Bombus armeniacus
Die Armeniacushummel (Bombus armeniacus), auch Armenische Hummel genannt, kommt im deutschsprachigen Raum nur im östlichen Niederösterreich vor. Von dort reicht ihr Verbreitungsgebiet über Osteuropa, den Balkan, Russland und die Türkei bis in den Nahen Osten und nach Ostasien. Auch aus Griechenland und Tschechien liegen Nachweise vor. Die Art steht im Roten Buch Russlands und der Ukraine, die IUCN führt sie als gefährdet (Endangered).
Nach Felduntersuchungen der Bumblebee Specialist Group aus dem Jahr 2013 ließ sich die Art an den meisten europäischen Fundorten, an denen sie noch zehn bis zwanzig Jahre zuvor häufig war, nicht mehr nachweisen. Damit zählt sie zu den am stärksten rückläufigen Hummelarten des Kontinents.
Merkmale
Die Königinnen erreichen eine Körperlänge von 21 bis 32, in Ausnahmefällen bis zu 35 Millimetern, und zählen damit zu den größten Hummeln überhaupt. Der Rüssel ist lang. Die Oberseite des Körpers ist gold- bis bräunlichgelb behaart, unterbrochen von einem schwarzen, haarlosen Band auf der Mitte des Thorax. Dieses Band reicht seitlich weit über den Flügelansatz nach unten. Das Gesicht ist schwarz behaart, was die Unterscheidung von der ähnlich gefärbten Deichhummel (Bombus distinguendus) erlaubt: Diese trägt am Kopf einen gelben Haarbüschel.
Am Hinterleib wechseln sich an den Tergiten unbehaarte, dunkel und hell bepelzte Abschnitte ab, sodass das Abdomen geringelt wirkt. Die gelbe Binde des zweiten Tergiten ist in der Mitte unterbrochen, wodurch ein unbehaartes schwarzes Dreieck entsteht. Sieht man von der Körpergröße ab, ähnelt die Art neben der Deichhummel auch der Dufthummel (Bombus fragrans).
Lebensweise
Bombus armeniacus besiedelt offene, trockene Landschaften und Steppengebiete. Über die Nistweise ist wenig gesichert bekannt: Vermutlich legt die Art ihre Nester meist unterirdisch an, häufig in verlassenen Nagetierbauten, etwa alten Mäusenestern. Ob daneben auch oberirdische Nester unter Grasbüscheln vorkommen, ist bislang nicht eindeutig belegt. Ein Volk umfasst zwischen 60 und 120 Tiere, es entsteht nur eine Generation pro Jahr. Überwinterte Königinnen sind von Ende Mai bis in den September aktiv.
Bei der Nahrungssuche ist die Armeniacushummel polylektisch: Sie besucht Blüten aus vielen verschiedenen Pflanzenfamilien, statt sich auf wenige Arten zu beschränken. Als Pocketmaker legt sie an den Larvenzellen eigene Pollentaschen an, aus denen sich die Larven selbst versorgen, statt dass die Arbeiterinnen jede Zelle einzeln mit Nahrung befüllen.
Quellen
- Hans-Jürgen Martin: Armeniacushummel – Bombus armeniacus, wildbienen.de, www.wildbienen.de/b-armeni.htm
- Wikipedia: Armeniacushummel, de.wikipedia.org/wiki/Armeniacushummel
- Wikipedia: Bombus armeniacus, en.wikipedia.org/wiki/Bombus_armeniacus
- Rasmont, P., Roberts, S., Michez, D.: Regionalbericht Europa, in: Bumblebee Specialist Group Report 2013, herausgegeben von Paul Williams und Sarina Jepsen, iucn.org/bumblebees
- Aytekin, M., Monfared, A.: Regionalbericht Westasien, in: Bumblebee Specialist Group Report 2013, herausgegeben von Paul Williams und Sarina Jepsen, iucn.org/bumblebees
- Foto: Михаил Калагин (skeptyk), Beobachtung vom 23.05.2020, Радищевский р-н, Ульяновская обл., Россия. inaturalist.org/observations/70955289, Lizenz CC BY-NC 4.0, creativecommons.org/licenses/by-nc/4.0, unverändert
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Frederic Napp aktualisiert.
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