Berghummel (Bombus mesomelas)

Die Berghummel ist, wie ihr Name andeutet, eine Hochgebirgsart. In Mitteleuropa kommt die Nominatform Bombus mesomelas mesomelas vor. Das Gesamtverbreitungsgebiet reicht von den kantabrischen Bergen über die Pyrenäen, die höheren Apeninnen und die inneren und südlichen Alpen bis in die Karpaten, vereinzelt tritt die Art auch in Mittelgebirgen auf. Eine eigene Unterart, Bombus mesomelas alboluteus, besiedelt getrennt davon zwei Regionen: das Balkangebirge im Westen und ein Gebiet, das vom ostanatolischen Hochland über den Kaukasus bis zum Elburs-Gebirge im Iran reicht.

In Deutschland gilt die Art seit ihrem letzten gesicherten Nachweis im Jahr 1956 als ausgestorben oder verschollen. Historisch war sie unter anderem aus Thüringen, Sachsen und Bayern belegt. In Österreich dagegen ist sie bis heute aus allen Bundesländern außer dem Burgenland gemeldet, in der Schweiz aus dem gesamten Alpenraum und dem Jura.

Als Lebensraum nutzt die Berghummel sonnige, trockene und warme Berghänge von der montanen bis in die alpine Stufe. In Mitteleuropa tritt sie ab etwa 600 Metern Höhe auf, im Wallis liegen Nachweise sogar oberhalb von 2300 Metern.

Merkmale und Aussehen

Die Berghummel ist überwiegend gelblich, genauer gelblicholivgrau gefärbt. Der schwarze, elliptisch geformte Mittelteil des Thorax wird vorn, hinter dem schwarzen Kopf, und hinten jeweils von einem breiten gelben Band eingerahmt. Der erste Tergit sowie die Tergite drei bis sechs sind an ihrer Basis leicht rötlich, sonst gelblich gefärbt, der zweite Tergit ist vollständig rostgelb.

Die Königin erreicht eine Körperlänge von 20 bis 24 Millimetern, Arbeiterinnen messen 13 bis 15 und Drohnen 14 bis 17 Millimeter. Auffällig ist der lange Rüssel: Er misst bei der Königin 15 bis 18, bei Arbeiterinnen 12 bis 14 und bei Drohnen 11 bis 13 Millimeter. Damit gehört Bombus mesomelas zu den langrüsseligen Hummelarten.

Königin

  • Flugzeit: Ende Mai bis Ende Juni
  • Körperlänge: 20–24 mm
  • Flügelspannweite: 28–33 mm
  • Rüssellänge: 15–18 mm

Arbeiterin

  • Flugzeit: Mitte Juni bis Ende Oktober
  • Körperlänge: 13–15 mm
  • Flügelspannweite: 16–20 mm
  • Rüssellänge: 12–14 mm

Drohn

  • Flugzeit: Ende August bis Ende Oktober
  • Körperlänge: 14–17 mm
  • Flügelspannweite: 20–30 mm
  • Rüssellänge: 11–13 mm
info hummelDer wissenschaftliche Name mesomelas setzt sich aus den griechischen Wörtern meso für Mitte und melas für schwarz zusammen. Er bezieht sich auf das schwarze Haarband, das quer über die Mitte des Thorax verläuft.

Nestanlage und Volksentwicklung

Wie andere Pollenstorer lagern die Arbeiterinnen der Berghummel Pollen direkt am Rand der Brutzellen statt in getrennten Vorratswaben. Die überwinterten Königinnen erscheinen ab Ende Mai bis Ende Juni und suchen sich einen Nistplatz vor allem unterirdisch, häufig in verlassenen Mäusenestern. Seltener legen sie ihr Nest auch in der bodennahen Krautschicht an. Die Art tritt damit sowohl als Nestbezieherin als auch als Nestbauerin auf.

Nach der Wahl des Nistplatzes baut die Königin zunächst einen Nektartopf aus Wachs und beginnt anschließend mit dem Bau der ersten Brutzellen und der Eiablage. Die ersten Arbeiterinnen schlüpfen ab Mitte Juni. Ab Ende August entstehen keine weiteren Arbeiterinnen mehr, sondern nur noch Jungköniginnen und Drohnen, die bis Ende Oktober fliegen. Ein Volk bleibt mit 50 bis 120 Tieren vergleichsweise klein. Bombus mesomelas bildet, wie die meisten mitteleuropäischen Hummelarten, nur eine Generation pro Jahr.

Ob eine Kuckuckshummel der Gattung Psithyrus die Nester der Berghummel parasitiert, ist bislang nicht sicher geklärt.

Nahrungspflanzen

Die Berghummel sammelt Nektar und Pollen an einer Vielzahl unterschiedlicher Pflanzenfamilien und gilt damit als polylektisch. Zu den bevorzugten Trachtpflanzen zählen:

  • Krokus
  • Taubenkropf-Leimkraut
  • Alpen-Wundklee
  • Bergdistel
  • Augentrost

Gefährdung

Die Rote Liste führt die Berghummel in Deutschland in der Kategorie 0, also als ausgestorben oder verschollen. In Österreich und der Schweiz kommt sie zwar noch vor, gilt aber als sehr selten. 2020 wurde sie beispielsweise dreimal auf Feuchtwiesen am Wallersee im Salzburger Land gemeldet, einem Gebiet, in dem bislang 20 der 42 in Österreich vorkommenden Hummelarten dokumentiert wurden.

Quellen

Ansicht von 3 Beiträgen – 1 bis 3 (von insgesamt 3)
  • Autor
    Beiträge
  • #68593
    jimjack
    Forenmitglied

      @Stefan,

      einmal habe ich eine in Südtirol (Nähe Sterzing unterhalb des Roßkopfes) auf ca. 1500m gesehen. Ist aber schon einige Jahre her…

      #68595
      Stefan
      Admin
      Beitragsersteller
        • DE 84513
        • 398 m

        Sicher ein schönes Erlebnis.

        Ich brauche da immer länger bis ich etwa eine Ahnung habe um welche Art es sich handelt die ich gerade sehe. Und wenn ich meine es zu wissen ist es meist zu spät… :mrgreen:

         

        #68596
        jimjack
        Forenmitglied

          Ich muß zugeben, daß ich damals Ausschau nach solch einer Dame gehalten habe – und hatte Glück. So oft bin ich auch nicht in den Alpen, da heißt es die Gelegenheit nutzen. :D

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