Höhenhummel (Bombus sichelii)
Die Höhenhummel (Bombus sichelii), auch Sichel-Hummel genannt, ist eine alpine Hummelart, die vor allem in hoch gelegenen Gebirgsregionen Europas vorkommt. Ihr Verbreitungsgebiet konzentriert sich auf die Alpen, Teile der Pyrenäen sowie weitere Gebirge in Mittel- und Osteuropa. Sie ist typisch für kühle, offene Lebensräume und wird häufig in Höhenlagen zwischen etwa 1.900 und 2.700 Metern über dem Meeresspiegel gefunden. Dort besiedelt sie blütenreiche alpine Matten, offene Weiden und locker bewaldete Berghänge, wo sie genügend Nahrung und geeignete Nistplätze findet.
Die Art gilt als sogenannter „polylektischer“ Bestäuber, das heißt, sie nutzt viele verschiedene Blütenpflanzen zur Nahrungsaufnahme und ist nicht auf eine einzelne Pflanzenart spezialisiert.
Eine besondere Anpassung der Höhenhummel ist ihre Fähigkeit, auch in sehr kühlen Umgebungen aktiv zu sein. Wie andere Hummeln kann sie durch Muskelzittern ihre Körpertemperatur stark erhöhen und dadurch selbst bei niedrigen Umgebungstemperaturen flugfähig bleiben. Diese thermische Regulation ermöglicht es ihr, in alpinen Regionen zu überleben, in denen viele andere Bestäuber nicht mehr aktiv sein können.
In Bezug auf ihre Lebensweise ist die Höhenhummel eng an strukturreiche, extensiv genutzte Landschaften gebunden. Sie benötigt kontinuierlich verfügbare Blühpflanzen während der gesamten Aktivitätszeit im Sommer, da ihre Kolonien im Vergleich zu einigen Tieflandarten eher klein bleiben. Dadurch reagiert sie empfindlich auf Veränderungen in der Landnutzung, insbesondere auf intensive Beweidung, Klimawandel und den Verlust artenreicher Bergwiesen. Diese Faktoren können ihre Lebensräume fragmentieren und das Nahrungsangebot einschränken.
Trotz dieser möglichen Gefährdungen gilt die Art in manchen Regionen noch nicht als stark bedroht, etwa in der Schweiz, wo sie lokal stabile Bestände aufweist. Dennoch wird sie in der Forschung als eine Art betrachtet, die besonders gut geeignet ist, um die Auswirkungen von Klimaveränderungen in Hochgebirgen zu untersuchen, da sie sehr spezifisch an kühle Lebensräume angepasst ist.
Zusammenfassend ist Bombus sichelii eine hochspezialisierte Hummelart der Gebirge, deren Überleben stark von intakten, blütenreichen Bergökosystemen abhängt. Sie zeigt eindrucksvoll, wie eng Insekten an klimatische Bedingungen angepasst sind und wie empfindlich solche Systeme auf Umweltveränderungen reagieren.
Quellen
- Eurac Research: Artenprofil Bombus sichelii (Höhenhummel), Lebensraum, Verhalten und Thermoregulation
- Fragmenta Faunistica (2025): Verbreitung und Populationsstruktur von Bombus sichelii in Europa (Polen)
- Applied and Fundamental Research Journal: Habitatpräferenzen und Verbreitung in Nordeurasien
- Swiss Nature: Nachweise und Lebensräume in alpinen Regionen
- Bild: commons.wikimedia.org
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Stefan aktualisiert.
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