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Harry: Vorbereitung aufs Hummeljahr 2006

Hallo Alex, sowas passiert schon mal.
Habe hier die Forumbeiträge zwischen Stefan und mir die sich hauptsächlich um den Hummelnistkasten drehten zusammengefasst.

Da die Selbstansiedlung von Hummeln die wirkungsvollste Art der Ansiedlung ist, habe ich einen Nistkasten entworfen, der in die Erde eingelassen werden kann. Die Hummeln suchen im Frühjahr nach Mauselöchern oder Nesthöhlen in der sie ihr Nest ausbauen können. Sie krabbeln in fast jedes Loch welches einigermaßen Erfolg versprechend erscheint. Eine Hummelwabe vom vergangenen Jahr im Nestinneren erhöht natürlich die Nestgründungsbereitschaft. Sie formen die Nisthöhle nach ihren Bedürfnissen und bauen Brutzellen in denen die Eiablage erfolgen kann. Honigtöpfchen und Pollenbehälter werden nach und nach gebaut.

Zum Bau des Nistkastens verwende ich Verpackungssysteme für temperaturempfindliche Produkte, die ein genau definiertes Temperaturfenster einhalten, egal welche Außentemperatur gerade herrscht. Es sind wasserdichte Behälter in die kein Regenwasser eindringen kann. Der Gang ins innere des Nestes führt durch flexibles Riffelrohr. Nach ihren Sammelflügen kommen zwei Hummeln im Zugangsrohr mühelos aneinander vorbei.

In so einem Hummelnest ist die Temperatur und Luftfeuchte besonders wichtig. Deshalb ist dieses Hummelnest mit einem „Klimaaufsatzkasten“ ausgestattet. Bei der Nestgründung ist er noch nicht wichtig, da die Temperaturdifferenz zwischen Nestinnerem und äußerem noch nicht zur Schwitzwasserbildung neigt. Er wird also erst später aufgesetzt.
Die Kontrolle und gute Zugänglichkeit ist bei diesem Modell optimal. Der Deckel sitzt fest in einer Profilkantung, kann aber leicht geöffnet werden.

Ist die Nestgründung erfolgt und die Hummeln entwickeln Eigenwärme, wird es Zeit den Klimakasten aufzusetzen. Er hat das gleiche Profil wie der bisherige Deckel und schließt somit ohne Fuge passend ab. Die Unterseite des Klimakastens hat ein Drahtgitter von ca. 15 x 10 cm. Es ist aus Edelstahldraht, da normale Fliegengaze von Hummeln durchgebissen und somit Tür und Tor für Wachsmotten geöffnet wird. Der Klimakasten hat eine zweite Öffnung die ebenfalls 15 x 10 cm groß ist. Diese Öffnung ist mit einfacher Fliegengaze verschlossen.
Da Wachsmotten vermutlich auch in unmittelbarer Nähe des Nestes Eier ablegen und Minimaden durch diese Gaze krabbeln könnten um ins Nest zu gelangen, ist hinter der äußeren Gaze Raupenleim angebracht, den sie nicht überwinden können.

Vor das Einflugsloch kommt nach schlüpfen der ca. 6 Arbeiterinnen eine Wachsmottensperre. Die „Einklappenlösung“ hat sich als einfach und annehmbar erwiesen. Die schräg sitzende durchsichtige Kunststoffplatte ist so angebracht das sie von den Hummel von innen sowie von außen nach einiger Übung problemlos geöffnet werden kann. Die Öffnung der Kunststoffklappe wird über eine Zeit von ca. 3 bis 4 Tagen (Lernphase) immer mehr geschlossen, so das sie zuletzt bündig auf der Schräge liegt.

Auf einen „Futtervorraum“ wurde verzichtet, da dieser auch in der Nähe des Nesteingangs stehen kann. Er bringt nicht viel und ist in der Hochsaison der Hummeln sehr verschmutzt, geruchsintensiv und in der Natur auch nicht vorhanden. Der Weg für Wachsmotten muss ja nicht unbedingt aufgezeigt werden.

Der Klimakasten ist von oben zu öffnen um in der frühen Jahreszeit gezupfte Polsterwolle als Kälteschutz reinzulegen. Im Sommer ist die Wärme ein Problem und ein Erdnest ist dann sehr angenehm für die Hummeln. Luftfeuchte kann so über den Klimakasten abgeführt werden und die Temperatur wird von den Hummeln ziemlich konstant gehalten.

Im inneren des Nistkastens ist eine Kartonwandung. Sie kann bei Bedarf zur Kontrolle komplett mit dem Nest aus dem Kasten gezogen werden. Die Seiten lassen sich abklappen, so das eine genaue Untersuchung nach Wachsmottenlarven erfolgen kann. Verkotete Nestteile der Polsterwolle deren Geruch Wachsmotten anzieht, kann schonend entfernt werden. Kleintierstreu am Boden des Nestes kann wenn nötig getauscht werden.
Vergangenes Jahr gingen aus einem Erdnest ca.
40 Königinnen hervor.

Hoffe das viel Königinnen sich an das Nest erinnern und zurückkommen.

Gruß Harry

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