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Kurioses aus 2020

  • Dieses Thema hat 21 Antworten und 7 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 1 Woche, 4 Tage von MarylouMarylou.
Ansicht von 15 Beiträgen - 1 bis 15 (von insgesamt 22)
  • Autor
    Beiträge
  • #50646 Antworten
    Nicola
    Forenmitglied
    Buchtip:

    Hallo Hummelfreunde!

    Da ich in diesem ersten Hummeljahr für mich kuriose Videos habe, würde ich sie gerne mit Euch teilen.

    Vielleicht hat der Eine oder Andere so etwas schon mal gesehen oder hat selber verrückte Erfahrungen gemacht. ;-)

    Hier erstmal ein Video von einer Freundin, sie hat es unterwegs gemacht und mir geschickt. Es sieht aus, als tragen zwei Erdhummeln eine Wachmottenlarve von ihrem Nest weg!

     

     

    Dann habe ich vor meinem Hummelhaus-Eingang immer Videos gemacht. Zu dieser Zeit habe ich mit Zuckerwasser vor dem Eingang gefüttert (bis dass die Wespen es entdeckt haben).

    Einige fremde Hummeln haben diese ebenfalls gerne genutzt. Auf dem Video sieht man genau, wie eine fremde Hummel zum Eingang geht, sich dreht und eine Flüssigkeit vor den Eingang spritz!

    Als ich das Video damals sah, dachte ich, eine Hummel hat den Eingang aus irgendeinem Grund markiert und ich habe es sofort mit Wasser abgespritzt, Marylou hat mir dann gesagt, dass es eine Feldkuckuckshummel ist, die sich wohl den Eingang merken wollte! Im Buch „Hummeln bestimmen, ansiedeln, vermehre, schützen“ steht auch tatsächlich beschrieben, dass bei Ambros Aichhorn mal so eine Schmarotzerin ein Ackerhummelvolk erobert hat.

    Ich dachte, es ist bestimmt auch für Euch spannend so etwas mal zu sehen ;-)

    Viel Spaß beim anschauen

    LG Nicola

     

    #50648 Antworten
    Nicola
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Ich freue mich auf Eure Erfahrungsberichte dazu :hummel:

     

    #50653 Antworten
    Frantisek Kuklik
    Forenmitglied

    Hallo Nicola,
    Deine Videos sind sehr nett,  insbesondere das Video Kuckuckshummel-1.mp4 habe ich mir 2x angeschaut. Allerding ich fürchte, ich kann auf dem Video keine Kuckuckshummel erkennen. Ist es nicht eine Wiesenhummel, die an der Tränke einen Besuch abgestattet hat? Darf ich Dir ein Video mit echter Kuckuckshummel zeigen, leider nicht sehr scharf, denn, es wurde lediglich mit einer Videoüberwachung aufgenommen, die ich nur zu Kontrollzwecken benutze. Es handelt sich um eine Bart-Kuckuckshummel beim Besuch an einem Nest einer Erdhummel. Nachdem sie die Geruchsspuren überprüft hat fliegt sie enttäuscht weg.
    Gruß
    František

    #50658 Antworten
    Marylou
    Forenmitglied

    Felsen-Kuckuckshummel hatte ich getippt. Schande über mein Haupt:ups:, zumal ich dieses Jahr ein Wiesenhummel-Naturnest hatte! Sorry, Nicola!

    #50659 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    @Frantisek Kuklik   Leider erkennt mein iPat nur  drei Video – Codecs: “mov”, “m4v” und “mp4”. Dein Video kann ich leider nicht öffnen und das ist sehr schade, hätte es auch gerne angeguckt. :?

    #50660 Antworten
    Frank
    Forenmitglied

    Und Martha? Funzt es?

    #50663 Antworten
    Nicola
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Hallo Zusammen,

    @František: Das ist auch ein spannendes Video! :o Woran hast Du erkannt, dass es eine Kuckuckshummel ist?

    Ich hatte direkt nach der Feldkuckuckshummel nachgeschlagen und dort stand auch, “mit Ausnahme der gelblichen Querbinde am kopfnahen Thorax, ähnelt sie sonst ihrer Wirtshummel (Steinhummel).” Darum dachte ich auch, es passt. ;-)
    Ich habe auch das Bild hier von 2008 gesehen:  http://www.wildbienen.de/b-campes.htm
    Das hatte die Annahme für mich auch bestätigt…echt schwer! Ich kann Kuckuckshummeln echt nie unterscheiden…. :nein:

    @Marylou: kein Problem ;-)

    Wenn es aber eine normale Wiesenhummel war, was hat sie denn dann da gemacht? Markieren die auch fremde Nester?

    Viele Grüße

    Nicola

    #50665 Antworten
    osmia
    Forenmitglied

    Hi Nicola, eventuell musste die Hummel sich erleichtern. :lol:

    Dabei laufen sie kurze Stücke rückwärts drücken ab und weiter gehts. Ich muss mir das Video nochmal angucken ob das hin kommt.

    Schade am Ende kann man nicht sehen was sie hinterlassen hat.

    #50666 Antworten
    Frantisek Kuklik
    Forenmitglied

    Hallo Nicola,
    ich kann mich sicherlich auch irren, doch die Hummelbesucherin bringt keinerlei Verhalten zu Tage, das für Einnistungsgelegenheiten suchende Kuckuckshummeln typisch wäre: Herumsuchen statt Völlerei. Außerdem habe ich den Eindruck, auf dem hinteren Beinpaar Spuren zu erkennen, die vom Pollensammeln stammen dürften. Weder B. pratorum noch B. rupestris haben natürliche helle Härchen auf den Beinen. Das Verhalten der Hummel würde ich so deuten: sie wurde vom bunten Legostein und der darin enthaltenen Zuckerlösung angelockt. Eine ausgiebige Mahlzeit ruft bei Hummeln regelmäßig den Drang nach dem letzten Schritt der Verdauung. Eine Markierung brauchen Kuckuckshummeln zum Wiederfinden eines Hummelnests nicht, wenn es einmal geklappt hat, ein geeignetes Hummelnest ausfindig zu machen, funktioniert es aufgrund des ausgeprägten Orientierungsvermögens und Gedächtnisses bei Hummeln auch das nächste Mal. Überdies: eine B. rupestris würde sich mit Sicherheit nicht für das Nest einer B pascuorum derart interessieren, um Markierungsspuren zu hinterlassen.
    Was meine Ps. barbutellus anbetrifft, es war nicht schwierig, sie einzuordnen: das weiße Abdomenende weist einen länglichen schwarzen Streifen auf, wo deutlich der Chitinpanzer durchschimmert und die weiße Färbung des Abdomens halbiert, damit war mir klar, dass es eine Kuckuckshummel ist. In Folge der 2 gelben Streifen auf dem Thorax und des weißen Abdomenendes konnte es sich nur um Ps. barbutellus handeln, keine andere heimische Kuckuckshummelkönigin hat 2 derart deutliche gelbe Streifen auf dem Thorax.
    Wo wir beim Thema Schmarotzer am Hummelnest sind, noch ein Video von mir:
    Aphomia sociella am Nistkasten von B. cryptarum. Sie wird nicht als Bedrohung erkannt und glatt missachtet. Erst beim Versuch, ins Kasteninnere einzudringen lenkt sie ein und beschließt, auf einen günstigen Augenblick zu warten. Zu ihrem Pech habe ich sie rechtzeitig entdeckt und abgefangen. Auch nach anschließendem – aus meiner Sich unausweichlichen – Zerdrücken lässt sie sich nicht davon abhalten, etwa 30 klebrige Eier zu legen. Sollte sie von den Hummeln vor dem Flugloch als Gefahr erkannt und getötet werden, rettet es das Nest nicht unbedingt vor der Vernichtung, die Eier bleiben auf den sammelnden Hummeln haften und werden ins Nest getragen. In meinem Fall wäre jedoch ein Untergang des Nests ausgeschlossen, ich habe das Nest rechtzeitig mit Bacillus thuringiensis kontaminiert und somit trotz einiger weiteren Attacken von Wachsmotten gesund aufgezogen. Am Saisonende war im verlassenen Kasten keine einzige Raupe aufzustöbern.
    František

    Attachments:
    #50668 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    @Frank? Ja danke, hat geklappt. War etwas verschwommen, aber trotzdem erkennbar. :winken:

    #50679 Antworten
    Marylou
    Forenmitglied

    @František  Vielen Dank für das interessante Video mit der Aphomia sociella. Sie ist wirklich sehr hartnäckig in ihrem Bemühen, in den Kasten zu gelangen.

    Dass die gelegten Eier klebrig sind, wusste ich noch nicht. Bisher dachte ich, sie würden nur gerade so locker zusammengehalten, wenn die Hummelnestmotte mehrere Eier auf einer Stelle ablegt. Das Klebrige erklärt dann aber, warum sie an den Hummelbeinchen so gut haften und daher direkt ins Nest gelangen können.

    Hast Du eventuell schon mal beobachten können, ob die Motte ohne (Hummel-)Hilfe eine Wachsmottenklappe überwinden, also anheben kann?

    #50690 Antworten
    Martha
    Forenmitglied

    Aus menschlicher Sicht ist es wohl unverständlich, dass die Hummeln ihre vermeintlichen Feinde nicht erkennen.  Vielleicht hat dies aber seinen berechtigten Grund. Die Aphomia sociella ist aus der Sichtweise der Natur zugleich einen Freund der Hummeln. Sie wissen instinktiv, dass sie ihre “Wohnung” für die nächste Saison wieder auf Vordermann bringt und aufräumt, darum die Akzeptanz. Das könnte doch so sein?
    Wenn die Geschlechtstiere geschlüpft sind, ist aus der Sichtweise der Natur der Zyklus abgeschlossen und der Endzweck erfüllt, dann kann aufgeräumt werden.
    Die Natur ist nur daraus ausgerichtet, die Spezies, egal welcher Art, zu erhalten. :hummel:

    #50691 Antworten
    Nicola
    Forenmitglied
    Beitragsersteller

    Hallo Zusammen,

    @Osmia: :haha: ok dann hat sie sich vielleicht erleichtert. Ja man muß genau schauen, man sieht leider nur ganz kurz eine Flüssigkeit hinter der Hummel, das Video hat meine Kamera leider zu knapp Aufgenommen…

    @ Frantisek Kuklik:  jetzt sehe ich den schwarzen Streifen auf dem weißen Abdomenende bei Deiner Kuckuckshummel! ;)   Das ist ein Merkmal was ich auch mal sehe! :mrgreen: Danke!
    Wow! Dein Video mit der Wachsmotte ist auch der Hammer! Das die so lnge vorne rumkrakelt anstatt einfach rein zu gehen, wenn sie, wie Du geschrieben hast, so oder so ihre Eier da lassen würde auch wenn sie getötet wird. Wie gut, dass Du sie rechtzeitig gesehen hast! Schaust Du Dir täglich das Videomaterial an? Hast Du bewusst keine Mottenklappe?

    Humeln scheinen aber trotzdem die Larven zu entsorgen wenn sie die Möglichkeit haben. Zumindest sieht es so aus auf meinem Video am Anfang. Ich kannte das bis jetzt nur von Bienen.

    Wirklich sehr spannend alles!

    Viele Grüße

    Nicola

    #50693 Antworten
    Frantisek Kuklik
    Forenmitglied

    Hallo Marylou,
    ich gestehe, dass ich mit keiner Klappe arbeite, stattdessen verlasse ich mich auf Bacillus thuringiensis, der mich noch nie im Stich gelassen hat. Allerdings appliziere ich die Abwehrkräfte auf meine schonende Art: sobald sich die ersten Arbeiterinnen zeigen lassen, nehme ich einen Strohhalm und nehme etwa 2 cm Pulver aus einer Neudorffs Raupenfrei Packung auf, dann stecke ich den Halm entweder durchs Flugloch tief in den Kasten hinein, denn ich habe nur ein kurzes Röhrchen dahinter (so z. B. bei Baumhummeln, denn ich habe wenig Lust, jedes Mal eine halbe Stunde zu warten, bis sich die Sippe im offenen Kasten beruhigt) oder öffne die Klappe und puste den Pulver in das Nistmaterial, die natürlichen Feuchtigkeit und Belüftung eines Hummelnests tun Übriges. Auch nach 10 Jahren seit der Anschaffung des Neudorffs ist der Pulver unvermindert wirkungsvoll. Sollte es sich um ein Nest handeln, das dann nach 2 Monaten noch nicht oder nicht weit hinter dem Zenit steht, wiederhole ich das Prozedere.
    Übrigens: wenn ich eine Behandlung unter einer Dachrinne an einem Nest unter dem Dach vornehme, bekomme ich auch mal eine volle Kanne des Pulvers in den Mund ab, danach spüle ich den Mund aus und hatte noch nie Magen- oder Verdauungsschwierigkeiten. Zur Vorbeugung könnte ich sicherlich auch eine Luftpumpe benutzen, um eine zu finden bin ich mir aber jedes Mal zu faul. Daher auch mein Kommentar zum Thema von Martha „Bacillus thuringiensis in der Kritik“ vom 20.09.2020.
    Gruß František

    #50694 Antworten
    Frantisek Kuklik
    Forenmitglied

    Hallo Martha,

    was Du beschreibst, stimmt bei den Bienen. Sie ziehen sich über den Winter in die obersten Etagen der Niststätte zurück und überlassen die unteren Etagen der Großen Wachsmotte, die tatsächlich dafür sorgt, dass im kommenden Jahr genügend Platz für den Bau neuer Waben zur Verfügung steht. Leider habe ich Bedenken, wie es bei den Hummeln funktionieren sollte. Ein Hummelnest überlebt nur eine Saison und im kommenden Jahr bezieht eine Jungkönigin niemals das alte verschimmelte und von Krankheitserregern nur so wimmelnde Nest. Sie schaut dort möglicherweise nach, aber beziehen würde sie es nicht. Eine gegenseitig vorteilhafte Beziehung zwischen Hummeln und Wachsmotten gibt es nach meiner Überzeugung nicht. Es gibt nur einen einseitigen Vorteil und zwar bei der Wachsmotte, wobei es zugegebenermaßen schade wäre, wenn am Ende einer Hummelsaison viele wertvolle Nahrungsressourcen verrotten würden.

    Leider warten die Wachsmotten regelmäßig nicht aufs Ende der Saison und geben den Wirtshummeln sehr oft keine Gelegenheit zur Reproduktion. Sie beginnen mit ihrem zerstörerischen Werk so früh, dass keine Jungköniginnen oder Drohnen aufgezogen werden können. Ich für meine Person kann einer Hummelwachsmotte nichts Gutes abgewinnen. Im Übrigen: es gibt auch deutlich wachsamere Hummelarten, bspw. Baumhummeln und Dunkle Erdhummeln, bei denen ich durchaus hin und wieder vor dem Flugloch eine zerfetzte Wachsmotte vorgefunden habe. Wenn die Natur wollte, dass Hummeln Wachmotten generell liebhaben, dürften sie an der Wache vorbei ungehindert ins Nest hineinspazieren. Auf dem Video ist zu sehen, dass die Wache der Wachsmotte durchaus die Stirn bietet und zu verstehen gibt, nur zur Türschwelle und keinen Schritt weiter. Leider ist diese Einstellung diesmal zu lauwarm gewesen.

    Viel besser gefällt mir die Tatkraft der beiden Erdhummeln auf dem Video von Nicola. Leider handelt es sich um eine sehr rare Ausnahme, wo ich sehr dankbar bin, einen solchen Fall auf dem Video beobachten zu dürfen, als dass kein Zweifel besteht, dass die dreiste Raupe auf frischer Tat in der Zitadelle des Hummelnests ertappt wurde. Ich wüsste gerne, ob die Hummeln die Raupe lediglich herausgezerrt oder aber totgestochen haben. Wenn sie nämlich quicklebendig abgelegt worden sein sollte, schafft sie es durchaus, einen geeigneten Platz zur Verpuppung zu finden, zu überwintern und im kommenden Jahr das böse Werk der Hummelwachsmotten fortzusetzen.

    František

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Antwort auf: Kurioses aus 2020
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