Hummeln entscheiden flexibel bei der Futtersuche

Im Alltag müssen auch Tiere ständig Entscheidungen treffen – zum Beispiel, wenn sie nach Nahrung suchen. Dabei verlassen sie sich oft nicht nur auf ein einzelnes Signal, sondern auf mehrere Hinweise gleichzeitig. Diese unterschiedlichen Informationen ergänzen sich und helfen den Tieren, bessere und genauere Entscheidungen zu treffen.

Genau dieses Verhalten untersuchten Forscher der Universität Konstanz und der Universität Würzburg in einer Studie mit Hummeln der Art Bombus terrestris (Erdhummel). Die Insekten wurden in eine Futtersuchaufgabe geschickt, bei der sie verschiedene visuelle Merkmale wahrnehmen konnten, ähnlich wie bei echten Blüten in der Natur. Den Hummeln wurden Kombinationen aus Farben und Formen oder Mustern präsentiert. Einige Farben waren dabei leicht voneinander zu unterscheiden, andere deutlich schwieriger.

Es zeigte sich ein interessantes Muster: Wenn die Farben sehr gut unterscheidbar waren, konzentrierten sich die Hummeln ausschließlich auf diese Farbinformation. Formen oder Muster spielten für ihre Entscheidung keine Rolle und wurden auch nicht zusätzlich erlernt. Anders sah es aus, wenn die Farben schwer zu unterscheiden waren. In diesem Fall nutzten die Hummeln mehrere Hinweise gleichzeitig und lernten sowohl die Farbe als auch Form oder Muster der Blüten.

Die Ergebnisse zeigen, dass Hummeln ihre Lernstrategie flexibel anpassen können. Je nachdem, wie leicht ein Hinweis zu erkennen ist, entscheiden sie, ob es sich lohnt, zusätzliche Informationen zu lernen. Auf diese Weise können sie die Zeit, die sie ins Lernen investieren, und die Genauigkeit ihrer Entscheidungen in Einklang bringen. Unterschiede im Lernverlauf deuten außerdem darauf hin, dass ein sogenannter „Blocking“-Mechanismus dabei eine Rolle spielen könnte und den Wechsel zwischen diesen Strategien ermöglicht.

Link zur Studie: Bees flexibly adjust decision strategies to information content in a foraging task
Mehr zum Thema: Hummeln sind effiziente Entscheider

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Stefan

Über Stefan

Töging am Inn (Südostbayern), 398m
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  • Autor
    Beiträge
  • #93241
    Makki
    Forenmitglied

      Vielen Dank!
      Dein Beitrag hat uns direkt eine Frage von Gestern beantwortet…

      Wir sahen gestern nur Wildbienen an den Lonicera, keine einzige Hummel oder Honigbiene.
      Inzwischen wissen wir, es blühen erste Bäume, und die sind “anziehender”.
      Das Wildbienenhotel ist nur etwa 4m von den Büschen entfernt, darum werden die auch erst mal besucht.

       

      Makki

      #93243
      Stefan
      Admin
      Beitragsersteller
        • DE 84513
        • 398 m

        Ja, ich finde das Thema auch sehr interessant.  :girl:

        Grüße Stefan

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