Gelbe Alpenkuckuckshummel (Bombus flavidus)
Die Gelbe Alpenkuckuckshummel (Bombus flavidus) ist eine seltene und spezialisierte Hummelart aus der Gruppe der Kuckuckshummeln. Anders als gewöhnliche Hummeln bildet sie keinen eigenen Arbeiterinnenstaat. Stattdessen lebt sie parasitisch und nutzt die Nester anderer Hummelarten, um ihre eigenen Nachkommen aufzuziehen. Dieses Verhalten ähnelt dem Brutparasitismus von Kuckucksvögeln, weshalb die Gruppe den Namen „Kuckuckshummeln” erhalten hat.
Die Art gilt seit einer taxonomischen Revision aus dem Jahr 2021, bei der sie mit der nordamerikanischen Bombus fernaldae zusammengeführt wurde, als die am weitesten verbreitete Hummelart der Welt: Ihr Vorkommen reicht von Europa über Sibirien bis nach Nordamerika. In Europa liegt der Schwerpunkt in kühlen und gebirgigen Regionen, etwa den Alpen, Skandinavien und weiteren nördlichen oder hochgelegenen Gebieten. Sie lebt dort bevorzugt in alpinen Wiesen, Bergheiden und blütenreichen Graslandschaften, kommt aber auch in Nadelwäldern vor. Wie alle Kuckuckshummeln ist sie eng an das Vorkommen ihrer Wirtsarten gebunden, denn ohne geeignete Wirtsvölker kann sie sich nicht fortpflanzen.
Typisch für Bombus flavidus ist ihre gelbliche bis hell behaarte Färbung, die ihr den deutschen Namen Gelbe Alpenkuckuckshummel gegeben hat. Weibchen erreichen eine Körperlänge von etwa 17 bis 18 Millimetern, Männchen sind mit 11 bis 15 Millimetern etwas kleiner. Wie viele Kuckuckshummeln besitzt sie einen kräftigen Körperbau und einen relativ starken Chitinpanzer. Diese Anpassungen helfen ihr dabei, in fremde Nester einzudringen und sich gegen Angriffe der Wirtsarbeiterinnen zu verteidigen.
Als Hauptwirt gilt die Heidehummel (Bombus jonellus), vereinzelt wird auch die Berglandhummel (Bombus monticola) als Wirtsart genannt. Da Bombus flavidus vergleichsweise selten beobachtet wird, sind detaillierte Angaben zur Häufigkeit der einzelnen Wirtsbeziehungen dennoch lückenhaft.
Die Gelbe Alpenkuckuckshummel gilt als empfindlich gegenüber Umweltveränderungen. Da sie sowohl geeignete Lebensräume als auch stabile Populationen ihrer Wirtsarten benötigt, reagiert sie besonders sensibel auf den Verlust alpiner Blühflächen, intensive Landnutzung und den Klimawandel. Steigende Temperaturen können dazu führen, dass sich alpine Lebensräume verkleinern und spezialisierte Gebirgsarten zunehmend unter Druck geraten.
Quellen
- Bumblebee Conservation Trust: Informationen zu Kuckuckshummeln und alpinen Arten
- Discover Life – Bombus flavidus Taxonomie und Verbreitung
- Fauna Europaea – Daten zur europäischen Verbreitung
- Williams, P. H. et al.: Bumblebees of the World – Taxonomy and Ecology
- Wikipedia: Kuckuckshummeln – Übersicht der Wirtsarten
- Bild: Wikimedia Commons
- Bild: M. Keil – observation.org
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Mitsch Keil aktualisiert.
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