2 m, Blütezeit Juni – Oktober, Blüte rosa, hat Nektar und Pollen

Die winzigen, glockenförmigen Blüten produzieren unaufhörlich Nektar und sind aufgrund ihrer Struktur eine absolute Lieblingsspeise von verschiedenen Hummelvölkern im Sommer.

info hummelDie Schneebeere stammt ursprünglich aus Nordamerika und ist bei uns als etablierter Neophyt eingestuft. Aufgrund ihrer starken Ausläuferbildung neigt sie dazu, dichte Dickichte zu bilden und sich unkontrolliert auszubreiten. Im Garten sollte sie durch Wurzelsperren im Zaum gehalten und keinesfalls in der Nähe von Waldrändern oder Naturschutzgebieten gepflanzt werden, um eine Verwilderung in heimische Ökosysteme zu vermeiden.

Juli

Schmetterlingstrauch (Buddleja davidii Sommerflieder)

2 – 5 m, Blütezeit Juli – September, Blüte weiß, rosa, gelb, lila und rot, hat Nektar und ein wenig Pollen.

Obwohl er primär als Schmetterlingspflanze gilt, nutzen Hummeln die tiefen Blütenrispen im Hochsommer intensiv aus, um an den zuckerreichen Nektarsaft zu gelangen.

info hummelDer Schmetterlingstrauch (Sommerflieder) ist ein gebietsfremder Neophyt aus Asien und gilt in Deutschland als invasive oder potenziell invasive Art. Da er sich über Flugsamen massiv in der freien Natur ausbreitet und dort heimische Arten verdrängt, sollte das Verwildern unbedingt verhindert werden. Wer ihn im Garten hält, sollte die verblühten Rispen direkt nach der Blüte im Spätsommer bodennah abschneiden, bevor sich die Samenkapseln öffnen.

Straucheibisch (Hibiscus syriacus)

1- 3 m, Blütezeit Juli – August, Blüte rosa, rot, blau, reich an Nektar

Die großen Trichterblüten sind im Hochsommer eine wertvolle Oase, da sie große Mengen flüssigen Nektars bereithalten, wenn im Garten die große Sommerdürre einsetzt.


Ungefüllten Blüten

Heimische und insektenfreundliche Sträucher bieten nicht nur einen dekorativen und natürlichen Sichtschutz im Garten, sondern erfüllen auch eine wichtige ökologische Funktion. Bei der Auswahl der Gehölze muss zwingend darauf geachtet werden, Sorten mit ungefüllten Blüten zu wählen. Nur diese bieten den Insekten frei zugänglichen Pollen und Nektar. Sträucher mit gefüllten Blüten besitzen hingegen fast ausschließlich Zierwert, da ihre Staubblätter zu Blütenblättern umgewandelt sind. Für Wildbienen, Hummeln und andere Bestäuber sind sie als Trachtpflanzen wertlos.

Auch die richtige Pflege entscheidet über den ökologischen Nutzen: Regelmäßige, jährliche Formschnitte sollten unbedingt vermieden werden. Jeder kleinflächige Rückschnitt regt zwar das vegetative Wachstum (Holz- und Blattbildung) an, reduziert jedoch den Blütenansatz für das Folgejahr drastisch. Stattdessen empfiehlt sich ein Verjüngungsschnitt im Rhythmus von etwa sieben bis zwölf Jahren, bei dem der Strauch radikal auf eine Höhe von ca. 30 cm zurückgeschnitten wird (sogenanntes „auf den Stock setzen“). Aus dieser Basis baut sich das Gehölz vital neu auf und erreicht bereits nach zwei Jahren wieder seine volle Blühkraft.


Übersicht Trachtpflanzen

Trachtpflanzen: Stauden – Teil 1
Trachtpflanzen: Stauden – Teil 2
Trachtpflanzen: Ziergehölze
Trachtpflanzen: Kleingehölze Trachtpflanzen: Kletterpflanzen
Trachtpflanzen: Bäume

Bewerte diese Seite

1 Sterne2 Sterne3 Sterne4 Sterne5 Sterne (7 Bewertungen gesamt. Ø 5,00 / 5)
  • Dieses Thema hat 5 Antworten sowie 3 Teilnehmer und wurde zuletzt vor 2 Wochen, 1 Tag von Stefan aktualisiert.
Ansicht von 5 Beiträgen – 1 bis 5 (von insgesamt 5)
  • Autor
    Beiträge
  • #95840
    Stefan
    Admin
    Beitragsersteller
      • DE 84513
      • 398 m

      Ich habe heute die Seite aktualisiert und einiges ergänzt, sowie die Gehölze nach dem Monat der Blüte sortiert. Falls sich irgendwo ein Fehler eingeschlichen hat oder etwas fehlt, bitte laut protestieren! :winken:

      Grüße Stefan

      #96152
      HP
      Forenmitglied
        • DE 22927
        • 50 m

        Bei uns sind aktuell Stockrosen und Oregano die absoluten Renner. Erdhummeln und Ackerhummeln sind durchweg die häufigsten.

        #96153
        Stefan
        Admin
        Beitragsersteller
          • DE 84513
          • 398 m

          Da wäre wahrscheinlich eine Rubrik “Gartenkräuter” sinnvoll. Weil Schnittlauch z. B. hat ja auch immer regen Zulauf. :ja:

          #96159
          Christian
          Forenmitglied
            • A-4800, 4851
            • 420, 510 m

            @ Stefan, ev. haben sich tatsächlich bei den Bildern von Ziergehölzen ein paar Fehler eingeschlichen, oder manche sehen in Oö. herüben anders aus :D – schau bitte noch einmal drüber bei Kornelkirsche, Faulbaum, Rote Heckenkirsche, Roter Hartriegel, Falscher Jasmin… Schönen Sonntag, beste Grüße! Christian

            #96193
            Stefan
            Admin
            Beitragsersteller
              • DE 84513
              • 398 m

              Danke Christian! Ich habe den Datenbank-Schluckauf behoben. Sollte jetzt wieder passen. :lupe:

              Grüße Stefan

            Ansicht von 5 Beiträgen – 1 bis 5 (von insgesamt 5)
            • Du musst angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.