Mein Hummel Tagebuch
Hervorgehoben
Schön, dass Du da bist. Es freut mich, dass Du Dich auch für Hummeln begeisterst, denn immer mehr Menschen interessieren sich für diese pelzigen Brummer.
Viel Freude beim lesen, Kommentare und auch Anfängerfragen sind jederzeit willkommen und ausdrücklich erwünscht.
Hummel-Forum
Fragen und Antworten findest Du im Hummel-Forum. Derzeit haben 1.661 Mitglieder in 8 Foren 2.413 Themen erstellt und 38.419 Antworten verfasst.
Der Zitronenfalter
Der Zitronenfalter ist einer der bekanntesten Schmetterlinge Europas. Viele Menschen sehen ihn als ersten Schmetterling im Frühling, manchmal schon im Februar oder März, wenn die Sonne wieder stärker scheint. Sein Name kommt von der zitronengelben Farbe der Flügel der Männchen. Der Zitronenfalter gehört zur Familie der Weißlinge. Sein wissenschaftlicher Name ist Gonepteryx rhamni.
Merkmale:
- Flügelspannweite: etwa 5–6 cm
- Männchen: leuchtend gelb
- Weibchen: hellgrün bis weißlich
Flügel haben eine blattähnliche Form, wodurch der Falter gut getarnt ist. Durch diese Form sieht er im Sitzen oft wie ein Blatt aus.
Lebensraum
Der Zitronenfalter lebt in vielen Teilen Europas und auch in Deutschland. Typische Lebensräume sind:
- Gärten
- Wiesen
- Waldränder
- Heckenlandschaften
Besonders wichtig sind Gebiete, in denen Kreuzdorn-Pflanzen wachsen, weil seine Raupen diese Pflanzen als Nahrung brauchen.
Warum sieht man ihn so früh im Jahr?
Der Zitronenfalter ist einer der ersten Schmetterlinge im Jahr, weil er den Winter als erwachsener Falter überlebt. Viele andere Schmetterlinge überwintern als:
- Ei
- Raupe
- Puppe
Der Zitronenfalter dagegen versteckt sich im Winter:
- unter Laub
- in Sträuchern
- im Efeu
Sein Körper produziert eine Art natürliches Frostschutzmittel, sodass er sogar Temperaturen unter dem Gefrierpunkt überstehen kann. Sobald es im Frühling wärmer wird, fliegt er wieder los.
Nahrung
Er ernährt sich hauptsächlich von Blütennektar. Im Frühling besucht er besonders gerne:
- Krokusse
- Primeln
- Löwenzahn
- Weidenkätzchen
Mit seinem langen Rüssel saugt er den Nektar aus den Blüten. Dabei hilft er auch bei der Bestäubung von Pflanzen.
Fortpflanzung und Entwicklung
Nach dem Winter suchen die Männchen nach Weibchen. Der Lebenszyklus eines Schmetterlings besteht aus vier Stadien:
- Ei
- Raupe
- Puppe
- Schmetterling
Die Weibchen legen ihre Eier meist auf Faulbaum oder Kreuzdorn. Die Raupen sind grün und gut getarnt. Nach einigen Wochen verpuppen sie sich. Im Sommer schlüpfen neue Zitronenfalter. Diese fliegen bis in den Herbst und überwintern dann er.
Besonderheit: Sehr lange Lebensdauer
Der Zitronenfalter gehört zu den Schmetterlingen mit der längsten Lebensdauer in Europa. Er kann etwa 10 bis 12 Monate alt werden.
Viele andere Schmetterlinge leben nur ein paar Wochen.
Bedeutung für die Natur
Der Zitronenfalter ist wichtig für das Ökosystem:
- Bestäubung von Pflanzen
- Nahrung für Vögel und andere Tiere
- Zeichen für den Beginn des Frühlings
Sind die ersten Zitronenfalter zu sehen, wissen viele Menschen: Der Winter ist bald vorbei.
Quellen
Bild: Arieswings, CC BY-SA 4.0, via Wikimedia Commons
Zitronenfalter
Bewerte diese Seite
Heimische Sandbienen
Im Frühling tauchen die ersten Insekten oft schon sehr früh auf – manchmal sogar im Februar oder März, wenn die Temperaturen über etwa 10 °C steigen. Viele von ihnen haben den Winter als erwachsene Tiere, Larven oder Puppen überstanden und werden bei Wärme wieder aktiv.
Allein in Deutschland leben über 560 Wildbienenarten, und eine der größten Gruppen darunter sind die Sandbienen. Sie sind für unsere Natur sehr wichtig, weil sie viele Pflanzen bestäuben.
Was sind Sandbienen?
Sandbienen gehören zur Gattung Andrena. In Deutschland gibt es davon über 100 verschiedene Arten. Sie gehören zu den Wildbienen, also Bienen, die keinen Honig produzieren und nicht in großen Staaten leben.
Die meisten Sandbienen leben allein, deshalb nennt man sie auch solitäre Bienen. Jede weibliche Sandbiene baut ihr eigenes Nest und kümmert sich selbst um ihren Nachwuchs.
Aussehen
Sandbienen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus wie Honigbienen, sind aber überwiegend etwas kleiner. Je nach Art sind sie etwa 5 bis 15 Millimeter groß. Typische Merkmale sind:
- ein dicht behaarter Körper
- oft helle Haarbinden am Hinterleib
- Weibchen haben Pollenbürsten an den Hinterbeinen, an denen sie Pollen transportieren
Durch ihre Haare können sie besonders gut Pollen sammeln.
Lebensraum
Sandbienen leben, wie der Name schon sagt, im Boden. Sie bevorzugen:
- sandige oder lockere Erde
- sonnige Stellen
- offene Flächen wie Wiesen, Gärten, Parks oder Wegränder
Das Weibchen gräbt mit seinen Mundwerkzeugen und Beinen einen kleinen Gang in den Boden, der bis zu 60 Zentimeter tief sein kann. In diesem Gang legt sie mehrere Brutzellen an.
Fortpflanzung und Lebensweise
Im Frühjahr schlüpfen die erwachsenen Sandbienen aus ihren Nestern. Die Männchen erscheinen größtenteils zuerst und warten auf die Weibchen. Nach der Paarung beginnt das Weibchen mit dem Nestbau. In jede Brutzelle legt sie:
- ein Ei
- eine Mischung aus Pollen und Nektar als Nahrung
Danach verschließt sie die Zelle. Die Larve schlüpft aus dem Ei, frisst den Vorrat und entwickelt sich weiter. Die junge Biene bleibt meist bis zum nächsten Frühjahr im Boden, bevor sie schlüpft.
Nahrung
Sandbienen ernähren sich hauptsächlich von Nektar und Pollen. Viele Arten fliegen besonders früh im Jahr und besuchen deshalb Frühblüher, zum Beispiel:
- Weiden
- Obstbäume
- Löwenzahn
- Krokusse
Einige Sandbienenarten sind spezialisiert. Das bedeutet, sie sammeln Pollen nur von bestimmten Pflanzenarten.
Bedeutung für die Natur
Sandbienen sind sehr wichtige Bestäuber. Wenn sie Blüten besuchen, bleibt Pollen an ihren Haaren hängen und wird zur nächsten Pflanze transportiert. Dadurch helfen sie bei der Bestäubung von Wildpflanzen und Nutzpflanzen, zum Beispiel:
- Obstbäume
- Beerensträucher
- viele Wiesenpflanzen
Ohne Bestäuber wie Sandbienen würden viele Pflanzen weniger Früchte bilden.
Gefahren für Sandbienen
Viele Sandbienenarten sind heute gefährdet. Das liegt vor allem an:
- Versiegelten Flächen wie Straßen oder Parkplätzen
- intensiver Landwirtschaft
- Pestiziden
- zu wenig Blühpflanzen
Auch sehr gepflegte Gärten mit Rasen und wenigen Blumen bieten ihnen kaum Nahrung.
Wie kann man Sandbienen helfen?
Jeder kann etwas tun, um Sandbienen zu unterstützen. Zum Beispiel:
- Blühpflanzen im Garten oder auf dem Balkon pflanzen
- Frühblüher wachsen lassen
- kleine offene Bodenstellen im Garten lassen
- keine Pestizide verwenden
Sandbienen sind übrigens sehr friedlich und stechen fast nie.
Fazit
Sandbienen sind eine wichtige Gruppe der Wildbienen. Sie leben vorwiegend allein, sammeln Pollen und Nektar und bestäuben viele Pflanzen. Obwohl sie für unsere Natur sehr wichtig sind, sind viele Arten bedroht. Deshalb ist es wichtig, ihre Lebensräume zu schützen.
Frühblühende Pflanzen – wichtige Nahrung für Insekten
Nach dem Winter finden Bienen, Hummeln und andere Insekten oft nur sehr wenig Nahrung. Deshalb sind frühblühende Pflanzen und Sträucher besonders wichtig, weil sie schon sehr früh im Jahr Pollen und Nektar liefern.
Zu den früh blühenden Sträuchern gehört zum Beispiel die Hasel. Sie blüht bereits von Januar bis März und produziert sehr viel Pollen, den frühe Wildbienen für ihre Nahrung und für ihren Nachwuchs brauchen. Auch die Mahonie blüht schon im späten Winter oder frühen Frühling. Ihre gelben Blüten enthalten viel Nektar und Pollen und werden von vielen Insekten besucht.
Ein weiterer wichtiger Strauch ist die Kornelkirsche, die schon ab Februar mit vielen gelben Blüten blüht und dadurch viele Insekten anlockt. Besonders bedeutend für Bienen ist auch die Salweide. Sie gehört zu den wichtigsten Nahrungsquellen im Frühling, weil ihre Blüten sehr viel Pollen und Nektar enthalten.
Weitere früh blühende Sträucher sind zum Beispiel die Schlehe, die im Frühling viele weiße Blüten bildet, die Schneeforsythie, der stark duftende Seidelbast, der Winterjasmin und der Winterschneeball, der teilweise schon im Winter blüht.
Neben Sträuchern gibt es auch viele Frühblüher unter den Blumen. Ein bekanntes Beispiel ist das Schneeglöckchen, das von Februar bis März blüht. Seine Samen werden von Ameisen verbreitet. Auch der Elfen-Krokus blüht sehr früh und ist eine wichtige Nahrungsquelle für Insekten.
Zu den ersten Blüten des Jahres gehört außerdem der Winterling, der oft schon im Januar aus dem Boden kommt. Später folgen Pflanzen wie die Traubenhyazinthe, der Finger-Lerchensporn und das gelbe Windröschen, die vielen Insekten Nahrung bieten.
Weitere bekannte Frühblüher sind zum Beispiel Buschwindröschen, Huflattich, Leberblümchen, Märzenbecher, Narzissen, Schlüsselblumen und der Blaustern.
10 früh blühende Sträucher für hungrige Hummeln
Frühblühende Sträucher sind für Bienen besonders wichtig, weil sie nach dem Winter eine der ersten Nahrungsquellen darstellen.
- Hasel (Corylus avellana)
Blüht von Januar bis März und liefert viel Pollen für frühe Wildbienen. - Mahonie (Mahonia aquifolium)
Blüht von Februar/März bis Mai und bietet viel Nektar und Pollen. - Kornelkirsche (Cornus mas)
Blüht ab Februar und ist durch ihre vielen gelben Blüten eine wichtige Nektarquelle für Insekten. - Salweide (Salix caprea)
Von März bis Mai eine der wichtigsten Pflanzen für Bienen, da sie sehr viel Pollen und Nektar hat. - Schlehe (Prunus spinosa)
Blüht im März und April mit vielen weißen Blüten und liefert besonders viel Pollen. - Schneeforsythie (Abeliophyllum distichum)
Blüht früh im Jahr und bietet vor allem viel Nektar. - Schneeheide (Erica carnea)
Blüht von Januar/Februar bis März und liefert viel Nektar und Pollen. - Seidelbast (Daphne mezereum)
Blüht von Februar bis April, ist eine wichtige Nahrungsquelle, aber sehr giftig. - Winterjasmin (Jasminum nudiflorum)
Blüht teilweise schon ab Dezember und liefert früh Nektar und Pollen. - Winterschneeball (Viburnum bodnantense)
Blüht im Winter und spendet vor allem Nektar für frühe Insekten.
Warum man trotz erster Frühlingstage mit der Gartenarbeit jetzt noch warten sollte
Viele Insekten nutzen zur Überwinterung hohle oder markhaltige Pflanzenstängel, zum Beispiel von Brombeeren, Holunder oder Königskerzen. Das weiche Pflanzenmark bietet ihnen Wärme, während der harte Teil der Pflanze sie vor Feinden schützt. Auch Larven, Puppen und Königinnen können dort überwintern. Deshalb sollten Gartenbesitzer trockene Pflanzenstängel im Winter nicht sofort abschneiden.
Weitere Winterquartiere sind Laubhaufen, offene Bodenstellen oder Gänge im Boden. Dort verstecken sich zum Beispiel Hummeln und Wildbienen. Auch unter altem Gras können sich Insekten eingegraben haben.
Weitere Winterquartiere sind z. B. Baumrinden, Mauerspalten oder Holz.
Aus diesem Grund sollte man den Garten nach dem Winter nicht sofort aufräumen, den Boden bedecken oder stark umgraben. Wenn man wartet, bis es wärmer wird, haben die Insekten Zeit, ihre Winterruhe zu beenden.
Deshalb gilt: Erst, wenn auch in der Nacht die Temperaturen wieder zweistellig sind, hatten alle Insekten genug Zeit ihr Winterquartier zu verlassen.
Bewerte diese Seite
Hummeln entscheiden flexibel bei der Futtersuche
Im Alltag müssen auch Tiere ständig Entscheidungen treffen – zum Beispiel, wenn sie nach Nahrung suchen. Dabei verlassen sie sich oft nicht nur auf ein einzelnes Signal, sondern auf mehrere Hinweise gleichzeitig. Diese unterschiedlichen Informationen ergänzen sich und helfen den Tieren, bessere und genauere Entscheidungen zu treffen.
Genau dieses Verhalten untersuchten Forscher der Universität Konstanz und der Universität Würzburg in einer Studie mit Hummeln der Art Bombus terrestris (Erdhummel). Die Insekten wurden in eine Futtersuchaufgabe geschickt, bei der sie verschiedene visuelle Merkmale wahrnehmen konnten, ähnlich wie bei echten Blüten in der Natur. Den Hummeln wurden Kombinationen aus Farben und Formen oder Mustern präsentiert. Einige Farben waren dabei leicht voneinander zu unterscheiden, andere deutlich schwieriger.
Es zeigte sich ein interessantes Muster: Wenn die Farben sehr gut unterscheidbar waren, konzentrierten sich die Hummeln ausschließlich auf diese Farbinformation. Formen oder Muster spielten für ihre Entscheidung keine Rolle und wurden auch nicht zusätzlich erlernt. Anders sah es aus, wenn die Farben schwer zu unterscheiden waren. In diesem Fall nutzten die Hummeln mehrere Hinweise gleichzeitig und lernten sowohl die Farbe als auch Form oder Muster der Blüten.
Die Ergebnisse zeigen, dass Hummeln ihre Lernstrategie flexibel anpassen können. Je nachdem, wie leicht ein Hinweis zu erkennen ist, entscheiden sie, ob es sich lohnt, zusätzliche Informationen zu lernen. Auf diese Weise können sie die Zeit, die sie ins Lernen investieren, und die Genauigkeit ihrer Entscheidungen in Einklang bringen. Unterschiede im Lernverlauf deuten außerdem darauf hin, dass ein sogenannter „Blocking“-Mechanismus dabei eine Rolle spielen könnte und den Wechsel zwischen diesen Strategien ermöglicht.
Link zur Studie: Bees flexibly adjust decision strategies to information content in a foraging task
Mehr zum Thema: Hummeln sind effiziente Entscheider
Bewerte diese Seite
Der Feldrittersporn ist die Blume des Jahres 2026
Der Feldrittersporn ist eine Ackerwildpflanze. Diese Pflanzen entwickelten sich über Jahrhunderte zusammen mit dem Ackerbau und prägten lange Zeit unsere Kulturlandschaft. Durch moderne Agrarpraktiken wie intensive Düngung, Herbizideinsatz, hohe Saatdichte und häufiges Pflügen verschwinden sie leider zunehmend.
Früher erblühten seine blau-violetten Blüten mit dem typischen Sporn oft zwischen Getreidehalmen und boten Wildbienen und Schmetterlingen von Mai bis September Nahrung. Aber heutzutage ist dieser Anblick selten geworden. Die Loki Schmidt Stiftung wählt den Feldrittersporn (Consolida regalis) zur 47. „Blume des Jahres“ und macht damit auf den dramatischen Rückgang der Artenvielfalt in Agrarlandschaften aufmerksam.
Der Feldrittersporn bietet Hummeln und anderen langrüsseligen Wildbienen eine essenzielle Nahrungsquelle, da sie auf derartige Pflanzen angewiesen sind.
Quellen
Loki-Schmidt-Stiftung
Bild: Hectonichus, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons
Bewerte diese Seite
Neues Hummelhaus von Nisthilfe.com
Seit knapp 5 Jahren ist die Bauanleitung zum Hummelhaus nach Pollenhöschen.de online. Die Bauanleitung ist eine konsequente Weiterentwicklung der beliebten Hummelhäuser vom leider viel zu früh verstorbenen Jürgen Börner mit der bewährten Wachsmottenklappe.
Einige kommerzielle Anbieter haben sich an der Bauanleitung bereits offensichtlich bedient (und das ist auch vollkommen in Ordnung so), doch endlich kommt auf Nisthilfe.com ein Anbieter auf den Markt, der ganz offiziell nach den Anleitungen von Pollenhöschen.de sein Hummelhaus fertigt. Es wurden kleinere, aber gut durchdachte, Optimierungen vorgenommen. Das Hummelhaus ist sehr hochwertig verarbeitet und die Materialien sind erstklassig für ein Hummelhaus geeignet. Eine klare Kaufempfehlung!
Übrigens: Wer sich für das “Original”-Hummelhaus von Jürgen Börner interessiert, der findet diese Dokumente bei den Bauanleitungen.
Auch die heutige Wachsmottenklappe ist das Ergebnis von vielen Versuchen und Tüfteleien. Die Geschichte der Wachsmottenklappe erklärt, wieso die heutige Hummelklappe so aussieht, wie sie heute aussieht.
Königinnenkämpfe

Königinnen-Kriege! Gelten Hummeln allgemein als friedlich, ahnen viele nicht, welche Dramen und Krimis sich zuweilen in den dämmrigen Grenzen eines Nests abspielen. Gestern beobachtete ich eine Königin der Dunklen Erdhummel, die sich intensiv für einen meiner Hummelkästen interessierte, in dem bereits eine andere Königin derselben Art mit ihren Arbeiterinnen wohnte. Nach kurzem Suchen drang sie in den Kasten ein, um kurz darauf wieder abzufliegen. Vermutlich wurde sie von den Arbeiterinnen bemerkt und angegriffen.
Doch sie kam am Abend erneut, drang wieder in den Kasten ein, um schließlich die Nestmutter zu überfallen und zu töten. Die Arbeiterinnen werden in Zukunft für sie arbeiten und Pollen und Nektar heranschaffen. Sie wird mit den Arbeiterinnen der ursprünglichen Nestmutter ihr eigenes Volk gründen.
Warum das Ganze? Für eine Königin geht es darum, ihre eigenen Gene weiterzugeben. Ein eigenes Nest zu gründen, birgt ein gewisses Risiko: wochenlanges Ein- und Ausfliegen, bis die ersten Arbeiterinnen schlüpfen usw. Das Risiko, ein vorhandenes Nest zu übernehmen, ist hier mitunter nicht so hoch. Zwar gibt es auch hier das Risiko für die Okkupatin, von der Nestmutter erstochen zu werden. Doch gerade für Königinnen, die später aus der Diapause (“Winterstarre”) erwachen und nicht mehr so viel Zeit für eine Nestgründung haben, erscheint die Option zuweilen besser, als ein neues Nest zu gründen. Außerdem scheinen Okkupatinnen öfter als Sieger hervorzugehen, da sie den Überraschungsangriff auf die Nestmutter nutzen.
Wir dürfen nicht den Fehler machen, unsere Moralvorstellungen auf Wildbienen und die Insektenwelt zu übertragen. Es erscheint grausam, gehört aber zum ewigen Kreislauf seit Millionen von Jahren. Meine Fotos zeigen die “neue” Erdhummelkönigin zusammen mit den von ihr okkupierten Arbeiterinnen.


Ein Hornissennest im Hummelhaus
Seit ich Hummeln in Hummelnistkästen halte, haben immer wieder andere Stechimmen, wie z. B. Wespen oder Hornissen, Interesse an so einer Holzkiste gezeigt. Ob das immer eine Wohnungssuche war? Oder Hunger? Wer weis das schon.
Auf alle Fälle wurde von den nestgründenden Königinnen stets versucht, am Deckel des Innenkartons ein Nest kopfüber anzulegen. So, wie man das von Schuppen und Speichern mit Hornissen- oder Wespennest kennt (siehe Bild).
Geworden ist daraus jedoch nie etwas. Angefangene Nester in etwa Walnussgröße, bis zum halben Tennisball, blieben zurück. Die Königinnen gingen verschollen, bevor sich der erste Nachwuchs einstellte.
Und so staunte ich im Juli nicht schlecht, als ich am Essplatz in unserem Garten tiefe Brummtöne vernahm, die so gar nicht zu meiner Ecke mit den Hummelhäusern passen wollten. Tatsächlich hatte es eine Hornissenkönigin geschafft, Nachwuchs im Hummelhaus groß zu ziehen. Und das sah dann so aus:
Völlig friedliche Tiere, die ihre Einflugschneise scheinbar genau in den schmalen Gang am Haus entlang verlegt hatten, der einzige Zugang zu meiner Werkstatt, zur Waschküche, zum Gießwasser holen. Und auf der anderen Seite, etwa 1 Meter entfernt vom Hornissennest, der große Tisch, der bei Geburtstagen die Verwandtschaft mit Kaffee und Kuchen mästet. Natürlich sind auch ab und zu mal kleinere und halbgroße Kinder hier zu Besuch. Meine Freude wurde in der Familie – sagen wir mal so: Die große Begeisterung hatte ich ziemlich exklusiv.
An einem normalen Tag musste also mehrmals direkt vor dem Hornissennest hin und her gegangen werden. Mit Wäschekorb, Gießkanne oder Fahrrad. Der Weg ist nur etwa 50 cm vom Hornissennest entfernt, der Eingang zum Hornissennest ist in Kniehöhe.
Ich beschreibe das so genau, weil viele Menschen Angst vor Horrnissen haben, das ist aber völlig unbegründet, wenn man die Tiere in Ruhe lässt. Jedem Besuch, der hier war, haben ich erst beim Abschied das Hornissennest gezeigt. Obwohl sie keinen Meter davon entfernt saßen, hatten sie es nicht bemerkt.
In Ruhe lassen sollte man die beeindruckend großen Brummer jedoch schon, ich hatte Ende August übermütig das Smartphone mit eingeschalteter Kamera an das Hummelhaus gelehnt, um den Eingang etwas zu filmen. Das sahen die Hornissen als Bedrohung an (relativ großer schwarzer Gegenstand am Nesteingang), die erste Zeit war da schon ziemlich was los:
Aber auch diese Aufregung direkt am Eingang zum Hornissennest war bald vorbei und es ging gewohnt friedlich weiter. Ende Oktober dann war der “Spuk” auch schon wieder komplett vorbei. Zum Ende hin gab es einige sehr große Exemplare mit auffallend noch tieferem Brummton, ich denke und hoffe auf ausgeflogene Jungköniginnen.
2 Meter links und rechts hatte ich dieses Jahr Wiesenhummeln und Gartenhummeln in anderen Hummelhäusern, das war auch kein Problem, die Gartenhummeln hatten zum Schluss sogar Wachsmottenbefall. Hornissen jagen anscheinend nicht in direkter Umgebung. Nur beim Nistmaterial war unser Zaun mit Kastanienstaketen vor Ort sehr beliebt.
Anders als bei Hummelhäusern habe ich kein einziges totes Tier im verlassenen Hornissennest gesehen.
Fotos vom verlassenen Hornissennest
Schon von außen ist zu erkennen, dass die Hornissen an der Lüftung des Hummelhauses etwas “Feintuning” betrieben haben. Es ist auf den Fotos etwas schlecht zu erkennen, aber ähnlich wie bei alten Schaufensterbeschattungen wurde eine Art halbrunde Markise über das Lüftungsloch angebracht.
Oben auf dem Innenkarton lagen tote Fliegen, ganz unten scheint es am Nistkarton einen seitlichen Anbau zu geben.
Das Nest selber ist nicht wie vermutet am Deckel, sondern in das Nistmaterial des Hummelnestes gebaut. Es ist etwa 27 cm x 17 cm x 20 cm groß.
An einer Ecke unten gibt es, wie bei man Hummelarten, eine Kotecke. Ansonsten ist das Nest in Stockwerken gebaut. Schmalen Säulen bilden in der Mitte eine Art Halle oder Foyer.
Ehrlich gesagt hatte ich es eigentlich größer vermutet, umso beeindruckender ist diese filigrane Konstruktion. Auffällig ist, dass das Baumaterial, am heutigen feuchten Wintertag, von der Konsistenz her irgendwo zwischen Holz und Leder einzuordnen ist. Das bedeutet, dass die gesamte Konstruktion sehr gut mit Feuchtigkeit umgehen kann. Ein wahres Meisterwerk. Sehr beeindruckend.
Alles Wiesenhummeln – Hummelsaison 2024
Wie leider schon die letzten Jahre konnte ich auch dieses Jahr zeitlich nicht bei der Ansiedlung der Hummelköniginnen dabei sein. Bei 12 Hummelhäusern, die alle schon mehrfach seit Jahren in Benutzung sind, eigentlich kein Problem. So 6-8 Selbstansiedlungen gab es dabei immer, auch eine volle Belegung war schon mal dabei. Dieses Jahr sind es bedauerlicherweise nur drei Ansiedlungen geworden, alles Wiesenhummeln. Ich tippe stark auf Rückkehrerinnen vom letzten Jahr. Genau weis man das ja nie.
Die drei Wiesenhummel-Nester sind schon relativ weit fortgeschritten, zwei davon konnte ich bei einer Nestkontrolle kurz filmen und fotografieren. Das dritte scheint etwas größer zu sein, es ist aber tief eingegraben und völlig mit Wachs verklebt. Ich wollte nichts kaputt machen, nur für ein Foto.
Ich muss wohl nächstes Jahr auch wieder beginnen, die Hummelhäuser zu dekorieren, um sie für Hummelköniginnen attraktiv zu machen. Das musste ich die letzten Jahre nicht mehr, die Hummelhäuser sind teilweise 50 – 100 cm über dem Boden. Der “Duft” reichte hier aus für zuverlässige Selbstansiedlungen.
Die Hummelhäuser haben dieses Jahr teilweise neue Dächer und Eingänge bekommen, daran liegt es nicht, denn zwei der Ansiedlungen sind in Hummelhäusern mit neuem Dach und neuem Eingang.
Die ersten Wachsmotten sind leider auch schon wieder unterwegs. Das ist schon ein merkwürdiges Hummeljahr. Eigentlich genauso merkwürdig wie jedes Jahr. ![]()













