Vierfarbige Kuckuckshummel (Bombus quadricolor)
Die Vierfarbige Kuckuckshummel (Bombus quadricolor) ist eine der weniger bekannten Arten innerhalb der Kuckuckshummeln. Wie alle Arten dieser Gruppe bildet sie keinen eigenen Staat mit Arbeiterinnen, sondern lebt als Brutparasit in den Nestern anderer Hummelarten. Ihre Fortpflanzung ist vollständig davon abhängig, dass sie geeignete Wirtsvölker findet, deren Arbeiterinnen später ihre Brut aufziehen. Als Wirt dient ihr vor allem die Helle Erdhummel (Bombus lucorum), daneben auch die Distelhummel (Bombus soroeensis).
Die Art ist in weiten Teilen Europas verbreitet, von den Britischen Inseln bis in asiatische Gebiete, und kommt auch in ganz Deutschland vor. Regional gilt sie dennoch als selten und wird nur unregelmäßig nachgewiesen, in Deutschland führt die Rote Liste sie als stark gefährdet. Sie besiedelt vor allem extensiv genutzte Wiesen, sonnige Waldränder und offene Graslandschaften mit reichem Blütenangebot. Wie bei anderen Kuckuckshummeln ist ihre Verbreitung eng an das Vorkommen der Wirtsart gekoppelt, weshalb sie nur dort auftreten kann, wo ausreichend große Populationen der Hellen Erdhummel existieren.
Der Name „Vierfarbige Kuckuckshummel” bezieht sich auf ihre auffällige Körperzeichnung, die mehrere Farbzonen aus Gelb-, Schwarz- und manchmal rötlichen oder bräunlichen Tönen umfasst. Diese Färbung kann allerdings variieren und führt dazu, dass die Art leicht mit ihrer Wirtin, der Hellen Erdhummel, verwechselt wird. Ein Unterschied ist die auffallend dunkle Flügelfärbung; zudem fehlt der Art die helle Querbinde auf dem zweiten Hinterleibssegment. Auch deshalb ist sie in der Natur schwer zu bestimmen und wird häufig nur durch Experten oder genetische Analysen sicher identifiziert.
Im Vergleich zu ihrer Wirtsart wird Bombus quadricolor deutlich seltener beobachtet, weshalb über einzelne Aspekte ihrer Biologie weniger bekannt ist. Die Art bildet nur eine Generation im Jahr: Überwinterte Weibchen fliegen etwa von Mitte April bis Mitte August, Jungweibchen und Männchen von Mitte Juli bis Ende September. Aufgrund ihrer Bindung an eine einzelne Wirtsart reagiert sie empfindlich auf Umweltveränderungen, insbesondere auf den Verlust artenreicher Wiesen und die Fragmentierung von Lebensräumen.
Bombus quadricolor zeigt damit beispielhaft, wie eng Kuckuckshummeln an einzelne Wirtsarten gebunden sind und wie stark ihr Fortbestand von der Stabilität der jeweiligen Wirtspopulation abhängt.
Quellen
- Discover Life – Bombus quadricolor (Taxonomie & Verbreitung)
- wildbienen.de – H.-J. Martin: Vierfarbige Kuckuckshummel (Wirt, Maße, Flugzeit, Rote Liste)
- Wikipedia – Vierfarbige Kuckuckshummel
- Fauna Europaea – Daten zur europäischen Verbreitung
- Natural History Museum (UK) – Bumblebee systematics
- Bumblebee Conservation Trust – Kuckuckshummeln allgemein
- inaturalist.org
- inaturalist.org
- inaturalist.org
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Stefan aktualisiert.
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