Michel: Lagebericht und Schlechtwetter

Meine Steinhummel bewohnt nun schon seit 19, die Wiesenhummel seit 18 und die Gartenhummel seit 6 Tagen ihr Nest.

Bei Wiesenhummel und Steinhummel dürften bald Arbeiterinnen erscheinen.

Doch leider ist das Wetter derzeit herzlich schlecht. Regen, regen, regen und das seit 2 Tagen. Sollte man zufüttern oder ist der Vorrat in Nest für solche Schlechtwetterperioden ausreichend? Naturnester müssen ja auch irgendwie über die Runden kommen, oder?

Viele Grüße
Michel

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Kay: Ackerhummeln

In meinem Garten sind ziemlich viele Ackerhummeln aus den Nestern vom vorjahr umhergeflogen.Ich konnte 5 Nestgründungen im Garten und drei in meinen nistkästen am Fenster beobachten.Die fensterrahmen sind aus Holz sodass ich Löcher durchbohren konnte und eine verbindung zum inneren machen konnte.Die kästen stehen von innen auf dem fensterbrett.Eine Königin hat bereits Nachwuchs,die anderen beiden stehen kurz davor.Mit stein und erdhummeln hatte ich dieses Jahr kein Gück da diese aufgrund von Parasitenbefall sehr stark dezimiert waren

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Angelika, Berg.Land: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände

>Hallo, auch hier gibt es wenige Hummeln und wenige Bienen. Vor ein paar Tagen dachte ich noch, jetzt geht´s los, weil ich drei suchende Hummelköniginnen an einem Tag gesehen habe. Das war´s dann aber auch. Grüße, Angelika

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susanne: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände

Hallo Barbara,
ich habe letztes Jahr schon wegen der Varroamilbe das Summen der Bienen im Garten vermisst. Es war erschreckend still. Dieses Jahr haben sich die Bienenbestände immer noch nicht erholt, in den letzten Monaten habe ich vielleicht 10 Stück gesehen, obwohl ich 6 große Obstbäume im Garten habe und jede Menge Staudenbeete. Nahebei gibt es zudem ausgedehnte Kleingartenflächen.

Bei den Hummeln bin ich mir nicht sicher. Ich fand das Hummelaufkommen dieses Jahr gering, hab das aber bisher aufs ungünstige Wetter und auf meinen dringenden Wunsch geschoben, alle (neuen)Nistkästen zu besiedlen. Wenn man so begierig wartet, erscheint einem ja alles zu wenig.

Dein Beitrag lässt meine Beobachtungen jetzt aber in einem anderen Licht erscheinen. Letztes Jahr gab es tatsächlich mehr Hummeln, ich erinnere mich an die kleinen Sammlerinnen auf den Stachel- und Johannisbeeren, die fehlten dieses Jahr fast ganz. Ackerhummeln gibt es kaum, dafür aber am Anfang mehr Erdhummeln als letztes Jahr. Da hat dann wirklich das schlechte Wetter seinen Tríbut gefordert.

Ich bin schockiert über den starken Ausfall bei euch. Wenn es an den Spritzmitteln liegt, erklärt das auch, warum in den Städten (Hamburg, hier in Hannover)der Verlust etwas weniger zu spüren ist. In der Bebauung wird nicht so großflächig gepanscht werden, wie in der freien Landschaft.

Grüße von Susanne

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Stefan Lennertz: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände

Hallo,

bei uns ist es ebenfalls sehr dünn geworden mit der Hummel- und Bienenpopulation. Im Moment habe ich immer noch die Hoffnung das es auf die zur Zeit noch kühlen Temperaturen und den letzten langen Sommer zurückzuführen ist. Also das noch viele aus dem Winterschlaf erwachen werden.

Gruß,
Stefan

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Volker Fockenberg: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände

Hallo Barbara,

auch in unserer Gegend (nördliches Ruhrgebiet) gibt es dieses Frühjahr erschreckend wenig Hummeln.
Der engagierte Bio-Imker Klaus Maresch hat zum “Bienensterben” die wertvolle Internetseite “www.bienensterben.info” erstellt. Dort kann man sich ausführlich über die voraussichtlichen Ursachen des Hummel- und Bienensterbens informieren und sogar eine Petition gegen das gefährliche Pestizid unterzeichnen.

Zur weiteren Information habe ich auch einen Bericht von pressetext.austria, Redakteur: Wolfgang Weitlaner, email: weitlaner@pressetext.at beigefügt.

Pestizid rottet 90 Mrd. Bienen aus
Imker in Süd-Frankreich klagen über Totalverlust

Paris (pte, 02. Mär 2004 11:00) – Das Pestizid Imidacloprit wird für ein Massensterben von Bienen in Süd-Frankreich verantwortlich gemacht, berichtet BBC-News http://news.bbc.co.uk heute, Dienstag. Die Chemikalie hat seither rund 90 Mrd. Bienen getötet. Neben der Katastrophe für die Honigproduktion fürchten Experten auch massive ökologische Probleme durch das Massensterben der Insekten.

Imidacloprit, das auch unter dem Industrienamen Gaucho vertrieben wird, steht schon seit mehreren Jahren in Verdacht der Bienenpopulation Schaden zuzufügen. Eine Londoner Zeitung berichtete, dass französische Imker vor zehn Jahren, damals wurde das Pestizid das erste Mal verwendet, über Desorientierung und Sterben ihrer Bienen berichteten. “Die Honigproduktion in der Region fiel innerhalb weniger Jahre um 60 Prozent”, berichtet Jean-Marie Sirvins, Vorsitzender des französischen Imkerverbandes. “Frankreich muss seither mehr als 24.000 Tonnen Honig importieren”, so Sirvins.

Die Pestizid-Hersteller, unter anderem Bayer Crop Sciences, bestreiten aber jegliche Schuld. Tatsächlich haben Wissenschaftler zwei Jahre lang im Auftrag des französischen Landwirtschaftsministeriums alle Studien zum Pestizid Imidacloprid neu ausgewertet. Insgesamt waren das 483 Analysen, Veröffentlichungen und Dokumente. “Fast alle Ergebnisse haben wir aber als nicht relevant eingestuft”, erklärt Jean-Marc Bonmatin vom Nationalen Zentrum für wissenschaftliche Forschung (CNRS) in Paris. Zu viele Studien wären vom Pestizid-Hersteller Bayer durchgeführt oder in Auftrag gegeben worden. Die Experten finden die Ergebnisse der Untersuchungen nicht objektiv. Lediglich zehn Untersuchungsergebnisse lieferten verwertbare Daten. Nach Angaben der Umweltgruppe “Coordination gegen Bayer-Gefahren” http://www.CBGnetwork.de wurde eine mehr als 100 Seiten umfassende Studie im Auftrag des französischen Landwirtschafts-Ministeriums von den Universitäten Caen und Metz sowie vom Institut Pasteur erstellt, in dem die Gefahr des Pestizids erneut bestätigt wird.

Bayer Crop Sciences weist die Vorwürfe der Kritiker als unhaltbar zurück. Die Experten vermuten, dass die jährlich rund 600 Mio. Euro, die mit dem Verkauf umgesetzt werden, ein Mitgrund dafür sind, dass sich der Pharma-
und Chemieriese gegen das Verbot so heftig zur Wehr setzt. In Frankreich wurde das Pestizid bereits vor fünf Jahren auf Sonnenblumenfeldern verboten. Grund war auch damals die Angst vor negativen Auswirkungen auf Bienen. Doch nach den Angaben der Imkerverbände ist das Sterben seither nicht zurückgegangen. Nun werden die Anwendungen des Pestizids im Maisanbau verantwortlich gemacht.

Nach Frankreich überlegen nun auch die Briten Einschränkungen von Imidacloprit. Bienen-Experten vermuten nämlich, dass die Chemikalie die Bienen schwächt. Damit werden sie leichter Opfer von Varroa-Milben. “Die meisten Menschen denken, wenn sie vom Bienensterben hören, an den Verlust der Honigproduktion und vergessen dabei die wertvolle Arbeit der Insekten beim Bestäuben von Pflanzen. Dabei ist dies der größte Grund zur Sorge”, so Richard Jones von der International Bee Research Association http://www.ibra.org.uk . (Ende)

Grüße von Volker

www.wildbiene.com

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Manfred: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände

Hallo Barbara,

hier am Stadtrand von Hamburg ist gegenüber dem Vorjahr eher eine Zunahme als eine Abnahme der Population der kulturfolgenden Hummelarten festzustellen. Von der Tendenz her hat es mehr nestsuchende Königinnen als geeignete Nistplätze gegeben.

Gruß aus HH
Manfred

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Barbara Thomas: NRW-VIE: Hummelschwund auf 1-5% der Vorjahresbestände

Werte Hummel-Fans,
schon im März ist mir der enorme Hummel-Mangel aufgefallen, nun erschlägt er mich geradezu. Hier im NW des Kreises Viersen sind es höchstens 2% der Bestände der letzten ca. 10 JahBei bestem Wetter radle ich km-lang an Roten, Weißen u.a. Taubnesseln entlang (natürlich auch an paar weiteren bei Hummeln beliebten Schmetterlings- und Lippenblütlern) + sehe selbst bei schönstem Wetter höchstens 5 Hummeln/Tag!!! Auch einem bez. Hautflüglern sensiblisierten Bekannten, der im Zentrum des Kreisgebiets lebt, ist der enorme Hummel-Mangel aufgefallen. Bemerkenswert ist, daß der NW des Kreises sich durch einen hohen Anteil an NSG auszeichnet, in denen größtenteils nur extensive (Grün-)Landwirtschaft betrieben wird (allerdings gibts jede Menge intensiv begiftete Baumschulflächen!). Ähnliches scheint Armin Krenz aus dem nahegelegenen Kreis Neuss (Forum am 3.5.) zu beobachten.

Am 30.4. sprach ich mit einem hiesigen Imker, der sich leider sehr unpräzise auszudrücken pflegt: wie oft er denn dieses Jahr Hummeln sähe? Als hätte ich 1 gut geschüttelt Bierfaß angestochen: Da is überhaupt nix, auch Wespen nicht und Bienen, + die Obstbäume hätte keinen Fruchtansatz. Nicht nur seine Bienen seien alle letztes Jahr kaputt gegangen, als im Oktober der Raps gespritzt worden sei. Der Imkerverband habe auf Schadensersatz geklagt, 100.000 Mark (? wohl Euro) hätten “die” zahlen müssen, aber das käm ja aus der Portokasse. Ich: war das nur im Kreis VIE, oder hat er gehört, daß dies auch woanders passiert ist? Er: nur vom Ks. VIE gehört. Ich: wie das Mittel denn heiße? Er: ??

Inzwischen verdichten sich die Hinweise, daß das (u.a.?) von Bayer hergestellte Mittel “Gaucho” bzw. Imidacloprid verantwortlich ist. Wurde der Einsatz in der BRD legalisiert? Ich konnte mir letztes Jahr Anfang Juni nicht erklären, wieso in NE-Griechenland die Auge und Nase erfreuenden, riesigen, wildblütenreichen Flächen praktisch Wildbienen-frei waren (Heuschrecken gabs dagegen in der zu erwartenden Artenvielfalt und Dichte)- jetzt dämmerts mir.
Wohlgemerkt: Es geht nicht um den allenthalben zu beobachtenden schleichenden Schwund aller Blütenbesucher (schon allein, weils immer weniger Wildkräuter gibt), sondern um einen mit dem Wetter + mit der – trotz allen gegenteiligen Gelabers – langfristig immer naturfeindlicheren Landwirtschaft nicht zu begründenden Bestandszusammenbruch von 2003 auf 2004 von 100 (hypothetisch fürs Vorjahr angesetzt, das sich bez. Hummeldichte von den vorangegangenen Jahren nicht spürbar unterschied) auf 1 – 5.
Wie sieht es vor Ihrer Haustür mit der Hummeldichte aus?

Dipl.- Biol.
Barbara Thomas

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Manfred: Zufüttern????

Hallo,

welchen Sinn hat das Zufüttern in dieser Zeit? Es herrscht im April/Mai ein Wettbewerb der Pflanzen um die Bestäuber und nicht umgekehrt. Bei mir benötigen die Arbeiterinnnen derzeit ca. 7 min zum Nektar sammeln und 20 min für Pollen. Bei den Steinhummeln sind 3 Arbeiterinnen (ich schätze es gibt dort 10-12 Images) für die Volksversorgung ausreichend. Bei den Erdhummeln sitzt ein Teil der Sammlerinnen arbeitslos auf der Polsterwolle, da die Honigtöpfe voll sind. Ich bin der Meinung ein Zufüttern sollte nur bei offensichtlicher Not erfolgen und dann dürfte im Regelfall frischer!!! Polen genau so wichtig wie Nektar sein.

Gruß aus HH
Manfred

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