Mein Hummeljahr 2012 ist beendet

So, das war es wohl. Ich habe heute die letzten 3 Hummelhäuser, diese waren alle besetzt mit Baumhummeln, abgebaut und gereinigt. Schade, schon wieder vorbei. Jetzt gilt es die Häuser startklar zu machen für den nächsten Frühling. :razz:

Das war schon ein verrücktes Jahr, aber ich bin dann doch ganz zufrieden. Schade dass die vielen Erdhummelköniginnen und Steinhummelköniginnen alle nach ein paar Wochen aufgegeben haben oder von Baumhummelköniginnen vertrieben worden sind.

Letztendlich waren alle 12 Hummelhäuser mehrfach besetzt (wenn ich besetzt sage, dann meine ich dass wenigstens schon fleissig Pollen eingetragen wurde). Geschafft haben es nur

  • 1x Wiesenhummel
  • 5x Baumhummel

Aber hier habe ich starke Völker gehabt.

In den letzten Wochen habe ich hier nur Erdhummeln und Baumhummeln gesehen. Ackerhummeln habe ich heuer genau 3 Stück (!) gesehen. Auch Steinhummeln gibt es hier kaum.

Es gab und gibt dieses Jahr auch viele Wachsmotten. Um die Hummelhäuser herum und überhaupt in meinem Garten sind stets dutzende herumgeflattert.

Nun freue ich mich schon auf die nächste Hummelsaison und hoffe dass das Wetter im Frühling 2013 etwas günstiger wird als dieses Jahr für die kleinen Brummer.

Wachsmotten fressen Sperrholz an

Ich habe heute gründlich aufgeräumt, alle verlassenen Nester gründlich geputzt und eingelagert für die nächste Hummelaison.

Bei einem Kasten einer Baumhummel habe ich etwas faszinierendes entdeckt. In dem Kasten war das größte Volk das ich dieses Jahr besessen habe. Ein riesiges Baumhummelvolk mit Dutzenden Königinnen. Das Nest war so groß, dass die Hummeln durch die aufgeweichte Kotecke im Innenkarton sogar außerhalb des Kartons weiter gebaut haben.

Leider konnte ich bedingt durch das schlechte Wetter und mangelnder Zeit nicht zeitnah den Kasten auflösen und so haben Wachsmotten das verlassene Nest erobert. Und die haben sogar vor den Sperrholzwänden außerhalb des Kartons nicht Halt gemacht, siehe Foto.

Fazit: Wiesenhummel

Die Wisesnhummel, die Anfangs sehr sehr lange für den ersten Nachwuchs gebraucht hat, hat ein stattliches, und natürlich um diese Jahreszeit leeres, Nest hinterlassen.

Besonders freut mich, dass zum Schluss dann doch noch ein paar Königinnen abgeflogen sind. Somit ist alles in bester Ordnung. Bis auf meine eigenen habe ich heuer wenige Wiesenhummeln gesehen, ich hoffe nächstes Jahr wieder auf mehr Wiesenhummeln.

Da das Nest schon eine Weile vollkommen verlassen ist, stören mich auch die paar Wachsmotten ein Stockwerk tiefer nicht. Das Nest hätte ich schon vor Wochen leeren können, aber das Wetter spielte nie mit, und man weis ja nie so genau ob nicht doch noch ein paar Arbeiterinnen drin sind. Also lieber etwas länger warten.

Aufgefallen ist besonders, dass das Nest sehr sauber ist. Nur eine Kotecke, der Vorbau sauber, der Schlauch zwar verengt, aber auch sauber. Natürlich befinden sich auch gestorbene Arbeiterinnen im verlassenen Nest, viele Milben und wenige noch ziemlich kleine Wachsmottenlarven.

Wie immer habe ich das leere Nest verbrannt, den Kasten gründlich mit kochendem Wasser gespült und geschruppt und eingelagert für das nächste Frühjahr.

Hummelsaison 2012 wohl bald vorbei

Das war es dann wohl. Bis auf drei Baumhummelnester ist hier nicht mehr viel los in meinen Hummelpensionen. Und auch dort hat der rege Flugverkehr bereits deutlich abgenommen. Ich denke in spätestens drei bis fünf Wochen ist hier alles vorbei. Nestkontrollen kann ich derzeit keine machen denn es ist zu kalt und regnet immer wieder. :cry:

In meinem Garten blüht es reichlich, besonders Mädchenauge, Sonnenbraut, Agastache, und Lavendel wird gerne von allerlei Insekten – vor allem Hummeln – gerne Besucht. Meine Hummelhäuser sind nun fest ein gewachsen in ein Blütenmeer. :razz:

In den letzten Tagen sehe ich vermehrt Erdhummelköniginnen, die ganz weiß vor Blütenstaub in den Hibiskusblüten herumkraxeln. Sieht lustig aus und ist nett anzusehen.

Hummelmagnet: Agastache

Tja, mal zufällig habe ich beim YouTube durchzappen die Agastache “Blue Fortune” entdeckt. HIER das Video dazu. Das wollte ich auch mal ausprobieren und habe mir 5 x die im Video vorgestellte Gattung im 9 cm – Topf bei eBay von einer Staudengärtnerei für wenig Geld gekauft. Die Pflanze entwickelt sich als totaler Insektenmagnet. Umher stehen prächtige Lavendel-Stauden, aber die Agastache wird bevorzugt angeflogen. Den ganzen Tag sind da von Schmetterlingen über Hummeln bis Honigbienen ständig Insekten am schlürfen. Täglich öffnen sich neue Blüten.

Sie ist etwa 120 cm hoch und stabil, also fällt nicht so leicht um trotz den Stürmen und Sommergewittern der letzten Tage.

Ich freue mich schon, wenn die Stauden in den nächsten Jahren voluminöser werden. Hoffentlich sind sie so winterhart wie beschrieben.

Baumhummeln haben Hochsaison

In den letzten Tagen habe ich – unter Einsatz meines Lebens ;-) – die Baumhummelvölker mal wieder kontrolliert. Ich überlege nun ernsthaft, ob ich mir so einen Imker-Astronautenanzug kaufen soll. Denn bei einer Nestkontrolle der Baumhummeln braucht man starke Nerven. Der Puls steigt dabei auf etwa 200 und danach hat man Adrenalin wie nach einem Fallschirmsprung. Auf dem Bild sieht man hinter der verschmutzten Klappe eine der dauerhaft platzierten Wächterinnen. Trotzdem: Bleibt man ruhig, dann passiert nichts.

Vorweg: Die Baumhummeln sind allesamt (ich habe 5 Völker, drei davon sehr stattlich) richtige Saubären. Das heisst die kacken alles voll, verkleben die Eingangsklappen die ich dadurch täglich putzen muss. Der Vorbau dient als Klo und Müllablage, wir haben es hier wohl mit den wildesten aller Hummelarten zu tun. Im Umkreis von 2 m vor der Klappe wird man von Wächterinnen angeflogen und angestubst (ähnlich wie sie andere Hummeln von Blüten vertreiben). Bisher bin ich noch nicht gestochen worden.

Es herrscht reger Flugbetrieb. Das Video hier ist wahllos. Einfach davor gesetzt und auf  “Start” gedrückt. So geht es den ganzen Tag zu. Und das bei 33 Grad im Schatten. Die Arbeiterin die den Purzelbaum macht, macht das jedes mal. Sehr elegant, wie ich finde.

Wie sauber ist dagegen z. B. ein Ackerhummelnest, kein Vergleich (siehe Klappe, die vor lauter Dreck nicht mehr Recht verschließen mag, nach dem Video habe ich die Klappe geputzt.).

Das schöne daran: Ich habe wirklich viele, ja sehr viele riesige Königinnen. Ich schätze manche auf gut 30 mm. Es sind tatsächlich sehr große Tiere. Viele davon sind noch sehr jung, das erkennt man am Umgang mit der Klappe. Das “zufüttern” der letzten Wochen hat sich also gelohnt. Stolze Exemplare mit beeindruckend tiefem Fluggeräusch. :shock:

Bei den Wiesenhummeln ist es wohl bald vorbei. Da herrscht nur noch wenig Flugverkehr.

Erste Nestkontrolle Wiesenhummel

Heute war ich dann doch mal Neugierig. Seit Anfang März hatte sich dort  in Haus 7 eine Wiesenhummel selbst angesiedelt. Ich wollte also zum ersten mal in dieser Hummelsaison prüfen ob denn bei diesem Hummelnest alles in Ordnung ist. ;-)

Von außen ist alles OK. Guter Flugverkehr, und an meinem Futterstand in etwa 5m Entfernung sehe ich die Damen auch immer auftanken bevor sie auf Pollensuche gehen. :-)

Heute konnte ich es wagen mit ruhigen Gewissen das Nest zu betrachten. Die Hitzewellen der letzten Tage die auf die extreme Kälte folgten sind vorbei. Gemütliche 25 Grad und keine Änderungen in Sicht. Optimal um nach dem Rechten zu sehen.

Also den Kartondeckel geöffnet und erst einmal sieht man nicht viel. Oben links sieht man die Kotecke, übergehend in die Nistkugel vollkommen mit Wachs verschlossen.

Keine wild auffliegenden Hummeln wie kürzlich bei den Baumhummeln. Alles friedlich.

Also ganz, ganz vorsichtig das verwachste Kapok beiseite geklappt und die Nestkugel kam zum Vorschein. Es zieht sich von unten Links nach oben links und belegt etwa das linke Drittel des Kartons.

An einer Stelle links unten habe ich vorsichtig die Kugel geöffnet. Nicht zu viel, ich will ja nicht unnötig stören.

Das sieht doch alles ganz gut aus. Gefüllte Pollentöpfchen, glänzender Nektar und viel Brut! Wachsmotten sehe ich keine, also Wachsdeckel wieder drauf, Kapok wieder zurück-geklappt. Deckel drauf. Fertig.

Kuckuckshummel übernimmt schwaches Baumhummelnest

Neugierig wie ich bin habe ich heute mal bei einem der Sorgenkinder das Nest geöffnet um auf den aktuellen Stand zu kommen. Geschätzte 1-2 ziemlich große Arbeiterinnen der Baumhummel fliegen dort ein- und aus. Mehr nicht. Oder sagen wir es so:  Mehr hatte ich bisher nicht gesehen.

Als ich den inneren Karton öffnete, entdeckte ich sehr deutlich den Nesteingang. Vorsichtig erweiterte ich diesen indem ich das Kapock rundum etwas beiseite schob. Und wer guckt mich da seelenruhig an? Eine ziemlich große Bärtige Kuckuckshummel-Königinn. Natürlich bin ich mir mit der genauen Bestimmung nicht 100%ig sicher. Zu leicht kann man sie mit der “Kinnbacken-Kuckuckshummel”oder der “Krugkuckuckshummel” verwechseln. Selten ist sie wahrscheinlich dennoch und natürlich darf sie bleiben.

Als ich das Haus wieder verschloss und anfing diese Zeilen hier zu schreiben läutete das Telefon: Wie gerufen, wie ausgemacht war es Jürgen Börner. Bekannt durch seine großartige Internetseite über Hummeln. Und als ich gerade anfing ihm zu erzählen, dass ich einen Kuckuck habe, da flog sie auch schon aus dem Haus, direkt an meiner Nase vorbei. Machte einen kleineren Orientierungsflug und schwirrte ab zu Nachbars Garten über die Häuser.

Ich hoffe, meine Kamera kommt irgend wann mal von der Reparatur zurück, dann kann ich auch wieder schärfere Bilder liefern…

 

 

Hummelsaison 2012 – Zwischenstand

So, wieder mal Zeit sich etwas Überblick zu verschaffen:

  • Haus  1: -leer-
  • Haus  2: -leer-
  • Haus  3: Baumhummel
    Die späte Selbstansiedelung hat inzwischen aufgegeben. Sie hatte etwa nur 10-15 Arbeiterinnen
  • Haus  4: Steinhummel
    Wurde, wie kürzlich berichtet durch Wachsmotten komplett zerstört und deshalb in einen neuen Karton umgesiedelt. Im neuen Heim bauen die geschätzten 5-10 Hummeln aber wieder. Kapok wird umgelagert, Lüftungslöcher erstellt. Ob das noch was wird ist fraglich. Keine Ahnung ob die Königin noch da ist. Einige Steinhummeln hatten sich bei der Umsiedlung im Schlauch versteckt. Aber hören konnte ich sie deutlich.
  • Haus  5: Baumhummel
    Da ist sehr viel los, das Nest ist gut entwickelt. Königinnen fliegen.
  • Haus 6: Baumhummel
    Ein riesen Nest, überall schwirren aktuell Drohnen ums Haus. Der Karton im Hummelhaus ist voll ausgebaut. Sehr sehr viele Königinnen!
  • Haus 7: Wiesenhummel
    Macht mir sehr viel Freude. Sehr erfreulich entwickelt. Da habe ich heute zum ersten mal ins Nest geschaut. Bericht folgt!
  • Haus  8: Baumhummel
    Holt inzwischen auf und ist ähnlich gut entwickelt wie Haus 5.
  • Haus  9: Baumhummel
    Viel Königinnen und Drohnen fliegen. Scheint ein gut entwickeltes Nest zu sein.
  • Haus 10: -leer-
  • Haus 11: Bärtige Kuckuckshummel (Bestimung nicht eindeutig)
    Tja, das habe ich heute entdeckt. Die sehr schwache Baumhummel die darin sehr spät sich selbst angesiedelt hat musste wohl weichen. Die Bärtige Kuckuckshummel hat mit den geschätzten zwei Baumhummelarbeiterinnen aber auch erst einen Nachwuchs. Sie fliegt selbst aus um Nektar zu besorgen.
  • Haus 12: -leer-