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12. Oktober 2020 um 17:25 Uhr #50805
MarthaForenmitglied- CH
- 545 m
Hallo Frantisek,
ich orientiere mich vorwiegend an der Natur und versuche es mit vorgetäuschten Mäuselöcher in die ich Röhrchen hinein stecke, die vorne verschlossen sind. Sobald die Hummel hinein krabbelt, verschliesse ich das Röhrchen, ziehe es aus dem Loch, öffne es vorne und lasse die Hummel so in die Einlaufröhre des Kastens spazieren. Erfolgsquote ca 1:5.
Bevor ich aber aktiv werde, hoffe ich immer auf eine Selbstansiedlung. Die gelingt mehrheitlich bei Kästen, deren Eingang bodeneben ist.
Das “Handfangen” ist mir aber nach wie vor sympathisch, so hat es auch Eberhard von Hagen gemacht. Bevor er die Hummel dann in den Kasten eingesetzt hatte, wurde sie noch mit Zuckerwasser gefüttert. Einmalig gut! Leider bin ich diesbezüglich ein Angsthase ?. Och, wenn sie doch nur keinen Stachel hätte!
Das “Netzfangen” finde ich auch ein absolutes no go.
12. Oktober 2020 um 13:26 Uhr #50804
Anonym
Hallo Martha
irgendwie ist meine gestrige Antwort im Sande verlaufen, vermutlich habe ich es versäumt, mich anzumelden.
Ich wende meine Methode mit der Streichholzschachtel generell – für alle bei mir ansässige Hummelarten. Eine Hummel in die Hände zu fangen ist eine durchaus schonende Praktik, normalerweise bei vorsichtiger Vorgehensweise bekommt die Hummel nicht mit, dass sie gefangen wurde, sie verhält sich als hätte sie im Labyrinth verirrt und sucht ruhig nach dem Ausweg. Auch die Umschließung in nur eine Hand nimmt sie mir nur selten übel, doch selbst wenn sie zusticht, wechselt sie in die Streichholzschachtel bereitwillig und beruhigt sich dort recht schnell. Hin und wieder lasse ich auch eine Hummel über ein Pappröhrchen in den Kasten krabbeln, insbesondere wenn ich sie im oder am Garten fange. Meine Art der Verfrachtung in den Kasten mit Hilfe der Streichholzschachtel kennst Du schon. Meine Erfolgsquote lässt allerdings zu wünschen übrig. Ich glaube, sie lag letztes Jahr bei 1:3. Von einem Forum-Mitglied in der Tschechei musste ich erfahren, dass er seine Hummelkästchen generell auf Anhieb besiedelt. Das ist mir unverständlich, denn die übliche tschechische Methode, eine Hummel zu fangen, ist die mit einem Netz, die Hummel wird dann in eine große vorne abgeschnittene Spritze eingeschlossen und mit Hilfe dieser Spritze in das Flugloch eingeschoben. Nicht nachahmungswürdig, oder? Es bleibt mir nur zu hoffen, dass seit der Erscheinung meines Buchs sich in dieser Hinsicht Einiges ändert. Wie fängst Du denn nistplatzsuchende Hummeln und wie verfrachtest Du sie in Deinen Kasten? Wo liegt Deine Erfolgsquote bei der Einnistung?
Gruß František10. Oktober 2020 um 15:37 Uhr #50802
MarthaForenmitglied- CH
- 545 m
@Frantisek Hallo!
Danke für die ausführlichen Erklärungen. Tönt sehr professionell. Hummeln mit der Hand zu fangen braucht etwas Mut oder? Ackerhummeln sind die friedlichste Gattung unter den Hummeln und deshalb stechen die nicht so schnell? Ich kann mir auch gut vorstellen, dass das kleine Volumen der Zündholzschachtel die Hummeln beruhigt und sie dann schnell mit dem “Sirren” aufhören. Machst Du das mit allen Hummeln so?
Diese Methode setzt natürlich viel Gefühl voraus, um die Hummeln nicht zu verletzen, sonst wäre das sehr kontraproduktiv. Hast Du prozentuale Angaben von Erfolgen?
Danke! ?10. Oktober 2020 um 14:09 Uhr #50801
František Kuklik
Hallo Freunde,
ich benutze tatsächlich eine Streichholzschachtel, hauptsächlich zum Transport, damit eine Hummel in der Hand bei warmem Wetter nicht durchnässt wird. Es bedarf einer gewissen Übung, eine Hummel aus einer Hand in die Schachtel zu bekommen, doch es lässt sich ganz gut bewältigen:
Zunächst schließe ich eine in die Hände gefangene Hummel in meine Linke ein, dann hole ich eine Schachtel aus der Tasche und schiebe sie etwa zum 1/3 auf, anschließend halte ich die Öffnung der Schachtel gegen die Wurzel des Zeigefingers und den Damen und lockere die Öffnung, so dass die Hummel freien Weg aus der Handumschließung in die Schachtel erhält, sie wechselt dann freiwillig in die Schachtel hinein.
Wenn ich eine Hummel zu hause in ein Gurkenglas fange, lasse ich die Hummel auf eine Gardine hinausklettern und schließe sie ganz einfach in eine Streichholzschachtel ein.
Ist eine Hummel in der Schachtel drücke ich die Schachtel gegen das Flugloch und schiebe sie soweit auf, dass die Hummel gerade durchkommt, dann fixiere ich die aufgeschobene Schachtel mit einem Stein und warte etwa 1 Minute mit der Kontrolle. GGf. verdunkle ich das ganze mit einem Tuch. Höre ich kein Sirren beim Schließen der Schachtel, dann wechselte die Hummel in den Kasten, andernfalls warte ich mit einer weiteren Kontrolle nochmals eine Minute, in der Regel ist die Hummel dann im Kasten. Anschließend stelle ich ein Gitter vor das Flugloch, um Übersicht zu haben, ob bzw. wie lange eine Hummel im Kasten bleibt.
Das ganze funktioniert, weil ich keine Klappe benutze.
Gruß
František7. Oktober 2020 um 20:40 Uhr #50777
osmiaForenmitglied- 30539
- 80m
Hi Martha, ich glaube er nutzt eine Streichholzschachtel. Wie er dort die Hummel rein bekommt weiß ich allerdings nicht. Mir würde die Hummel sicherlich beim Versuch, sie in die Schachtel zu setzen, abhauen.
Frantisek wie bekommst du die Hummel in die Schachtel?
7. Oktober 2020 um 19:22 Uhr #50776
MarthaForenmitglied- CH
- 545 m
@Frantisek Kuklik Habe mir einige Videos angesehen und bemerkt, dass Du die Hummeln mehrheitlich aktiv einsetzt. Was ist das genau für ein Ding und wie funktioniert das Fangen damit? Kannst Du das mal bitte näher beschreiben? Ich habe den Eindruck, dass die Hummeln weder nervös noch irritiert beim Einsetzen sind, was ich sehr positiv mitbekommen habe. Danke!
6. Oktober 2020 um 18:34 Uhr #50726
Anonym
Liebe Hummelfreunde,
es gibt zur Zeit nicht mehr viel über Hummeln zu berichten, daher habe ich mir erlaubt einige Videos aus meinem Hummelgarten zusammenzustellen und im Web zu veröffentlichen. Vielleicht gefällt euch das eine oder andere davon:https://youtube.com/channel/UCSKOoUV0vuIwuPGuMu3pJcA
Ich würde mich über ein kleines feedback sehr freuen.
Grüße von František
1. Oktober 2020 um 09:31 Uhr #50698Als Antwort auf: Kurioses aus 2020
NicolaForenmitgliedBeitragsersteller@František: das ist interessant, wenn man bedenkt, dass es Einige gibt, die das Mittel spritzen und wenig Erfolg damit hatten! Bei Marylou war es ein langer Kampf mit mehrmaligen Spritzungen bis die Raupen endlich besiegt waren. Und dass bei Dir noch ohne Klappe! Gut, das mit dem Mittel im Mund ist natürlich mutig ;-) vielleicht besorgst Du Dir mal eine Bratensaft-/Marinier-Spritze und legst sie zu Deinem Mittel
Im Mittel sind 54% von Bacillus thuringiensis, die ich persönlich auch nicht bedenklich finde, aber was ist mit den restlichen 46%?
Es heißt ja auch, dass das Mittel nur 10 Tage wirksam ist, wenn es feucht wurde. Machst Du das dann nur 1x prophylaktisch? Ich überlege auch im nächsten Jahr das Streu damit zu mischen…Das Video mit den tatkräftigen Erdhummeln hätte ich auch gerne selber gemacht, nur leider wurde mir es von einer Freundin geschickt. Ich hätte sicherlich da länger gefilmt ;-)
Es ist ja so, dass die Motten von dem Geruch angelockt werden. Im ersten Jahr hat man ja mit einem neuen Haus noch Glück, aber im zweiten Jahr schlagen sie meist zu!
Ich kenne seit Jahren die Vorteile von Myrtenöl. Es wird durch seine geruchsneutralisierenden Eigenschaften geliebt. Ich kann das nur bestätigen, selbst Markierungen von Katzen verschwinden und das soll etwas heißen. Man verwendet es auch nur ganz schwach verdünnt mit Wassers, das reicht.
Jetzt frage ich mich, bringt es etwas, das Haus vor der Neubenutzung mit einer Flüssigkeit aus Wasser und ein paar Tropfen Myrtenöl zu behandeln um die Altgerüche zu beseitigen?Hat das schon mal Jemand getestet? Schaden kann es sicher doch nichts?
Viele Grüße
Nicola
30. September 2020 um 21:29 Uhr #50695Als Antwort auf: Kurioses aus 2020
MarthaForenmitglied- CH
- 545 m
Hallo Frantisek ….bekomme ich auch mal eine volle Kanne des Pulvers in den Mund ab….dies obwohl der Hersteller von “Raupenfrei” den Anwendern Handschuhe und Atemschutz empfiehlt! Darum denke ich, dass Bt so unbedenklich nicht ist. Vieles wird als harmlos, unbedenklich u.s.w. angepriesen, bis sich dann in Langzeitstudien herausstellt, dass dem nicht so ist.
Ich erinnere an CHLOROTHALONIL. Seit Jahren wurde es von den Behörden als absolut unbedenklich eingestuft, bis sich dann herausstellte, dass es möglicherweise doch krebserzeugend ist.
Nun zu den Hummeln. Ich hege keine Zweifel, dass Bt nicht wirksam ist und auch nicht, dass es den Hummeln trotz den Bt-Anwendungen gut geht. Spätfolgen sind aber nicht auszuschliessen und sind aktuell nicht sichtbar. Aber die Möglichkeit von negativen Wechselwirkungen zwischen toxischen Stoffen und Lebewesen besteht, denn Bt ist bekanntlich ein mikrobielles Insektizid. Es können Molekulare und zelluläre Nebenwirkungen bei den Nachkommen auftreten. Auch neurodegenerative Veränderungen sind möglich. Bt ist und bleibt nicht per se unbedenklich, deshalb ist es mit Recht in der Kritik.
Die Zulassungsverfahren sind zu wenig transparent gegenüber der Öffentlichkeit.
Es ist generell zu empfehlen, Alternativen gegen die Motte anzuwenden, die gibt es, vielleicht mit etwas mehr Aufwand, dafür aber absolut nicht schädlich.
30. September 2020 um 16:00 Uhr #50694Als Antwort auf: Kurioses aus 2020
Anonym
Hallo Martha,
was Du beschreibst, stimmt bei den Bienen. Sie ziehen sich über den Winter in die obersten Etagen der Niststätte zurück und überlassen die unteren Etagen der Großen Wachsmotte, die tatsächlich dafür sorgt, dass im kommenden Jahr genügend Platz für den Bau neuer Waben zur Verfügung steht. Leider habe ich Bedenken, wie es bei den Hummeln funktionieren sollte. Ein Hummelnest überlebt nur eine Saison und im kommenden Jahr bezieht eine Jungkönigin niemals das alte verschimmelte und von Krankheitserregern nur so wimmelnde Nest. Sie schaut dort möglicherweise nach, aber beziehen würde sie es nicht. Eine gegenseitig vorteilhafte Beziehung zwischen Hummeln und Wachsmotten gibt es nach meiner Überzeugung nicht. Es gibt nur einen einseitigen Vorteil und zwar bei der Wachsmotte, wobei es zugegebenermaßen schade wäre, wenn am Ende einer Hummelsaison viele wertvolle Nahrungsressourcen verrotten würden.
Leider warten die Wachsmotten regelmäßig nicht aufs Ende der Saison und geben den Wirtshummeln sehr oft keine Gelegenheit zur Reproduktion. Sie beginnen mit ihrem zerstörerischen Werk so früh, dass keine Jungköniginnen oder Drohnen aufgezogen werden können. Ich für meine Person kann einer Hummelwachsmotte nichts Gutes abgewinnen. Im Übrigen: es gibt auch deutlich wachsamere Hummelarten, bspw. Baumhummeln und Dunkle Erdhummeln, bei denen ich durchaus hin und wieder vor dem Flugloch eine zerfetzte Wachsmotte vorgefunden habe. Wenn die Natur wollte, dass Hummeln Wachmotten generell liebhaben, dürften sie an der Wache vorbei ungehindert ins Nest hineinspazieren. Auf dem Video ist zu sehen, dass die Wache der Wachsmotte durchaus die Stirn bietet und zu verstehen gibt, nur zur Türschwelle und keinen Schritt weiter. Leider ist diese Einstellung diesmal zu lauwarm gewesen.
Viel besser gefällt mir die Tatkraft der beiden Erdhummeln auf dem Video von Nicola. Leider handelt es sich um eine sehr rare Ausnahme, wo ich sehr dankbar bin, einen solchen Fall auf dem Video beobachten zu dürfen, als dass kein Zweifel besteht, dass die dreiste Raupe auf frischer Tat in der Zitadelle des Hummelnests ertappt wurde. Ich wüsste gerne, ob die Hummeln die Raupe lediglich herausgezerrt oder aber totgestochen haben. Wenn sie nämlich quicklebendig abgelegt worden sein sollte, schafft sie es durchaus, einen geeigneten Platz zur Verpuppung zu finden, zu überwintern und im kommenden Jahr das böse Werk der Hummelwachsmotten fortzusetzen.
František
30. September 2020 um 14:44 Uhr #50693Als Antwort auf: Kurioses aus 2020
Anonym
Hallo Marylou,
ich gestehe, dass ich mit keiner Klappe arbeite, stattdessen verlasse ich mich auf Bacillus thuringiensis, der mich noch nie im Stich gelassen hat. Allerdings appliziere ich die Abwehrkräfte auf meine schonende Art: sobald sich die ersten Arbeiterinnen zeigen lassen, nehme ich einen Strohhalm und nehme etwa 2 cm Pulver aus einer Neudorffs Raupenfrei Packung auf, dann stecke ich den Halm entweder durchs Flugloch tief in den Kasten hinein, denn ich habe nur ein kurzes Röhrchen dahinter (so z. B. bei Baumhummeln, denn ich habe wenig Lust, jedes Mal eine halbe Stunde zu warten, bis sich die Sippe im offenen Kasten beruhigt) oder öffne die Klappe und puste den Pulver in das Nistmaterial, die natürlichen Feuchtigkeit und Belüftung eines Hummelnests tun Übriges. Auch nach 10 Jahren seit der Anschaffung des Neudorffs ist der Pulver unvermindert wirkungsvoll. Sollte es sich um ein Nest handeln, das dann nach 2 Monaten noch nicht oder nicht weit hinter dem Zenit steht, wiederhole ich das Prozedere.
Übrigens: wenn ich eine Behandlung unter einer Dachrinne an einem Nest unter dem Dach vornehme, bekomme ich auch mal eine volle Kanne des Pulvers in den Mund ab, danach spüle ich den Mund aus und hatte noch nie Magen- oder Verdauungsschwierigkeiten. Zur Vorbeugung könnte ich sicherlich auch eine Luftpumpe benutzen, um eine zu finden bin ich mir aber jedes Mal zu faul. Daher auch mein Kommentar zum Thema von Martha „Bacillus thuringiensis in der Kritik“ vom 20.09.2020.
Gruß František30. September 2020 um 14:29 Uhr #50691Als Antwort auf: Kurioses aus 2020
NicolaForenmitgliedBeitragserstellerHallo Zusammen,
@Osmia:
ok dann hat sie sich vielleicht erleichtert. Ja man muß genau schauen, man sieht leider nur ganz kurz eine Flüssigkeit hinter der Hummel, das Video hat meine Kamera leider zu knapp Aufgenommen…@ Frantisek Kuklik: jetzt sehe ich den schwarzen Streifen auf dem weißen Abdomenende bei Deiner Kuckuckshummel!
Das ist ein Merkmal was ich auch mal sehe!
Danke!
Wow! Dein Video mit der Wachsmotte ist auch der Hammer! Das die so lnge vorne rumkrakelt anstatt einfach rein zu gehen, wenn sie, wie Du geschrieben hast, so oder so ihre Eier da lassen würde auch wenn sie getötet wird. Wie gut, dass Du sie rechtzeitig gesehen hast! Schaust Du Dir täglich das Videomaterial an? Hast Du bewusst keine Mottenklappe?Humeln scheinen aber trotzdem die Larven zu entsorgen wenn sie die Möglichkeit haben. Zumindest sieht es so aus auf meinem Video am Anfang. Ich kannte das bis jetzt nur von Bienen.
Wirklich sehr spannend alles!
Viele Grüße
Nicola
30. September 2020 um 10:59 Uhr #50679Als Antwort auf: Kurioses aus 2020
MarylouForenmitglied- DE 41363
- 61 m
@František Vielen Dank für das interessante Video mit der Aphomia sociella. Sie ist wirklich sehr hartnäckig in ihrem Bemühen, in den Kasten zu gelangen.
Dass die gelegten Eier klebrig sind, wusste ich noch nicht. Bisher dachte ich, sie würden nur gerade so locker zusammengehalten, wenn die Hummelnestmotte mehrere Eier auf einer Stelle ablegt. Das Klebrige erklärt dann aber, warum sie an den Hummelbeinchen so gut haften und daher direkt ins Nest gelangen können.
Hast Du eventuell schon mal beobachten können, ob die Motte ohne (Hummel-)Hilfe eine Wachsmottenklappe überwinden, also anheben kann?
29. September 2020 um 16:23 Uhr #50666Als Antwort auf: Kurioses aus 2020
Anonym
Hallo Nicola,
ich kann mich sicherlich auch irren, doch die Hummelbesucherin bringt keinerlei Verhalten zu Tage, das für Einnistungsgelegenheiten suchende Kuckuckshummeln typisch wäre: Herumsuchen statt Völlerei. Außerdem habe ich den Eindruck, auf dem hinteren Beinpaar Spuren zu erkennen, die vom Pollensammeln stammen dürften. Weder B. pratorum noch B. rupestris haben natürliche helle Härchen auf den Beinen. Das Verhalten der Hummel würde ich so deuten: sie wurde vom bunten Legostein und der darin enthaltenen Zuckerlösung angelockt. Eine ausgiebige Mahlzeit ruft bei Hummeln regelmäßig den Drang nach dem letzten Schritt der Verdauung. Eine Markierung brauchen Kuckuckshummeln zum Wiederfinden eines Hummelnests nicht, wenn es einmal geklappt hat, ein geeignetes Hummelnest ausfindig zu machen, funktioniert es aufgrund des ausgeprägten Orientierungsvermögens und Gedächtnisses bei Hummeln auch das nächste Mal. Überdies: eine B. rupestris würde sich mit Sicherheit nicht für das Nest einer B pascuorum derart interessieren, um Markierungsspuren zu hinterlassen.
Was meine Ps. barbutellus anbetrifft, es war nicht schwierig, sie einzuordnen: das weiße Abdomenende weist einen länglichen schwarzen Streifen auf, wo deutlich der Chitinpanzer durchschimmert und die weiße Färbung des Abdomens halbiert, damit war mir klar, dass es eine Kuckuckshummel ist. In Folge der 2 gelben Streifen auf dem Thorax und des weißen Abdomenendes konnte es sich nur um Ps. barbutellus handeln, keine andere heimische Kuckuckshummelkönigin hat 2 derart deutliche gelbe Streifen auf dem Thorax.
Wo wir beim Thema Schmarotzer am Hummelnest sind, noch ein Video von mir:
Aphomia sociella am Nistkasten von B. cryptarum. Sie wird nicht als Bedrohung erkannt und glatt missachtet. Erst beim Versuch, ins Kasteninnere einzudringen lenkt sie ein und beschließt, auf einen günstigen Augenblick zu warten. Zu ihrem Pech habe ich sie rechtzeitig entdeckt und abgefangen. Auch nach anschließendem – aus meiner Sich unausweichlichen – Zerdrücken lässt sie sich nicht davon abhalten, etwa 30 klebrige Eier zu legen. Sollte sie von den Hummeln vor dem Flugloch als Gefahr erkannt und getötet werden, rettet es das Nest nicht unbedingt vor der Vernichtung, die Eier bleiben auf den sammelnden Hummeln haften und werden ins Nest getragen. In meinem Fall wäre jedoch ein Untergang des Nests ausgeschlossen, ich habe das Nest rechtzeitig mit Bacillus thuringiensis kontaminiert und somit trotz einiger weiteren Attacken von Wachsmotten gesund aufgezogen. Am Saisonende war im verlassenen Kasten keine einzige Raupe aufzustöbern.
František29. September 2020 um 13:06 Uhr #50663Als Antwort auf: Kurioses aus 2020
NicolaForenmitgliedBeitragserstellerHallo Zusammen,
@František: Das ist auch ein spannendes Video!
Woran hast Du erkannt, dass es eine Kuckuckshummel ist?Ich hatte direkt nach der Feldkuckuckshummel nachgeschlagen und dort stand auch, “mit Ausnahme der gelblichen Querbinde am kopfnahen Thorax, ähnelt sie sonst ihrer Wirtshummel (Steinhummel).” Darum dachte ich auch, es passt. ;-)
Ich habe auch das Bild hier von 2008 gesehen: http://www.wildbienen.de/b-campes.htm
Das hatte die Annahme für mich auch bestätigt…echt schwer! Ich kann Kuckuckshummeln echt nie unterscheiden….
@Marylou: kein Problem ;-)
Wenn es aber eine normale Wiesenhummel war, was hat sie denn dann da gemacht? Markieren die auch fremde Nester?
Viele Grüße
Nicola
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