Grauweiße Hummel (Bombus mucidus)

Die Grauweiße Hummel (Bombus mucidus) besiedelt Gebirgshänge zwischen 1200 und 2300 Metern Höhe. Ihr Verbreitungsgebiet reicht von den Pyrenäen über die Alpen und Apenninen bis zu den Karpaten. In Deutschland kommt sie ausschließlich in den Alpen vor, tritt dort aber recht häufig auf. Als Lebensraum nutzt sie subalpine und alpine Rasen und Weiden sowie lichte Wälder.

Grauweiße Hummel  bombus mucidus  grauweisse hummel

Merkmale und Bestimmung

Adolph Gerstäcker beschrieb die Art 1869 unter dem Namen Bombus mucidus. In älterer Literatur taucht sie auch unter der Bezeichnung Megabombus mucidus auf. Kopf und Thorax sind überwiegend schwarz, wobei ein schmales weißliches Band den Thorax vorn und hinten einrahmt. Das erste und zweite Tergit tragen eine dünne schwarze Behaarung mit helleren Haarbüscheln an den Seiten, die übrigen Tergiten einen gelblichorangen Pelz, der insgesamt dünn und struppig wirkt. Ein langer Dorn am Metatarsus des mittleren Beinpaares liefert ein zusätzliches Bestimmungsmerkmal, denn die grauweiße Gesamtfärbung allein reicht zur Unterscheidung nicht aus: Im Feld ähnelt die Grauweiße Hummel sowohl der Berghummel (Bombus mesomelas) als auch der Sandhummel (Bombus veteranus). Königinnen, Arbeiterinnen und Drohnen besitzen einen langen Rüssel und einen länglichen Kopf.

Königin

  • Körperlänge: 18–20 mm
  • Flügelspannweite: 28–32 mm

Arbeiterin

  • Körperlänge: 12–16 mm
  • Flügelspannweite: 18–22 mm

Drohn

  • Körperlänge: 13–14 mm
  • Flügelspannweite: 26–30 mm

Nistweise und Volksentwicklung

Ein Volk der Grauweißen Hummel umfasst zwischen 60 und 80 Tiere. Die Art gehört zu den Pocketmakern, die den Larven Pollen in eigens angelegten Futtertaschen bereitstellen, statt sie einzeln zu versorgen. Als Nistplatz dienen meist verlassene Mäusenester im Boden, weshalb die Grauweiße Hummel zu den Nestbeziehern zählt. Pro Jahr entwickelt sich nur eine Generation. Überwinterte Königinnen erscheinen ab Mitte Mai und fliegen bis Ende Juni, Arbeiterinnen sind von Mitte Juni bis Mitte Oktober unterwegs. Jungköniginnen und Drohnen zeigen sich erst ab Ende August und bleiben bis Ende Oktober aktiv.

Nahrung

Wie alle Hummeln ernährt sich die Grauweiße Hummel von Nektar, während die Larven mit Pollen versorgt werden. Sie gilt als polylektisch und besucht Blüten aus vielen Pflanzenfamilien, zeigt aber eine deutliche Vorliebe für Schmetterlingsblütler wie Wundklee und Hornklee. Weitere genutzte Trachtpflanzen sind Alpen-Ziest, Silberdisteln und Fingerhut. Der lange Rüssel erlaubt ihr den Zugang zu tiefen Blütenkronen, wie sie etwa bei Fingerhut oder Wundklee vorkommen.

info hummelWeltweit führt die Internationale Rote Liste (IUCN) die Grauweiße Hummel als potenziell gefährdet. In Deutschland gilt sie dagegen als ungefährdet, weil die alpine Population zwar als selten, aber als langfristig stabil eingeschätzt wird.

Gefährdung und Schutzstatus

Für Deutschland führt das Rote-Liste-Zentrum die Grauweiße Hummel in der Kategorie Ungefährdet, mit einer als selten eingestuften, aber langfristig gleichbleibenden Bestandssituation. Wie andere spät im Jahr fliegende, langrüsselige Offenlandarten ist sie auf ein durchgehendes Blütenangebot über den gesamten Sommer angewiesen, vor allem an Schmetterlingsblütlern und Lippenblütlern. Häufige und großflächige Mahd verkürzt dieses Angebot und kann örtlich zu Bestandseinbußen führen.

Quellen

  • Hans-Jürgen Martin, Johann Neumayer: Bombus mucidus, wildbienen.de, www.wildbienen.de/b-mucidu.htm
  • Grauweiße Hummel, Wikipedia, de.wikipedia.org/wiki/Grauweiße_Hummel
  • Bombus mucidus, Rote-Liste-Zentrum, www.rote-liste-zentrum.de
  • Bombus mucidus, bee-finder.ch, bee-finder.ch/de/insekten/bombus-mucidus
  • Westrich, P.; Frommer, U.; Mandery, K.; Riemann, H.; Ruhnke, H.; Saure, C. & Voith, J.: Rote Liste und Gesamtartenliste der Bienen (Hymenoptera, Apidae) Deutschlands, 2011
  • Eberhard von Hagen: Hummeln: bestimmen, ansiedeln, vermehren, schützen. Natur-Verlag, Augsburg 1990

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