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Antwort auf: Hummelsachkunde

#4185
Kai
Forenmitglied
Beitragsersteller
Buchtip:

Zum Thema aktive vs. passive Ansiedlung möchte ich mal meine Situation schildern.
Wir wohnen in einem schmalen Mehrparteienhaus in einer größeren norddeutschen Stadt. Vor dem Haus alles betoniert, eine viel befahrene Straße, dahinter eine Hausreihe mit Garagenhöfen. Zur anderen Seite haben wir einen kleinen Garten (10m breit), der terrassenförmig an einen (durch die Stadtverwaltung immer kurz gemähten) Deich anschließt. Auf diesem befindet sich ein viel befahrener und begangener asphaltierter Weg, dahinter Wasser. Wir haben Nachbarn, die meinen, einen Beitrag zur Biodiversität zu leisten, indem sie sich auf 60qm zwei verschiedene Hunderassen halten. Landschaftsgestaltung wird auch schonmal mit Glyphosat vom Arbeitgeber durchgeführt und der Rasen für den Wauwau immer schön gemäht.
Ich finde, unter diesen Umständen ist ein aktiver Besatz wirklich gerechtfertigt. Ich sorge damit doch schon einmal dafür, dass die Hummel zumindest bei der Nestsuche nicht mehr ausfallen kann. “Unsere” Hummel habe ich auf der mittleren Stufe unseres Terassengartens gefunden und sie ganze 4 Meter verbracht, nämlich auf die nächste Stufe, wo der Nistkasten steht. Würden wir auf dem Lande wohnen und hätten den Luxus von Fläche, auf der man – bei entsprechendem Trachtangebot – 20 Hummelkästen aufstellen kann, so mag man vielleicht argumentieren, dass die Hummeln schon was finden werden.
Ich bin ja schon heilfroh, dass ich hier (auch wegen einigen völlig verblödeten Nachbarn) überhaupt einen Kasten aufgestellt bekomme und Teile des Gartens naturnah gestalten kann. Und natürlich freue ich mich, dass er angenommen wurde und fiebere jeden Tag, ob die Hummel es schafft, ein Nest zu gründen. Ich denke, das ist auch völlig normal und steht dem Naturschutzgedanken nicht im Wege. Und wie Harry ja bereits schrieb, sind es eben die anthropogenen Einflüsse, die für das Verschwinden der Wildbienenarten ursächlich sind. Dass dann Menschenhand für den Schutz zum Einsatz kommen muss, ist, solange an der schädlichen Praxis unserer Lebensweise nichts geändert wird, eine logische Konsequenz.