Jörg Ed. Hartge: Nestentwicklung und Nestkontrolle – nachgeschaut

Also, ich habe angefangen das Nest leicht zu öffnen. Es erschienen bald 4-5 Arbeiterinnen, um den Dachschaden zu begutachten und für Reparatur zu sorgen. Schutzkleidung war nicht nötig, keins der Tiere ist aufgeflogen. Vielleicht liegt die Ruhe an der fortgeschrittenen Tageszeit (21:00 Uhr)?

Der Blick mit Taschenlampe durch die etwa 3-4 cm große Öffnung im Nestdach ergab für mich als Anfänger zunächst nichts Verdächtiges, kein weißes Gespinst, keine herumkrabbelnden Larven.

Bei den Ameisen habe ich das Gefühl, dass sie im Kleintierstreu nisten. Viele halten sich in der Pappröhre des Laufgangs auf.

Ich glaube ich werde, wie von Alex beschrieben, die Nestöffnung morgen noch etwas vergrößern. Wie lange brauchen die Hummeln eigentlich, bis sie es wieder zu haben?

Grüße
Jörg

> Hallo Jörg,
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> Erdhummeln fliegen bis Ende August, manche sogar bis Mitte Oktober.
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> Der starke Rückgang läßt mich daher vermuten, daß etwas nicht in Ordnung ist. Der wahrscheinlichste Fall ist, daß Wachsmotten-Larven Dein Nest zerfressen.
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> Zur Kontrolle sollte man spätestens im Juni/Juli bis auf die Waben vordringen. Denn nur dort kann man Spuren der gefräßigen Larven finden. An der Oberfläche findet man nichts von Ihnen.
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> Ich entferne die Polsterwolle immer mit zwei Pinzetten, aber ohne Handschuhe und ohne Anzug. Sobald die Hummeln “sauer” werden höre ich auf und mache am nächsten Tag weiter. So zieht sich das bei mir über mehrere Tage, bis ich endlich bis zu den Waben komme.
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> Da es bei Dir schon so weit fortgeschritten ist solltest Du möglichst bald versuchen, die Wolle vorsichtig zu entfernen. Findest Du die Waben in weißem Zeug eingesponnen, zerfressen vor und krabbeln weißlich-gelbe Larven herum (1-2 mm bis zu 5 cm groß), dann ist es um das Volk schon geschehen.
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> Eine bittere Erfahrung die jeder Hummelanfänger mal machen muß, um zu erkennen, wie gefährlich diese elenden Wachsmotten sind.
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> Schau mal in den Kasten und berichte dann nochmal hier, damit weiter sehen können.
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> Ameisen dürften nicht schaden, es sei denn das Volk ist schon so geschwächt durch die Motten.
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> Alles Gute,
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> Alexander
> bombus.de
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