Winterling (Eranthis) 

WinterlingDer Winterling (Eranthis) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae)

Blütezeitraum: Ende Januar bis Anfang April.
Blütenfarbe: gelb
Blüte: Gelbe, duftende Schalenblüten mit halskrausenartigen Hochblättern.
Nektar: mäßig bis gut.
Pollen: sehr viel.
Pflanzenhöhe: 5 cm bis 10 cm.
Wuchs: Kleine Knollenpflanze, die durch Versamung und Ausläufer große Teppiche bildet. Dunkelgrünes, handförmig geschlitztes Laub.
Lebensdauer: mehrjährig – ausdauernde Staude.
Heimische Wildpflanze: ja, seit dem 16. Jahrhundert heimisch. Es gibt ca. sieben Eranthis-Arten.
Nützlich für: Schmetterlinge, Fliegen, Schwebfliege, Honigbienen, Gehörnte Mauerbiene und Hummeln – Erdhummel.
Standortzugehörigkeit: Natur- u. Waldgärten, Gehölzrand.

Standortbedingungen: halbschattig, nahrhaft, lehmig frisch. Der Winterling liebt besonders halbschattige Stellen unter großen Bäumen und Sträuchern. Der Boden sollte auf jeden Fall durchlässig sein.

Verwendung: Der Winterling gehört mit zu den allerersten Vorfrühjahrsblühern. Die goldgelben bodennahen Blüten leuchten weit. Er liebt Sonne und besiegt den Schnee. Für die Verwilderung im Rasen und unter lichten Gehölzen. Sehr schön in Kombination mit Blausternchen (Scilla) und Schneeglöckchen (Galanthus nivalis). Wald- und Wildstauden, die kaum Wartung verursachen, sind ideale Helfer zur Begrünung sonst kahler, zur Verunkrautung neigender Flächen.

Aussaat: gleich nach der Ernte (Mai/Juni), anschließend an geeigneter Stelle aussäen.
Denn im ersten Jahr bildet das Samenkörnchen einfach nur die Keimblätter, mehr nicht. Im zweiten Jahr wird dann eine Blattrosette sichtbar, mehr nicht. Erst im dritten Jahr zeigt der Winterling seine gelben Blüten.

Im Herbst gekaufte Winterlinge aus dem Baumarkt und Gartencentern

Pflege: Die kleinen Knollen werden im Herbst etwa 5 bis 7 cm tief an sonnigen Stellen in größeren Gruppen gepflanzt.
Achtung: Achten Sie bitte beim Kauf darauf, dass die Knollen nicht ausgetrocknet sind, sie wachsen sonst nicht an.

  • Winterling ist kein Zwiebelgewächs, er bildet frostharte Knollen, aus denen er vermehrt werden kann. Anders als Zwiebeln neigen die Knollen dazu auszutrocknen und dabei abzusterben. Wenn die Knollen nicht anwachsen, liegt es meistens daran, dass diese vertrocknet sind.
  • Manchmal sind die gekauften Knollen zwar vertrocknet, aber es steckt noch Leben in ihnen, nur nicht genug, dass sie aus eigener Kraft im Erdreich überleben könnten. Aus diesem Grund sollten Sie Knollen vom Winterling, die Ihnen im Herbst angeboten werden, immer 12 Stunden wässern, bevor Sie diese einpflanzen.

Wissenswertes: Unser Winterling (Eranthis hiemalis) oder Winterstern stammt aus Südeuropa, ist aber im 16. Jahrhundert als Gartenpflanze nach Mitteleuropa eingeführt worden und seither nicht nur in Gärten, sondern auch verwildert in Wäldern häufig anzutreffen. Er bildet eine in der Erde liegende Knolle als Überdauerungsorgan aus und wird daher zu den Knollengeophyten gezählt. Der Winterling ist schon im Vorfrühling blühende Pflanze mit leuchtend gelben Kelchblätter werden von handförmig geteilten Deckblättern umsäumt. Von gleicher Form sind die erst später wachsenden Wurzelblätter. Bei trüben Wetter und abends schließen sich die Blüten dadurch, dass die Unterseite der Blütenblätter schneller wächst als die Oberseite. Beim Öffnen wächst dann wiederum die Oberseite schneller. Dieser Vorgang kann sich acht bis zehnmal wiederholen. Dadurch vergrößert sich die Blüte etwa um das Doppelte. Dies dient dem Kälteschutz und der Fortpflanzung.

Die Winterlinge besitzen schlauchartige, manchmal zweilippige Honigblätter, in deren Innerem rohrzuckerreicher Nektar abgesondert wird, der auch kurzrüsseligen Insekten (z.B. Stuben- und Schmeißfliegen zugänglich ist. Die Nektarsekretion ist beim Winterling näher untersucht worden. Danach sondert eine Blüte in 24 Stunden im Mittel 1,46 mg Nektar ab, mit einem Zuckergehalt von 25,8 % und einem Zuckerwert von 0,38 mg. Im Nektar des Winterlings herrscht Rohrzucker vor. Alle Hahnenfußgewächse sind ausgiebige Pollenspender. Winterlinge setzen reichlich Samen an. Lässt man die Samen ausreifen, vermehren sie sich von alleine, oder werden von Ameisen in alle Richtungen verschleppt und keimen dort problemlos.

Quellen

  • Das Trachtpflanzenbuch – Nektar u. Pollen – die wichtigsten Nahrungsquellen der Honigbiene
    Anna Maurizio u. Ina Grafl
    Ehrenwirth Verlag München, 3. Auflage
    ISBN: 3-431-02035-6
  • Blütenpflanzen und ihre Gäste
    Helmut u. Margrit Hintermeier
    Obst- u. Gartenbauverlag München, 1. Auflage
    ISBN: 3-87596-112-9
  • Blumen Im Garten und in der Nachbarschaft
    Michael Lohmann
    Trautwein Naturführer-Edition, Sonderausgabe 1987
    ISBN:3-8174-1021-2
  • Zwiebelblumen – Die schönsten Arten und Sorten
    Auswählen – Kombinieren – Pflegen
    Katharina Adams
    BLV Verlagsgesellschaft mbH
    ISBN: 3-405-16217-3
  • Danke an: Karsten Grotstück

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Klappertopf (Rhinanthus)

Der Klappertopf – Wegbereiter für eine bunte Wildblumenwiese

Blütezeitraum: Mai-September
Blütenfarbe: gelb
Nektar: mäßig bis gut.
Pollen: sehr viel.
Pflanzenhöhe: 15 – 60 cm.
Lebensdauer: einjährige Pflanze
Heimische Wildpflanze: ja
Nützlich für: Schmetterlinge, Honigbienen und Hummeln: Wiesen-, Stein-, Erd-, Garten-, Baum und Ackerhummeln.
Standortzugehörigkeit: Naturgarten / Wiesen mit Klappertopf dürfen nicht vor August gemäht werden wegen der Samenreife.
Standortbedingungen: sonnig, mager, kalkarm

Keimverhalten:
Aussaat: Von Aug. – Nov. in die kurz gemähte Wiese.
Saat benötigt mehrere Wochen Kälteeinwirkung (0- 4 C) und läuft ab April auf, blüht im Juni. (Halbschmarotzer)

Wissenswertes:
Der Name Klappertopf bezieht sich auf die dürren Kapseln, in denen die Samen im Wind klappern.

Halbschmarotzer:
Jungpflanzen zapfen mit ihren Wurzeln Nachbarpflanzen, vor allem Gräser an. Das Kraut und der Samen des Klappertopfes enthält das giftige Aucubin, ein Furanderivat, das besonders für Insekten giftig sein soll. Die Bestäubung erfolgt durch Hummeln und Bienen. Alle Arten galten früher als “Wiesenschädling”. Er war durch Düngung relativ leicht kurz zuhalten. Der Klappertopf ist ein ausgezeichneter Kandidat für die Umgestaltung seines Gartens von einer reinen Wiese zu einer blütenreichen Naturwiese. Denn durch seine Schmarotzer- Tätigkeit, hält er das Gras kurz und andere Pflanzen haben die Gelegenheit aufzulaufen und so zu blühen. Eine billige und erfolgreiche Art seinen Garten in eine blühende Landschaft zu verwandeln.

Weitere Klappertopf-Arten sind:

  • Großer Klappertopf R. sertinus
  • Schmalblättriger K. R. glacialis
  • Kleiner K. R. minor
  • Zottiger K. R. alecterolophus

Blume des Jahres 2005: Großer Klappertopf

Herbstanemonen

Eine meiner Lieblingspflanzen im Garten sind die Herbstanemonen. Überall auf meinem Grundstück habe ich sie verteilt, weil sie ein Anzeihnungspunkt für Hummeln sind.

Die Hummeln fliegen in die Blüte und vibrieren indem sie ihren Flügelmotor aushängen in den Blüten. Dadurch fällt der Blütenstaub aus der Blume. Das ziemlich laute Gebrumme und Gesumse hört man durch den ganzen Garten.

info hummelHerbstanemonen (Anemone hupehensis, Anemone × hybrida und verwandte Sorten) gehören zu den wichtigsten Spätblühern im Garten und bieten Hummeln sowie anderen Wildbienen bis in den Herbst hinein eine wertvolle Pollenquelle. Die offenen Blüten besitzen zahlreiche gut erreichbare Staubblätter mit reichlich Pollen. Nektar wird dagegen nur in sehr geringen Mengen oder gar nicht produziert. Deshalb besuchen Hummeln die Blüten vor allem zum Pollensammeln.

Besonders auffällig ist das Verhalten der Hummeln beim Blütenbesuch. Sie klammern sich an die Staubblätter und versetzen die Blüte durch kräftige Muskelbewegungen in Schwingung. Dieses hörbare Brummen hilft dabei, den trockenen Pollen aus den Staubbeuteln zu lösen, der anschließend in den Pollenkörbchen gesammelt wird. Auch wenn Herbstanemonen keine typischen Pflanzen mit spezieller Vibrationsbestäubung sind, erleichtern die Vibrationen den Hummeln das Einsammeln des Pollens.

Quellen

  • Westrich, P. (2018): Die Wildbienen Deutschlands. Eugen Ulmer Verlag, Stuttgart.
  • Royal Horticultural Society (RHS): Japanese anemones und Hinweise zum Wert für Bestäuber.
  • Müller, A., Diener, S., Schnyder, S. et al. (2006): Quantitative Pollenbedarf der Bienen und die Bedeutung pollenreicher Blütenpflanzen. Apidologie 37.