Kinnbacken-Kuckuckshummel (Bombus maxillosus)

Kinnbacken-KuckuckshummelDie Kinnbacken-Kuckuckshummel (Bombus maxillosus) ist eine seltene und dunkel gefärbte Form aus der Gruppe der Kuckuckshummeln. Wie andere parasitische Hummeln bildet sie keinen eigenen Arbeiterinnenstaat, sondern nutzt die Nester anderer Hummelarten, um ihre Nachkommen aufzuziehen. Molekulargenetische Untersuchungen aus dem Jahr 2011 haben gezeigt, dass sich Bombus maxillosus und die Bärtige Kuckuckshummel (Bombus barbutellus) genetisch nicht unterscheiden. Die früher als eigene Art geführte Kinnbacken-Kuckuckshummel gilt seither als Synonym von Bombus barbutellus und wird als deren dunklere Farbform betrachtet, deren morphologische Unterschiede offenbar auf innerartlicher Variation beruhen.

Kinnbacken-KuckuckshummelDie Form kommt von Nordeuropa bis nach Kleinasien und Sibirien vor, mit Nachweisen unter anderem aus Österreich, der Schweiz, Süddeutschland sowie Teilen Süd- und Osteuropas. Als Wirte dienen vor allem die Tonerdhummel (Bombus argillaceus) und die Feldhummel (Bombus ruderatus). Ohne geeignete Wirtsnester ist keine Fortpflanzung möglich, weshalb das Vorkommen der Kinnbacken-Kuckuckshummel eng an die Bestände dieser beiden Wirtsarten gebunden ist. Die Flugzeit umfasst eine Generation im Jahr: überwinterte Weibchen sind von Mai bis Juni aktiv, Jungweibchen und Männchen von August bis Oktober. Als polylektische Art besucht sie ein breites Blütenspektrum, etwa die Purpurrote Taubnessel.

Kinnbacken-KuckuckshummelDer deutsche Name „Kinnbacken-Kuckuckshummel” bezieht sich auf die kräftigen Mundwerkzeuge der Tiere. Diese Struktur dürfte beim Eindringen in fremde Nester und bei Auseinandersetzungen mit Arbeiterinnen des Wirtsvolkes eine Rolle spielen. Kuckuckshummeln besitzen allgemein einen robusteren Körperbau und eine stärkere Panzerung als staatenbildende Hummeln. Da sie selbst keinen Pollen eintragen müssen, fehlen ihnen zudem die typischen Pollensammelstrukturen an den Hinterbeinen, wie sie bei Arbeiterinnen anderer Hummelarten vorkommen.

Über die genaue Biologie der Kinnbacken-Kuckuckshummel ist vergleichsweise wenig bekannt, da sie selten beobachtet wird und schwer von der helleren Form der Bärtigen Kuckuckshummel zu unterscheiden ist. Veränderungen der Landnutzung und ein Rückgang der Wirtsarten Tonerdhummel und Feldhummel können sich langfristig auf ihre Bestände auswirken.

Quellen

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