LUC: Steinhummeln als Terrassenkehrer
Hallo zusammen!
Alsdann, die Gschicht ist so:
Seit ca.1 Tag sind 2 Arbeiterinnen scheinbar nur damit beschäftigt, Sägespäne u. trockenes Erdreich in Grabwespenmanier gezielt den Eingang vollzumüllen. Jedoch nicht vom Nest heraus, sondern sie kehren mit dem Rücken zur Haustür bis ca. 35cm davon entfernt das vor dem Kasten liegende Material zum Eingang hin. Dieser Kasten ist teilversenkt, die Hummelklappe leicht erhöht über Erdbodenebene. Eine kleine Stufe, etwa 1,5cm über Erdbodenniveau ist der Höhenunterschied. Bis jetzt haben es sie geschafft, etwa 2 Händevoll vor die Klappe zu scharren. Klappenunterkante bis Kehricht z.Zt. 0,5cm. Habe dann Nachmittags dieses Material entfernt, beide Hummeln scharrten unbeirrt weiter.
Volksstärke geschätzte 150 Ex. Sah vor wenigen Tagen erste Jungköniginnen passieren.
Könnt ihr mir dieses scheinbar völlig unnötige Verhalten erklären?!
Könnte es damit zusammenhängen, dass sie den zur Mottenabwehr über dem Brutraumgitter liegenden, stinkenden Maulwurfskugeln überdecken wollen? Sehe dieses Verhalten aber erst seit gestern.
mfg LUC
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Christian: Auszählen des Nestes / Fragen /WACHSMOTTEN :-(
Hi Fienchen,
die Larven die sich einspinnen wollen haben ihren Fraß beendet. Ein bisschen BT dürfte schon genügen, aber wenn sich Tiere bereits einspinnen wollen, dann musst Du davon ausgehen dass bereits große Larven in der Wabe sind, die müssen sich erstmal infizieren und erkranken. So lange fressen die und die fressen schnell!
Es hilft da nur ne Radikalkur. Kasten wegstellen, die abfliegen Hummeln sind dann suchend am alten Standort des Kastens. Alles außer gesunder Brut vom Nest entfernen. Und mit neuer Streu den Kasten belegen.
Bei meinen Erdhummeln waren noch ca. 15 Arbeiterinnen da, die Queen bereits tot. Ich hab ne Wabe (Steinhummel)mit Honig gefüllt und in den Schwegler mit neuer Streu gelegt. Die Arbeiterinnen haben sich dort versammelt. Was daraus wird, weiß ich nicht. Komme erst wieder im Oktober in meine neue Heimat. Diese Arbeit ging aber nur mit nem Stechschutz.
Aber Deiner Hummeln sind in der Entwicklung ja schon sehr weit! Vielleicht ist kaum mehr Brut da, die gefährtet ist?
Ja, die Larven sind ein Leckerbissen. Bei mir bekommen die die Singvögel. Nur heuer nicht, ich hab Streu und altes Nest verbrannt, In dem dichten Larvengespinnst auf Jagd zu gehen, war mir denn doch zu mühsam.
Gruß
Christian
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Christian: Steinhummeln
Die Steinhummel hat sich in diesem Jahr besonders verhalten und entwickelt.
Zuerst, wie bei vielen von euch, kamen Ende April zahlreiche Jungköniginnen aus der Erde. Die waren sehr aggressiv: verdrängung anderer Arten und gegenseitiges Totstechen.
Dannach entwickelten sich meine beiden Völker sehr dürftig.
Bei einem verschwandt die Königin, das Volk ging Ende Juni zugrunde.
Das andere Volk wuchs zuerst stark an und dann war Schluß. Die Queen ist noch da, aber es gibt kaum Königinnenbrut. Recht groß waren meine Völker dieser Art in den letzten beiden Jahren nie. Aber sie waren erfolgreich.
Nebenbei ist bei der Ackerhummel alles beim alten. Wächst langsam und stetig.
Christian
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Christian: Wachsmotten bei mir
Hi,
bei mir fliegen die Wachsmotten, im gegensatz zum Erzgebirge, bereits im Mai.
bin im Juli umgezogen und hab deshalb im mai meine Völker bei Verwandten aufgestellt. Bis aufs Baumhummelvolk. Bei den Baumhummeln lebte die Königin bis Ende Juli, es gab aber keine Eier mehr. Motten waren ca. 15 Stück im Kasten, Dank BT (einmal behandelt) und der regelmäßigen Kontrolle null Befall.
Die Helle Erdhummel hatte einen einzigen Falter im Kasten. Ein starkes Volk mit Wächter im Schweglerkasten. 14 Tage hatte ich nicht kontrolliert, dann war das Nest, trotz BT Behandlung kompletto aufgefressen! Wie seltsam, das Mittel hat nicht angeschlagen.
Die Steinhummeln hatten auch Falter im Kasten, da hat das Mittel angeschlagen. Null Befall.
Bei allen Maßnahmen gegen die Motte scheint eines unverzichtbar zu sein: regelmäßige Kontrollen. Heißt ab und Zu öffnen der Nistkugel, obwohl ich das gar nicht gerne mache.
Christian
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Helena: Status meiner Völker, teils sehr erfreuliche Entwicklungen
Ich habe nur einmal dieses Jahr versucht, während Schneetreiben meine Gartenhummelkönigin mit Zuckerwasser vom Ausfliegen abzuhalten, aber sie hat es ignoriert (die Kirschbäume der Nachbarn haben es gedankt). Königinnen nehmen offenbar – wenn überhaupt – Futter nur an, wenn es direkt im Nestbereich angeboten wird. Bei knapp Null Grad würde ich die Nestkugel aber niemals öffnen. Ansonsten bin ich auch nicht unbedingt ein Fan von Futterstellen usw., auch wenn einige hier offenbar so viel grössere Völker und mehr Geschlechtstiere bekamen als ohne Zusatzfütterung… Natürlich soll man dennoch auch für ein reiches, durchgehendes Nahrungsangebot im Garten sorgen.
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LUC: Status meiner Völker, teils sehr erfreuliche Entwicklungen
>Die Pheromonfallen locken ja nur die männlichen Tiere an, folgedessen können die Weibchen nicht befruchtet werden… Es sollte eigentlich schon möglich sein, das Pheromon der weiblichen Motte nachzubilden, aber das lohnt sich wohl nicht, zuwenig Bedarf. Die Imker werden der Motte ja offenbar auch mit BTI ausreichend Herr…
>Der Vorbau kann u.a. dazu dienen, Zuckerwasser in Legobausteinen anzubieten. Zudem verfügen meine von Hummelfreund.com über eine zusätzliche, indirekte (weil gegenseitig verschobene und so kaum Licht einlassende) Belüftungsöffnung inkl. Mottenfalle zwischen den beiden Löchern (Kleber). Legt eine Motte wider Erwarten von aussern Eier, fallen sie innen gleich auf die Kleber.
>
>Meine Steinhummeln haben sich bevorzugt im Vorbau drin versäubert; dann habe ich ihn mit Zeitungspapier ausgelegt und konnte so den Dreck auffangen. Eine Landeplattform für die Hummeln ist ja in jedem Fall zu empfehlen, ansonsten können sie ja die Klappe gar nicht anheben.
Hallo Helena,
deinen erwähnten Eingangsbereich muss ich mir noch näher ansehen. Danke für den Hinweis.
Das mit dem Zufüttern vergleiche ich mit Vogelfüttern im Frühjahr/Sommer. Dass dadurch der Bruterfolg bei Hummeln besser ist, sieht man bei euren Rückmeldungen. Ein natürlicher Vorgang ist das aber nicht. Dass in den sterileren städtischen Bereichen weniger Trachtangebot ist als in noch intakteren Landgegenden wie bei mir ist, ist soweit klar.
Allzusehr eingreifen möchte ich auch wieder nicht. Eine bessere Behausung als der ungeschützte Holzhaufen sind gute Hummelkästen allemal. Und Safari vor der Haustür ist es auch. Soweit meine Ansichtsweise.
mfg Luc
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Helena: Status meiner Völker, teils sehr erfreuliche Entwicklungen
Die Pheromonfallen locken ja nur die männlichen Tiere an, folgedessen können die Weibchen nicht befruchtet werden… Es sollte eigentlich schon möglich sein, das Pheromon der weiblichen Motte nachzubilden, aber das lohnt sich wohl nicht, zuwenig Bedarf. Die Imker werden der Motte ja offenbar auch mit BTI ausreichend Herr…
Der Vorbau kann u.a. dazu dienen, Zuckerwasser in Legobausteinen anzubieten. Zudem verfügen meine von Hummelfreund.com über eine zusätzliche, indirekte (weil gegenseitig verschobene und so kaum Licht einlassende) Belüftungsöffnung inkl. Mottenfalle zwischen den beiden Löchern (Kleber). Legt eine Motte wider Erwarten von aussern Eier, fallen sie innen gleich auf die Kleber.
Meine Steinhummeln haben sich bevorzugt im Vorbau drin versäubert; dann habe ich ihn mit Zeitungspapier ausgelegt und konnte so den Dreck auffangen. Eine Landeplattform für die Hummeln ist ja in jedem Fall zu empfehlen, ansonsten können sie ja die Klappe gar nicht anheben.
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LUC: Status meiner Völker, teils sehr erfreuliche Entwicklungen
Servus Michel,
besten Dank. Mit Hummeln bin ich erst seit kürzerem intus, deshalb sind solche Erfahrungswerte ungemein informativ für den Ungeübteren.
Ähnliche Pheromonfallen wie sie im Obstbau, aber auch beim Fichtenborkenkäfer ( wie ich sie im Fichtenforst verwende ),
gibt es leider für diese Wachsmotte scheinbar leider nicht. Wenn der Luftzug aus dem oberen Bereich der Hummelkastenentlüftungen thermisch entweicht, u. hier feinstes verbiss-sicheres Gaze ist, müsste die Motte ja in erster Linie hier ihr Gelege deponieren. Mit Raupenleim dekoriert, wird zumindest ein Teil davon vernichtet, glaub ich.
Auch meine beiden Steinhummelvölker sind ziemliche Scheisser, also fliegt die Motte diesen Duftmagnet an. Bin aber bis jetzt glaub ich Mottenfrei.
Vorbau habe ich keine, zu was diese wirklich gut sein sollen, weiss ich immer noch nicht. Bei mir gehts gleich hinter der Klappe über dem Schlauch zum Nistkarton.
Irgendwie schwebt mir das System der Borkenkäferfallen vor, in dem der Käfer durch das Pheromon angelockt, an die Prallwand anfliegt u. ins entspannte Wasser fällt. Überm Wasser ist jedoch ein grobes Gitter, durch das der Käfer fällt, aber nicht der ungeladene Zufallsbesucher. Auch Hummelköniginnen, kleine Eidechsen etc. sah ich ohne Gitter im Wasser.
Wenn die Motte bzw die junge Raupe die Klappe trotzdem passiert, die Hummel aber gehindert wird, in die Falle hinter der Klappe ( im Vorbau bspw. ) zu fallen oder festzukleben, wäre auch schon ein weiteres Hindernis geschaffen.
Da muss noch was zu erfinden sein. Die Hummelklappe ist ja auch noch relativ neu.
mfg LUC
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Wachsmotten fressen Sperrholz an
Ich habe heute gründlich aufgeräumt, alle verlassenen Nester gründlich geputzt und eingelagert für die nächste Hummelaison.
Bei einem Kasten einer Baumhummel habe ich etwas faszinierendes entdeckt. In dem Kasten war das größte Volk das ich dieses Jahr besessen habe. Ein riesiges Baumhummelvolk mit Dutzenden Königinnen. Das Nest war so groß, dass die Hummeln durch die aufgeweichte Kotecke im Innenkarton sogar außerhalb des Kartons weiter gebaut haben.
Leider konnte ich bedingt durch das schlechte Wetter und mangelnder Zeit nicht zeitnah den Kasten auflösen und so haben Wachsmotten das verlassene Nest erobert. Und die haben sogar vor den Sperrholzwänden außerhalb des Kartons nicht Halt gemacht, siehe Foto.
Fazit: Wiesenhummel
Die Wisesnhummel, die Anfangs sehr sehr lange für den ersten Nachwuchs gebraucht hat, hat ein stattliches, und natürlich um diese Jahreszeit leeres, Nest hinterlassen.
Besonders freut mich, dass zum Schluss dann doch noch ein paar Königinnen abgeflogen sind. Somit ist alles in bester Ordnung. Bis auf meine eigenen habe ich heuer wenige Wiesenhummeln gesehen, ich hoffe nächstes Jahr wieder auf mehr Wiesenhummeln.
Da das Nest schon eine Weile vollkommen verlassen ist, stören mich auch die paar Wachsmotten ein Stockwerk tiefer nicht. Das Nest hätte ich schon vor Wochen leeren können, aber das Wetter spielte nie mit, und man weis ja nie so genau ob nicht doch noch ein paar Arbeiterinnen drin sind. Also lieber etwas länger warten. 
Aufgefallen ist besonders, dass das Nest sehr sauber ist. Nur eine Kotecke, der Vorbau sauber, der Schlauch zwar verengt, aber auch sauber. Natürlich befinden sich auch gestorbene Arbeiterinnen im verlassenen Nest, viele Milben und wenige noch ziemlich kleine Wachsmottenlarven.
Wie immer habe ich das leere Nest verbrannt, den Kasten gründlich mit kochendem Wasser gespült und geschruppt und eingelagert für das nächste Frühjahr.