Heimische Sandbienen

Im Frühling tauchen die ersten Insekten oft schon sehr früh auf – manchmal sogar im Februar oder März, wenn die Temperaturen über etwa 10 °C steigen. Viele von ihnen haben den Winter als erwachsene Tiere, Larven oder Puppen überstanden und werden bei Wärme wieder aktiv.

Allein in Deutschland leben über 560 Wildbienenarten, und eine der größten Gruppen darunter sind die Sandbienen. Sie sind für unsere Natur sehr wichtig, weil sie viele Pflanzen bestäuben.

Was sind Sandbienen?

SandbieneSandbienen gehören zur Gattung Andrena. In Deutschland gibt es davon über 100 verschiedene Arten. Sie gehören zu den Wildbienen, also Bienen, die keinen Honig produzieren und nicht in großen Staaten leben.

Die meisten Sandbienen leben allein, deshalb nennt man sie auch solitäre Bienen. Jede weibliche Sandbiene baut ihr eigenes Nest und kümmert sich selbst um ihren Nachwuchs.

Aussehen

Sandbienen sehen auf den ersten Blick ähnlich aus wie Honigbienen, sind aber überwiegend etwas kleiner. Je nach Art sind sie etwa 5 bis 15 Millimeter groß. Typische Merkmale sind:

  • ein dicht behaarter Körper
  • oft helle Haarbinden am Hinterleib
  • Weibchen haben Pollenbürsten an den Hinterbeinen, an denen sie Pollen transportieren

Durch ihre Haare können sie besonders gut Pollen sammeln.

Lebensraum

Sandbienen leben, wie der Name schon sagt, im Boden. Sie bevorzugen:

  • sandige oder lockere Erde
  • sonnige Stellen
  • offene Flächen wie Wiesen, Gärten, Parks oder Wegränder

Das Weibchen gräbt mit seinen Mundwerkzeugen und Beinen einen kleinen Gang in den Boden, der bis zu 60 Zentimeter tief sein kann. In diesem Gang legt sie mehrere Brutzellen an.

Fortpflanzung und Lebensweise

Im Frühjahr schlüpfen die erwachsenen Sandbienen aus ihren Nestern. Die Männchen erscheinen größtenteils zuerst und warten auf die Weibchen. Nach der Paarung beginnt das Weibchen mit dem Nestbau. In jede Brutzelle legt sie:

  • ein Ei
  • eine Mischung aus Pollen und Nektar als Nahrung

Danach verschließt sie die Zelle. Die Larve schlüpft aus dem Ei, frisst den Vorrat und entwickelt sich weiter. Die junge Biene bleibt meist bis zum nächsten Frühjahr im Boden, bevor sie schlüpft.

Nahrung

Sandbienen ernähren sich hauptsächlich von Nektar und Pollen. Viele Arten fliegen besonders früh im Jahr und besuchen deshalb Frühblüher, zum Beispiel:

  • Weiden
  • Obstbäume
  • Löwenzahn
  • Krokusse

Einige Sandbienenarten sind spezialisiert. Das bedeutet, sie sammeln Pollen nur von bestimmten Pflanzenarten.

Bedeutung für die Natur

Sandbienen sind sehr wichtige Bestäuber. Wenn sie Blüten besuchen, bleibt Pollen an ihren Haaren hängen und wird zur nächsten Pflanze transportiert. Dadurch helfen sie bei der Bestäubung von Wildpflanzen und Nutzpflanzen, zum Beispiel:

  • Obstbäume
  • Beerensträucher
  • viele Wiesenpflanzen

Ohne Bestäuber wie Sandbienen würden viele Pflanzen weniger Früchte bilden.

Gefahren für Sandbienen

Viele Sandbienenarten sind heute gefährdet. Das liegt vor allem an:

  • Versiegelten Flächen wie Straßen oder Parkplätzen
  • intensiver Landwirtschaft
  • Pestiziden
  • zu wenig Blühpflanzen

Auch sehr gepflegte Gärten mit Rasen und wenigen Blumen bieten ihnen kaum Nahrung.

Wie kann man Sandbienen helfen?

Jeder kann etwas tun, um Sandbienen zu unterstützen. Zum Beispiel:

  • Blühpflanzen im Garten oder auf dem Balkon pflanzen
  • Frühblüher wachsen lassen
  • kleine offene Bodenstellen im Garten lassen
  • keine Pestizide verwenden

Sandbienen sind übrigens sehr friedlich und stechen fast nie.

Fazit

Sandbienen sind eine wichtige Gruppe der Wildbienen. Sie leben vorwiegend allein, sammeln Pollen und Nektar und bestäuben viele Pflanzen. Obwohl sie für unsere Natur sehr wichtig sind, sind viele Arten bedroht. Deshalb ist es wichtig, ihre Lebensräume zu schützen.

Stefan

Über Stefan

Töging am Inn (Südostbayern), 398m