Antwort auf: Mein erstes selbst gebautes Hummelhaus

#77424
AvatarBulli
Forenmitglied

    Hallo Jens,

    die ideale Nistraumtemperatur ist 28 Grad Celsius. Zumindest braucht ein Nest bei der Nistraumtemperatur kein wärmedes Polstermaterial mehr.

    Bei Temperaturen darüber geht das Nest gleitend in den Notfall-Modus.

    Ab 32 Grad Celsius fächeln alle Sammlerinnen im Nistraum, so dass kein Pollen und kein Nektar mehr gesammelt wird. Das Summen ist deutlich zu hören. Das sollte aber vermieden werden, weil in Warmperioden bzw. dem Sommer sowieso schon die Nahrung fehlt. Das ist häufig die Trachtlücke zwischen Kastanienblüte und Lindenblüte.

    Die Sammlerinnen und Stockhummeln fächeln, bis die maximale Körpertemperatur überschritten wird (Hitzetod). Wann das genau ist, weiß ich nicht. Aber der Zelltod tritt eher ein als dass das Wachs schmilzt. Die Larven sind auch empfindlich. So eine Hitzeschlacht kann in wenigen Stunden das ganze Nest kosten. Es wird aber auch bei aktiven Nestern immer wieder von Larvenauswürfen nach oder während einer Hitzewelle berichtet.

    Larvenauswurf: Lebende Larven werden aus dem Nest transportiert.

    Eigentlich kein großes Problem. Ab ca. 27 Grad im Vollschatten die Lüftung blockieren, Kühlakkus (in Handtuch gewickelt) im Nistkasten auf den Karton legen und nasse Decken auf wie auch um den Nistkasten legen.

    Ach. Habe was vergessen:
    Ausreichend Platz für umwickelte Kühlakkus über dem Nistkarton vorsehen. Der Kasten von Börner/Gubisch hat diesen vorgesehen. Bei deinem reicht im Prinzip eine schmale zusätzliche Erweiterungszarge, die zwischen unterem Kasten und Deckel eingesetzt wird. Bitte die Kühlakkus umwickeln, damit das Kondenswasser nicht das Holz bzw. den Pappkarton durchweicht. Wenn heißes Wetter vorausgesagt wird, ein paar Tage vorher die Kühlakkus ins Gefrierfach legen.

    Bei Bedarf ein Thermometer verwenden. Am besten mit kabellosem Funk-Außensensor. Den Funksensor in eine Tüte einschweißen und in den Nistraum legen/stellen (nicht auf die Nistkugel) oder ein Pool-Thermometer mit wasserdichtem Schwimmsensor nehmen. Dann kann man Live mitverfolgen, wie warm es ist und über die Memory-Funktion kann man am Abend den Spitzenwert auslesen. Die Teile gibt es auch mit echtem WLAN-Anschluss (>= 60 m Reichweite) und Smartphone-App, z. B. dieses. Bluetooth hat deutlich weniger Reichweite.

    Das war wieder viel Theorie. Viel Erfolg dieses Jahr.

    VG Bulli