Antwort auf: Post von Bertram Münker
Grüezi Martha,
als erstes zum Thema Schwalbenschwanz: Zufälligerweise habe ich einen Bekannten, der nur zehn Kilometer entfernt von Freudenberg in Niederfischbach-Hahnhof lebt und seit langem erfolgreich Schmetterlinge: Schwalbenschwänze und Totenkopfschwärmer züchtet und aussetzt. Wenn du “Viktor Fieber” googelst, werden dir einige interessante Zeitungsartikel angezeigt.
Zum Thema Hummeln: für einen Hummelfreund wie mich gilt zwar die Wachsmotte einerseits als “Staatsfeind Nummer eins” im Hummelstaat, andererseits sehe ich sie natürlich (im wahrsten Sinn des Wortes) wie jede andere Tier- (Pflanzen- und Pilz)art als Teil des sinnvollen biologischen Gleichgewichts. Das dafür sorgt, dass sich keine Art auf Kosten einer anderen unkontrolliert vermehrt. Seit nunmehr etwa 70 Millionen Jahren existieren Bienen (also auch Hummeln) und Schmetterlinge (also auch Motten) neben- und miteinander – lange, lange, bevor der moderne Mensch mehr und mehr in das natürliche Gleichgewicht eingegriffen hat.
Ein Wachsmottenbefall kann zwar ein einzelnes Nest zerstören, aber den Bestand der Art sicher nicht gefährden. Auch ich habe schon als kurzfristige Rettungsmaßnahmen so viele Wachsmottenlarven wie möglich abgesammelt, Polstermaterial ausgetauscht, sogar das Bacillus Thuringiensis bei frühem Befall gestreut, aber mittlerweile bin ich gelassener geworden. In diesem Jahr etwa waren von insgesamt zwölf besiedelten Kästen drei Baumhummelvölker und ein Erdhummelvolk von Wachsmotten befallen, und dennoch haben sich davon drei Völker gut entwickelt, nur eines ist zugrunde gegangen. Ein wenig Verlust hat man immer, heißt es, und damit – auch wenn’s manchmal schwerfällt – versuche ich mich zu trösten. Und freue mich umso mehr über all die Jungköniginnen, die zum guten Schluss ausfliegen, von denen einige wenige, wieder zu meiner Freude, im nächsten Frühjahr ein neues Nest gründen werden.
Liebe Grüße aus dem Kleinwalsertal von Bertram