Drei Eingänge, ein Nest? Oder doch drei Nester?

  • Dieses Thema hat 3 Antworten sowie 2 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 2 Wochen, 6 Tagen von StefanStefan aktualisiert.
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  • #94507
    Mitsch Keil
    Forenmitglied
      • DE 50129
      • 90m

      Kurioserweise nisten dieses Jahr bei uns etliche Wiesen- und Erdhummelvölker zwischen Klinker und Innenwand.

      Jetzt bin ich an eurer Expertenmeinung interessiert: an dem Stück auf dem Foto werden drei nebeneinander liegende Eingänge unterschiedlich oft aber regelmäßig frequentiert.

      Muss man drei Nester erwarten? Oder nutzen die Guten einfach verschiedene Ein- und Ausgänge?

      Ich meine mich zu erinnern, dass die Pheromonspur der Königin für die Arbeiterinnen eine wichtige Rolle spielt. Aber vielleicht hat sie ja auch schon verschiedene Eingänge genutzt? 🤔🤓🐝

      Bin gespannt auf eure Expertise.

      LG, Mitsch

      Foto/Video:
      #94515
      Stefan
      Admin
        • DE 84513
        • 398 m

        Hallo Mitsch!

        Hinter den Klinkern ist Dämmaterial, oder? Das sind ideale Nistmöglichkeiten.

        Ich denke, es müsste mindestens je ein Nest sein, z. B. einen Meter weiter unten hinter den Klinkern im Dämmaterial. Hier haben wohl Mäuse schon fleißig gearbeitet und die Hummeln nehmen den Lichtschlitz, der für ihre Flugrute am besten passt. Für die Hummeln ist der Klinkerschlitz quasi gar kein Ein- oder Ausgang, dieser ist direkt am Hummelnest.

        Sind die Schlitze da im Mauerwerk gewollt? Ich kenne mich mit diesen vorgesetzten Klinkerwänden nicht aus, die gibt es hier in unserer Region nicht. Ich hätte da Angst vor Schwitzwasser/Kältebrücken und Beschädigungen durch Mäuse usw.

        Grüße Stefan

        #94518
        Mitsch Keil
        Forenmitglied
        Beitragsersteller
          • DE 50129
          • 90m

          Moin Stefan, wir wohnen zur Miete (genau wie die Hummeln 🐝🤣) – wenn ich das richtig verstehe ist zwischen Innenwand und Klinker ein Hohlraum, der zur Isolation dient und teilweise mit Dämmmaterial gefüllt ist.

          Um die Ecke sind Erdhummeln und ein paar Löcher weiter fliegen Wiesenhummeln. Dass die direkt benachbarte Löcher nutzen war mir neu.

          Da muss ich doch wohl mal den Presslufthammer rausholen. 🚀🐝🌈

          LG, Mitsch

          #94520
          Stefan
          Admin
            • DE 84513
            • 398 m

            Der Wandaufbau ist wahrscheinlich: Klinkermauer – Dämmaterial – eigentliche Hausmauer.

            Das funktioniert, weil die Nester in dieser Dämmung räumlich voneinander getrennt sind. Der Eingang zum eigentlichen Hummelnest ist also innerhalb der Mauer. Die Schlitze haben mit dem Hummelnest nichts zu tun, die Hummeln müssen da einfach nur durch auf dem Weg zu den Blüten.

            Vergleich: Du wohnst am Bahngleis und musst durch eine Unterführung, wenn Du einkaufen gehen willst. Der Tunnel der Unterführung hat nichts mit Deiner Haustüre am Wohnhaus zu tun. Er ist lediglich eine Engstelle auf dem Weg zu Deinem Ziel. Diese Engstelle sind die Schlitze in Deiner Hauswand.

            Genau so könnte es (sehr wahrscheinlich) hier sein. Da mehrere Unterführungen (Schlitze) vorhanden sind, nimmt man als Hummelarbeiterin die nächstgelegene. Es wäre sogar möglich dass mehrere Hummelnester die selbe “Unterführung” nutzen, wenn hierzu Vetbindungsstrassen (=Mäusetunnel im Dämmaterial) existieren.

            Das macht dann genau so wenig Probleme wie mehrere Hummelarten auf einer Blüte, denn das Hummelnest selbst ist ja weit weg.

            Auch eine Koexistenz mit Wespen oder Hornissen wäre so möglich.

            Vermutlich gibt es sogar weiterhin zusätzlich Mäusenester in dieser Wand.

            Grüße Stefan

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