Bulli: Nach dem Wintereinbruch

> Ja, das hab ich auch bei der Erdhummel beobachtet.,dachte
> es sind Arbeiterinnen auf Erstflug. also, sie flogen ab, hielten
> sich etwas im Gras auf und flogen dann wieder ein.

Hallo Christian,

erst sah ich es bei einer einzelnen Erdhummel-Arbeiterin und am nächsten Tag in wenigen Minuten Abstand bei Wiesen- und Erdhummelarbeiterinnen.
Die erste Beobachtung lief entlang eines Weges und fing bei Hortensie an, dann Astilben, unbekannter Busch, Tymian, Zitronenmelisse, Stockrose, Buchsbaum und Rhabarber. Die zweite Situation passierte an einer Reihe von 6 kleinen Büschen in einem langen Pflanztrog entlang einer Mauer bestehend aus Buchsbaum, Liguster, unbekannte Pflanzen und Cotoneaster.

Sie suchten also in Pflanzen entlang von Strukturen neben Wegen und Pflanztrögen, wie bei der Nistplatzsuche, nur mit dem Unterschied, dass sie nicht auf dem Boden, sondern in den Büschen suchten.

Viele Grüße

Bulli

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Bulli: Wachsmottenlarven, oder “Die Plastikfresserlarven”

Heute geistert die Geschichte einer spanischen Wissenschaftlerin durch die Medien, die Plastik fressende Larven entdeckte.

Sie ist Honigbienenhalterin und hat Wachsmottenlarven in eine Plastiktüte gesteckt.
Die Larven – alle Hummelfreunde wissen das schon – fressen sich durch das Plastik.

Nun vermarktet sie sich als Entdeckerin dieses Phänomens.

Demnächst kommt wahrscheinlich ein anderer Forscher und schreibt direkt von Jürgen Börner ab, dass Wachsmotten auch Löcher in Rührschüsseln bekommen können, ohne dass sie Späne hinterlassen.

Was ist wirklich neu?

Nun, neu ist die Erkenntnis, dass das Plastik nicht zerbissen, sondern chemisch aufgelöst wird.
Polyethylen (PE, HDPE, LDPE) ist ein Kunststoff mit chemischen Verbindungen ähnlich dem Wachs, das Wachsmottenlarven zur Entwicklung brauchen.
Die Verdauungssäfte der Wachsmottenlarve können also nur “durch Zufall” auch Polyethylene zersetzen.

Der Nachweis, dass wirklich kein Gebiss oder ähnliches beteiligt ist, zeigt der Versuch mit pürierten Wachsmotten. Die Masse aus zerkleinerten Larven löst auch Plastik auf.

Bürgerforschung / Hobbyforscher:
. . . Jürgen Börner: “Wachsmotten. 3. Beitrag: Meine Erlebnisse mit Wachsmotten”, in: hummelfreund.com, J. Börner, 01.01.2009, [https://www.hummelfreund.com/alles-%C3%BCber-die-hummel/sch%C3%A4dlinge/wachsmotte/ Link], Abruf 2017-04-25.

Bezahlte Forschung:
. . . Federica Bertocchini: “Polyethylene bio-degradation by caterpillars of the wax moth Galleria mellonella.”, in: Current Biology, Volume 27, Issue 8, Seiten: R292–R293, 24. 04. 2017, Elsevier Ltd.,
DOI: j.cub.2017.02.060, [http://dx.doi.org/10.1016/j.cub.2017.02.060 DOI-Link], Abruf 2017-04-25.

Viele Grüße

Bulli

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Christian: Nach dem Wintereinbruch

>Was mich erstaunt ist das Verhalten der Wiesenhummel-Arbeiterinnen und Erdhummel-Arbeiterinnen.
>Sie fliegen u. a. im Schatten oder bei bedecktem Wetter grüne Büsche und Blütenlose Pflanzen in Erdhöhe an und sehen sich genau unter oder in den Büschen um.
>Das sieht ein wenig so aus, als ob sie nach einer Nistmöglichkeit suchen … als Arbeiterinnen!?
>Vielleicht haben sie gelernt, dass unter Büschen noch unverfrorene … äh … nicht eingefrorene Blüten zu finden sind.

Ja, das hab ich auch bei der Erdhummel beobachtet.,dachte es sind Arbeiterinnen auf Erstflug. also, sie flogen ab, hielten sich etwas im Gras auf und flogen dann wieder ein.

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Michel: Wie bewältigen die Königinnen so heftige Wintereinbrüche?

Hallo Manfred,

die späten Königinnen bzw. Nester haben aber unter deutlich höherem Parasitendruck zu leiden (Dickkopffliegen, Diptera-Arten, Wachsmotten, Viren (DWV und weitere, welche durch die Bienen auch auf die Wildbienen übertragen werden – insbesondere im Sommer und Spätsommer, wenn dort die Varoalast [Vektor für die Viren] maximal ist). Meist entwickeln sich die frühen Nester besser als späte Kolonien.

Allein durch Dickkopffliegen ist die Steinhummel hier mittlerweile ziemlich bedroht. Späte Nester haben kaum noch eine Chance.

Sehe das daher deutlich kritischer…

Beste Grüße,
Michel

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Harald: Nach dem Wintereinbruch ist vor dem Wintereinbruch

Hallo Zusammen,

da der Wetterbericht für den Süden schon wieder ab morgen Schnee gemeldet hat, werde ich wieder versuchen
Zuckerlösung für die Königinnen bereithalten.
Hoffe dass es nicht so schlimm ausfällt wie der Bericht es voraussagt.

Konnte gestern Abend noch eine suchende Gartenhummel beobachten. Flog auch um die Hummelkästen herum – vielleicht noch eine Rückkehrerin? Wir werden sehen!

Erste Arbeiterinnen auch bei der verbliebenden Erdhummel – vielleicht nehmen die ja dann die Zuckerlösung an.

Bei den Baumhummeln sieht es sehr gut aus – Kälte gut überstanden und es wird täglich lebhafter!
Nur ein Volk schwächelt etwas – wurde aber immer wieder von Steinhummelrückkehrerinnen aufgesucht – Königin aber noch im Nest, saß bei Nestkontrolle auf den Waben!

Gruß aus Oberschwaben

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Bulli: Nach dem Wintereinbruch

Hallo,

nach der Kälte sind zwei Ackerhummelköniginnen unterwegs. Natürlich kann ich nicht sagen, ob sie noch ein Nest haben.

Was mich erstaunt ist das Verhalten der Wiesenhummel-Arbeiterinnen und Erdhummel-Arbeiterinnen.
Sie fliegen u. a. im Schatten oder bei bedecktem Wetter grüne Büsche und Blütenlose Pflanzen in Erdhöhe an und sehen sich genau unter oder in den Büschen um.
Das sieht ein wenig so aus, als ob sie nach einer Nistmöglichkeit suchen … als Arbeiterinnen!?
Vielleicht haben sie gelernt, dass unter Büschen noch unverfrorene … äh … nicht eingefrorene Blüten zu finden sind.

Viele Grüße

Bulli

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Ziggy: Nach dem Wintereinbruch

>Sooo groß wie bei einigen von euch war der Wintereinbruch nicht. Schnee lag keiner. Doch nachts oft bis minus 6 Grad. Das blieb nicht ohne Folgen:
>Beide Ackerhummeln haben aufgegeben.
>Bei der Hellen Erdhummel fehlt die Königin. Gut, die zieht sich manchmal unter die Wabe zurück. Aber Larven wurden ausgeworfen, Arbeiterinnen fliegen nicht mehr, keine Larvenwiege vorhanden. Es gab ja vor ner Woche nen gescheiterten Okkupationsversuch einer Dunklen Erdhummel. Als Folge, das hatte ich schon mal, ging die Queen stiften. Aber vielleicht liegt sie irgendwo tot im Gelände. Oder sie ist doch unter der Wabe? Schön wärs.
>
>Bauhummel, Wiesenhummel und Erdhummel im Boden: da flogen heute Arbeiterinnen.
>Außerdem im Garten: Arbeiterinnen der Gartenhummel.
>
>Wieder war die Suchphase extrem kurz, nur drei Wochen. Aber mehr Queens als im letzten Jahr, is ja schon mal etwas.

Hallo,
bei uns im Garten in den Mäuselöchern unterm Schuppen scheinen mehr Nester zu sein als in meinen Hummelhäusern. Manche Hummelkenner meinen das Kästen nicht unbedingt förderlich sein können,was ich aber nicht glauben will. OK wie es auch sei in den Kästen sollen sie auf jeden Fall geschützt werden sei es nun durch zufüttern oder Schutz gegen Wachsmotten und andere Fressfeinde. Ich meine dieses Jahr siehts nicht schlechter aus als das vergangende. …in diesem Sinne Gut Hummel. mit freundlichen Grüßen Ziggy

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Manfred: Wie bewältigen die Königinnen so heftige Wintereinbrüche?

Hallo,

die Kälte spielt nur eine untergeordnete Rolle. Ein Problem ist die Nässe sowie Schnee, hier sind Verluste unvermeidlich, da die Königinnen Pollen für die Larven sammeln müssen aber selbst viel Energie verbrauchen und Feuchtigkeit ins Nest tragen. Auch können bei Graupelschauern die Flügel beschädigt werden, wenn die Königin von einem Eiskorn im Flug getroffen wird – auch das bedeutet ihr Ende.
Eine einmal erwachte Königin verfällt nicht wieder in Kältestarre.
Nester mit Arbeiterinnen haben hingegen kaum Überlebenschancen, da die Sammlerinnen ausfliegen und dann an Erschöpfung bzw. Unterkühlung sterben.
Man kann es aber auch positiv sehen, da dieses Jahr die späten Königinnen deutliche bessere Chancen haben als die frühen und vielleicht ist ein späteres Erscheinen im Zeichen des Klimawandels von Vorteil.

Manfred

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Christian: Nach dem Wintereinbruch

Sooo groß wie bei einigen von euch war der Wintereinbruch nicht. Schnee lag keiner. Doch nachts oft bis minus 6 Grad. Das blieb nicht ohne Folgen:
Beide Ackerhummeln haben aufgegeben.
Bei der Hellen Erdhummel fehlt die Königin. Gut, die zieht sich manchmal unter die Wabe zurück. Aber Larven wurden ausgeworfen, Arbeiterinnen fliegen nicht mehr, keine Larvenwiege vorhanden. Es gab ja vor ner Woche nen gescheiterten Okkupationsversuch einer Dunklen Erdhummel. Als Folge, das hatte ich schon mal, ging die Queen stiften. Aber vielleicht liegt sie irgendwo tot im Gelände. Oder sie ist doch unter der Wabe? Schön wärs.

Bauhummel, Wiesenhummel und Erdhummel im Boden: da flogen heute Arbeiterinnen.
Außerdem im Garten: Arbeiterinnen der Gartenhummel.

Wieder war die Suchphase extrem kurz, nur drei Wochen. Aber mehr Queens als im letzten Jahr, is ja schon mal etwas.

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Harald: Wie bewältigen die Königinnen so heftige Wintereinbrüche?

Hallo Zusammen,

leider haben meine Hummeln den Kälteeinbruch nicht alle überstanden. Bei uns in Oberschwaben waren es drei Tage mit Schnee und Schneeregen, für meine Steinhummel, Gartenhummel, zwei Waldhummel und die Ackerhummel zu lange!
Fast zum heulen – 5 Ausfälle in drei Tagen und diese Woche soll es wieder bei uns 2 bis 3 Tage schneien!

Kleiner Wehrmutstropfen – gestern konnte ich noch eine suchende Erdhummelkönigin einsetzen die auf anhieb den Kasten annahm!

Somit bleibt die Hoffnung noch ein paar suchende Hummelköniginnen (Humilis, Acker,…) zu finden!

Gruß Harald

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