Antwort auf: Zuchthummeln
- A-4800, 4851
- 420, 510 m
Hallo zusammen! “Zuchthummeln” ist ein spannendes Thema, das auch ein Symptom unserer industriellen Landwirtschaft darstellt. U.a. im österr. Film “Bienen im Pelz” sieht man die massenhafte “Erzeugung” der Völker, die dann in alle Welt gehandelt werden. Alles ist heutzutage machbar, wenn es einen Markt gibt! Es ist schon traurig, wenn Michael schreibt, dass es in seiner Gegend kaum mehr Hummeln gibt, wohl auch wegen dem Gifteinsatz in der Landwirtschaft. An meinen beiden Wohnsitzen gibt es unterschiedliche Verhältnisse. Während es hier ein Riesenproblem mit intensiver Landwirtschaft gibt (viele Königinnen in meinen Hummelkästen kamen nach dem oftmaligen Silieren oder Ausbringen von Jauche nicht mehr zurück), ist die Welt für Hummeln am anderen Wohnsitz am Rand einer Kleinstadt noch viel besser. Hier halte ich auch seit 38 Jahren ein paar Bienenvölker, deren Überleben der Winter aber seit einigen Jahren immer schwieriger wurde. Deshalb ist mir der Hummelschutz so wichtig, denn Bienen haben ja bekanntlich eine Lobby, Hummeln nicht – es sei denn man kauft Zuchtvölker um viel Geld zur Bestäubung von Plantagen. Michael´s Motiv ist natürlich ehrenvoll und gut gemeint. In meinem gestrigen Beitrag schrieb ist, dass Zuchthummeln im nahen Heidelbeerfeld gehalten werden. Weil ich hier als Hummelschützer schon gut bekannt bin, hat mich ein Tierarzt, der zu einem nahen Bauern kommt, der sich – seit es dort so viele Hummeln gibt – über massenhaft Obst freut, um ein “Hummelhotel” gebeten. Er freute sich dann tatsächlich über ein Ackerhummelvolk im HH.
Es gibt Jahre, in denen es – gebietsweise – viele Hummeln gibt – im Vorjahr freute ich mich über 15 Nester in den Gärten (12 davon in HH), und auch wieder welche, wo es kaum welche gibt (kein Volk überlebte hier den Somme, sh. oben). Es ist spannend, was sich heuer tut… Derzeit regiert noch strenger Frost (- 10 °C). Beste Grüße! Christian