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Mauerbienenvermehrung :-)

  • Dieses Thema hat 234 Antworten und 26 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 2 Wochen, 3 Tage von janfojanfo.
Ansicht von 10 Beiträgen - 226 bis 235 (von insgesamt 235)
  • Autor
    Beiträge
  • #69599 Antworten
    janfo
    Moderator

    Hallo @Frank,

    Musste ich dieses Jahr leider auch bei 2 Röhrchen erleben. Die Gründe können unterschiedlich sein. Die toten Bienen habe ich dann entfernt, damit Bienen, die in hinteren Zellen sind heraus kommen können. Wenn man es rechtzeitig bemerkt, und die Bienen noch leben, kann man vielleicht auch etwas nachhelfen und den Lehmverschluss öffnen.

    Es kann sein, dass die Mauerbiene schon zu wenig Pollenvorrat hatte oder mit Parasiten zu kämpfen hatte und infolgedessen nicht so kräfig war wie sie hätte sein müssen um herauszukommen. Der Schlupfvorgang ist ja ziemlich kräftezehrend. Das würde für mich erstmal unter natürliche Selektion fallen.

    Andere Gründe könnten sein, dass der Lehm der von dem Weibchen für die einzelnen Verschlüsse gewählt wurde zu fest geworden ist (durch die Zusammensetzung oder die Witterung) und es die Biene somit nicht geschafft hat sich komplett zu befreien.

    Sicher gibt es auch noch andere Gründe.

    Auch wenn die natürliche Selektion sicher nicht verkehrt ist, finde ich es schon besser, wenn ich die Kokons alle einzeln aus dem Nistblock entnehme/säubere und die Kokons dann in einen Karton lege woraus sie ganz einfach schlüpfen können. Einfach durch die kleine Öffnung im Karton. Auch daher will ich eher Nistblöcke einsetzen statt Röhrchen, biete aber beides an.

    lg Jan

    #69662 Antworten
    Frank
    Forenmitglied

    Danke Jan für Deine ausführliche Antwort!
    Glückwunsch noch für Deinen “Job” als Moderator :winken:
    Da hat es sicher den Richtigen “erwischt”… :roll: :)

    #69827 Antworten
    janfo
    Moderator

    @Frank

    Vielen Dank für die Glückwünsche und das Lob :)

    freut mich!

    Mit so einer tollen Community macht es wirklich Spass :bravo:

    #69884 Antworten
    Der echte jacobus
    Forenmitglied

    Hallo zusammen,

     

    ich habe heute ein sehr komisches verhalten bei einem gehörten weibchen beobachten können. Sie hat ihren alten Lehm Verschluss auf gebissen und die erste Kammer geöffnet O_o  ich weiß nicht warum sie das tut. Weiß es jemand von euch? Habt ihr so was auch schon mal beobachten können?

    @janfo, von meiner Seite auch Glückwünsche für dich als Moderator :) :bravo:

    #75088 Antworten
    janfo
    Moderator

    @jacobus Warum die Weibchen das tun weiß ich leider nicht. Ich habe auch manche Nistgänge gesehen, die vorne mit Lehm verschlossen waren wo aber keinerlei Brut abgelegt war.

    Wie sieht es bei euren Mauerbienen aus?

    Ich habe kürzlich alle Nistbretter gereinigt und die Kokons entnommen.
    Habe nochmal in etwa genau so viele Kokons in den Schilfröhrchen, die ich aber nicht aufmache/reinige.

    Bin mit der Menge der Kokons zufrieden, damit ist wieder viel gebrumme und eine gute Bestäubung im nächsten Frühjahr sicher :biene:

    Ich habe die Kokons nur gesiebt, wollte sie erst noch im Wasserbad reinigen aber ich denke mir letztes Jahr hat es auch gut ohne geklappt. Nächstes mal nutze ich aber eventuell eine Pinzette um die Kokons zu entnehmen, da es sich mit dem “Kokonheber” der ja doch relativ dick ist teilweise schwierig gestaltet und bei manchen Nistbrettern die Zwischenwände schon teils ausgebrochen sind.

    Anbei ein Foto der Kokons

    Attachments:
    #75097 Antworten
    osmia 3.0._._._.
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Hi @janfo,

     

    schön das wenigstens du mit der Mauerbienen-Ausbeute zufrieden bist. :)

    Bei mir ist es noch okay gelaufen. Dieses Jahr gab es 1000 Kokons der gehörnten Mauerbienen und 20 von der rostroten Mauerbiene.

    An sich sind 1000 Kokons ja schön, aber wenn ich bedenke wie es in den letzten Jahren war.

    2017 Ernte 50 Kokons nur rostrote

    2018 Ernte 350 Kokons nur rostrote

    2019 Ernte 3000 Kokons 2k rostrote 1k gehörnte

    2020 Ernte 4000 Kokons 2k rostrote 2k gehörnte

    2021 Ernte 2000 Kokons 1k rostrote 1k gehörnte

    2022 Ernte 1000 Kokons  20 rostrote 1k gehörnte

    Keine Ahnung was diesen Rückgang verursacht hat.

    Ist es der Klimawandel? Die gehörnte Mauerbiene mag es ja lieber “wärmer”.

    Oder bin ich selber schuld und hätte die Nistbrettchen besser pflegen sollen. Bisher habe ich sie nur mit Schmiergelpapier gereinigt. Dieses Jahr wurden die Brettchen gründlicher gereinigt. Erst abgeschliffen, dann die Nistgänge mit einem Dremel von allem Möglichen befreit und anschließend abgeflammt (was ja auf manchen Internetseiten auch empfohlen wird) Die Saison 2023 kann kommen :lol:

    Was auch sein könnte ist der Standort im allgemeinen. Die mögen mein Regal nicht und wollen wieder auf dem Garagendach stehen. Wobei der Standort auch nicht optimal ist. In einem Jahr hatte ich etliche Kokons der gehörnten Mauerbiene, die in der Entwicklung stehen geblieben waren (schwarze fast fertige Bienen). Ich vermute wegen der Hitze auf dem Dach.

     

    Falls die Überwinterung im Kühlschrank einen Einfluß haben sollte, wird es dieses Jahr besser laufen. Ich hab ein mäusesicheres Überwinterungsquartier gebaut mit nur einem kleinen 8mm Loch, falls wer schlüpft ehe ich die Türen im nächsten Frühjahr aufmache.

     

    Jacob, hast du eigentlich beobachtet, was die Biene mit der Röhre angestellt hat? Hat sie alles ausgeräumt um ihre Brutzellen an zu legen? So ein Verhalten soll es bei Löcher- oder Scherenbienen geben.

    #75099 Antworten
    janfo
    Moderator

    schön das wenigstens du mit der Mauerbienen-Ausbeute zufrieden bist.

    Ja, es ist deutlich mehr bei mir als letztes Jahr. Letztes Jahr war das Frühjahr aber auch sehr kalt und feucht hier. Dieses Jahr waren die Bedingungen für die Mauerbienen wesentlich besser.

    Ich weiß nicht wie bei dir das Wetter war.
    Populationsschwankungen sind aber völlig normal. Dass es immer mehr wird ist in der Natur gar nicht möglich.
    Der starke Rückgang der Rostroten Mauerbienen bei dir ist aber dennoch bemerkenswert. Unterscheidest du die Arten am Aussehen der Kokons?

    Es kann sein, dass bei dir im laufe der Jahre der Parasitendruck zugenommen hat. Die Reinigung nur mit Schmirgelpapier kann nicht alle Parasiten entfernen, Milben sind nicht so leicht zu dezimieren. Ich habe mir dieses Jahr auch einen Heißluftfön gekauft mit dem ich die Nistbretter behandelt habe.

    Ich würde aber zuallererst an die Pollen/Nektarquellen denken. Vielleicht ist die Blüte nicht so üppig ausgefallen oder es wurden große Bäume in der Umgebung gerodet etc.
    Wenn genügend Nisträume zur Verfügung stehen ist die Nahrung/das Wetter der limitierende Faktor.

    Auch Standortwechsel der Nistbretter können einen großen Unterschied machen und die Daten sind nicht mehr vergleichbar. Aber in der prallen Sonne auf dem Garagendach halte ich für ungeeignet.

    Habe kürzlich gelesen, dass sogar lieber Öffnungen genommen werden die etwas versteckt sind, daher werde ich einige Nistbretter nächste Saison mal um 90° drehen

    #75100 Antworten
    TF-HH
    Forenmitglied

    Hallo!

    Das mit dem Rückgängen habe ich auch bei mir in HH-Nord feststellen können (2019-2022)

    Rostrote Mauerbiene: 250 – 325 –  347 -201

    Gehörnte Mauerbiene: 150 – 306 – 122 – 126

    Liegt so denke ich definitiv am Wetter.

    Die Blühtezeit verschiebt sich zu sehr nach Vorne. Dazu kommt entweder Spätwinter wie 2021 oder Feuchtigkeit und Wärme wie dieses Jahr. Ich hatte extra für die frühe Gehörnte Mauerbiene Blausterne in Massen gesetzt.

    Pustekuchen – Mitten beim Aufbühen war schon Schluss – war alles durch Nacktschnecken über Nacht vertilgt worden! Und zwei Täge ohne Nahrung bedeutte ja schon das Aus.

    Die Rostrote hat da zumindest bei mir ein größeres Nahrungsangebot. Osmia Curnata scheint sich wie sehe bei mir im Moment bei 120 Kokons zu stabilisieren. Da geht wohl nicht mehr weil die Gegend es nicht mehr hergibt.

    Und soweit fliegen die Herrschaften wohl auch nicht. Spitz- und Feldahorn sind bei mir Mangelware, bzw. zu Jung zum Blühen oder zu weit weg.

    Auch ich habe bei mir viele Gänge in den Nistblöcken welche einfach nur Dicht gemacht wurden – als Ablenkung? Und es werden immer wieder verschlossene Gänge geöffnet?

    Ich habe dieses Jahr beim Reinigen tatsächlich in einem der Gänge eine Baumhummel entdeckt. Wie die da reinkabbelte bleibt mir ein Rätsel.

     

    Auch wasche ich meine Kokons und habe ne Heisluftpistole. Da finden sich immer irgendwelche Untermieter … Sollte man doch machen.

    Was das weitere Wetter angeht soweit man dieses noch als solches bezeichnen kann wird sich 2023 zeigen. Mal sehen wann der Frühling Einzug halten wird. Im Moment scheint der Winter wohl ein Totalausfall zu werden und das verheißt nichts Gutes.

    Na wenigstens fliegen bei mir noch einige meiner Kasten-Ackerhummeln rum.

    Gruß aus HH-Nord

     

     

     

     

     

     

     

    #75102 Antworten
    osmia 3.0._._._.
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    @janfo, ja anhand der Kokons kann man die Arten gut unterscheiden. Die Kokons der rostroten Mauerbiene fallen fast von alleine aus den Röhren (sind prall wie Rattenköttel). Die Kokons der Gehörnten werden richtig eingemörtel, da muss man immer erst den Rand lösen um an die Kokons zu kommen. (Die Kokons sind knitteriger) Im den ersten beiden Jahren fand ich es schwierig sie zu unterschieden. Mittlerweile liegt die Quote bei 99%. Du hast bei dir auf dem Foto fast nur Kokons der gehörnten Mauerbien. Die Rostroten muss man wirklich suchen.

    Die Milben werden keinen nennenswerten Einfluss auf Die Population haben, beim säubern der Niströhren mit Schmiergelpapier zerstört man deren Lebensgrundlage und bis zum nächsten Frühjahr sind eventuelle Milben eingetrocknet. Das ist wie mit Wachsmotteneier, wenn die Bedingungen nicht passen schlüpfen auch keine Maden. Ich hab hier noch ne Plastikkarte mit Wachsmotteneiern liegen, da wollet ich mal gucken was passiert ;-)

    Der Trauerschweber ist bei mir das größere Problem (hab dazu mal was gelesen, das in Italien teilweise 90% der Kokons der rostroten Mauerbiene damit befallen sind) In den ersten Jahren hatte ich ihn nur in den Kokons der Rostroten. Da die Rostroten jetzt weg sind ist er auf die gehörnten ausgewichen O_o

    Ich bin gespannt, wie das abflammen gegen Schimmelsporen hilft. Hin und wieder gibt es mal eine Brutkammer die Schimmelt, oder auch mal nen ganzer Gang, wenn der Nistblock schlecht stand.

    Habt ihr damit teilweise auch Probleme? oder Dank Heißluftfön kein Problem?

    Zum Garagendach muss ich noch ne Anmerkung machen :)   so warm ist es da eigentlich nicht. Das Garagendach bekommt erst im Hochsommer 4-5 Stunden Sonne. Ich hätte die besiedelten Nistblöcke früher in den Schatten (andere Seite der Garage) räumen müssen :-) Generell gibt es bei mir mehr Schatten als Sonne. Ich hab neben dem Garten alte Allee-Linden und eine richtig alte Pappel.

    Ansonsten ist der Standort fast der selbe. Mein Regal steht an der Gargen-Ostseite. Davor standen sie 40cm Höher.

    Teste die gedrehten Brettchen mal aus. Das klappt, als die mittig auf dem Dach standen, wurde nur die Westseite nicht besiedelt , alle anderen Seiten Nord, Ost und Süd waren voll. Seit dem achte ich nicht mehr ganz so auf die Ausrichtung. Ich glaube der einzige Vorteil der Ostausrichtung ist, dass die Bienen morgen von der Sonne schneller geweckt und erwärmt werden. Morgens sitzen alle Bienen an den Löchern und stecken die Fühler raus. Kommt dann die Sonne rum krabbeln sie aus dem Loch und wärmen sich auf ehe sie losfliegen.

     

    @TF-HH, cool, das du deine Zahlen auch zur Verfügung gestellt hast. Die machen mir doch Mut, das es nicht an mir oder den Rahmenbedingungen liegt. Du hattest auch 2020 dein erfolgreichstes Jahr und danach ging es etwas Berg ab.

    An Ablenkung bie den verschlossenen Röhren ohne Brut habe ich auch schonmal gedacht. Bei mir werden die verschlossenen Niströhren entweder von Vögeln (Meisen schaffen nur die Leerzelle) oder Ohrenkneifern geöffnet. Die Räumen dann auch den ganzen Gang leer.

     

    @TF-HH lebte die Baumhummel noch? Wollte sie den Nistblock als Winterquartier nutzen.

    #75103 Antworten
    janfo
    Moderator

    Auch ich habe bei mir viele Gänge in den Nistblöcken welche einfach nur Dicht gemacht wurden – als Ablenkung?

    Das war auch meine erste Überlegung, könnte tatsächlich sein.

    Im Moment scheint der Winter wohl ein Totalausfall zu werden und das verheißt nichts Gutes.

    Ja, leider scheint es so… Ich hoffe es wird doch nochmal einige Wochen wirklich winterlich kalt.

    Du hast bei dir auf dem Foto fast nur Kokons der gehörnten Mauerbien. Die Rostroten muss man wirklich suchen.

    Ja, das stimmt. Allerdings habe ich jedes Jahr bisher doch auch einige Rostrote an den Nisthilfen gehabt. Es könnte auch sein, dass die vermehrt in die Schilfröhrchen gegangen sind. So genau wie ihr habe ich bisher nicht Buch geführt.

    Der Trauerschweber ist bei mir das größere Problem

    Ich hatte gelesen, dass man alle übrigen Kokons 3 Wochen nach Beginn des schlüpfens in einen verschlossenen, durchsichtigen Behälter tun kan. Denn die Trauerschweber-Larve frisst die Biene erst wenn diese sich schon eingesponnen hat und zwar innerhalb des Kokons. Somit ist von außen kein Unterschied zu erkennen. Die Trauerschweber schlüpfen aber etwas später. So kann man dann kontrollieren ob noch Mauerbienen schlüpfen oder nur Trauerschweber.
    Selber ausprobiert habe ich das noch nicht, bei mir hält sich das mit den Trauerschwebern noch in Grenzen und auch diese haben ja eine Daseinsberechtigung.

    Habt ihr damit teilweise auch Probleme?

    Mit Schimmel habe ich keine Probleme. Hatte bei den 2 Nistblöcken einen einzelnen Gang der verschimmelt war, lag aber daran dass dieses unterste Nistbrett bei einem Starkregen nass geworden ist.

    Ohrenkneifer hab ich auch in den Gängen gesehen, aber kein Schadbild. Dachte die halten sich dort nur auf, aber eventuell haben sie auch nach fressbarem gesucht. Die Taufliegenlarven sind aber bestimmt auch ein Leckerbissen für Ohrenkneifer.

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