
Doris
Noch immer sind tagsüber Jungköniginnen an den Phacelia- und Borretschpflanzen dran. Nach Beobachtung einer Flugroute sah ich sie in meinem letzten aktiven Kasten verschwinden. Kurios. Glaube mich zu erinnern, dass die Hummeln immer entfernt vom Nest auf Futtersuche gehen, um dieses nicht zu verraten. Oder ist der herbstliche Futtermangel Ursache für die nahe Suche?
In das noch aktive Nest tragen noch immer Arbeiterinnen Pollen ein. Möchte nicht noch einmal kontrollieren sondern wir freuen uns darüber, dass unsere Dicke Tilla in dem unterirdischen Eigenbau-Nest einen so tollen Job gemacht hat.
LG

Sonnenkopp
@Martin
Und was sagt uns das? Kann man Hummeln Schalen bzw. Tränken mit Salzwasser anbieten, parallel zu solchen mit Zuckerlösung?
Bin ja hier eher der Außenseiter, da ich Hummeln nicht selbst züchte sondern sie nur unterstütze. Aber vielleicht ein kurzes Update zu meinen Stadthummeln. Anfangs war ja sehr wenig los, aber inzwischen brummt es gewaltig. Wiesen- und Ackerhummeln geben sich ein Stelldichein an meinen 3 Phaceliapflanzen. Gestern war auch eine Steinhummel da. Heute morgen kam sogar eine große Erdhummel, war kurz am Schnittlauch und suchte dann den ganzen Balkon ab, wonach ist mir nicht klar. Hat die sich verirrt, oder ist es eine Jungkönigin? An Nektar und Pollen war sie jedenfalls nicht interessiert. Ein weibliches Tier war es aber.

Sonnenkopp
Neben Hummelhaus und Ameisen mal was Grundsätzliches zur Hummelpsycholgie. Haben Hummeln eigentlich eine jahreszeitliche Vorliebe für bestimmte Blüten bzw. eine Blütenfarbe? Im Frühling herrscht ja vor allem gelb (z.B. Löwenzahn) und das Weiß der Bäume vor. Im Sommer dann die von Hummeln beliebten Blau- und Violetttöne. Spielt das eine Rolle? Auf meinem Balkon gehen jetzt mehrere Phaceliapflanzen auf, auf den Garagen ringsherum blüht jedoch noch Mauerpfeffer (gelbe Blüten). Eine Erdhummel, die ich zuvor am Mauerpfeffer gesehen hatte, flog zwar eine gelbe (gefüllte) Studentenblume an, aber das Büschelschön hat sie nicht interessiert. Dass Hummeln eine gewisse Treue hinsichtlich der Blütenfarbe haben, weiß ich, aber schönstes Büschelschön verschmähen? Was zum…

Sonnenkopp
Habe gestern (auf einem Friedhof btw) noch eine Steinhummel- und eine Erdhummelkönigin auf der Suche nach einem potentiellen Nest gesehen. Jetzt noch? Wie lange dauert denn eine solche Suche im Schnitt? Wenn viele Königinnen erst 2, 3 Wochen suchen müssen, kann das gleichzeitige Blühen vieler Bäume im April natürlich schon eine Ursache dafür sein, warum es jetzt so wenig Hummeln gibt. Ehe so ein Hummelvolk begründet und überlebensfähig war, war das meiste eben schon verblüht.
Aber von der Zeit her, müssten jetzt trotzdem mehr Hummeln fliegen. Die Erdhummelarbeiterin, die ich vor 2 Tagen gerettet habe, ist auch nicht wieder aufgetaucht. Und jetzt fängt meine Phacelia an zu blühen…

Doris
Hallo Stefan, von meinen 20 Häusern sind 11 belegt. 3 davon habe ich aktiv besiedelt, die anderen Kästen waren Selbstläufer. Der erste Kasten war der Eigenbau unterirdisch – seit 8.4.18 bewohnt.
3 Steinhummeln haben sich niedergelassen, der Rest sind dkl. Erdhummeln.
Habe mehrere Baumhummeln im Garten suchen sehen, aber dieses Jahr hat´s nicht geklappt. Ich bin trotzdem sehr zufrieden.
Schreibe jeden Tag auf, welche Dame zu beobachten war, aber nicht die Zeiten usw. das ist mir zu viel Arbeit.
Auch sind alle meine Klappen noch auf und ich habe in keinen Kasten geschaut.
Die Klappen senke ich erst ab, wenn der erste Nachwuchs ausfliegt. Ich will die Queens nicht stören.
Bzgl. Wachsmotten favorisiere ich ja eine andere Vorgehensweise.
Hier blühen momentan die Obstbäume, am Straßenrand wird derzeit (noch) nicht gemäht. Auch der Raps steht voll in der Blüte. Spritzarbeiten konnte ich noch nicht beobachten. Sehe die Damen manchmal auch mit dicken hellgelben Pollenhöschen einfliegen. Hummeln fliegen schon ein paar Kilometer bis zur leckeren Mahlzeit.
In meinem Garten sind Zierquitten, Mahonien, Weiden, Blutjohannisbeeren, Taubnesseln, Bergenien, Beinwell, Blaubeersträucher, tränendes Herz und einige andere Nektar- und Pollenspender am Blühen – Futter genug.
Und der Regen letzte Woche, gepaart mit herrlichem Sonnenschein, ist ideal für die Pflanzenwelt. Und meine Trachtpflanzenwiese entwickelt sich auch prächtig.
Der Borretsch hat sich letztes Jahr gut versamt und viele kleine Pflänzchen stehen überall im Garten.
Und auch Phacelia ist gut aufgegangen. Diese 2 Sorten liefern bis fast zum Beginn des Winters reichlich Nahrung.
Demnächst wieder ein paar Fotos.

Martin
@Luca, schön, dass du hergefunden hast und viel Glück mit der Veränderlichen! Übrigens kann ich mir gut vorstellen, dass es bei dir in der Gegend auch Bombus ruderatus (Feldhummeln) geben könnte. Es lohnt sich also vielleicht, die “Gartenhummeln” genauer unter die Lupe nehmen.
https://www.hummelfoto.de/anzeige.php?bild=privat/Martin-feldhummel-bombus-ruderatus.jpg
@Detter: Ich habe vor zwei oder drei Jahren mal ein paar Fotos vom Tempelhofer Feld bestimmt. Da waren Bombus ruderarius (Grashummeln) und Bombus sylvarum (Waldhummeln) darunter. Die besuchten dort die Phacelia in irgendwelchen “Urbanen Gärten”. Auch sonst gibt es Nachweise weiterer seltener Arten aus Berlin, aber zumindest die beiden sind aktuell dort wohl noch zu finden.

Doris
Hallo Kai, hier zwei Ideen von mir.
Schau mal auf der Seite des Netzwerkes für blühende Landschaft unter:
Startseite
Unter Handlungsempfehlungen findest Du reichlich Info-Material und Tipps.
Weiterhin kann ich http://www.hummelfreund.com empfehlen.
In unserem Garten haben wir im zeitigen Frühjahr die über 1000qm große, ungepflegte Graslandschaft mehrfach gründlich vertikutiert und auf einen großen Teil dann Veitshöchheimer Bienenweide ausgesät. Der Rest wird in Etappen mit Phacelia und verschiedenen Kleesorten gestaltet. Zusätzlich gibt es in unserem Garten fast nur noch Trachtpflanzen für Nützlinge, die zu den verschiedensten Zeiten blühen.
Ansonsten gibt es auch noch viele andere WebSeiten mit Info´s.
Liebe Grüße und gutes Gelingen

Budmaster
Hallo.
Wenn man gute Pflanzen für Hummeln sucht komme man meiner Meinung nach an Stockrosen nicht vorbei.
Bei mir stehen die Hummeln voll drauf.
Ich habe ein sehr großes Grundstück auf dem ich immer ein wildes durcheinander an blühenden Pflanzen habe. Für sehr gut halte ich neben den Stockrosen noch Sonnenblumen,Phacelia uws.
Füge mal ein paar Bilder von mir mit ein
Foto/Video:


Doris
Hallo, ich bereite jetzt die Nist-Angebote für Baumhummeln von. 3 Häuser sind fertig incl. Innen-Nistangebot.( s. meine Fotos). Dazu meine Frage, ob ich besser auch Klappen anbringen sollte? Da die Kästen hoch über bzw. an der Pergola befestigt werden, wäre das etwas schwierig mit dem Anlernen der Hummeln an die Klappe. Ich habe noch ein weiteres Nistangebot umfunktioniert, das von unseren zahlreichen Piepmätzen nicht so richtig akzeptiert wurde.
Wir haben uns mit den Nachbarn ringsum verständigt, dass sie reichlich Nistangebote für Vögel bereit halten, so dass die größtmögliche Gefahr (Räuber) für das Insektenhaus und die Hummeln in unmittelbarer Umgebung etwas eindämmen kann. Letztendlich möchte ich aber auch der Natur ihren Lauf lassen und nicht zu arg regulieren. Klar, um jede Hummel, die nicht mehr heimkommt, ist es schade-aber auch bei der natürlichen Überwinterung gibt es Verluste. Das ist halt so.
Und die zweite Frage betrifft die Bewirtschaftung unserer ca. 1.200 qm Brachfläche im Garten.
Für ca. 600 qm (eine Hälfte) habe ich folgende Gründüngung vorrätig:
Seradella, Gelbsenf, Hülsenfruchtgemenge, niedrige Sonnenblumen, Winterraps und Phacelia. Für die zweite Hälfte des Gartens würde ich etwas später nochmal Phaceliasamen ausstreuen, da ich bis in den vergangenen November noch hungrige Hummeln am Sommerflieder und am Eisenkraut hatte. Wäre das so sinvoll?
Der andere Teil unseres Gartens (nochmal ca. 500 qm ist fast ausschließlich mit Trachtpflanzen bestückt. Bis vor 2 Jahren war alles wg. Zeitmangel nur mit verkrautetem Gras bewachsen. Das hat jetzt den Vorteil, dass ich nun meiner Garten- und Hummel-Leidenschaft frönen und alles herrichten kann wie´s benötigt wird. Vielleicht hat jemand Tipps für mich?
Liebe Grüße von Doris

Doris
Die Saison kann beginnen-ich habe fertig!
Hallo, der Februar geht langsam dem Ende entgegen. Weil wir im vergangenen Jahr schon viele Hummeln in unserer Region beobachten konnten habe ich mir für dieses Jahr vorgenommen , unseren recht großen, zum Teil brach liegenden Garten nicht nur um-, sondern auch hummelfreundlich zu gestalten. Im vergangenen 1/4 Jahr habe ich nun meine 8 Hummelpensionen fertig gestellt. Darüber möchte ich hier gern berichten. Also los: Für meine geplanten 8 Kästen ließ ich mir 18mm Agepan OSB 3 PUR Platten gleich fertig zuschneiden. Diese sind für Feuchträume geeignet und bestehen lt. Aussage aus einheimischer frischer Kiefer unter Verwendung von formaldehydfreiem Leim. Bei der Herstellung austretendes Harz wird mit verpresst. U.a. wird die Platte dadurch feuchtigkeitsabweisend. Meine Idee war, die Platten zusätzlich zu schleifen, um einerseits die sägerauhen Kanten benutzerfreudlich zu gestalten und zum Anderen (die durch das Zusägen veränderte Oberflächenstruktur der Platten) diese vor der Witterung weitgehend zu schützen (Tipp vom Hersteller: Anschleifen wie folgt: grob mitt 100er Schleifpapier drüber und mit 180er den Feinschliff.). Trotzdem besteht meiner Meinung nach die Gefahr, dass die Platten an den Schnittseiten “aufschüsseln” könnten. Bzgl. eines Farbschutzes empfiehlt dazu der Hersteller nach dem Schleifen die Verwendung aller Farben, die auch für den Einsatz von Kiefernholz im Außenbereich anwendbar sind. Hier wollte ich aber nicht auf die durchaus angenehme Optik der Platten nicht verzichten. hier aus den Kommentaren. Also wieder googeln, was unter ökologischen Gesichtspunkten (biozidfrei) überhaupt in Frage käme. Hier bin ich dann auf die Firma Osmo gestoßen. Sicherlich gehen hier die Meinungen auseinander. Ich habe diese Entscheidung ausschließlich für mich getroffen, bekanntlich sind die Geschmäcker verschieden. Und ob die Farben am Holzspielzeug für Kinder auch immer den Ansprüchen genügen, ….? Aber zurück zur Farbgebung meiner OSB-Testversionen. Nach einer “eMail-Freundschaft” mit dem Kundenservice bekam ich das ölbasierte, farblose Teak-Öl 007 empfohlen, das als frei von bioziden Wirkstoffen und im getrockneten Zustand unbedenklich für Flora und Fauna, dazu als speichel- und schweißecht beschrieben wird. Also habe ich mich an die Arbeit gemacht. Besonders hilfreich empfand ich die Hinweise hier unter “Pollenhöschen”. Als Hummelklappe habe ich das Modell von Herrn Abraham verwendet. Bei der Gestaltung der unterschiedlichen Eingangs”portale” habe ich alles verwendet, was sich in meiner Hobbywerkstatt finden ließ, so z.B. ein ausgedienter Filtertüten-halter, Gardinenstangen, Besenstiele, Schmuckkästchen ect. Damit sich der Geruch etwas hummelfreundlich entwickeln kann, sind die künftigen Pensionen bereits um den jeweiligen Nistkarton herum mit selbst geerntetem Wiesenheu und Lavendelblüten ausgestreut. Aufstellen werde ich die Pensionen dann Ende Februar im neuen Hummelstand, der bei dem milden Winterwetter auch rechtzeitig fertig geworden ist. Wenn die dicken Brummer dann auch noch meine Mühen mit einem Einzug honorieren, wäre die Welt wohl wieder o.k. Die bisher nicht bewirtschafteten 1000qm Gartenland werden vertikutiert und dann wird Trachtpflanzensamen, vorrangig Phacelia, ausgestreut. So. Das wäre mein Bericht zur Saisonvorbereitung 2017 und zum vermutlichen Testlauf mit OSB-Platten als Nistkästen.
LG
Doris