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Wachsmotten im Hummelvolk

  • Dieses Thema hat 37 Antworten und 7 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 2 Monaten von FranzFranz.
Ansicht von 15 Beiträgen - 16 bis 30 (von insgesamt 37)
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    Beiträge
  • #49823 Antworten
    Martha
    Forenmitglied
    Buchtip:

    @Niky    Vielen Dank für den aussagekräftigen Link über das Mittel XENTARI Raupenfrei, das den gefährlichen Stamm AIZAWAI beinhaltet. Der Verzehr von kontaminiertem Zuckerwasser mit Bt kann für die Hummeln tödliche Folgen haben sowie andere, noch nicht ganz erforschte Folgeschäden.

    Wöchentliche Nestkontrollen sind immer noch das Beste und sinnvoll. Die Entfernung des Kapoks schadet nicht, die Hummeln reparieren dies wieder ohne Probleme. :winken:

     

     

    #49824 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    @Marylou  Danke, das Geschriebene über Bt ist mir bekannt. Die Harmlosigkeit des Präparats für Hummeln in Langzeitstudien fehlt, das ist unbestritten. Xentari Raupenfrei mit dem sup. aizawai, kann in Zuckerwasser gelöst folgenschwere Schäden hervorrufen, überdosiert wirkt es tödlich.
    Letztlich aber geht es immer um das Ganze, das sich hinter den Einzelnen verbirgt- um die Biosphäre als Ganzes.
    Viele hegen den Verdacht, dass Bt doch schädlich sein könnte, verschliessen aber die Augen davor oder fürchten die Mehrarbeit ohne Bt.
    Und ich meine, die intensive Nutzung dieses Bakteriums ist nicht zu idealisieren und es ist nicht unangemessen, wenn man die Anwendung nicht befürwortet. :hummel:

    #49952 Antworten
    Pelzflieger

    Nachdem mein Kasten, in dem einst das Wiesenhummelvolk lebte, nur noch spinnen und Ohrwürmern ein Zuhause bot, hab ich ihn gereinigt. Hinter der Pappverkleidung (ich kleide den Kasten mit Pappe aus) war ein Gespinst mit mindestens 30 Wachsmotten. Das Volk hat viele Jungköniginnen hervorgebracht, also kamen die sehr spät. Nur hatte ich mit BT behandelt, wie auch bei den anderen Völkern (Dort war kein Befall.

    Also müssten diese Motten resistent gegen BT sein.  Ich habe meinen Hummeln viel ruhe gegönnt, die Wabe stets nur zur Behandlung geöffnet und die Kästen nur wegen der täglichen Falterkontrolle geöffnet. Werde im nächsten Jahr wohl etwas aufmerksamer sein.

    Das Gespinst hab ich ins Vogelfutterhaus, is mittlerweile leergepickt.

    #49956 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    @Pelzflieger   Mit Deinen vielen Jungköniginnen ist das doch definitiv ein erfolgreicher Abschluss der Saison.

    Wenn die Raupen gegen Bt resistent würden, würde das heissen, dass man die Dosis ständig erhöhen müsste. Das würde ein kaum vorstellbares Desaster auslösen. Kaum auszudenken. :doh:

    #49960 Antworten
    osmia
    Forenmitglied

    Nabend Freunde und nicht Freunde des b.t.`s :)

    Wegen Resistenzen müssen wir uns als Hummelhalter wohl noch nicht so viele Gedanken machen. Ich meine bei meinen diesjährigen Nachforschungen zu b.t. mal i-wo gelesen zu haben, dass b.t. nur bis zu einer bestimmten Wachsmottenlarvengröße wirkt. Wenn die Larven bei der Anwendung schon zu groß sind nehmen sie nicht mehr genug auf ehe sie sich zum Verpuppen einspinnen.

    Ähnlich lässt sich auch beim Buchbaumzünsler beobachten. Dieses Jahr war es bei mir so weit nachdem ich in den Hummelkästen Wachsmottenlarven hatte habe ich auch an einer kleinen Buchbaumkugel die Raupen des Buchsbaumzünslers gefunden. Hier in der Gegend ist es das erste Jahr mit Buchsbaumzünsler. Dort habe ich zuerst per Hand alle Raupen angesammelt und hinterher meine b.t. Reste (vom Hummelnest) draufgesprüht.

    Eine Woche später habe ich den Buchsbaum nochmal genau inspiziert und ein paar tote kleine schwarze Raupen gefunden und noch ein paar lebende Exemplare die deutlich größer waren. Im nächsten Jahr werde ich wohl nur mechanisch die Raupen ansammeln. Spritzen ist dort nicht sinnig.

    Nochmal kurz zu den möglichen Resistenzen. Klar können die auftreten jedoch sollte man bedenken, das die Wachsmotte im Vergleich zu ihren anderen Zünslerkollegen ja kaum.mit b.t. behandelt wird. Es gibt ja leider nicht so viele Hummelhalter. Bei Mais oder dem Buchsbaum wird wesentlich mehr gespritzt. Dort sollten sich dann auch zuerst die Resistenzen bilden.

    Wir wenden es ja erst an wenn die Raupen da sind. Und würde man das nicht machen wären die Hummeln gleich verloren. Der Einsatz ist wesentlich punktueller  so das die Gefahren fur andere Raupen in der Natur auch nicht so groß ist. Die Hummel müsste genug b.t. an sich haften haben, dann eine Blüte anfliegen dort das b.t. abstreifen. Jetzt müsste grade eine Raupe vorbeikommen und alles auf fressen.

    Wenn wir alle am Ende des Hummeljahres unsere Kästen säubern und die Wachsmotte fachgerecht entsorgen (verfüttern, Restmüll) würden wir eventuellen Mutanten unter den Wachsmottenlarven keine Chance geben.

     

    #49977 Antworten
    Marylou
    Forenmitglied

    @osmia Das hast Du richtig in Erinnerung, dass Bt. bei den Wachsmottenlarven ausschließlich im Kleinlarvenstadium wirkt. Ab einer gewissen Larvengröße zeigt Bt. keine Wirkung mehr. Vielleicht traf dies beim Nest von @Pelzflieger zu. Deshalb handelt man bei einem Befallsverdacht immer sofort und sehr schnell.

    Wichtig ist auch zu wissen, dass Bt. keine Kontaktwirkung hat, sondern besprühtes „Material“ von den W-Larven gefressen werden muss.

    Die W-Larven können sich zudem zeitlich versetzt entwickeln, z.B. bei momentan nicht genügender Nahrung oder z.B. bei Eiablagen von mehreren Wachsmotten hintereinander. W-Larven sind sehr zäh. Sie können hungern, bis genügend Nahrung da ist. Sie können sich je nach Temperatur und Luftfeuchtigkeit langsamer oder schneller entwickeln.

    Auch noch interessant: Die Wahrscheinlichkeit eines Wachsmottenbefalls ist umso geringer, je höher die Lage eines Hummelnestes über dem Meeresspiegel ist. Das hängt mit den in Höhenlagen allgemein kühleren Temperaturen zusammen.

    Bei Obst und Gemüse wird Bt. in der Bio-Landwirtschaft ebenfalls eingesetzt, da kein Verbraucher z.B. madendurchsetztes Obst kaufen würde. Die konventionelle Landwirtschaft verwendet wahrscheinlich ganz andere Mittel.

    #50004 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    @osmia   Wenn die Larven bei der Anwendung schon zu gross sind nehmen sie nicht mehr genug auf…..    

    ……und diese Tatsache könnte die Bt-Anwender dazu verleiten, die vorgeschriebene Dosis einfach zu erhöhen, was sich einmal mehr und ganz bestimmt destruktiv auf das ganze Hummelvolk auswirken würde. :x

     

    #50005 Antworten
    osmia
    Forenmitglied

    Moin Martha, ich glaube der Grund dafür ist nicht generell die Menge, sondern das es zu spät im Entwicklungszyklus ist. Das Bakterium muss sich ja erst im Darm festsetzen, dann wird das Toxin (vermutlich als Stoffwechselprodukt) freigesetzt, die Darmwand wird schädigt, was dann wiederum zum Tod der Wachsmottenlarve führt.

    Eventuell ändert sich auch die Darmwandstrucktur im Alter der Raupe, das es dem Toxin dann nicht mehr gelingt die Wand zu zersetzen.

    Eventuell weiß Marylou das genauer…

     

    :roll:   aber wenn “das Kind in den  Brunnen gefallen ist” sollte man versuchen das Hummelvolk von den Wachsmottenlarven zu befreien. Ansonsten ist das Hummelvolk ein paar Wochen später eingegangen. Nicht vom b.t. dahingerafft sondern einfach im Kokon von der Wachsmottenlarve aufgefressen. Das ist auch kein schöner Anblick.

    vielleicht überstehen die Hummeln eine b.t. Behandlung (die ausschließlich von unten am Nest Anwendung findet) besser.

    Ich denke da gibt es noch viel zu lernen.

    #50006 Antworten
    osmia
    Forenmitglied

    Hier ist noch ein interessante Zusammenfassung aus dem Forstbereich. Da steht drin wie das b.t. im Darm wirkt und was alles erfüllt sein muss damit es wirken kann…. https://www.waldwissen.net/waldwirtschaft/schaden/pflanzenschutz/fva_bacillus_thuringiensis/index_DE

    Leider steht da nicht, warum es z.b. nur beim ersten und zweiten Raupenstatium (eichenprozessionsspanner) funktioniert.

    Martha du benutzt ja vorsorglich viel Lavendel, damit der Nestgeruch über deckt wird. Aber was machst du wenn du mal Wachsmottenlarven im Kasten hast??? Nur absammeln und hoffen das nicht alles gefressen wird?

     

    #50011 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    @osmia     ….Ich denke da gibt es noch viel zu lernen.

    Das kann ich so sehr gerne unterschreiben. Lernen aber auch in Hinsicht der Schädlichkeit für die Hummeln, die es tatsächlich gibt nur- von dieser sprechen die Konzerne nicht.

    Nun zu Deiner berechtigten Frage, die ich Dir gerne beantworte. Es ist ja nicht so, dass ich de facto gegen Bt bin. Wachsmotten hatten meine Nester auch schon besucht, dann ist es für mich erstrangig, dass Geschlechtstiere aus dem Volk hervorgehen können, denn von diesem Zeitpunkt weg machen die Raupen nur noch ihre naturgegebene Aufgabe, das Nest für die nächste Saison sauber zu halten. Wenn die Motten aber vor dem Schlüpfen der Geschlechtstiere eindringen würden und diese in Gefahr wären, würde ich auch Bt anwenden, aber nur dann und nur unter strikter Beachtung, dass die Futternäpfchen NICHT mit Bt besprüht werden, denn der Verzehr kontaminiertem Nektar mit Bt ist für Hummeln nachweislich schädlich.

    Übrigens – die Gesamtentwicklung der Wachsmotte ab Ei bis zu deren Verpuppung dauert bis zu ca  3 Monaten. :winken:

     

    #50062 Antworten
    Pelzflieger

    Danke für die interessanten Beiträge. Hätte ich die Kolonie aufheben sollen und sehen ob die Falter noch schlüpfen. Infiziert waren sie sicher.

    echt drei Monate, kann solange dauern muss aber nicht, oder? Denn ein Hummelnest ist in 14 Taggen vernichtet. Oder verbringen die Larven viel Zeit im Gespinst, bis sie sich verpuppen.

     

    Wie schafft ihr es denn, beim Sprühen die Futternäpfchen auszulassen? Geht doch eigentlich nu, dwenn ich die Wabe herausnehme. Aber das is ja ein riesen Strß für das Volk. Oder genügt es, BT in Teilbereichen einzubringen. Die Hummeln verteilen es dann schon. Möglicherweise sprühe ich zuviel, weil ich oft Queens habe, die nicht fliegen wollen.

    #50065 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    @Pelzflieger   Das mit der Kolonie Raupen war schon richtig entsorgt, hast Du sie den Vögeln/Igeln überlassen?Das wäre ein Festessen für sie gewesen.
    Die Mottenlarven verbringen tatsächlich viel Zeit im Nest, wenn man sie vorher nicht entfernt. Darum sollte man öfter eine Kontrolle machen.
    Du schreibst, Du hättest Queens, die nicht fliegen wollen. Du vermutest, dass Du vielleicht zu viel Bt spritzt. Ja, das vermute ich auch. Die vorgeschriebene Dosis von Bt ist schnell überschritten und dann ist es gut möglich, dass die Hummeln selbst samt ihre Brut Schaden nehmen.
    @Marylou hat mal hier den Vorschlag gemacht, die Nektartöpfchen während der Behandlung mit Bt kurz mit etwelchen Streifen abzudecken. Keinesfalls Waben herausnehmen oder darin rum wühlen. :winken:

    #50069 Antworten
    Marylou
    Forenmitglied

    @osmia Ich vermute eher, das hängt mit der Körpermasse der Wachsmottenlarven zusammen. Generell kann eine große Körpermasse mehr verkraften als eine kleine. Die Wirkung von Bt. ist u.a. abhängig von der Fressintensität der Wachsmottenlarven im entsprechenden Entwicklungsstadium, also mit einer dementsprechend ausreichend aufgenommenen Menge des mit Bt. kontaminierten Materials. Im Hummelnistkarton werden mit einer Sprühaktion ja nur oberflächliche Bereiche mit Bt. benetzt.

    #50097 Antworten
    Franz
    Forenmitglied

    Hallo zusammen,  für eine gezielte Entlüftung sorgen (öfter darüber geschrieben) Nestduft darf nur a diese Stelle austreten, wirksamer Klebefalle dahinter und die Motten sind Geschichte (ohne BT) !

    Gruss Franz

    #50098 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    @Franz    Ja, Bt auf dem kritischen Prüfstand. Anzeichen bestehen, dass es für Hummeln und ihre Brut problematischer sein könnte, als bisher angenommen. :hummel::doh:

Ansicht von 15 Beiträgen - 16 bis 30 (von insgesamt 37)
Antwort auf: Wachsmotten im Hummelvolk
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