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Bernd Hüfner: Hummelfieber

Die Hummeln haben mich gebackt.
In unserer Tageszeitung laß ich Anfang April von der Wahl der Steinhummel zum Insekt des Jahres. Am Abend gab ich das Wort Steinhummel in meine Internet Suchmaschine ein und war beeindruckt wie viel man zum Thema Hummeln hier lesen kann. Nun war mein Interesse an den Hummeln geweckt. Ich laß nun Abend für Abend alles zu Thema Hummeln was ich mehr oder weniger zufällig gerade öffnete.
Mitte April hatte ich für über eine Woche eine Baufirma auf meinem Grundstück. Ich hatte in dieser Zeit nichts weiter zu tun, als nur da zu sein.
Da ich kein Freund vom Nichtstun bin, kam ich auf die Idee mir in dieser Zeit einen Hummelnistkasten selbst zu bauen. Als erstes begann ich mit dem Vorbau, streng nach einem Bauplan von Bombus.de, natürlich mit Mottenschutzgang, der seitlich seinen Aus bzw. Eingang hatte. Da ich kein Lochblech hatte, schnitt ich mir aus einer 2 mm dicken PVC Tafel eine Abdeckplatte und bohrte mit einem 1,5 mm Bohrer ein Lochmuster. Aus dem gleichen Material fertigte ich auch den Schieber für den Raum vor den Haupteinflugsloch, ebenfalls mit Lochmuster. Als ich am Abend wieder auf den Hummelseiten surfte, kam ich auf die Seite wo Hummelfreund Horst Jäckel seine Schrägklappen vorstellte. Sofort am anderen Tag baute ich in den seitlichen Ausgang zwei solcher Klappen mit Schatullenscharnieren ein.
Ich hatte nun den Vorbau aber noch keinen Kasten. Beim Kauf der Scharniere im
Toom-Baumarkt fiel mir ein viereckiger 38 cm Blumenkasten auf, der in etwa die Größe eines beschriebenen Hummelkasten hatte. Doch wie komme ich zu einem geeigneten Dach ? Durch reinen Zufall legte ich einen 42 cm Untersetzer aus der selben Baureihe Vasco Quadrato auf den Kasten und stellte fest, daß dieser formschlüssig ohne Spalt paßte.
Zu dem hatte der umgedrehte Untersetzer als Deckel noch eine Dachrinne.
Beides zusammen kostete knapp 13 €.
In den Kasten bohrte ich im oberen Bereich umlaufend in Zweierreihe kleine Lüftungslöcher, schraubte von innen meinen Vorbau an und stellte einen Pappkarton auf eine 10 mm dicke Styropurplatte in den Kasten. Zur Isolierung schnitt ich mir vier Styropurplatten an die Kasteninnenwand, allerdings nicht über die Lüftungslöcher. Den Zwischenraum zum Innenkarton füllte ich mit Fliesenbruch auf, der den Kasten unempfindlich gegen Wind beschwert. Vom Vorbau führte ich ein Rohr in den Innenkasten.
Die Kastenfüllung realisierte ich wie beschrieben, nur anstelle der bei mir nicht vorhandenen Polsterwolle nahm ich aus einem Kaninchennest meiner Stallanlage reichlich Wolle und formte damit ein Nest im Kasten. Auf den Deckel legte ich noch zur Beschwerung eine 30 cm Gehsteigplatte und mein Kasten war bezugsfertig.
Nun stand aber schon der 1. Mai vor der Tür und nestsuchende Hummeln wurden immer weniger. Zwei Einsetzversuche von Erdhummeln scheiterten an meinem mangelnden Geschick. Eine versetzte mir gar zwei Stiche in die Hand. Darauf hin bastelte ich mir eine Einsetzvorrichtung. Ich rollte mir aus Pappe ein Rohr zirka 30 mm Durchmesser 12 cm lang und klebte längs mit einem durchsichtigen Klebeband die gerollten Enden zusammen, so daß ein Sichtschlitz von 1 cm entstand. Aus einem Besenstiel schnitt ich noch einen Stößel und von nun an war das Hummeleinsetzen kein Problem mehr. Zwei weitere eingesetzte Erdhummeln blieben etwa 2 Minuten im Kasten flogen aber danach desinteressiert davon.
Eines morgens, ich bereitete gerade in meinem Keller Kaninchenfutter vor, da kam brummend eine Steinhummel zur offenen Kellertür hereingeflogen. Sie suchte unter der Waschmaschine eine Nistgelegenheit. Als sie wieder hervor kam ließ ich sie direkt in meine Pappröhre krabbeln und ruck zuck war sie im Kasten. Nach 3 Minuten kam sie wieder heraus und führte mir in eindrucksvoller Weise einen Orientierungsflug vor, so wie ich ihn mir schon im Internet habe anschauen können. Nun begann bei mir das ständige rätseln – ist meine Königen nun im Kasten oder nicht. Drei Tage habe ich sie nicht gesehen und eine Mehlfalle am vierten Tag war ohne Spuren. Doch als ich an Abend den Deckel vom Kasten abnahm, kam mir ein Brummen entgegen, so daß ich den Deckel schnell wieder auflegte. In der vergangenen Woche sah ich sie einmal zum Kasten zurückkehren, worauf ich nun den Schieber vom Vorbau schloß, so daß nur noch der Schrägklappen Aus bzw. Eingang für sie bleibt. Im Vorbau habe ich auch ein Behälterchen mit Zuckerlösung deponiert.
Doch die ständige Ungewißheit, ist sie nun im Kasten oder nicht streßt mich weiter.
Hier kann eigentlich nur Michels Lichtschranke dem ständigen Zweifeln ein Ende setzen. Leider traue ich mich als reiner Mechaniker nicht an dieses elektronische Basteln.
Für mich steht aber jetzt schon fest, daß ich zur neuen Hummelsaison im nächsten Jahr rechtzeitig mit weiteren Hummelkästen an den Start gehen werde.
Die Freude am basteln und an den Hummeln sind meine Motive.
Viele Grüße an alle Hummelfreunde
Bernd

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