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Zuchthummeln

Dieses Thema enthält 32 Antworten und 11 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von  Doris vor 5 Monate, 1 Woche.

Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 33)
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  • #5977 Antwort

    Doris
    Forenmitglied

    Hallo, ich könnte Ende der Saison “ausgediente” Hummelvölker von einer Gemüseanbaufirma holen.
    Diese werden nicht vernichtet, sondern sonst (wie jedes Jahr) vor die Gewächshäuser gestellt und somit ja einfach in die Freiheit entlassen.
    Ich weiß, zum Thema Zuchthummeln gibt es unterschiedliche Auffassungen.
    Mir tun die armen Tiere einfach nur leid.
    Ich weiß, hinsichtlich sich verändernder heimischer Arten ist dieses doch fragwürdig.
    Aber wäre es nicht egal wo sie in die Umwelt gelangen?
    LG

    #6009 Antwort

    Martin
    Forenmitglied

    Wahrscheinlich mache ich mich jetzt unbeliebt, aber Zuchthummeln haben für mich in freier Wildbahn nichts zu suchen. Die Erdhummel ist eine der erfolgreichsten Arten weltweit und muss nicht noch künstlich gefördert werden. Zweitens haben Studien festgestellt, dass viele dieser Völker nicht gesund sind und damit Krankheiten unter die wilden Hummeln verbreiten. Drittens handelt es sich bei der eingesetzten Erdhummel offenbar auch nicht immer um die heimische Unterart. Man schadet also selbst der heimischen Erdhummel.

    Deswegen würde ich fordern: Kein Einsatz im Freiland und vor allem unbedingt verhindern, dass Geschlechtstiere dorthin gelangen. Das ist leider “Tierliebe” die gut gemeint ist, aber eher das Gegenteil bewirken kann.

    Am besten wär’s natürlich, wenn überhaupt keine zum Einsatz kämen, aber diese Zahnpasta kriegst du nicht mehr in die Tube zurück…

    #6010 Antwort

    Michael
    Forenmitglied

    hallo doris,
    also ich würde mir die auch holen wenn Ich diese Möglichkeit hätte. Die kommen so auch in die freie Natur und ich habe mir auch schon mal ein Hummelvolk gekauft.Wobei ich überlege das noch einmal zu machen da damals die ganze Familie richtig viel Spass daran hatten. Es gibt dabei noch einen richtig netten Nebeneffekt wo niemand von schreibt und immer nur drauf haut. Denn so viele andere Hummel arten und Hornissen hatten wir noch nie im Garten. Wir haben Sie auch alle gefüttert. Was nach einer Eingewöhnung dann ganz einfach geht. Wir haben mittlerweile sogar Erfahrungen mit riesigen Trauben von Bienen die zum trinken kommen. Selbst die Riesen Brummer von Hornissen machen sogar platz damit man die Legosteine wieder auffüllen kann. Das hätten wir vorher so nicht erwartet. Heute hat bei uns keiner mehr angst davor und wir sind immer froh wenn Sie uns in unseren Reihenhausgarten immer wieder besuchen kommen.Die Tiere haben sich sogar gemerkt wer zum auffüllen des Zuckerwassers kam und das konnte man sehen wie die platz gemacht haben. Das gilt nur für die Hummeln und Hornissen.Bei den Bienen war es Etwas anders ( die fliegenden machen Platz und die am trinken sind nicht ). Bienen sind dreist und frech, da man die an die Seite schieben darf ansonsten hat man keine chance zum Nachfüllen.Bei den Hummeln und Hornissen war das ganz anders.Die haben sich bemerkbar gemacht wenn die Steine leer waren. Wenn es zu lange gedauert hat bis einer zum nachfüllen kam.Dann haben die einfach die Steine runter geschmissen oder wenn wir auf der Terrasse waren 5m entfernt.Dann kam immer einer Rüber geflogen bis sich dann mal einer erhoben hat zum nachfüllen.Also wir können nur sagen das ist eine super schöne Zeit wo man viel erlebt wenn man nicht zu weit davon weg sitzt. Wir sitzen an schönen tagen auch 2-3 meter davon weg und das ist immer wieder ein Erlebnis. Man braucht keine Angst zu haben da passiert überhaupt nichts, man wird nicht bedrängt und auch die sind uns gegenüber ganz vorsichtig. Wir konnten sogar sehen wie die tote Puppen aus dem Nest bringen.So genug geschrieben. Wir warten schon ganz sehnlichst darauf das die Saison 2018 ganz schnell wieder anfängt.

    Lg Michael

    so fing das mit den Bienen an und da waren es noch wenige.
    https://www.youtube.com/watch?v=4Gvt-IDCquM
    wie man auf dem Video sehen kann müssen wir immer ganz nah an denen vorbei gehen was überhaupt kein problem ist und die Tiere stören sich daran auch nicht.

    #6012 Antwort
    Christian
    Christian
    Forenmitglied

    Hallo Doris, Martin und Michael!
    Jeder Eurer Beiträge hat für mich Nachvollziehbares, würde aber hpts. Dir – Martin – zustimmen. Wie der Mensch schon in unzähliger Weise durch Züchten und Aussetzen von Tierarten in der Natur, in Gegenden, wo diese Tiere nicht hingehören versucht hat, bewies, sind hier schon große, nicht mehr zu korrigierende, Fehler passiert. Bei Zuchthummeln gibt es zahlreiche Warnungen in verschiedenen Publikationen von Forschern. Verweise hier nur auf die beiden Bücher von Dave Goulson “Und sie fliegt doch” und “Die seltensten Bienen der Welt”. In letzteren ist z.B. angeführt, dass sich Zuchthummeln (Erdhummeln) in nur 10 Jahren 900(!) km weiterverbreitet haben, zum Nachteil der heimischen Hummeln. Ich kann allerdings berichten, dass ich kein “massenhaftes Auftreten” dieser Hummelart in unserer Gegend bemerke, obwohl in nur wenigen Kilometern Entfernung in einem der größten Heidelbeerfelder Oberöstereichs in der Saison zahlreiche Pappschachteln mit Zucht-Erdhummeln zur Bestäubung stehen. Ob hier bereits Krankheiten auf heimische Hummeln übertragen wurden oder noch werden, kann natürlich niemand seriös sagen. Meine persönliche Meinung ist – und ich habe das schon oft in diesem Forum vertreten – dass wir durch möglichst viele Trachtpflanzen in unseren Gärten und durch Bewusstseinsbildung in der Nachbarschaft die Selbstansiedelung von Hummelkönigin stark fördern können. Ich denke außerdem, es macht auch die Vorfreude auf den Frühling aus, wenn wir alle noch nicht wissen, ob und wie viele sowie durch welche Hummelarten unsere Hummelhotels in wenigen Wochen bezogen sein werden. Geduld und die Bereitschaft die heutzutage so hektische Zeit ein wenig entschleunigen zu wollen, gehört unbedingt zu meinem Motiv mich hier einzusetzen; genau deswegen erreichte ich bisher rund 100 Gleichgesinnte, die sich nun mit eigenen Hummelkästen für die schützenswerten Hummeln enagieren. Um auf das Thema zurückzukommen: Natürlich wollten schon viele “Ungeduldige” Zuchthummeln ankaufen, doch ich rate aus obigen Gründen davon ab. Lb.Gr.! Christian

    #6013 Antwort

    Michael
    Forenmitglied

    hallo christian,
    im Grunde hast du recht mit dem was du schreibst. Da stehe ich eigentlich auch hinter dir. Ich wohne leider am direkten Ortsrand und da müssen wir die Hummeln suchen um überhaupt mal eine zu sehen. Pflanzen für Hummeln sind bei uns genügend vorhanden. Erst mit dem künstlichen Hummelvolk ist die menge an anderen Hummelarten rasant angestiegen ( vielleicht auch durch das füttern ). Selbst die Nachbarn haben das gemerkt, das die blühenden Bäume in den Nachbargärten viel mehr Früchte getragen haben wie sonst die ganzen Jahre. Selbst unser Blaubeerstrauch hat sich überschlagen mit der Menge an Früchte. Die Steigerung der Fruchtmenge ist enorm. Wir hatten das Hummelvolk 2016 gehabt und haben den Einbruch bei der Fruchtmenge letztes Jahr direkt gemerkt. Wir waren jetzt schon ein paar mal in der Nähe von Östereich und in Ramsau am Dachstein. Wenn ich das mit uns hier vergleiche, wie viele Hummeln in Ramsau waren im gegensatz zu uns hier. Da haben wir gar keine Hummeln mehr. Auch die verschiedenen Hummelarten haben letztes Jahr ganz stark wieder abgenommen. Vermutlich haben die gezüchteten Hummeln die anderen mit in unseren Garten oder Bereich mitgebracht, die durch verfolgen unserer Hummeln vermutlich durch andere Hummeln erfolgt ist. Genauso ist es mit Sichtungen dieses Jahr. Wir haben hier schon alles gesehen von Frösche grün, Kröten über Bienen und noch vieles andere aber nicht eine einzige Hummel. Zum glück habe ich viele Pferdebesitzer hinter meinem Grundstück auf einer riesigen Fläche, wo wir zusammen drauf achten ob wir mal wieder eine Hummel sehen. Wir warten schon darauf das es wieder losgeht mi den Hummeln

    Lg Michael
    bei uns werden auch die Felder ständig mit Gift bespritzt was vielleicht auch ein Problem ist warum wir so wenig Hummeln haben. Das ist direkt an unseren Grundstück gelegen.

    #6016 Antwort
    Detter
    Detter
    Forenmitglied

    Ich gebe auch Martin Recht. Im Buch “Und sie fliegt doch” von Dave Goulson ist das Problem sehr gut beschrieben. Die “ausgedienten” Völker, z.B. von Gewächshäusern und Obstplantagen sollen in Plastiksäcken gesteckt und vernichtet werden. Hört sich grausam an, ist aber für den natürlichen Bestand besser. Auch die eventuell vorhandenen Wachsmotten werden auch gleich mit vernichtet. Auch ich habe mir mal voll Ungeduld ein Zucht-Hummelvolk bestellt. Mit dem aktiven Einsetzen noch nicht ganz vertraut, war es eine Notlösung. Aber es war der Beginn eines wunderbaren Hobbys. Auch hatte ich noch nicht das Buch von D.Goulson gelesen. Jetzt kommt es für mich nicht mehr in Frage, sonst bleibt eben ein Kasten leer.

    #6019 Antwort

    Martin
    Forenmitglied

    Schlimm genug, dass die überhaupt an Privatpersonen verkauft werden dürfen! Gehört sich verboten.

    Macht das bitte nicht, euch Völker aus der Zucht in den Garten zu stellen. So schlimm es auch sein mag, nur wenige Hummeln zu sehen. Aber damit bekämpft ihr erstens nur ein Symptom und erreicht zweitens nichts für die Hummeln, im Gegenteil.

    #6023 Antwort
    Christine
    Christine
    Forenmitglied

    Ich muss gestehen, ich wusste gar nicht, dass es sowas gibt.
    Was heißt, ausgediente Hummelvölker? Ich dachte, nach der Saison sterben die Arbeiterinnen ab und die Königinnen suchen sich Überwinterungsmöglichkeiten. Was bleibt da übrig? Oder ist das Ende der Bestäubung der Gewächshäusesr nicht gleich dem Ende der “natürlichen” Saison ??????

    #6026 Antwort

    Martin
    Forenmitglied

    Die haben keine “natürliche” Saison, sondern die Königinnen werden im Labor dazu überlistet ein Volk zu gründen, egal zu welcher Jahreszeit. Die können also im Labor kontinuierlich Völker gründen und du bekommst zu jedem Zeitpunkt des Jahres ein gleich starkes Volk, wenn du es brauchst.

    Gegen Ende der Gewächshaussaison kann es also gut möglich sein, dass das Volk noch voll im Saft ist, weil es bspw. erst im Juli im Labor gegründet wurde.

    #6027 Antwort
    Christian
    Christian
    Forenmitglied

    Hallo zusammen! “Zuchthummeln” ist ein spannendes Thema, das auch ein Symptom unserer industriellen Landwirtschaft darstellt. U.a. im österr. Film “Bienen im Pelz” sieht man die massenhafte “Erzeugung” der Völker, die dann in alle Welt gehandelt werden. Alles ist heutzutage machbar, wenn es einen Markt gibt! Es ist schon traurig, wenn Michael schreibt, dass es in seiner Gegend kaum mehr Hummeln gibt, wohl auch wegen dem Gifteinsatz in der Landwirtschaft. An meinen beiden Wohnsitzen gibt es unterschiedliche Verhältnisse. Während es hier ein Riesenproblem mit intensiver Landwirtschaft gibt (viele Königinnen in meinen Hummelkästen kamen nach dem oftmaligen Silieren oder Ausbringen von Jauche nicht mehr zurück), ist die Welt für Hummeln am anderen Wohnsitz am Rand einer Kleinstadt noch viel besser. Hier halte ich auch seit 38 Jahren ein paar Bienenvölker, deren Überleben der Winter aber seit einigen Jahren immer schwieriger wurde. Deshalb ist mir der Hummelschutz so wichtig, denn Bienen haben ja bekanntlich eine Lobby, Hummeln nicht – es sei denn man kauft Zuchtvölker um viel Geld zur Bestäubung von Plantagen. Michael´s Motiv ist natürlich ehrenvoll und gut gemeint. In meinem gestrigen Beitrag schrieb ist, dass Zuchthummeln im nahen Heidelbeerfeld gehalten werden. Weil ich hier als Hummelschützer schon gut bekannt bin, hat mich ein Tierarzt, der zu einem nahen Bauern kommt, der sich – seit es dort so viele Hummeln gibt – über massenhaft Obst freut, um ein “Hummelhotel” gebeten. Er freute sich dann tatsächlich über ein Ackerhummelvolk im HH.
    Es gibt Jahre, in denen es – gebietsweise – viele Hummeln gibt – im Vorjahr freute ich mich über 15 Nester in den Gärten (12 davon in HH), und auch wieder welche, wo es kaum welche gibt (kein Volk überlebte hier den Somme, sh. oben). Es ist spannend, was sich heuer tut… Derzeit regiert noch strenger Frost (- 10 °C). Beste Grüße! Christian

    #6028 Antwort

    Martin
    Forenmitglied

    U.a. im österr. Film „Bienen im Pelz“ sieht man die massenhafte „Erzeugung“ der Völker

    Unsäglicher Film. Das war zwischendurch ein Hochglanz-Werbevideo für die kommerzielle Hummelproduktion. Seht her wie klinisch rein und sauber es bei uns ist!! (Wie es tatsächlich um die Gesundheit der Völker bestellt ist, zeigen diverse Studien.) Und dann sieht man eine aufgedirndlte Dame, die sich ein solches Volk in den Garten stellt und gemütlich in der neuesten Ausgabe ihres LandKitsch Magazins blättert. Der Sprecher dazu: Das sei jetzt der neueste Schrei, sich solche Völker in den Garten zu stellen. Kein kritischer Kommentar dazu, das war nichts anderes als Werbung dafür. Für mich ein Aufruf den heimischen Hummeln zu schaden. Unverantwortlicher Scheiß.

    #6031 Antwort
    Christian
    Christian
    Forenmitglied

    Servus Martin! Finde Du hast in diesem Punkt recht, wenn auch Dein Beitrag ziemlich polemisch ist. Meiner Meinung nach ist der Film aber insgesamt gut gestaltet und trägt dazu bei, dass Hummeln noch mehr zu Sympatieträgern wurden, als sie es ohnehin immer schon sind. Das führt dann wieder zu einem Umdenken in der Bevölkerung, was gerade in der heutigen Zeit, in der Politiker Umweltthemen (z.B. Glyphosatzulassung, …) immer weniger erst nehmen (zumindest in Ö.), wichtig ist. Bin ziemlich sicher, dass die Szene mit der “aufgedirndlten” Dame mit dem Zuchthummelvolk im Garten nicht zu einem Kaufboom beigetragen hat. Solche einmaligen “Werbeeinschaltungen” geraten schnell wieder in Vergessenheit. Meinen Erfahrungen nach, sind aber Angebote an Hummelhotels eine richtige Marktlücke – nicht zufällig konnte ich schon mehr als 100 (natürlich ohne Hummelbesatz :-)) weitergeben, und der Bedarf ist bei Weitem nicht gedeckt. Wenn ich Zeitgenossen erzähle, dass ich Hummeln in Garten halte, führt das zu Staunen, und so manche(r) meint, er/sie habe auch Nester daheim, allerdings leben die Hummeln in Schilfrohren und Löchern im Holz von “Wildbienenhotels”. :-)

    #6032 Antwort
    Luc
    Luc

    Mit den Zuchthummeln ist es wie mit der Südeuropäischen Carnica, mit der die hiesigen ‘Bienenfreunde’ die ursprünglich endemische nigra gewollt ausgerottet haben.
    Vermerkt man dies öffentlich, gibts gleich eine auf die Schnauze.
    Wer Honig kauft, gilt de facto schon als Bienenfreund :conf:
    Und wenn der Heidelbeerkonsument von den braven Hummeln hört, die ihm die begehrten Früchte liefern, blendet er die Realität einmal mehr bewusst aus.
    Man ist ja ein Naturfreund … :hair:

    Das Wissen um die heimische Biodiversität ist bei mind. 99% der Konsumenten gleich -> null.
    Haben wollen ist eine Sache,
    nachhaltig konsumieren was völlig anderes.
    Letzteres widerspricht aber dem verwöhnten Konsumenten …

    VG Luc

    #6035 Antwort

    Doris
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Ein Hallo an Luc und alle anderen Beitragsschreiber,
    sehr schön, dass mein Beitrag zu Zuchthummeln eine so kontroverse Diskussion ausgelöst hat. Auch wenn´s, so wie Luc schreibt, eins auf die Schnauze gibt. Ich habe mich vorher ausgiebig belesen zu dieser Thematik. Im Endeffekt muss ich sagen, dass ich fast genau so schlau wie vorher bin. Erst hatte ich mit einem Aufschrei im Forum gerechnet, wie ich mich überhaupt mit so einem Gedanken befassen kann. Aber es haben sich sowohl Befürworter als auch Gegner meiner geplanten Aktion gefunden.

    Ja Christine, in den „Zuchtanstalten“ raubt man den Jungköniginnen die Diapause. Sie werden nach Bedarf aus der Kühlung geholt, auf Substrat/Styropor gesetzt und gefüttert. Dann beginnen sie in kleinen Kunststoff-kistchen ihr Volk zu gründen; genau wie in anderer Massentierhaltung.
    Vor dem Versand werden sie dann ziemlich robust in die späteren Versandkartons umgetopft und ab geht´s zum Kunden.
    Es ist wirklich nicht toll, was da so abläuft. Allen Tierschützern stößt das sauer auf. Aber das Raubtier Mensch will immer mehr, koste es was es wolle.

    Luc, Deine Formulierung “Das Wissen um die heimische Biodiversität ist bei mind. 99% der Konsumenten gleich -> null”, möchte ich so extrem nicht stehen lassen. Meiner Meinung nach werden immer mehr Menschen für Ökologie sensibilisiert. Nur darf man keine Wunder erwarten, denn im Leben gibt eben nicht nur schwarz oder weiß.

    Ich wohne in direkter Nachbarschaft des großen Truppenübungsplatzes Altmark. Es gibt immer wieder Demo´s gegen die Nutzung der Letzlinger Heide. Aber mal ehrlich: Wo und wie sollen Soldaten ausgebildet werden? Aber das ist ein völlig anderes Thema- keines für´s Hummelforum.

    Nochmal zurück zu meinem Thema.
    Das Gartenbauunternehmen lässt nach dem Ende der Tomatensaison, also Ende September/Anfang Oktober, alle noch vorhandenen Hummelkästen vor die Gewächshäuser stellen. Meist sind ja zu diesem Zeitpunkt die Völker durch. Es fliegen dann die Jungköniginnen ab und suchen sich einen Platz zur Überwinterung.
    Genau hier möchte ich eingreifen. Klar, das Thema Krankheiten/Pilze ist nicht wegzudiskutieren.
    NUR: die Brummer gelangen sowieso in die Umwelt und dann können sie auch ebenso gut hier den Winter verbringen. Wir wohnen sehr ländlich und ich gehe davon aus, dass im kommenden Jahr sehr zur Freude der Nachbarn viele Hummeln ihren Job in unseren Gärten erledigen werden.
    Platz für neue Nistkästen habe ich genug.

    Ein ähnlicher Fall:
    Ich habe auch in diesem Jahr in allen meiner Kästen das Nistmaterial mit Bt gegen Wachsmottenbefall bestäubt. Habe in der vergangenen Saison beste Erfahrungen damit gemacht.
    Auch hierüber streiten sich die Gemüter. Befürchtungen, dass die Hummeln den Wirkstoff auf die Blüten übertragen und das Bt damit auf andere Insekten schädlich wirkt, sind grundsätzlich richtig. Aber das würde ja auch der Fall sein, wenn die Nester erst bei Befall behandelt werden; nur zeitversetzt. Mir aber ist es wichtig, dass ich nicht immerzu die Nester umkrempeln muss. Das stört die Hummeln nur unnötig. Die erforderlich Feuchtigkeit, die das Bt-Pulver erst wirksam macht, produzieren die Hummeln im Nest selber.
    Bin aber noch in der Testphase, denn nach einer Saison gibt es noch keine aussagekräftigen Resultate.
    LG

    #6058 Antwort

    Michael

    Ich möchte da mal etwas ausprobieren was mir damals bei dem gekauften Hummelvolk aufgefallen ist mit den Wachsmottenlarven. Da ist doch eine Flasche oder Behälter ( Zuckerwasser ) der flach liegt und eine Öffnung hat unterhalb der Hummeln. In diesem Behältnis haben sich Massen an gestorbene Wachsmottenlarven befunden und ich sage mal das waren gefühlt fast 99% der Larven die ich im Nest gefunden habe. Jetzt möchte ich dann in dem neuen Kasten hinter der Belüftung etwas anbringen wo so ca 2cm Wasser drin stehen. Also wenn die Mottenlarven von dort eindringen und runterfallen sofort sterben. Ich meine an dem Belüftungsgitter in der Außenwand oberhalb des Nestes. Bin auch schon am überlegen ob ich da nicht etwas in der Art unterhalb von dem Nest auch noch mache. Das ist erst einmal ein Gedanke den ich im Moment mit mir herumtrage zum bau des Nistkastens.

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