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Ich hab da ein Problem beim anlegen einer Wildblumenwiese.

  • Dieses Thema hat 85 Antworten und 12 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 2 Wochen, 1 Tag von Karsten Grotstück.
Ansicht von 15 Beiträgen - 61 bis 75 (von insgesamt 86)
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  • #57064 Antworten
    janfo
    Forenmitglied
    Buchtip:

    Hallo Svenja,

    Ich denke für die genaue Menge Sand müsste man wissen wie schwer der Boden ist. 150kg werden auf so einer Fläche wahrscheinlich nicht so viel bewirken, ist aber besser als nicht abzumagern.

    Man kann auch nährstoffreiche Wiesen gut begrünen, kommt immer auf die Pflanzenauswahl an. Generell ist es aber schon so, dass Blütenpflanzen eher konkurrenzschwach sind gegenüber z.B. Gräsern und sich daher auf nährstoffreichen Flächen Gräser mit der Zeit durchsetzen. Aber Gräser sind an sich auch nichts schlechtes, es gibt eine Vielzahl von Schmetterlingen deren Raupen an Gräsern fressen und ich denke in deiner Samenmischung werden auch Gräser dabei sein. Auch für Heuschrecken sind Gräser natürlich gut, diese sind dann wiederum Nahrung für z.B. Wespenspinnen oder bestimmte Wespenarten.

    Jede Wiese ist ein wenig anders, ich würde es einfach mal Probieren. Und ich denke es ist auch nicht schlecht erstmal mit 30qm anzufangen, ist meines Erachtens gar nicht mal so wenig. Ich empfehle auch jedes Jahr ein bisschen zu machen, alles auf einmal wird man sowieso nicht schaffen. Das ist ja ein eigentlich immerwährender Prozess, den Garten oder vorhandene Flächen Naturnäher zu gestalten. Jedes Jahr lernt man etwas dazu und jedes Jahr kann man etwas anpacken.

    Es gibt zum Beispiel auch den in diesem Thread erwähnten Klappertopf (verschiedene Arten) der ein Halbschmarotzer ist, und an Gräsern schmarotzt. Der erleichtert ein Anlegen einer solchen Wiese, da er die Gräser im Zaum hält und somit andere Arten bessere Chancen haben. Da musst du aber wissen, dass er erst nach einer Frostperiode keimt. Den würde ich an deiner Stelle Ende des Jahres nochmal ansäen, ich denke da wird der Boden noch lückig genug sein (zu lückig sollte er für den Klappertopf auch nicht sein, da er ja die Gräser braucht)

    Eine Teilbepflanzung mit Stauden und den anderen Teil dafür etwas stärker Abmagern macht denke ich auch Sinn. Das sorgt für Vielfalt.

    lg Jan

    #57077 Antworten
    Svenja
    Forenmitglied

    Was hältst du davon wenn ich die Fläche erst mal halbiere und auf der anderen Hälfte erst mal Sonnenblumen 🌻 pflanze und ein paar Stauden? Dann kann ich im nächsten Jahr da wo die 🌻 waren die Wildblumenwiese erweitern…und 🌻 dürften in der Erde da absolut keine Probleme haben und die brauchen eh Platz :)

    wo setzt man den Klappertopf am besten hin, an den Rand oder überall verteilt? Vielleicht muss ich auch erst mal die Beiträge lesen :?

     

    #57194 Antworten
    Martin
    Forenmitglied

    Wenn der Besitzer der Wiese tatsächlich einverstanden ist und er einen Bereich eh umackern will, kann man natürlich schweres Sandgeschütz auffahren. Da hast du dann an dieser Stelle wahrscheinlich viele Jahre gewonnen. Ansonsten bzw. für den Rest gibt es die Option zu versuchen, mit den Bedingungen zu arbeiten. Es gibt auch einige Wildblumen, die sich für “Fettwiesen” eignen. Die haben weniger Probleme mit den Nährstoffen als damit zu häufig gemäht zu werden, z.B. Wiesen-Storchschnabel, Flockenblumen, Zaun-Wicken, Acker-Witwenblumen, Wiesen-Platterbse, Weiße Taubnessel..

    Die konservative Herangehensweise wäre also auf solche Arten zu setzen und durch Abtrag des Schnittguts und Einsatz von Klappertopf sich langsam an eine artenreichere Wiese heranzuarbeiten.

    #57218 Antworten
    janfo
    Forenmitglied

    Die Arten die Martin genannt hat, kann ich auch empfehlen. Die Acker-Witwenblume ist eine meiner Lieblingspflanzen (blüht sehr lange und lockt die unterschiedlichsten Arten an), auch die Flockenblume lockt viele Arten an, inklusive Distelfinken (die sich auch Samen der Acker-Witwenblume schmecken lassen). Wiesen-Storchschnabel habe ich auch letztes Jahr gepflanzt. Das wären schon geeignete Stauden die du pflanzen kannst.

    Moderne Züchtungen der Sonnenblume sollen laut einigen Internetseiten kaum Nektar/Pollen mehr haben. Das kommt daher, dass Pollen ja “Schmutz” bzw. Staub macht. Und insbesondere bei Blumengestecken ist das bei vielen unerwünscht, so wurde das dann weggezüchtet. So hatte ich mir vor 3 Jahren auch mal eine Nektar/Pollenreiche Sorte zukommen lassen. Die Informationen im Internet sind da mit Vorsicht zu genießen, denn dieses Jahr habe ich gelesen, dass auch moderne Sorten noch Nektar bieten. Bei Sonnenblumen ist der Pollen nicht so hochwertig wie bei anderen Trachtpflanzen, daher wird sowieso kaum Pollen gesammelt.

    Sonnenblumen hätten den Vorteil, dass sie sehr viele Nährstoffe benötigen und so bei der Abmagerung deiner Fläche helfen könnten.

    Um die Fläche schrittweise abzumagern kann man die auch 1-2 mal pro Jahr mähen. Ich sense meine Wiese 1x im Jahr. Ganz ohne Mahd wirst du nicht auskommen.

    Die Bereiche wo Stauden gepflanze sind, müssen natürlich nicht gemäht werden.

    Den Klappertopf kannst du im Prinzip überall verteilt aussäen, er wird dann dort keimen und wachsen wo er die geeigneten Bedingungen findet.

    #57269 Antworten
    Svenja
    Forenmitglied

    Hallo ihr Lieben,

    danke für eure vielen Tipps und die ausführlichen Nachrichten :) ich habe mit der Agentur für Kulturlandschaft Oberberg gesprochen, die das Projekt durchführt mit der regionalen Samenmischung, und die sagten auch man kann den Sand weglassen. Auch gut, so spare ich mir ne Menge Aufwand.

    Leider habe ich gerade mit ganz anderen Problemen zu kämpfen (gibt vllt schon Beiträge dazu im Forum): Paragraph 40 Bundesnaturschutzgesetz. Ich wurde darauf aufmerksam gemacht, dass man außerorts seit März 2020 nur noch regionales Saatgut verwenden darf, das auch in der Region vermehrt und gesammelt wurde. Das bergische Blütenmeer ist zwar speziell auf die Region abgestimmt, wurde aber nicht hier gewonnen. Ergo ist es verboten. Habe dann mit dem Umweltamt telefoniert und ich hab jetzt noch die Chance, dass mir die Biostation Oberberg was zur Verfügung stellt (die haben kleinere Mengen selbst vermehrt).

    Das ist der absolute Wahnsinn, die sagten es gibt so viele Bauern und Städte die Blühstreifen anlegen wollen und es nicht dürfen, weil das regionale Saatgut in außreichender Menge frühestens 2023 verfügbar ist 8O :irre:

     

     

     

    #57278 Antworten
    Stefan
    Admin

    Großartig! :o

    Aber gilt das auch für Dich als Privatperson? :?

    #57280 Antworten
    Svenja
    Forenmitglied

    @stefan:

    ja das hängt tatsächlich nur davon ab, ob die Fläche der freien Natur zuzuordnen ist und das gilt quasi für alles was keinen klaren Siedlungszweck aufweist (Gärten Innerorts am Haus sind daher ausgenommen). Ausnahmen gelten auch für Saatgut der Landwirtschaft. Bei allem anderen braucht man eine Sondergenehmigung. Echt komplett irre.

     

    #57286 Antworten
    Stefan
    Admin

    Aha! Da habe ich überhaupt keine Ahnung, gebe ich offen zu. :?

    Irgendwie auch verständlich aber außergewöhnlich, ich möchte sagen sogar ungewöhnlich, konsequent.

    Bitte weiter berichten, die Hintergründe sind sicher nicht nur für mich interessant. :ja:

    #57288 Antworten
    Svenja
    Forenmitglied
    #57303 Antworten
    janfo
    Forenmitglied

    Hallo Svenja,

    Interessant war mir so auch noch nicht bekannt. Macht aber für mich Sinn. Die Pflanzen entwickeln ja über natürliche Selektion ein eigenes regional spezifisches Genom.

    Die Regelung ist dann ja auch erst seit kurzem in Kraft wie du schreibst.

    Ich hoffe, dass die regionale Saatgutvermehrung dann an Fahrt aufnimmt, sonst erreicht man damit leider nur, dass weniger Blühstreifen angelegt werden. Aber grundsätzlich ist so eine Regelung sicher nicht verkehrt. Ich hoffe, dass du dann noch geeignetes Saatgut erhältst.

    Danke auch für den Link, habe mir den Artikel durchgelesen. Er lässt aber noch ein paar Fragen offen.

    “Auf land- und forstwirtschaftlichen Flächen gilt nach Maßgabe des Landwirtschaftsministerium weiterhin die ErMiV, die die Ausbringung solcher Mischungen mit (teils) nicht im engen Sinne gebietseigenen Saaten weiterhin ohne Ausnahmegenehmigung durch die Naturschutzbehörden aufgrund der bisherigen Übergangsregelung ermöglicht ”

    Diese Regelung hieße ja, dass Bauern auf ihren landwirtschaftlich genutzten Flächen weiterhin (teils) nicht regionales Saatgut ausbringen dürfen. Zumindest übergangsweise.

    Aber wie schon in dem Artikel angeklungen ist es momentan noch ein ziemliches wirrwarr und die Politik ist am Zuge entsprechende Verordnungen zu erlassen und genauer zu definieren.

    Gilt das auch für Setzlinge sprich z.B. Stauden? Oder nur bei der Aussaat :?

    #57306 Antworten
    Svenja
    Forenmitglied

    @janfo: Da ich Juristin bin hab ich direkt als ich das gehört habe einen Blick ins Gesetz geworfen: es gilt für Pflanzen per se und für Tiere.

    Ja ich denke der Gedanke hinter dem Gesetz ist schon richtig, nur wenn es kein verfügbares Saatgut gibt und bis 2023 keiner was machen kann echt richtig kontraproduktiv. Zumal ja jetzt jahrelang jeder China Kram in die Landschaft geballert werden durfte O_o

     

    #57315 Antworten
    Martin
    Forenmitglied

    Oh je, das war zwar noch nie Thema hier im Forum, aber mir war das tatsächlich bekannt. Darauf hätte ich dich hinweisen können/müssen. Bisher waren die Projekte hier im Forum alle nur im eigenen Garten und nicht in der freien Landschaft… :ups:

    Ist der Besitzer deiner Wiese denn ein Landwirt? Du sagtest glaube ich, dass er die Streuobstwiese neu angelegt hat. Wenn ihr euch einigen könnt, dass er (noch) selbst das Saatgut ausgebracht hat, dürfte er es im Rahmen der Ausnahmegenehmigung also? :pfeif:

    Die Regelung zum autochthonen Saatgut ist natürlich grundsätzlich zu begrüßen, aber in Zeiten des Klimawandels auch nicht ganz zu Ende gedacht. Denn eigentlich müsste man überlegen, ob man nicht im Einzelfall besser Saatgut verwendet von Sippen (Ökotypen), die besser an das *künftige Klima* angepasst sind.

    Du könntest auch versuchen mit Heudrusch zu arbeiten, wenn es irgendwo in der Nähe noch eine passende Spenderfläche gibt. Dann müsstest du nicht auf das Regiosaatgut warten. Leider habe ich keine Erfahrung damit und ich bin da zugegeben etwas skeptisch, aber es scheint zu funktionieren.

    #58454 Antworten
    Stefan
    Admin

    Auch bei mir hat sich der Klappertopf punktuell gut vermehrt.

    Attachments:
    #58523 Antworten
    Ueli
    Forenmitglied

    @Stefan: hast du spezielle Förder-Aktionen für den Klappertopf unternommen, das sieht ja prächtig dicht aus. Ich habe letzten Herbst bescheiden ausgesät und heuer sind 10-12 Pflänzchen gesprossen. Aber ich brauche mehr, um den Gräsern Einhalt zu gebieten. Wie ist dein Rezept?

    Attachments:
    #58527 Antworten
    janfo
    Forenmitglied

    Ja, ich stimme zu, sieht wirklich gut aus bei dir Stefan! Und auch du hast eine schöne Wiese @Ueli, mit viel Günsel, Spitzwegerich, Klappertopf, Löwenzahn, Gänseblümchen etc.

    Bei euch sind die Pflanzen ja schon ziemlich weit. Bei mir sind sie immer noch sehr klein.

    Aber wenn es jetzt hoffentlich langsam wärmer wird, wird auch hier die Vegetation einen Schub bekommen.

Ansicht von 15 Beiträgen - 61 bis 75 (von insgesamt 86)
Antwort auf: Ich hab da ein Problem beim anlegen einer Wildblumenwiese.
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