Bombus diversus

Hummeln aus aller Welt
Bombus diversusBombus diversus ist eine ostasiatische Hummelart, die vor allem in Japan weit verbreitet ist. Sie zeichnet sich durch eine extreme physiologische Anpassung an tiefkehlige Blüten aus und spielt eine fundamentale Rolle in der Erforschung der evolutionären Co-Evolution zwischen Pflanzen und Bestäubern.

Die Art gehört zur Untergattung Thoracobombus. Das herausragendste Merkmal von Bombus diversus ist ihre außergewöhnliche Rüssellänge. Sie gehört weltweit zu den langrüsseligsten Hummelarten überhaupt.

Die Färbung des Pelzes ist relativ gleichmäßig und unterscheidet sich deutlich von europäischen Arten: Der gesamte Körper, von Thorax bis zum Hinterleib, ist überwiegend von dichten, hell rötlich-braunen bis gelb-bräunlichen Haaren bedeckt. Lediglich die Unterseite des Körpers und die Beine zeigen dunklere bis schwarze Töne.

Geografische Verbreitung und Lebensraum

Bombus diversusDas Hauptverbreitungsgebiet von Bombus diversus liegt in Japan, wo sie auf den Hauptinseln Honshū, Shikoku und Kyūshū die dominierende Hummelart darstellt. Eine Unterart (Bombus diversus tersatus) ist zudem auf der nördlichen Insel Hokkaidō heimisch. Darüber hinaus gibt es Vorkommen in angrenzenden Regionen Ostasiens, wie dem Osten Russlands und Teilen Koreas. Sie besiedelt Laub- und Mischwälder, Waldränder, traditionelle japanische Kulturlandschaften (Satoyama) sowie ländliche Gärten und Parks.

Brutbiologie und Zuordnung

Bombus diversus wird biologisch eindeutig den Pocketmakern zugeordnet. Die Art nutzt bevorzugt unterirdische Hohlräume wie alte Nagetierbauten, nistet gelegentlich aber auch oberirdisch in dichter Streuschicht, verlassenen Vogelnestern oder in Hohlräumen von Gebäuden.

Ökologische Bedeutung

Bombus diversusAufgrund ihres extrem langen Rüssels ist Bombus diversus die exklusive Bestäuberin für eine Vielzahl ostasiatischer Pflanzenarten, deren Nektar tief in langen Blütenkronen verborgen liegt. Sie ist das klassische Lehrbuchbeispiel für Co-Evolution: Viele japanische Pflanzen haben ihre Blütenform im Laufe der Evolution exakt auf die Rüssellänge dieser Hummel angepasst. Zu ihren Schlüsselpflanzen gehören:

  • Eisenhut-Arten (Aconitum): Die hochgiftigen und komplex gebauten Blüten des Eisenhuts in den japanischen Bergwäldern werden fast ausschließlich von Bombus diversus erfolgreich bestäubt.
  • Taubnesseln (Lamium) und Springkräuter (Impatiens): Diese tiefkehligen Blütenformen profitieren maßgeblich von der Rüssellänge der Art.

Da sie den Nektar regulär von vorne erreicht, betreibt sie im Gegensatz zu kurzrüsseligen Arten keinen Nektarraub durch das Aufbeißen von Blüten, sondern garantiert eine effektive Bestäubung.

Quelle Bild

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Stefan

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Töging am Inn (Südostbayern), 398m