Archiv der Kategorie: Archiv Bombus.de
Martin: zweijährige Diapause
>Bist Du eigentlich sicher, dass alle Jungköniginnen im nächsten Jahr fliegen.
>Ich weiß, es kling ungewöhnlich: Aber bei Solitärbienen überliegen manche ein Jahr, d.h. sie überwintern zwei Mal, ohne im ersten Sommer auszufliegen. Zur Überbrückung von Katastrophenjahren ist das sehr vorteilhaft
>Es ist wohl nicht ganz undenkbar, dass das auch bei Hummeln so sein könnte. Meines Wissens hat das noch niemand angeschaut. Es wäre durch Markieren einer größeren Zahl von von Jungköniginnen
>relativ leicht herauszufinden, da gerade Jungköniginnen mancher Arten aus Nistkästen zum Zurückkehren neigen.
>Vielleicht ist da auch nix, aber Nachsehen würde sich lohnen.
Spannend! Markiert denn eigentlich jemand hier Jungköniginnen?
Dann müsste man nur für jedes Jahr unterschiedliche Farben nehmen.
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Bago: Kastenreinigung
Hallo Christian,
ich reinige die Kästen oft schnell , oft sobald das Nest vrelassen ist.Dann kann man auch gut die Königinnenkokons abzählen.Im verlassenen Baumhummeln waren die Wachsmotten tätig , deshalb schnell raus und weg damit!
Gruß Bago
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Johann Neumayer: Frage zur Bilanzierung
Du stellst Dir das etwas zu brachial vor.
Die bei großen Völkern meist dichte Nestdecke muss ja jeder öffnen, der etwas beobachten will.
Man gibt dem Kasten ja auch nicht einen Tritt, dass alles fliegt, tippt ihn halt etwas fester an.
Man kann ja selbstverständlich auch mit Schutzkleidung arbeiten. Aber ohne Abfliegen der meisten Arbeiterinnen hat man in einem voll besetzten Nest nicht viel Chance, die Brut zu zählen.
Diese Vorgangsweise macht man ja nur bei wirklich großen Völkern. und dann auch nur alle 10-14 Tage.
Ich denke, dass alle schnell abfliegenden und aggressiven Arbeiterinnen schon einmal ausgeflogen sind.
Ein paar bleiben immer im Nest, zum einen die Nesthummeln und zum anderen junge. Ich habe zumindest keinerlei Beeinträchtigungen der großen Völker erlebt. Die bringt so schnell nichts mehr aus der Ruhe! Und das Ganze wie gesagt, nicht nachts sondern 1-1,5h vor Sonnenuntergang.
Es ist faszinierend, wenn 50, 70 oder 120 Arbeiterinnen am Platz, an dem der Nistkasten steht schon warten und dann quasi in der Reihe stehen, um durch das Flugloch hineinzukrabbeln.
Vorher natürlich die Nestbedeckung wieder darüber geben!
Außerdem sollte man die Größenordnungen nicht vergessen:
Die Mortalität der Sammlerinnen ist in der Natur relativ hoch, die natürliche wie die anthropogene. So habe ich heuer in Norwegen auf 200m Straßenbankett über 20 tote Hummelarbeiterinnen gesammelt, die gegen Autos gekracht sind, darunter 5 oder mehr der nicht häufigen B. consobrinus…
Ob bei der beschriebenen Vorgangsweise 2 Arbeiterinnen eventuell verstört das Weite suchen, ist bei großen Nestern irrelevant… .Jungköniginnen brummen manchmal aus dem Nest, wenn es geöffnet wird, aber die waren offensichtlich schon zum Abflug bereit. Die meisten verkriechen sich im Genist, das ich wohlweislich nicht durcheinanderbringe.
Und nicht vergessen: das mache ich bei pratorum, hortorum, pascuorum nie, bei terrestris, lucorum und hypnorum maximal 2 oder 3 Mal im ganzen Kolonieleben, wenn sie wirklich volksstark sind, was bei diesen Arten auch beileibe nicht jedes Volk wird.
mfG Johann Neumayer
>>Ja, mit Hummelschutz hat das nicht viel zu tun. Aber mir ist neu, dass in diesem Forum nur >Hummelschutz Thema sein darf.
>>Ich denke, es darf ja wohl auch um Erkenntnisgewinn in diesem Forum gehen – solange das, was >man tut. den Hummeln nicht schadet. Soweit zumindest meine Sicht der Dinge.
>
>Damit bin ich einverstanden! Aber die Methode mit dem brachialen Aufreißen des Nests und dem Ausfliegenlassen quasi des gesamten Hummelvolkes durch mehrmaliges an den Kasten stoßen??? Schadet das nicht dem Volk? Haben denn alle ausfliegenden Arbeiterinnen/Jungköniginnen bereits einen Orientierungsflug absolviert und finden sich problemlos in der Dunkelheit wieder in den Kasten?
>Könnte mir schon vorstellen, dass da einige auf der Strecke bleiben. Und entstehen nicht auch Schäden am Nest selbst? Geht evtl. Brut dadurch verloren?
>
>>Zum Quatsch:
>
>Ich möchte mich entschuldigen, wenn meine Antwort schroff und unqualifiziert rüberkam. War nicht so gemeint. Ich war für den Moment erstmal wie vor den Kopf gestoßen, vielleicht weil das für mich nicht in Frage käme oder es sehr brachial klang! Also nochmals SORRY! (Meine Bedenken habe ich ja oben schon dargelegt)
>
>>Wer 200m² Hummelgarten pflegt und 10 Nester in Nistkästen hat, sollte seinen Beitrag zum >Hummelschutz auch nicht überschätzen. Nur die wenigsten werden muscorum, subterraneus, >pomorum oder confusus im Garten haben. Für diese seltenen Arten braucht es eine andere Form >der Landbewirtschaftung.
>
>Ich hatte diesbezgl. auch schon mal eine Frage hier im Forum gestellt (Verdrängung seltener Arten, 05.03.2010)
>Wär schön wenn man diese Diskussion nochmal aufnehmen könnte. Finde das Thema interessant!
>Eben weil ich hier bei mir nur die häufigen Arten sehe und ich gern was für seltenere Arten tun würde
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Christian: Kastenreinigung
Hi,
wollte nochmal nachfragen, was ihr mit dem alten Nestmaterial macht. Alle meine Kästen sind ja noch bestetzt (hab heute drei Wiesenhummeln gesehen) deshalb mach ich da noch nichts. Gerade die Steinhummeln haben, obwohl es ein kleines Volk ist, unglaublich viel Dreck gemacht – gereinigt muss werden, das ist klar.
Für mich stellt sich spezifisch die Frage nach dem Zeitpunkt der Reinigung. Weil noch Tierarten von den Resten leben, bzw. gerne im Nest überwintern.
Christian
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StefanDD: Frage zur Bilanzierung
>Ja, mit Hummelschutz hat das nicht viel zu tun. Aber mir ist neu, dass in diesem Forum nur >Hummelschutz Thema sein darf.
>Ich denke, es darf ja wohl auch um Erkenntnisgewinn in diesem Forum gehen – solange das, was >man tut. den Hummeln nicht schadet. Soweit zumindest meine Sicht der Dinge.
Damit bin ich einverstanden! Aber die Methode mit dem brachialen Aufreißen des Nests und dem Ausfliegenlassen quasi des gesamten Hummelvolkes durch mehrmaliges an den Kasten stoßen??? Schadet das nicht dem Volk? Haben denn alle ausfliegenden Arbeiterinnen/Jungköniginnen bereits einen Orientierungsflug absolviert und finden sich problemlos in der Dunkelheit wieder in den Kasten?
Könnte mir schon vorstellen, dass da einige auf der Strecke bleiben. Und entstehen nicht auch Schäden am Nest selbst? Geht evtl. Brut dadurch verloren?
>Zum Quatsch:
Ich möchte mich entschuldigen, wenn meine Antwort schroff und unqualifiziert rüberkam. War nicht so gemeint. Ich war für den Moment erstmal wie vor den Kopf gestoßen, vielleicht weil das für mich nicht in Frage käme oder es sehr brachial klang! Also nochmals SORRY! (Meine Bedenken habe ich ja oben schon dargelegt)
>Wer 200m² Hummelgarten pflegt und 10 Nester in Nistkästen hat, sollte seinen Beitrag zum >Hummelschutz auch nicht überschätzen. Nur die wenigsten werden muscorum, subterraneus, >pomorum oder confusus im Garten haben. Für diese seltenen Arten braucht es eine andere Form >der Landbewirtschaftung.
Ich hatte diesbezgl. auch schon mal eine Frage hier im Forum gestellt (Verdrängung seltener Arten, 05.03.2010)
Wär schön wenn man diese Diskussion nochmal aufnehmen könnte. Finde das Thema interessant!
Eben weil ich hier bei mir nur die häufigen Arten sehe und ich gern was für seltenere Arten tun würde
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Johann Neumayer: Einer geht noch…
B. hortorum Männchen
mfG Johann Neumayer
>[http://www.bildercache.de/anzeige.html?dateiname=20100723-165531-821.jpg [img:http://www.bildercache.de/minibild/20100723-165531-821.jpg]] [http://www.bildercache.de/anzeige.html?dateiname=20100723-170027-253.jpg [img:http://www.bildercache.de/minibild/20100723-170027-253.jpg]] [http://www.bildercache.de/anzeige.html?dateiname=20100723-165915-590.jpg [img:http://www.bildercache.de/minibild/20100723-165915-590.jpg]]
>
>Ich hielt immer die für Gartenhummeldrohne. Die traten fast zwei Wochen früher auf und sind nur an der Wilden Karde und interessieren sich überhaupt nicht für die Kugeldistel wie die anderen.
>
>
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Johann Neumayer: Ein paar Bestimmungen
Alle Bilder sind Drohnen von B. lucorum,.
Bei keiner Art sonst sind die schwarzuen Haare dermaßen grau bespitzt.
Und dann eine gelbe Binde vorne am Mesosoma und am Tergit 2 und die gelbe Gesichtsbehaarung. Das reicht für die Bestimmung.
mfG Johann Neumayer
Bin grad meine Fotos am sortieren und bräuchte etwas Hilfe bei der Bestimmung.
>
>Wer mag sich dran versuchen?
>
>Ich trau mich nur zu raten, dass wenigstens eine davon ein Drohn der Hellen Erdhummeln (Bombus lucorum) sein könnte.
>
>Nr. 1:
>
>[http://www.bildercache.de/anzeige.html?dateiname=20100723-121801-829.jpg [img:http://www.bildercache.de/minibild/20100723-121801-829.jpg]]
>
>Nr. 2:
>
>[http://www.bildercache.de/anzeige.html?dateiname=20100723-121834-534.jpg [img:http://www.bildercache.de/minibild/20100723-121834-534.jpg]] [http://www.bildercache.de/anzeige.html?dateiname=20100723-121851-599.jpg [img:http://www.bildercache.de/minibild/20100723-121851-599.jpg]] [http://www.bildercache.de/anzeige.html?dateiname=20100723-121928-988.jpg [img:http://www.bildercache.de/minibild/20100723-121928-988.jpg]]
>
>Nr. 3:
>
>[http://www.bildercache.de/anzeige.html?dateiname=20100723-122002-862.jpg [img:http://www.bildercache.de/minibild/20100723-122002-862.jpg]] [http://www.bildercache.de/anzeige.html?dateiname=20100723-122017-54.jpg [img:http://www.bildercache.de/minibild/20100723-122017-54.jpg]] [http://www.bildercache.de/anzeige.html?dateiname=20100723-122055-644.jpg [img:http://www.bildercache.de/minibild/20100723-122055-644.jpg]] [http://www.bildercache.de/anzeige.html?dateiname=20100723-122124-939.jpg [img:http://www.bildercache.de/minibild/20100723-122124-939.jpg]]
>
>Nr. 4:
>
>[http://www.bildercache.de/anzeige.html?dateiname=20100723-121639-355.jpg [img:http://www.bildercache.de/minibild/20100723-121639-355.jpg]] [http://www.bildercache.de/anzeige.html?dateiname=20100723-121712-39.jpg [img:http://www.bildercache.de/minibild/20100723-121712-39.jpg]]
>
>Fotos sind alle anklickbar.
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Johann Neumayer: Hochwasser!!!
Bist Du eigentlich sicher, dass alle Jungköniginnen im nächsten Jahr fliegen.
Ich weiß, es kling ungewöhnlich: Aber bei Solitärbienen überliegen manche ein Jahr, d.h. sie überwintern zwei Mal, ohne im ersten Sommer auszufliegen. Zur Überbrückung von Katastrophenjahren ist das sehr vorteilhaft
Es ist wohl nicht ganz undenkbar, dass das auch bei Hummeln so sein könnte. Meines Wissens hat das noch niemand angeschaut. Es wäre durch Markieren einer größeren Zahl von von Jungköniginnen
relativ leicht herauszufinden, da gerade Jungköniginnen mancher Arten aus Nistkästen zum Zurückkehren neigen.
Vielleicht ist da auch nix, aber Nachsehen würde sich lohnen.
mfG Johann
>Hi,
>bedeutet eigentlich, dass es den optimalen Kasten nicht gibt, zumindest für einige Arten. Spreche da von der Erdhummel. Ist der Kasten oberirdisch, dann wird es zu warm, ist er unterirdisch, dann besteht die Gefahr von Hochwasser. Schimmel ist in jeden Fall möglich, obwohl ich da den Eindruck habe, dass ein Volk, solange es stark ist, mit Schimmel ganz gut fertig wird.
>
>Bin eh gespannt, wie das nächste Jahr für die Hummeln startet. Meine damit die Anzahl der Königinnen und dass die auch befruchtete Eier haben. Die sind sehr zögerlich mit dem Abfliegen. Bei Bago scheinen ja alle ausgeflogen zu sein, ist bei mir längst nicht so. Bei der Erdhummel sitzen noch Queens in der Wabe. Meine Steinhummeln sitzen auch herum. Führe das auf das Wetter zurück, die sind halt klamm und für nen Hochzeitsflug scheint das Wetter nicht geeignet. Kommts im Stock eigentlich zur Kopulation?
>
>Heut war ne tote Steinhummelkönigin tot im Kasten. Hoffe mal, dass dies die alte Queen ist, die hatte auch nen kahlen Fleck am Thorax. Enttäuscht mich immer, wenn ich die toten Jungköniginnen finde.
>
>Christian
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Johann Neumayer: Frage zur Bilanzierung
Ja, mit Hummelschutz hat das nicht viel zu tun. Aber mir ist neu, dass in diesem Forum nur Hummelschutz Thema sein darf.
Ich denke, es darf ja wohl auch um Erkenntnisgewinn in diesem Forum gehen – solange das, was man tut. den Hummeln nicht schadet. Soweit zumindest meine Sicht der Dinge.
Zum Quatsch: ich habe unter Hummelschützern mit viel gutem Willen aber wenig Wissen auch schon einiges an Quatsch gehört. Ich finde es einfach spannend, herauszubekommen, welche Ökologischen Nischen einzelne Arten besetzen. Und dazu gehört auch die Frage, welche evolutionären Kräfte Arten bewegen, kleine (z.B. B. pratorum) oder große (z.B. B. hypnorum) Nester zu bilden.
Je größer ein Nest, desto mehr junge Königinnen und Männchen können erzeugt werden, andererseits ist während der dann langen Nestentwicklungszeit auch das Risiko größer. dass das Nest keine Geschlechtsstiere produziert (Wachsmotten, Wespenbussard, Kuckuckshummeln, Dachs, Mäuse, Überschwemmung, …).
Soweit die Theorie. Wie groß Mortalitäts- und Fertilitätsraten wirklich sind, muss man aber erst in der Natur herausfinden. Und die Daten der Hummelhalter und – schützer könnten wertvolles Material sein.
Noch etwas zum thema “Hummelschutz”: Menschen, die im Winter Vögel füttern, haben früher auch geglaubt, sie würden Wesentliches zum Vogelschutz beitragen. Inzwischen weiss man, dass die Begeisterung und die Ansteckung anderer Menschen mit dieser Begeisterung der einzige wesentliche Effekt der Futterhäuschen ist.
Wer 200m² Hummelgarten pflegt und 10 Nester in Nistkästen hat, sollte seinen Beitrag zum Hummelschutz auch nicht überschätzen. Nur die wenigsten werden muscorum, subterraneus, pomorum oder confusus im Garten haben. Für diese seltenen Arten braucht es eine andere Form der Landbewirtschaftung. Und dafür braucht es viel Überzeugungsarbeit…
Von daher können wir nichts Besseres tun, als die Menschen von der Wichtigkeit der Hummeln zu überzeugen und mit der Faszination an diesen Bienen anzustecken. Freundlichkeit hilft dabei erfahrungsgemäß.
lG Johann N.
Das hat aber meiner Meinung nach nicht mehr viel mit Naturschutz zu tun!
>Finde diese Methode eher ungeeignet für weniger Erfahrene, die hier einiges zum Hummelschutz lernen wollen. Diesen Quatsch sollte man besser keinem erzählen. Meinst Du nicht?
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Bago: Erfahrungen zum “Mooshaufen”
Hallo Wilhelm,
besiedelst du die Mooshaufen auch aktiv oder wartest du auf die Selbstbesiedlung?
Gruß Bago
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